Unser Gast-Rezensent Nils-Christian Engel studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Prag, Leipzig und Halle (Saale). Er arbeitet als PR-Journalist, bevorzugt an Streicherthemen, mit der persönlichen Begeisterung eines Amateur-Cellisten.
Eine seltene Dichte von Weltersteinspielungen erreicht die neue CD des Dresdener Kammerchors Cantamus(oder wie auf dem Cover in der neuerdings modernen konsequenten Kleinschreibung kammerchor cantamus dresden, Anm. d. Red.), die gerade bei Querstand(eigentlich querstand, sic! Anm. d. Red.) erschienen ist. Kaum einem Titel der Sammlung „Dass du ewig denkst an mich“ fehlt der stolze Hinweis auf die globale Premiere – und das bei Werken wie dem „Heideröslein“, „Im schönsten Wiesengrunde“, aber auch, horribile dictu, „Wer will fleißige Handwerker sehen“, die in neuen Sätzen vorgestellt werden. Berührungsängste mit dem Volks- und Kinderlied plagen die Sängerinnen und Sänger von Cantamus unter der Leitung von Stefan Vanselow nicht, und so zeigt ihr erfreulich buntes Programm, wie viele zeitgenössische Komponisten doch Neues über Altes bringen – und dass die Renaissance dieses Genres weder muffig noch abgedroschen, sondern frisch, niveauvoll und auf die schönste Art und Weise verspielt sein kann. Den Rest des Eintrages lesen »
Letztes Jahr gehörte die CD »Songs from the British Isles« (erschienen beim Wiener Gramola-Label) zu den angenehmsten Überraschungen des Jahres (u.a. CD des Monats auf blog.codaex.de und CD der Woche beim Deutschlandradio Kultur): Die geschmackvolle und unverkrampfte Melange aus Alter Musik und Folk aus England, Schottland und Irland des österreichischen Quadriga Consort verzichtet bei den Songs auf bierselige Pub-Stimmung und poppige Modernismen ebenso wie auf allzu schulmusikalische Beschränkungen und Glättungen.
Gerade live wirken die Arrangements des Ensembles geschmackvoll und dennoch äußerst lebendig:
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Am Donnerstag, den 24. März 2011 sendet der überregionale Kölner Radiosender Deutschlandfunk von 21:05 Uhr bis 22:50 Uhr die Aufnahme eines Konzerts des Quadriga Consort (und des österreichischen Alte-Musik-Ensemble Mikado) vom 11.9.10 aus dem Rathaus St. Veit/ Österreich. Dies ist eine sehr gute Gelegenheit die ganz eigene Klangwelt der early music band kennenzulernen.
Der Deutschlandfunk ist im gesamten deutschsprachigen Raum über UKW bzw. MW, über Kabel und Satellit zu empfangen. Näheres dazu hier. Außerdem sendet der Deutschlandfunk sein gesamtes Programm live über mehrere gute Live-Streams im Internet. Alle Streams findet man → hier.
Wer das Konzert nicht bei der Ausstrahlung anhören kann, kann das Konzert ganz leicht mit dem dradio-Recorder kostenlos (und natürlich legal) aufzeichnen. Das Programm und eine verständliche Anleitung findet man → hier.
Tipp: Passend zur Sendung möchte ich in diesem Zusammenhang noch einmal auf das aufschlussreiche → Interview mit Nikolaus Newerkla, dem musikalischen Leiter der Quadrigas, hinweisen.
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Das Album Songs from the British Isles, gespielt vom österreichischen Quadriga Consort ist am 23. Juli auf Gramola (98876) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Nicht überall in der Welt sind die Begriffe klassische Musik und Folklore so strikt voneinander getrennt wie im europäischen Kulturbewusstsein (noch nicht einmal in ganz Europa, wenn man es recht bedenkt). In zahlreichen Ländern und Kulturen fallen diese Begriffe zusammen, stehen eng beieinander oder sind so sehr durchmischt, dass eine “saubere Trennung” unmöglich wäre und keinen Sinn machen würde. Der europäische Kunstbegriff, der sich im Barock, vor allem aber in der Klassik und Romantik des 19. Jahrhunderts ausbildete, bleibt anderen Kulturkreisen fremd. Ein gutes Beispiel für die unzertrennliche Verquickung von Folklore und Kunstmusik ist das breite musikalische Spektrum Lateinamerikas. In der Reihe »Classica« des renommierten audiophilen Labels MDG stellt die deutsche Flötistin Anette Maiburg bereits in der dritten Ausgabe die Musik der wichtigsten Länder Lateinamerikas mit Musikern des Landes vor. Nach »Classica Cubana« (2008) und »Classica Argentina« (2009) ist nun das Album »Classica Venezolana« erschienen, das sie mit der Sängerin Fabiola José, dem Gitarristen Nirse González und dem Cuatro-Spieler Jesús González Brito (Das Cuatro ist eine kleine viersaitige [cuatro (span.) = vier] der Ukulele ähnlichen Gitarre) aufgenommen hat. Den Rest des Eintrages lesen »
Vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle das neue Album “Songs from the British Isles” des österreichischen Quadriga Consort vorgestellt (‘Der besondere Tipp‘ Juli 2010 → Besprechung auf blog.codaex.de). Das in Freistadt/ Oberösterreich beheimatete Ensemble überzeugt darauf durch mitreißende Fassungen englischer, irischer und schottischer Volkslieder. Das Besondere: Das Quadriga Consort verzichtet auf elektrische und elektronische Instrumente und auf jegliche Modernisierungen und nähert sich der Folkmusik von Seiten der Alten Musik und musiziert auf Originalinstrumenten. Dieses überaus spannende (und gelungene!) musikalische Konzept hat mich neugierig gemacht. Ich bin froh darüber, dass sich Nikolaus Newerkla, der künstlerische Leiter und Cembalist des Septetts, dazu bereit erklärt hat, einige Fragen hier an dieser Stelle zu beantworten.
Die neue CD ist seit einigen Wochen auf dem Markt. Sind Sie zufrieden mit dem Album? Wie war die bisherige Resonanz in der Presse und vom Publikum?
Auf diese Live-CD können wir, wie ich glaube, zu recht stolz sein. Handelt es sich dabei doch um den Mitschnitt eines einzigen Konzerts, also ohne Gegenschnitte zu einem zweiten Konzert oder Generalprobenaufnahmen, wie das sonst ja durchaus üblich ist. Das heißt, es gab keinen doppelten Boden, kein Fangnetz, es durfte einfach nichts passieren. Trotz dieses Drucks so inspiriert und inspirierend agiert zu haben, ist denke ich die größte Leistung der Aufnahmen und ein ziemlich kräftiges Statement unserer Live-Stärke. Das Publikum schätzt es sehr, nach einem Konzertbesuch endlich auch die direkte Emotion des Konzerterlebnisses mit nach Hause nehmen zu können – und es wird uns immer öfter bescheinigt, dass die CD stärker und unmittelbarer zu wirken vermag als unsere bisherigen Studio-CDs.
Was die Presse anlangt, so war sicherlich die Wahl zur »Klassik-CD der Woche auf Deutschlandradio Kultur« (blog.codaex.de berichtete) ein schöner Einstieg, auf weitere Resonanz in den Medien warten und hoffen wir noch. Den Rest des Eintrages lesen »
Erst vor einigen Tagen besprach ich auf diesen Seiten die neue CD des österreichischen Quadriga Consort “Songs from the British Isles” (‘Die besondere CD’ Juli 2010, Besprechung s. → hier), auf der das Septett mit viel Fingerspitzengefühl alte (Folk-) Songs von den britischen Inseln historisch-informiert auf Originalinstrumenten vorträgt. Sie belegen (einmal mehr), dass E- und U-Musik mehr Berührungspunkte haben, als man glauben möchte und dass man Alte Musik auch so gestalten kann, dass sie Hörerschichten anspricht, die mit dem, was sonst unter dem Label ‘klassische Musik’ definiert wird, nicht viel anfangen können. Ausgerechnet die Alte Musik erweist sich hier als guter Einstieg in die Klassik-Welt.
Bei den meisten sogenannten Mittelalter- und Renaissance-Bands, die heute teilweise mit recht großem Erfolg durch die Lande tingeln, mag ich deren Trivialisierung, ja Vulgarisierung der Alten Musik nicht. Sicher, die Volksmusiken waren noch nie kunstvoll ausgeschmückte Barock-Opern, aber mir scheint, dass Einfachheit und Volksnähe zu oft mit Derbheit verwechselt wird. Wenn das Zotige zum Selbstzweck verkommt, dann taugt die dargebotene Musik zumeist eher als lärmende Untermalung des nächsten Mittelalter-Jahrmarktes. Mit einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Pop(ulär)musik der Vergangenheit hat das nicht viel gemein, was unendlich schade ist, denn es gibt gerade bei den einfachen Liedern aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Frühbarock viel Kunstvolles zu entdecken und es gibt nicht wenige, die den Ursprung unserer heutigen Song-orientierten Pop-Musik genau in diesen alten Liedern sehen. Den Rest des Eintrages lesen »
Ich freue mich immer wieder darüber, wenn die deutschen Kulturradios auch CDs abseits vom Klassik-Mainstream besprechen, wenn CDs besprochen werden, deren Material vielleicht nicht immer direkt mit ‘klassischer Musik’ assoziiert wird. Der überregionale deutsche Sender Deutschlandradio Kultur präsentiert diese Woche als »CD der Woche« in der Sparte Klassik das neue (Live-) Album “Songs from the British Isles” der early music band (Eigendefinition) Quadriga Consort. Dieses österreichische Originalinstrumente-Ensemble hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Volksmusik-Schätze vergangener Jahrhunderte authentisch, lebendig und doch zeitgemäß aufzuführen. Angenehmerweise verzichtet das Ensemble dabei gänzlich auf moderne Instrumente (wie elektronische Sounds und Beats), ebenso verzichtet das Quadriga Consort auf aufgesetzte Künstlichkeit und auch auf zur Schau gestellter Derbheit (was bei vielen sogenannten Mittelalter- und Renaissance-Bands leider zum Alltag gehört). Das siebenköpfige Ensemble findet bei seinen Arrangements, die der Bandleader Nikolaus Newerkla in den allermeisten Fällen selbst schreibt, eine angenehme Balance zwischen Natürlichkeit und Kunst.
Deutschlandradio Kultur-Redakteurin Bettina Schmidt lobt in ihrer Besprechung des nun erschienenen vierten Albums des Septetts, das Debüt für das renommierte, kleine aber feine Wiener Label Gramola, den »gelungenen Spagat« zwischen »historischem und modernem Stilgefühl« und konstatiert »“Lieder von den Britischen Inseln” bietet so genannten “early music pop”, und das vom Feinsten.«
Eine Besprechung des Albums auf diesen Seiten folgt in den nächsten Tagen ist seit dem 26.07. → hier abrufbar.
Das Album Songs from the British Isles, gespielt vom österreichischen Quadriga Consort ist am 23. Juli auf Gramola (98876) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.