Posts Tagged “Spätromantik”

Ich bin ein dunkler, verworr´ner Klang,
Der weit aus Thule herüberdrang.
Ich bin deiner Jugend verlühender Traum,
Dein erster Kuß unterm Apfelbaum.
Ich bin deine heil´ge Herzensnot,
Ich ruf dich in Morgen- und Abendrot.
Die Worte des Dichters Carl Busse (1872-1918) aus dem Gedicht Stimme der Sehnsucht, musikalisch umgesetzt von Hans Pfitzner im eröffnenden Titelstück des neuen Albums der niederländischen Sängerin Christianne Stotijn, charakterisieren sehr bildhaft, was den Hörer auf diesem Lieder-Album erwartet: Düster-schwermütige Spätromantik, melancholisch auf die Vergangenheit zurückblickend. Und die aus Delft stammende Mezzosopranistin belegt (einmal mehr), dass sie derzeit zu den besten Lied-Interpretinnen gehört. So variantenreich, so einfühlsam, so zart, so schmerzvoll, so kraftvoll, so stolz, so zerbrechlich singt heute kaum eine andere Sängerin Lieder.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Gustav Mahler, Hans Pfitzner, Lied, Richard Strauss, Spätromantik
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Das Koninklijk Concertgebouworkest aus Amsterdam, weltberühmt unter seinem internationalen Namen Royal Concertgebouw Orchestra; hat in den letzten Jahren auf dem Hauslabel RCO Live eine ganz bemerkenswerte Reihe an phantastischen Live-Aufnahmen herausgebracht. Der Schwerpunkt dieser Veröffentlichungen lag auf den großen sinfonischen Werke des 20. Jahrhunderts. Neben dem über mehrere Jahre geplanten Mahler-Zyklus, finden auch auch andere große Symphoniker des vergangenen Jahrhunderts besondere Beachtung, unter anderem auch der sowjetische Komponist Dmitri Shostakovich (1906-1975). 2006 erschien bereits eine hochgelobte Aufnahme der Sinfonie No. 7 in C-Dur, op. 60 unter der Leitung des aktuellen Chefdirigenten Mariss Jansons, nun folgt eine Aufnahme der Sinfonie No. 15 in A-Dur, op. 141 unter der Leitung des ehemaligen Chefdirigenten Bernard Haitink. Wie bei RCO-Live-Produktionen üblich, wurden für die SACD die Mitschnitte mehrerer Konzertabende (in diesem Fall 17. – 19. & 21. März 2010) zusammengesetzt um den bestmöglichen Klang zu garantieren und Nebengeräusche aus der Live-Aufnahme wie Husten etc. auszuschließen.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Dmitri Shostakovich, Moderne, RCO, sinfonische Musik, Spätromantik
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Viele Jahre lang standen sie im Schatten der kontinentaleuropäischen Tonkunst, wurden (von Adorno und seinen Adepten) verachtet, bestenfalls belächelt und nie wirklich ernst genommen: Die Komponisten und ihre Werke aus dem vereinigten Königreich hatten einen schweren Stand, waren isoliert – und machten aus dieser Not eine Tugend, indem sie ihre Insel-Existenz in eine sprichwörtliche „Splendid Isolation“ ummünzten. Genau diese Abgeschlossenheit und die mit ihr einhergehende Unangreifbarkeit (z.B. gegenüber Dogmen der zentraleuropäischen Avantgarde) werden von vielen Menschen zunehmend als ästhetischer Mehrwert wahrgenommen und goutiert. Und so kann man Douglas Boyd, dem britischen Chefdirigenten des Musikkollegium Winterthur, nur beipflichten, wenn er im Interview mit der Schweizer Zeitschrift „Musik & Theater“ (Ausgabe Dezember 2011, Seite 23) sagt: »Heute erlebt britische Musik ihre wohl aufregendsten Zeiten.«
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Gast-Rezension, John Blackwood McEwen, Konzert, Ralph Vaughan Williams, Romantik, Spätromantik, Suite, Viola
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Im Laufe des Jahres wurde mir längst klar, dass das neue Album von Ilona Then-Bergh und Michael Schäfer mit den Violinsonaten von Grigorij Krein (1879-1957) und Samuil Feinberg (1890-1962), unsere CD des Monats April 2011, zu den allerbesten und spannendsten Veröffentlichungen des Jahres gehört.
Die beim Leipziger Genuin-Label erschienene CD wurde auch von der Kritik einstimmig gelobt, sowohl wegen des vorgestellten Materials, als auch wegen der makellosen Interpretation des Münchener Duos. Unser Gastrezensent Dr. Burkhard Schäfer, eigentlich freier Journalist, der unter anderem für Zeit Online schreibt, hat nun das Album in seine Jahres-Top-3 gewählt.
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Schlagwörter: Grigorij Krein, Ilona Then-Bergh, Jahresrückblick, Michael Schäfer, Spätromantik, Zeit Online
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Was lange währt, wird endlich gut: Schön, dass auch eine Nischen-Veröffentlichung wie die vor einigen Monaten erschienene CD des Münchener “Entdecker-Duos” Ilona Then-Bergh und Michael Schäfer mit den Violinsonaten von Grigorij Krein (1879-1957) und Samuil Feinberg (1890-1962) (unsere → CD des Monats April 2011) nach und nach von der der Kritik wahrgenommen wird. Man kann gar nicht oft genug betonen, dass es sich bei diesem Album, trotz (oder gerade wegen?) der unbekannten Komponisten und Kompositionen, um eines der interessantesten Kammermusik-Alben des Jahres handelt.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Grigorij Krein, Ilona Then-Bergh, Kammermusik, klassik.com, Klavier, Michael Schäfer, Moderne, Samuil Feinberg, Spätromantik, Violine
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Der Engländer Edward Elgar (1857-1934) ist vielleicht der am meisten fehlgedeutete Komponist seines Landes: Für viele seiner Landsleute war er der erste bedeutende englische Komponist seit Henry Purcell (1659-1695) und erfüllte endlich die heimliche (geradezu imperiale) Sehnsucht der großen Musik-Nation England nach einem großen Komponisten. Sein Ruhm im Ausland war allerdings nur kurz und ist heute zu weiten Teilen – zumindest außerhalb der englischsprachigen Welt – verblasst, wird er doch allermeistens auf wenige Auszüge seines Œuvres reduziert, nämlich auf die Enigma-Variationen, op. 36 von 1899 und auf die Pomp and Circumstance Marches Nos. 1–5 op. 39 von 1901–07 und von diesen insbesondere der erste, der bis heute jedes Jahr bei der Last Night of the Proms für nationale Glücksgefühle sorgt.
Hier eine gemeinfreie Aufnahme des ‘March No. 1′ aus “Pomp and Circumstance” aus dem Jahre 1926. Edward Elgar dirigiert das Royal Albert Hall Orchestra:
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Edward Elgar, Kammermusik, Klavier, Klavierquintett, Spätromantik, Streichquartett
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Der englische Komponist William Walton (1902-1983) schrieb während seiner bemerkenswert langen Karriere als Komponist — sein erstes bekanntes Werk, A Litany schreib er als 14-jähriger 1916, sein letztes Werk Prologo e Fantasia schrieb er als 80-jähriger 1982, ein Jahr vor seinem Tod — Musik für die unterschiedlichsten Genres, darunter Filmmusiken, mehrere Konzerte, Chormusik und zwei Sinfonien. Dabei gestaltete sich der zunächst stark romantisch geprägte Ansatz im Laufe der Jahre immer moderner. Dennoch galt Walton bei der Nachkriegskritik als konservativer Komponist (obwohl er in seinen Werken immer wieder Elemente der Zwölftonmusik und der seriellen Musik verarbeitete, dabei aber insgesamt tonal blieb), was der unvoreingenommenen Rezeption seiner späteren Werke oft geschadet hat.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, sinfonische Musik, Spätromantik, William Walton
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Der Zahn der Zeit meint es nicht immer gut mit der Kunst. Es gibt zahlreiche Beispiele von Komponisten, die zu ihren Lebzeiten durchaus beachtliche Erfolge feiern konnten, von Kollegen und der Kritik geschätzt wurden, die aber bald nach ihrem Tod in dunkle Vergessenheit gerieten. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig: Der veränderte Geschmack, verlorene oder übersehene Werke, die sich immer schneller drehende Welt mit ihren Moden, die aus dem Protagonisten von heute den Anachronismus von morgen macht, oft auch nur der Zufall.
Das Schicksal des Frankfurter Spätromantikers Anton Urspruch (1850-1907) hat gewissermaßen mit all diesen Faktoren zu tun. Zu Lebzeiten war Urspruch ein respektierter Komponist und Didaktiker, zunächst an Dr Hoch’s Konservatorium in Frankfurt, später dann am Raff-Konservatorium (einer zwischenzeitlich gegründeten Sezession der führenden Lehrer des eigentlichen Konservatoriums nach dem Tode Raffs), wo Urspruch bis zu seinem Tode arbeitete. Sein Werksverzeichnis umfasst Opern, Orchesterwerke, Kammermusik, zahlreiche Chorwerke, einige Lieder und zahlreiche Werke für Klavier, sowohl Solo, als auch vierhändig und für zwei Klaviere.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, Ana-Marija Markovina, Anton Urspruch, Fin De Siècle, Klavier, Spätromantik
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 Frühe Ballade: Cerveri de Girona, Balada - Si voletz que•m laix d'amar (Quelle: Wikipedia)
Ursprünglich war »Ballade« ein Begriff der mittelalterlichen Troubadourtradition in der Romania (vgl. dazu bsplw. Italienisch ballare, Okzitanisch balar= tanzen) und bezeichnete das frei gestaltete Tanzlied, entwickelte sich aber im Laufe der Jahre immer mehr zur festen Form mit wiederkehrenden Strophen und einem narrativen Inhalt. Thematisch waren diese Inhalte breit gefächert, je nach Landschaft und Sprache, tendierten aber alle zu dramatischen Stoffen: Vater- Gatten- und Bruder-Morde, blutige Kriege, rächende Wiedergänger, wunderbare Rettungsaktionen und verhängnisvolle Verzauberungen durch Elfen und Feen.
Endes des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Balladen besonders in Deutschland beliebt- Die Schriftsteller der Zeit übertrugen diese aus den englischen, keltischen oder skandinavischen Vorlagen: Herder, Goethe, Eichendorff und etliche andere schrieben äußerst populäre Balladen. Die romantischen Komponisten entdeckten die über alle Maßen dramatischen Texte für sich und schufen innerhalb der Gattung Lied einige bekannte Balladen, man denke von an den Erlkönig von Schubert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ebbten die deutschsprachigen Balladen wieder ab; nun waren es vor allem englischsprachige Komponisten die Balladen vertonten, noch pathetischer, noch anrührender als die deutschen Vorgänger und für heutige Ohren fast ins Lächerliche puritanisch. De facto sollte beispielsweise die Ballade The Lost Chord von Arthur Sullivan bald nach dem ersten Weltkrieg Zielscheibe zahlreichender beißender Verballhornungen werden. Die Zeiten hatten sich geändert. Hintersinn und Ironie zeichnen schließlich auch in der Ballade The Tale Of The Oyster des US-amerikanischeb Musical-Komponisten Cole Porter aus. In der populären Pop- und Rockmusik heute bezeichnet man sentimentale, langsame Songs als Balladen, so sind ausgerechnet viele Hardrock-Gruppen für ihre übermäßig sentimentalen (und bisweilen sehr kitschigen) Balladen bekannt.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Arthur Sullivan, Ballade, Carl Loewe, Charles Villiers Stanford, Cole Porter, Cyril Scott, Franz Schubert, Gustav Mahler, Hugo Wolf, Johannes Brahms, Lied, Louis Emanuel, Ludwig van Beethoven, Moderne, Robert Schumann, Romantik, Spätromantik, Wiener Klassik
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Geschrieben von Sal Pichireddu in Video
Die Niederländer lieben die Musik des großen Symphonikers Gustav Mahler (1860-1911), der vor genau 151 Jahren (am 7. Juli 1860) im böhmischen in Kalischt geboren wurde. Mit dem Amsterdamer Royal Concertgebouw Orchestra haben die Niederländer einen der besten und traditionsreichsten Mahler-Klangkörper der Welt, der in unzähligen Aufführungen und Aufnahmen seine Ausnahmestellung unter Beweis gestellt hat. Derzeit entsteht nach und nach ein vollständiger Zyklus mit Aufnahmen aller zehn der Sinfonien. Die bisher erschienenen Veröffentlichungen haben grandiose Kritiken erhalten.
Vergangene Woche war anlässlich des Mahler-Jubiläums im niederländischen Kultursender AVRO “Mahler-Woche”: Gesendet wurden Aufführungen des Concertgebouworkest der Sinfonien Nos. 6 – 10; letztes Jahr wurden in der Mahler-Woche die Sinfonien Nos. 1-5 übertragen. Im Online-Archiv der AVRO kann man alle zehn Übertragungen kostenlos in guter Bild- und Tonqualität anschauen. Anders als bei anderen Fernsehanstalten ist dies prinzipiell aus dem Ausland möglich. Es lohnt sich: Die Riege der Dirigenten liest sich wie ein who-is-who der Mahler-Experten: Mariss Jansons, Daniel Harding, Iván Fischer. Daniele Gatti, Lorin Maazel, Pierre Boulez, Bernard Haitink und Eliahu Inbal.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Gustav Mahler, Moderne, Royal Concertgebow Orchestra, sinfonische Musik, Spätromantik, Videostream
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