Letztes Jahr gehörte die CD »Songs from the British Isles« (erschienen beim Wiener Gramola-Label) zu den angenehmsten Überraschungen des Jahres (u.a. CD des Monats auf blog.codaex.de und CD der Woche beim Deutschlandradio Kultur): Die geschmackvolle und unverkrampfte Melange aus Alter Musik und Folk aus England, Schottland und Irland des österreichischen Quadriga Consort verzichtet bei den Songs auf bierselige Pub-Stimmung und poppige Modernismen ebenso wie auf allzu schulmusikalische Beschränkungen und Glättungen.
Gerade live wirken die Arrangements des Ensembles geschmackvoll und dennoch äußerst lebendig:
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Am Donnerstag, den 24. März 2011 sendet der überregionale Kölner Radiosender Deutschlandfunk von 21:05 Uhr bis 22:50 Uhr die Aufnahme eines Konzerts des Quadriga Consort (und des österreichischen Alte-Musik-Ensemble Mikado) vom 11.9.10 aus dem Rathaus St. Veit/ Österreich. Dies ist eine sehr gute Gelegenheit die ganz eigene Klangwelt der early music band kennenzulernen.
Der Deutschlandfunk ist im gesamten deutschsprachigen Raum über UKW bzw. MW, über Kabel und Satellit zu empfangen. Näheres dazu hier. Außerdem sendet der Deutschlandfunk sein gesamtes Programm live über mehrere gute Live-Streams im Internet. Alle Streams findet man → hier.
Wer das Konzert nicht bei der Ausstrahlung anhören kann, kann das Konzert ganz leicht mit dem dradio-Recorder kostenlos (und natürlich legal) aufzeichnen. Das Programm und eine verständliche Anleitung findet man → hier.
Tipp: Passend zur Sendung möchte ich in diesem Zusammenhang noch einmal auf das aufschlussreiche → Interview mit Nikolaus Newerkla, dem musikalischen Leiter der Quadrigas, hinweisen.
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Das Album Songs from the British Isles, gespielt vom österreichischen Quadriga Consort ist am 23. Juli auf Gramola (98876) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Alle Jahre wieder: In der Adventszeit werden eine Vielzahl von CDs mit weihnachtlicher Musik neu- und wiederveröffentlicht: Es ist nahezu unmöglich den Überblick zu behalten. Wie die Spreu vom Weizen trennen? Wie die wirklich hörenswerten Alben von den überflüssigen Alben unterscheiden, die nur Wohlbekanntes in schlechterer Form bieten? Es stimmt schon, dass Weihnachten ein Riesengeschäft geworden ist, auch für die Musikbranche, auch für die Klassik-Branche. Hier wird oft genug auf den schnellen Verdienst geschielt und der Inhalt hält nicht, was die glänzende Verpackung verspricht. Man denke alleine an die zahlreichen, lieblos zusammengestellten Sampler mit weihnachtlichen Standards, eingespielt von zweit- und drittklassigen Provinz-Ensembles mit Arrangements, die ohne Respekt vor dem Werk verkitscht oder verpoppt werden.
Da ist es doch sehr beruhigend, dass es einige feste Größen gibt, auf die man sich in punkto Weihnachtsmusik verlassen kann. Dass englische Spitzenensemble für Alte (Chor-) Musik The Sixteen ist so ein Fall: Seit Jahren bringen sie immer wieder exzellente CDs für die Weihnachtszeit heraus. Ob barock (mit Bachs »Weihnachtoratorium« oder Händels »Messiah«), ob spätromantisch (mit Brittens »A Ceremony of Carols«) oder traditionell (mit »A Traditional Christmas Carol Collection«), das von Harry Christophers geleitete Ensemble, einer der beliebtesten und erfolgreichsten Chöre Großbritanniens, steht für kompromisslose Qualität (und das beileibe nicht nur in Sachen Weihnachtsmusik!).
Erst vor einigen Tagen besprach ich auf diesen Seiten die neue CD des österreichischen Quadriga Consort “Songs from the British Isles” (‘Die besondere CD’ Juli 2010, Besprechung s. → hier), auf der das Septett mit viel Fingerspitzengefühl alte (Folk-) Songs von den britischen Inseln historisch-informiert auf Originalinstrumenten vorträgt. Sie belegen (einmal mehr), dass E- und U-Musik mehr Berührungspunkte haben, als man glauben möchte und dass man Alte Musik auch so gestalten kann, dass sie Hörerschichten anspricht, die mit dem, was sonst unter dem Label ‘klassische Musik’ definiert wird, nicht viel anfangen können. Ausgerechnet die Alte Musik erweist sich hier als guter Einstieg in die Klassik-Welt.
Bei den meisten sogenannten Mittelalter- und Renaissance-Bands, die heute teilweise mit recht großem Erfolg durch die Lande tingeln, mag ich deren Trivialisierung, ja Vulgarisierung der Alten Musik nicht. Sicher, die Volksmusiken waren noch nie kunstvoll ausgeschmückte Barock-Opern, aber mir scheint, dass Einfachheit und Volksnähe zu oft mit Derbheit verwechselt wird. Wenn das Zotige zum Selbstzweck verkommt, dann taugt die dargebotene Musik zumeist eher als lärmende Untermalung des nächsten Mittelalter-Jahrmarktes. Mit einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Pop(ulär)musik der Vergangenheit hat das nicht viel gemein, was unendlich schade ist, denn es gibt gerade bei den einfachen Liedern aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Frühbarock viel Kunstvolles zu entdecken und es gibt nicht wenige, die den Ursprung unserer heutigen Song-orientierten Pop-Musik genau in diesen alten Liedern sehen. Den Rest des Eintrages lesen »