Posts Tagged “Tänze”

Die aktuelle besondere CD-Empfehlung der Holland Baroque Society “Barbaric Beauty”, die mit dem slowakischen Violinisten Miloš Valent und dem Hackbrett-Solisten und Flötisten Jan Rokyta entstand, ist ein unterhaltsames Beispiel für eine Genre-übergreifende Zusammenarbeit, die die barocken Tänze von Georg Philipp Telemann (1681-1767) in einem anderen Licht erscheinen lässt. Dies kann man nicht nur auf der aktuellen CD nachhören, sondern auch in diesem kurzen Konzert-Video ansehen:

Holland Baroque Society meets Miloš Valent: Barbaric Beauty – Telemann & 18th c. Dance ManuscriptsDie SACD Barbaric Beauty – Telemann & 18th c. Dance Manuscripts von Holland Baroque Society meets Miloš Valent mit Jan Rokyta ist am 16. September 2011 auf Channel Classics (CCS 31911) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Georg Philipp TelemannDie Musik von Georg Philipp Telemann (1681-1767) steht heutzutage immer noch etwas im Schatten seines ungleich bekannteren und populäreren Freundes Johann Sebastian Bach (1685-1750). Das war zu Lebzeiten völlig anders, da galt Telemann als sehr einflussreicher Impulsgeber und Innovator der Musik. Spätestens ab 1721, als er Stadtmusikdirektor in Hamburg wurde (und wenig später auch die Leitung der dortigen Oper übernahm), wurde er landesweit berühmt; ein ausgedehnter Besuch in Paris 1737/38 brachte den internationalen Durchbruch.

Telemann war nicht nur äußerst bekannt und erfolgreich, er war auch ungemein produktiv. In der Wikipedia kann man nachlesen:

Mit über 3600 verzeichneten Werken ist Telemann einer der produktivsten Komponisten der Musikgeschichte. Dieser große Umfang ist teils auf seine flüssige Arbeitsweise, teils auf eine mit 75 Jahren sehr lange Schaffensphase zurückzuführen. (…) Telemanns Erbe umfasst alle zu seiner Zeit verbreiteten Gattungen. Allerdings sind viele Kompositionen verschollen. Aus Telemanns Anfangszeit sind nur wenige Werke erhalten; der Großteil der überlieferten Stücke fällt in die Zeit von Frankfurt und Hamburg.

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Astor Piazzolla

Astor Piazzolla

Mal Hand aufs Herz: Welcher der Komponisten der neuen CD der Württembergische Philharmonie Reutlingen außer Astor Piazzolla (1921-1992) ist heutzutage in unseren Breitengraden bekannt? Die Namen Manuel Gómez Carrillo (1883-1968), Juan José Castro (1895-1968), Theodoro Valcárcel Caballero (1896-1942), Francisco Mignone (1897-1986), Guillermo Uribe Holguín (1880-1971) und Alberto Williams (1862-1952) dürften nur wenigen ‘Eingeweihten’ bei uns in Mitteleuropa bekannt sein. Da kommt es in diesem bisher nur wenig überzeugenden Sommer vielleicht gerade recht, wenn man sich etwas Zeit für “Fiesta Criolla – Latin-American Orchestral Works” nimmt, denn das Album erschließt nicht nur den Weg in die im heutigen Europa immer noch unterrepräsentierte lateinamerikanische Musikkultur, sondern birgt massenweise Lebensfreude in sich, ein Attribut, das wir in den gemäßigten Klimaregionen (im Klischee!) gerne jenen Ländern zusprechen, die höhere Durchschnittstemperaturen besitzen, als wir (oder von denen wir es glauben).
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Aquarelle Guitar Quartet - Photo: © aquarellegq.comDie Gitarre ist eines der wenigen Instrumente, dass in allen Genres der Musik als Solo-Instrument verwendet wird: Sowohl in der Popmusik, als auch im Jazz, im Blues, in den verschiedenen Volksmusiken (und erst recht bei dem, was man unter Folk zusammenfasst) und ebenso in der klassischen Musik. Vielleicht hat diese Omnipräsenz in der Musik dazu beigetragen, dass die Musik für Gitarre auch oft genreübergreifend komponiert wird, dass selbst ‘klassische’ Komponisten bei ihren Werken für Gitarre auch Einflüsse aus anderen Bereichen der Musik aufgenommen haben: Gitarrenmusik ist immer in erster Linie Musik für Gitarren, ganz gleich unter welchem ‘Etikett’ dann diese gehandelt wird. Für die Connaisseurs dieser Musik ist das nebensächlich. So hat der Flamenco-Gitarrist Paco De Lucía 1978 eigens Noten gelernt, um Kammermusik von Manuel De Falla (1876-1946) aufnehmen zu können, 1991 folgte dann sogar das berühmteste Gitarrenkonzert überhaupt, das Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo (1901-1999); der britische Jazz-Gitarrist John McLaughlin wiederum komponierte 1988 sein ‘klassisches’ Mediterranean Concerto für Gitarre und Orchestra.
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