Posts Tagged “Wiener Klassik”

Die melancholische Facette in der Musik Mozarts, oft in der Wahrnehmung seiner Musik vernachlässigt, steht im Mittelpunkt des neuen Genuin-Albums der Bremer Pianistin Konstanze Eickhorst.

Die Redakteurin Ulrike Henningsen vom norddeutschen Radiosender NDR Kultur hat nun die Aufnahmen der Fantasien in d-Moll, KV 397 und c-Moll, KV 475, der Sonaten in c-Moll, KV 457 und a-Moll, KV 310 und des Rondo in a-Moll, KV 511 i in der Rubrik »CD-Tipps« vorgestellt.

Sie schreibt über die Interpretin:

»Konstanze Eickhorst berührt mit ihrem Spiel, weil sie Mozarts Musik durchlebt. Nichts klingt oberflächlich oder zufällig. Die Phrasen wirken fein und sehr genau gestaltet und gleichzeitig so, als würden sie unmittelbar aus dem Gefühl des Moments heraus entstehen. In heiteren Passagen schwingt der Schmerz mit, und in wehmütigen Klagen spürt man gleichzeitig die Wonne.«

Den vollständigen Artikel kann man → hier nachlesen.

Die CD Mozart in minor von Konstanze Eickhorst ist am 16. September 2011 bei Genuin (GEN 11212) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Paul Badura-Skoda & Jörg Demus - Wolfang Amadeus Mozart (Gramola 2011)Wenn es zwei unumstrittene, altgediente Experten für die Klaviermusik v0n Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) gibt, dann sind es die beiden Wiener Pianisten-Legenden Paul Badura-Skoda (Jahrgang 1927) und Jörg Demus (Jahrgang 1928). Die beiden Musiker sind nicht nur eng befreundet, sondern haben auch Vieles gemeinsam: Als der Begriff ‘historisch-informiertes Spiel’ noch nicht erfunden war, setzten sie sich bereits für das Musizieren an Originalinstrumenten ein und gehören somit zu den frühesten Pionieren der historisch authentischen Aufführungspraxis. Beide gehören mit zahllosen Aufnahmen zu den meist aufgenommenen Pianisten des 20. Jahrhunderts, viele ihrer Aufnahmen haben bis heute Referenzcharakter. Beide Wiener sind ausgewiesene Experten für die Klaviermusik der Wiener Klassik und Romantik; beide trotzen mit erstaunlicher Vitalität und ungebrochener Virtuosität dem Alter und sind bis heute im Tonstudio und auf den Konzertbühnen äußerst aktiv.
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Wolfgang Amadeus MozartDer Beitrag, den Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) im Bereich der Musik mit Blasinstrumenten geleistet hat, wird heutzutage oft unterschätzt. Angesichts seiner strahlenden Verdienste um die Oper, um die sinfonische Musik und die Klaviermusik (sowohl als Solo-Instrument auch im Klavierkonzert) verblassen seine bahnbrechenden Veränderungen in jenen Genres, die wir heute ein wenig aus dem Blickfeld verloren haben. Mozart hat nicht nur einige sehr wichtige Konzerte für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn geschrieben, er widmete sich mit seiner gesamten Kunstfertigkeit den Blasinstrumenten auch in der Kammermusik. Viele dieser Werke sind zu Höhepunkten des Repertoires geworden, seiner Experimentierfreudigkeit und Innovationskraft sollten nur noch wenige Komponisten folgen können.
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Franz Schubert (Lithografie)Die Kammermusikwerke von Franz Schubert (1797-1828) gehören zu den unbestrittenen Höhepunkten des Musikschaffens des 19. Jahrhunderts und sind vielfach aufgenommen worden. Schubert konnte nicht nur den spätestens seit Haydn populären Streichquartetten einige sehr wichtige Beiträge hinzufügen, er experimentierte bisweilen auch mit Besetzungen – man denke nur an das ungewöhnlich besetzte Streichquintett in C-Dur mit zwei Celli (statt zwei Bratschen) oder an das Forellenquintett, D 667 einem Klavierquintett mit nur einer Violine, dafür aber mit Cello und Kontrabass – und mit ungewöhnlichen Instrumenten. So schrieb er für die Arpeggione (einem sechssaitigen Streichinstrument mit dem Korpus einer Gitarre) eine auch heute noch oft aufgeführte Sonate mit Klavierbegleitung, wenngleich die Arpeggione üblicherweise mit einem Cello ersetzt wird.
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Cerveri de Girona, Balada - Si voletz que•m laix d'amar

Frühe Ballade: Cerveri de Girona, Balada - Si voletz que•m laix d'amar (Quelle: Wikipedia)

Ursprünglich war »Ballade« ein Begriff der mittelalterlichen Troubadourtradition in der Romania (vgl. dazu bsplw. Italienisch ballare, Okzitanisch balar= tanzen) und bezeichnete das frei gestaltete Tanzlied, entwickelte sich aber im Laufe der Jahre immer mehr zur festen Form mit wiederkehrenden Strophen und einem narrativen Inhalt. Thematisch waren diese Inhalte breit gefächert, je nach Landschaft und Sprache, tendierten aber alle zu dramatischen Stoffen: Vater- Gatten- und Bruder-Morde, blutige Kriege, rächende Wiedergänger, wunderbare Rettungsaktionen und verhängnisvolle Verzauberungen durch Elfen und Feen.

Endes des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Balladen besonders in Deutschland beliebt- Die Schriftsteller der Zeit übertrugen diese aus den englischen, keltischen oder skandinavischen Vorlagen: Herder, Goethe, Eichendorff und etliche andere schrieben äußerst populäre Balladen. Die romantischen Komponisten entdeckten die über alle Maßen dramatischen Texte für sich und schufen innerhalb der Gattung Lied einige bekannte Balladen, man denke von an den Erlkönig von Schubert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ebbten die deutschsprachigen Balladen wieder ab; nun waren es vor allem englischsprachige Komponisten die Balladen vertonten, noch pathetischer, noch anrührender als die deutschen Vorgänger und für heutige Ohren fast ins Lächerliche puritanisch. De facto sollte beispielsweise die Ballade The Lost Chord von Arthur Sullivan bald nach dem ersten Weltkrieg Zielscheibe zahlreichender beißender Verballhornungen werden. Die Zeiten hatten sich geändert. Hintersinn und Ironie zeichnen schließlich auch in der Ballade The Tale Of The Oyster des US-amerikanischeb Musical-Komponisten Cole Porter aus. In der populären Pop- und Rockmusik heute bezeichnet man sentimentale, langsame Songs als Balladen, so sind ausgerechnet viele Hardrock-Gruppen für ihre übermäßig sentimentalen (und bisweilen sehr kitschigen) Balladen bekannt.
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Alina Ibragimova & Cédric Tiberghien - L. van Beethoven - Violin Sonatas - Vol. 3Gleich zwei Titel aus dem Codaex-Vertrieb werden diese Woche beim ostdeutschen Kultursender mdr-Figaro in der Sendung »Take 5« vom Redakteur Dr. Michael Oehme empfohlen: Zum einen das an dieser Stelle gestern besprochene Album “Ludwig van Beethoven – Violin Sonatas – Vol. 3″ von Alina Ibragimova und Cédric Tiberghien, die Oehme als Musiker lobt, die »auf unspektakuläre Weise Schritt für Schritt neues Terrain erobern und dabei immer höchste Maßstäbe erfüllen«, Ana-Marija Markovina: Anton Urspruch - Complete Works for Piano Vol. 1zum anderen das neue Album “Anton Urspruch – Complete Works for Piano Vol. 1″ der experimentierfreudigen Kölner Pianistin Ana-Marija Markovina mit  dem ersten Teil sämtlicher Gesamtaufnahme der Klavierwerke von Anton Urspruch (1850-1907), den Oehme »als Komponist von großer Ausdruckskraft« lobt.

Den gesamten Artikel zur Take-5-Ausgabe vom 11. Juli 2011 findet man → hier.
Den Podacast zur Sendung findet man → hier. (noch nicht veröffentlicht, wird nachgereicht)

Die CD Ludwig van Beethoven – Violin Sonatas – Vol. 3 von Alina Ibragimova und Cédric Tiberghien ist am 17. Juni 2011 auf Wigmore Hall Live (WHLIVE 0045) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de(Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

Die CD Anton Urspruch – Complete Works for Piano Vol. 1 von Ana-Marija Markovina ist am 15. April 2011 bei Genuin (GEN 11205) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de(Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Alina Ibragimova & Cédric Tiberghien - L. van Beethoven - Violin Sonatas - Vol. 3Vor einigen Monaten schrieb ich an dieser Stelle über den Vol. 2 der Gesamteinspielung der Violinsonaten von Ludwig van Beethoven (1770-1827) durch die junge russisch-englische Violinistin Alina Ibragimova und dem französischen Pianisten Cédric Tiberghien:

Hier bahnt sich eine überaus gelungene, lebendige und harmonische Gesamteinspielung der Violinsonaten Beethovens an (…) Ihnen gelingt unverkrampft und nahezu spielerisch, was längst nicht allen arrivierteren Musikern gelungen ist, die sich mit den Violinsonaten im Ganzen beschäftigt haben: Durch und durch stringente, lebendige und inspirierte Umsetzungen aller zehn Violinsonaten.

Nun ist der dritte und letzte Volumen der Einspielungen auf Wigmore Hall Live erschienen und – natürlich – haben die beiden ihr Versprechen eingelöst und auch die fehlenden drei Sonaten, darunter die bekannteste Violinsonate Beethovens, die Kreutzersonate, mit der gleichen Perfektion und Inspiration eingespielt.
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Alban Gerhardt - Casals EncorsDer Berliner Cellist Alban Gerhardt verdankt seine ersten musikalischen Impulse dem wohl wichtigsten Cellisten des 20. Jahrhunderts, dem Spanier (genauer, dem Katalanen) Pablo Casals (1876-1973). Wie so viele andere Cellisten (und Musikfreunde!) vor und nach ihm, lernte er Casals über dessen zahlreichen Schallplattenaufnahmen kennen und liebte an ihm »seine Eindringlichkeit, seine Artikulation und seine “interpretierende” Intonation (er spielte die kleine Terz sehr tief, Leittöne sehr hoch usw.)«. Obwohl Gerhardts späterer Lehrer Boris Pergamenschikov ihm »eine modernere und großzügigere Art des Cellospiels« beibrachte, blieb seine Liebe zu Casals’ Stil  ungebrochen.

Vielleicht war es auch diese besondere Hingabe, die ihn dazu veranlasste, aus den fünf Schallplatten Casals mit Zugaben seine 20 liebsten Stücke herauszusuchen und sie auf einer Art Tribute-Album zusammenzufassen. Die Kunst dabei war, Casals nicht zu imitieren (was sicher schwer, vor allem aber sinnlos wäre), sondern als Alban Gerhardt diese Miniaturen, die teilweise der ‘leichten’ Salonmusik zuzuordnen sind, mit der selben Empfindsamkeit und Ernsthaftigkeit zu spielen, mit der es Casals getan hat. Das Ergebnis “Encores – as performed by Pablo Casals” ist nun auf Hyperion Records erschienen.
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L. Kogan, R. Barshai, M. RostropovichIn den Nachkriegsjahren blühte in Europa die Musikszene wieder auf, sowohl in der westlichen Welt, als auch im Ostblock. Der technische Fortschritt bei der Aufnahme- und Übertragungstechnik beim Radio (und später beim aufkommenden Fernsehen) und, in zunehmenden Maße, bei der Schallplatte, machten die besten Musiker (und Komponisten) eines Landes zu internationalen Stars, hüben wie drüben. Freilich, das Leben im Ostblock war für die Künstler alles andere als einfach: Sowohl die Komponisten, als auch die Musiker hatten unter den absurdesten Restriktionen und Bevormundungen der stalinistischen und post-stalinistischen Kulturapparate zu leiden. In der widersprüchlichen Haltung den Künstlern gegenüber, zeigte sich die Ambivalenz staatlich verordneter Kultur: Zum einen wurden die Künstler exzellent ausgebildet und gefördert, ganz gleich aus welchem gesellschaftlichen Hintergrund sie kamen und wurden zu privilegierten Aushängeschildern des Landes und einer neuen, ‘sozialistischen’ Gesellschaft (nicht nur im Inland, sondern gerade auch im Ausland) stilisiert, zum anderen wurden ihnen vorgeschrieben, wie sie zu komponieren hatten oder, wenn sie Musiker waren, sie wurden mit sinnlosen Reisebeschränkungen behängt, die sie daran hinderten, ihren Ruhm im Westen zu mehren und neue Impulse von ihren Kollegen im Westen zu erhalten Nichtsdestoweniger brachte die Sowjetunion in den 1950er Jahren eine beachtliche Reihe an unbestrittenen ‘Weltstars’ hervor, man denke an den Cellisten Mstislav Rostropovich (1927-2007), den Violinisten David Oistrach (1908-1974) und den Pianisten  Svjatoslav Richter (1915-1997).
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Das Konzeptalbum ist ein Begriff, den man eigentlich nur aus der Rockmusik kennt. Dort arbeiteten experimentierfreudige Musiker Mitte/Ende der 1960er Jahre die Idee eines übergeordneten Konzepts, einer verbindenden “Story” oder “Idee” auf einem Musikalbum heraus. Man denke einmal an bekannte Alben wie Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967) der Beatles, Days of Future Passed (1967) von The Moody Blues, The Lamb Lies Down On Broadway (1974) von Genesis oder – noch etwas später – The Wall (1979) von Pink Floyd.
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