Dass jede Rezension letzten Endes nur einen möglichen Standpunkt darstellen kann, wird einem immer wieder dann bewusst, wenn man zwei grundverschiedene Besprechungen liest, die in sich schlüssig ihren jeweiligen Standpunkt darlegen, deren Aussagen aber weit voneinander entfernt sind.
Gestern legte unser Gast-Rezensent Burkhard Schäfer seine Sichtweise des neuen Mozart-Albums der deutsch-japanischen Violinistin Susanna Yoko Henkel hier im Blog dar, heute fällt mir ein Artikel in der Badischen Zeitung aus Freiburg in die Hände (respektive auf den Bildschirm), in dem sowohl Susanna Yoko Henkels Tchaikovsky-Album (für das sie gerade den Echo Klassik 2011 erhalten hat), als auch besagtes Mozart-Album äußerst positiv besprochen werden. Den Rest des Eintrages lesen »
Gerade wurde hier im Blog eine überaus kritische Besprechung des neuen Albums der deutsch-japanischen Violinistin Susanna Yoko Henkel veröffentlicht. Unser Gast-Rezensent Dr. Burkhard Schäfer legt in seiner Besprechung dar, warum er von der Aufnahme eher enttäuscht ist. Seine dezidierte, nachvollziehbar begründete Einschätzung passt exzellent zum Selbstverständnis dieser Website. In der Charakterisierung des Blogs heißt es dazu:
blog.codaex.de soll dabei keine kritiklose Werbeplattform sein. Deswegen wird das Blog auch von einem freischaffenden Blogger betextet, der fair und unabhängig über die CDs berichten möchte.
Das schließt natürlich auch ein, dass – bei allem gebotenen Respekt – ein Rezensent einer CD eher wenig abgewinnen kann. Die Kritikpunkte sind in der Besprechung aufgezählt und begründet. Sie können nun mit eigenen Höreindrücken verglichen werden. Als langjährige Rezensent weiß man, dass letzten Endes jede Besprechung, so fundiert sie auch argumentiert sein mag, eine subjektive Einschätzung ist.
Für eine umfassenderes Bild zu diesem Album mag dabei das “Making of”-Video sein, dass im Rahmen der CD-Aufnahmen entstand. Es enthält neben Ausschnitten aus dem präsentierten Material auch einige Anmerkungen von Susanna Yoko Henkel selbst:
Die CD Wolfgang Amadeus Mozart – Violin Concertos Nos. 3 & 5 · Rondo · Adagio des Lithuanian Chamber Orchestra unter der Leitung der Solistin Susanna Yoko Henkel ist am 14. Oktober 2011 auf The Spot (SPOT 288697) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Unser Gast-Rezensent Dr. Burkhard Schäfer studierte Literaturwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Tübingen und Wien. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er das Redaktionsbüro Schäfer. Spezialisiert auf den Bereich Kulturjournalismus (mit Schwerpunkt in der Klassik) hat Schäfer zahlreiche Interviews mit berühmten Vertretern der Musikszene geführt, beispielsweise mit Dietrich Fischer-Dieskau, Martha Argerich, Hans Werner Henze und Sofia Gubaidulina. Als freier Journalist schreibt er für Tageszeitungen, Fachmedien und Online-Portale wie Zeit-Online, Südwest Presse (SWP), die „neue musikzeitung“ (nmz) und das „Ensemble-Magazin für Kammermusik“. Am 18. Juni 2011 war er Studiogast von Ines Pasz in der Sendung „SWR2 Treffpunkt Klassik extra“.
Burkhard Schäfer lebt mit seiner Familie in Ulm und betreibt für das Redaktionsbüro Schäfer den Twitter-Account „Kammermusik“.
Dieser Besprechung sei eine These vorangestellt, die da lautet: Mit Mozart beginnt die Musik der Moderne. Mag Johann Sebastian Bach auch das Alpha und Omega der tönenden Weltordnung und ihr Gottvater sein – mit Wolfgang Amadeus Mozart inkarniert sich die Musik erstmals im Menschen, besser gesagt: im neuzeitlichen Subjekt. Regisseur Milos Forman bringt das in seinem Filmklassiker „Amadeus“ von 1984 klar zum Ausdruck. Und seien wir ehrlich: Bach als Superstar, Projektions- und Identifikationsfläche für subjektive Befindlichkeiten ist einfach nicht vorstellbar. Anders gesagt: So wie mit Goethes „Werther“ die „Gegenwartsliteratur“ anhebt, so beginnt mit Mozart die moderne Musik. Den Rest des Eintrages lesen »
Zum Monatsende gibt es heute ein Video der deutsch-japanischen Violinistin Susanna Yoko Henkel, die das Adagio in E-Dur, KV 261 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) spielt:
Die CD Wolfgang Amadeus Mozart – Violin Concertos Nos. 3 & 5 · Rondo · Adagio des Lithuanian Chamber Orchestra unter der Leitung der Solistin Susanna Yoko Henkel ist am 14. Oktober 2011 auf The Spot (SPOT 288697) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Ich muss zugeben, ich bin mittlerweile skeptisch, wenn ich neue Recital-CDs von Opernsängern und Sängerinnen sehe. Mittlerweile werden erstaunlicherweise manche Sänger zu regelrechten Pop-Stars stilisiert. Sie treten in Samstagabend-Shows auf und ihre neuen CDs werden auf den Litfaßsäulen beworben, als sei es das Album einer angesagten Souldiva. Ihre CDs landen in Zeiten sinkender Verkäufe immer öfter auf den oberen Positionen der Verkaufscharts, etwas, was noch vor zehn, fünfzehn Jahren völlig utopisch erschien. Aber so sehr ich mich darüber freue, dass die Oper offensichtlich nicht mehr in der öffentlichen Wahrnehmung als altmodisch und angestaubt gilt, so sehr ich mich darüber freue, dass sowohl Sänger und Sängerinnen, als auch die Öffentlichkeit das Klischee von der “dicken Frau mit der lauten Stimme” offenbar überwunden ist, so enttäuscht bin ich meistens, wenn ich dann die künstlerischen Ergebnisse der “neuen Klassikstars” anhöre. Zählte früher die Stimme, die Technik, die Ausstrahlung und die Wandlungsfähigkeit, so wird heute scheinbar viel mehr Gewicht auf Fotogenität und Konformität gelegt. Den Mythos erschafft dann die Marketing-Maschinerie von fast alleine. De facto sind die Ergebnisse dieser Künstler oft ordentlich, aber nicht wirklich überragend (wie der Medien- und Marketingrummel suggeriert). Außerdem beschränkt man sich oft auf ein “Best-of”-Repertoire, damit Klassik-Einsteiger ja nicht verschreckt werden von schrillen Tönen (eine Haltung, die ich für ausgesprochen kurzsichtig und falsch halte), kurzum: Wer auch nur ein wenig die Nase, pardon, die Ohren in die Opernaufnahmen der letzten 50 Jahre gesteckt hat, der wird von den Hochglanz-Veröffentlichungen enttäuscht sein. Den Rest des Eintrages lesen »
Eine Neuaufnahme des berühmten Requiem in d-Moll, KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart (1956-1791) wäre eigentlich nichts Besonderes, wenn sie nicht, wie in diesem Fall, von Harry Christophers, einem der renommiertesten Experten für Chormusik, und der altehrwürdigen und herausragenden Handel and Haydn Society in Boston gemacht worden wäre. Seit 2009 leitet Christophers nicht nur das von ihm gegründete englische Ensemble The Sixteen, sondern auch das fast 200 Jahre alte Originalinstrumente-Ensemble aus Neu-England. Nach ihrer gemeinsamen Debüt-CD mit der Großen Messe in c-Moll, KV 427 Mozarts (erschienen auf Coro, COR 16084) haben sie nun das sagenumwobene letzte Werk Mozarts aufgenommen. Ergänzt wird die neue CD durch eine Aufnahme des Ave Verum, KV 618 für Chor, Streicher und Orgel (das ein halbes Jahr vor Mozarts Tod, zeitgleich mit der Zauberflöte entstand) und der Erstaufnahme auf historischen Instrumenten der Konzertarie Per questa bella mano, KV 612 für Bass, Orchester und Kontrabass obligato (ebenfalls von 1791). Den Rest des Eintrages lesen »
Die melancholische Facette in der Musik Mozarts, oft in der Wahrnehmung seiner Musik vernachlässigt, steht im Mittelpunkt des neuen Genuin-Albums der Bremer Pianistin Konstanze Eickhorst.
Die Redakteurin Ulrike Henningsen vom norddeutschen Radiosender NDR Kultur hat nun die Aufnahmen der Fantasien in d-Moll, KV 397 und c-Moll, KV 475, der Sonaten in c-Moll, KV 457 und a-Moll, KV 310 und des Rondo in a-Moll, KV 511 i in der Rubrik »CD-Tipps« vorgestellt.
Sie schreibt über die Interpretin:
»Konstanze Eickhorst berührt mit ihrem Spiel, weil sie Mozarts Musik durchlebt. Nichts klingtoberflächlich oder zufällig. Die Phrasen wirken fein und sehr genau gestaltet und gleichzeitig so, als würden sie unmittelbar aus dem Gefühl des Moments heraus entstehen. In heiteren Passagen schwingt der Schmerz mit, und in wehmütigen Klagen spürt man gleichzeitig die Wonne.«
Den vollständigen Artikel kann man → hier nachlesen.
Die CD Mozart in minor von Konstanze Eickhorst ist am 16. September 2011 bei Genuin (GEN 11212) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Wenn es zwei unumstrittene, altgediente Experten für die Klaviermusik v0n Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) gibt, dann sind es die beiden Wiener Pianisten-Legenden Paul Badura-Skoda (Jahrgang 1927) und Jörg Demus (Jahrgang 1928). Die beiden Musiker sind nicht nur eng befreundet, sondern haben auch Vieles gemeinsam: Als der Begriff ‘historisch-informiertes Spiel’ noch nicht erfunden war, setzten sie sich bereits für das Musizieren an Originalinstrumenten ein und gehören somit zu den frühesten Pionieren der historisch authentischen Aufführungspraxis. Beide gehören mit zahllosen Aufnahmen zu den meist aufgenommenen Pianisten des 20. Jahrhunderts, viele ihrer Aufnahmen haben bis heute Referenzcharakter. Beide Wiener sind ausgewiesene Experten für die Klaviermusik der Wiener Klassik und Romantik; beide trotzen mit erstaunlicher Vitalität und ungebrochener Virtuosität dem Alter und sind bis heute im Tonstudio und auf den Konzertbühnen äußerst aktiv. Den Rest des Eintrages lesen »
Der Beitrag, den Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) im Bereich der Musik mit Blasinstrumenten geleistet hat, wird heutzutage oft unterschätzt. Angesichts seiner strahlenden Verdienste um die Oper, um die sinfonische Musik und die Klaviermusik (sowohl als Solo-Instrument auch im Klavierkonzert) verblassen seine bahnbrechenden Veränderungen in jenen Genres, die wir heute ein wenig aus dem Blickfeld verloren haben. Mozart hat nicht nur einige sehr wichtige Konzerte für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn geschrieben, er widmete sich mit seiner gesamten Kunstfertigkeit den Blasinstrumenten auch in der Kammermusik. Viele dieser Werke sind zu Höhepunkten des Repertoires geworden, seiner Experimentierfreudigkeit und Innovationskraft sollten nur noch wenige Komponisten folgen können. Den Rest des Eintrages lesen »
Der Echo Klassik ist wohl der bekannteste Musikpreis Deutschlands und wird seit 1994 jährlich durch die Deutsche Phono-Akademie vergeben. Am 2. Oktober 2011 werden die Preisträger des Echo Klassik 2011 im Konzerthaus Berlin ausgezeichnet. Die Moderation der Preisverleihung hat einmal mehr Thomas Gottschalk übernommen. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft, wird aber an 22:00 Uhr im ZDF übertragen.
Von Codaex vertriebene Plattenfirmen haben auch bei dieser Auflage des Echo Klassik zahlreiche Auszeichnungen gewonnen. Einmal mehr war das Detmolder Label Musikproduktion Dabringhaus und Grimm (MDG) mit sieben Preisen das erfolgreichste aller von Codaex vertriebenen Firmen,. Äußerst erfreulich sind allerdings auch die Preise für Linn Records, Motette und Onyx Classics.