Die Tonart-Redaktion des westdeutschen Kultursenders WDR 3 sah vor kurzem die chinesische Pianistin Sa Chen, immerhin Preisträgerin der 12. Van Cliburn International Piano Competition 2005), als durchaus ernsthafte Konkurrentin für Stephen Houghs exzellente Grieg-Einspielung (nachzuhören im Podcast zur Sendung auf → dieser Seite).
Nun, zum Monatsende, können sich auch die blog.codaex.de-Leser von ihrer außerordentlichen Virtuosität und von ihren überdurchschnittlichen interpretatorischen Qualitäten überzeugen, zum einen in diesem halbstündigen Film, der die Aufnahmen zu ihrem aktuellen Grieg/Rachmaninov-Album dokumentiert:
oder, zum anderen, mit diesem separaten Video (ein Ausschnitt des langen Films oben) des 2. Satzes des Klavierkonzerts in a-Moll, op. 16 von Edvard Grieg:
Die SACD Sergei Rachmaninov / Edvard Grieg – Piano Concertos von Sa Chen mit dem Gulbenkian Orchestra unter der Leitung von Lawrence Foster ist am 18. November 2011 auf Pentatone (CDA67824) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Zum Monatsende gibt es heute ein Video der deutsch-japanischen Violinistin Susanna Yoko Henkel, die das Adagio in E-Dur, KV 261 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) spielt:
Die CD Wolfgang Amadeus Mozart – Violin Concertos Nos. 3 & 5 · Rondo · Adagio des Lithuanian Chamber Orchestra unter der Leitung der Solistin Susanna Yoko Henkel ist am 14. Oktober 2011 auf The Spot (SPOT 288697) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Die aktuelle besondere CD-Empfehlung der Holland Baroque Society “Barbaric Beauty”, die mit dem slowakischen Violinisten Miloš Valent und dem Hackbrett-Solisten und Flötisten Jan Rokyta entstand, ist ein unterhaltsames Beispiel für eine Genre-übergreifende Zusammenarbeit, die die barocken Tänze von Georg Philipp Telemann (1681-1767) in einem anderen Licht erscheinen lässt. Dies kann man nicht nur auf der aktuellen CD nachhören, sondern auch in diesem kurzen Konzert-Video ansehen:
Die SACD Barbaric Beauty – Telemann & 18th c. Dance Manuscripts von Holland Baroque Society meets Miloš Valent mit Jan Rokyta ist am 16. September 2011 auf Channel Classics (CCS 31911) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Was würde besser zum Abschluss dieses Blogmonats passen, als etwas audiovisuelles Material vom aktuellen Viktoria-Mullova-Album “The Peasant Girl”? Natürlich ist die gelungene Doppel-CD keine isolierte, im Studio entstandene Episode, sondern das Ergebnis vieler gemeinsamer Auftritte der Eheleute Mullova/Barley mit dem Matthew Barley Ensemble und dem Programm »The Peasant Girl«.
Die folgenden zwei Videos zeigen sie beim letztjährigen Holland Festival bei einem Auftritt im Bimhuis in Amsterdam, einmal mit Duos für Violine und Cello von Béla Bartók (1881-1945), und zusätzlichen Improvisationen des Matthew Barley Ensemble:
und einmal mit dem ersten Satz aus dem Duo für Violine und Cello, op. 7 von Zoltán Kodály (1882-1967):
Die Doppel-CD The Peasant Girl von Viktoria Mullova mit The Matthew Barley Ensemble ist am 17. Juni 2011 bei Onyx Classics (ONYX 4070) und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Irgendwie habe ich diesen Monat kein passendes Schmankerl zum Monatsende für die Leser des Blogs gefunden. Dann tue ich das, was im Fernsehen gang und gäbe ist: Ich wiederhole.
Der Düsseldorfer Pianist Tobias Koch gehört zu den “Stars” des Blogs. Seine letztjährigen Schumann-CDs gehören zu den diskografischen Highlights des letzten Jahres, aber auch ansonsten ist der charismatische Musiker immer beachtenswert. Hier spielt er mit dem Orchester RheinKlang Düsseldorf unter der Leitung Florian Merz den 2. Satz Klavierkonzert Nr. 2 fis-moll op. 69 von Ferdinand Hiller (1811-1885), einem vergessenen Jubilar des Jahres.
Die CD Robert und Clara Schumann – Klavierwerke aus Dresden 1845-1849 von Tobias Koch ist am 20. Januar 2010 auf Genuin erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Das Doppelalbum Robert Schumann – Klaviermusik für die Jugend von Tobias Koch ist am 21. Mai 2010 auf Genuin (10170) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Die 3-CD-Box The Victoria Collection von The Tallis Scholars unter der Leitung von Peter Phillips ist am 15. April 2011 auf Gimell (GIMBX 304) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Der niederländische Bariton Thomas Oliemans sorgte mit seiner Neueinspielung des Schwanengesang von Franz Schubert (1797-1828) für das Etcetera-Label für eine erste Überraschung im diskografisch noch jungem Jahr. Zusammen mit dem erfahrenen schottischen Liedbegleiter Malcolm Martineau hat der32-jährige Oliemans eine überzeugende, jugendliche, aber durch und durch nachvollziehbare Interpretation der letzten Lieder Schuberts vorgelegt, die sich durchaus an den Einspielungen bekannterer Sänger messen lassen kann.
♣
Dieses Video entstand bei den Aufnahmen des Albums im März 2010 in der All Saints Church in East Finchley, London. Die Dialoge sind zum größten Teil auf Niederländisch, lassen sich aber mit etwas Sprachgefühl gut verstehen.
Meine Besprechung zum Album (‘Der besondere Tipp 01/11′) findet man → hier.
Die CD Franz Schubert – Schwanengesang des Bariton Thomas Oliemans, begleitet von Malcolm Martineau ist am 14. Januar 2011 auf Etcetera (KTC 1420) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Der kanadische Pianist Marc-André Hamelin hat mit seiner jüngsten Veröffentlichung Études für das britische Label Hyperion seine erste CD vorgelegt, auf der ausschließlich Eigenkompositionen zu hören sind. Damit hat er offenbar genau den Nerv der Kritik (auch hier im Blog mit der CD des Monats, September 2010, s. → Artikel) und des Publikums getroffen: Sein durch und durch virtuoses, makelloses Spiel und seine Hingabe, seine Authentizität suchen in der Klassikwelt ihresgleichen. Dass Hamelin nicht nur ein guter Interpret seiner eigenen Werke ist, ist freilich schon länger bekannt. Trotzdem macht es immer wieder Freude solch einem Ausnahmemusiker ‘bei der Arbeit’ zuzusehen. Hier spielt der Kanadier die Ballade No. 3, op. 47 von Frédéric Chopin:
Die aktuelle CD von Marc-André Hamelin »Études« ist am 17. September 2010 bei Hyperion (CDA 67789) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Das flämische Ensemble B’Rock sorgt – nicht nur im heimatlichen Belgien – für frischen Wind in der Alte-Musik-Szene. Hier nun, als Gruß zum Monatsende, zwei kleinere Konzerte von Antonio Vivaldi (1678-1741), namentlich die Konzerte RV 114 in C-Dur und RV 121 in D-Dur. Das Orchester wird (in diesem Fall) geleitet von Frank Agsteribbe (am Cembalo).
Dass man in Nordamerika längst nicht so streng zwischen U- und E-Musik, zwischen klassischer Musik und Popmusik trennt wie bei uns in Europa ist hinlänglich bekannt. Was in der Alten Welt bisweilen noch zu Irritationen führen kann, ist in Kanada und den USA längst Alltag: Die Orchester sind zu Brückenbauern geworden und eröffnen mit ihren Bearbeitungen populärer zeitgenössischer Musik neue Hörerschichten peu à peu für andere musikalische Genres; dasselbe gilt freilich auch in die andere Richtung.
Hier ein Video der franko-kanadischen Violinistin Angèle Dubeau (ihre aktuelle CD “Arvo Pärt – Portrait” war ‘die besondere CD’ im Juni 2010, s. die → Besprechung hier auf blog.codaex.de) an der e-Violine (!) mit einem temperamentvollen Abba-Tribute-Medley, arrangiert von Sergei Dreznin für-Violine, Streichorchester und Klavier. Man beachte bitte das Violinensolo am Ende, dass jedem gestanden Hardrock-Gitarristen zur Ehre gereichen würde.
Das aktuelle Album von Angèle Dubeau & La Pietà,Arvo Pärt – Portrait, ist am 25. Juni 2010 auf Analekta (2 8731) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.