Posts Tagged “Viola”

Viele Jahre lang standen sie im Schatten der kontinentaleuropäischen Tonkunst, wurden (von Adorno und seinen Adepten) verachtet, bestenfalls belächelt und nie wirklich ernst genommen: Die Komponisten und ihre Werke aus dem vereinigten Königreich hatten einen schweren Stand, waren isoliert – und machten aus dieser Not eine Tugend, indem sie ihre Insel-Existenz in eine sprichwörtliche „Splendid Isolation“ ummünzten. Genau diese Abgeschlossenheit und die mit ihr einhergehende Unangreifbarkeit (z.B. gegenüber Dogmen der zentraleuropäischen Avantgarde) werden von vielen Menschen zunehmend als ästhetischer Mehrwert wahrgenommen und goutiert. Und so kann man Douglas Boyd, dem britischen Chefdirigenten des Musikkollegium Winterthur, nur beipflichten, wenn er im Interview mit der Schweizer Zeitschrift „Musik & Theater“ (Ausgabe Dezember 2011, Seite 23) sagt: »Heute erlebt britische Musik ihre wohl aufregendsten Zeiten.«
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James Ehnes · BBC Philharmonic, G. Noseda: Béla Bartók -Violin Concertos / Viola ConcertoFast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Erscheinen des überragenden und von der Kritik (und auch an dieser Stelle) hochgelobten Albums mit sämtlichen Klavierkonzerten von Béla Bartók (1881-1945), legt nun das BBC Philharmonic unter Gianandrea Noseda erneut ein Album mit Konzerten des wichtigsten ungarischen Komponisten des 20. Jahrhunderts vor. Gemeinsam mit dem kanadischen Violinisten (und Bratschisten!) James Ehnes haben sie die beiden Violinkonzerte und das Violakonzert Bartóks für Chandos aufgenommen. Damit sind die einzigen drei Konzerte zusammengefasst, die Bartók nicht für ‘sein’ Instrument, das Klavier schrieb: Sowohl Béla Bartók, als auch seine Ehefrau Ditta Pásztory-Bartók, verdienten ihr Geld hauptsächlich als Pianisten; vom Komponieren ließ sich keine gesicherte Existenz aufbauen.
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Johannes BrahmsDie Kammermusik spielt im Œuvre von Johannes Brahms (1833-1897) eine herausragende Rolle, obwohl sie – gemessen an seinem Gesamtwerk – keinesfalls überwiegt: Wie kaum ein anderer seiner Zeitgenossen verstand es Brahms die verschiedenen Besetzungsmöglichkeiten in der Kammermusik individuell zu formen und zu eigenen Ausdrucksmöglichkeiten auszugestalten. Statt Masse setzte er auf Klasse und schrieb während seines gesamten Komponistenlebens immer wieder kammermusikalische Meisterwerke, vor allem in der späten Phase seines Schaffens.

Zu den Besonderheiten seiner Kammermusik gehört, dass er auch Werke geschrieben hat, die nicht mit den weithin verbreiteten Besetzungen mit Violinen bzw. dem Klavier als melodieführendem Instrument ausgearbeitet wurden, sondern als prominente Instrumente auch solche “aus der zweiten Reihe” einsetzen: Das berühmte Klarinettenquintett in h-Moll, op. 115 ist ein äußerst gelungenes Beispiel dafür, wie Brahms das ‘Dogma’ der Violine zu brechen versucht.
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Viele haben schon einmal Musik von Geoffrey Burgon (*1941) gehört, ohne den Namen jemals bewusst wahrgenommen zu haben: Er hat (neben vielen anderen Kompositionen für Film und Fernsehen) die Musik zum Monty-Python-Klassiker “Das Leben des Brian” (1979, im Original ‘Monty Python’s Life of Brian’) geschrieben, genauer gesagt schrieb er jene Sequenzen der Filmmusik, die nicht aus der Feder von Eric Idle stammten, der hauptsächlich durch das Lied “Always Look On The Bright Side Of Life” in der Schlusssequenz des Filmes in Erscheinung tritt. Die eigentliche Filmmusik, also die musikalische Begleitung der Dramaturgie stammt von Burgon.
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