Posts Tagged “sakrale Musik”

Neue CDsIn der Rubrik Vorschau wird am Monatsbeginn ein ausgewählter Überblick über die interessantesten Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb präsentiert. Ein Teil dieser vorgestellten Titel wird dann im Laufe der kommenden Wochen im Blog noch ausführlicher besprochen

Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb erscheinen am 24. Februar 2012.

Die monatliche Codaex-Neuheiten-Newsletter mit Infos zu allen anstehenden Veröffentlichungen im Codaex-Vertrieb kann man → hier abonnieren.

Im gestrigen Teil I der Vorschau stellte ich 1. Orchesterwerke und 2. Kammermusik vor; heute folgen die (aus meiner Sicht) besonders vielversprechenden Neuerscheinungen aus den Bereichen 3. Vokalmusik 4. Alte Musik und 5. Neue Musik.
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Dass Mitteleuropa zu Zeiten des Barocks ein Zentrum für Musik, speziell für sakrale Musik war, ist wohl kein Geheimnis mehr. Dass unser Blick heute dabei stark auf Johann Sebastian Bach (1685-1750) fokussiert ist, mag viele gute und berechtigte Gründe haben, dass wir dabei aber oft andere originelle und hörenswerte Komponisten allzu leichtfertig übergehen ist ebenso unbestritten. Ein gutes Beispiel für solch einen immer noch unterschätzten Komponisten ist der aus Böhmen stammende, lange Zeit in Dresden wirkende Jan Dismas Zelenka (1679-1745). Dieser komponierte, laut Wikipedia, »höchst originelle und unkonventionelle Orchester- und Vokalwerke«, die auch außerhalb seiner Heimat denselben hohen Stellenwert genießen sollten, die ihnen gebühren.
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Neue CDsIn der Rubrik Vorschau wird am Monatsbeginn ein ausgewählter Überblick über die interessantesten Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb präsentiert. Ein Teil dieser vorgestellten Titel wird dann im Laufe der kommenden Wochen im Blog noch ausführlicher besprochen

Traditionell erscheinen im Januar immer besonders viele neue Titel auf dem Tonträger-Markt. Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb erscheinen am 20. Januar 2012.

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Im gestrigen Teil I der Vorschau stellte ich 1. Orchesterwerke und 2. Kammermusik vor; heute folgen die (aus meiner Sicht) besonders vielversprechenden Neuerscheinungen aus den Bereichen 3. Vokalmusik 4. Alte Musik und 5. Neue Musik.
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Westminster Cathedral Choir, Martin Baker: Tomás Luis de Victoria – Missa De Beata Maria Virgine · Missa Surge propera · Salve reginaGerade hat Sal Pichireddu die wiederveröffentlichte Praetorius-CD „Christmas Music“ mit dem Knabenchor der Westminster Cathedral als geschmackvolle Weihnachtsmusik empfohlen – da schließe ich mich gern mit einer weiteren, neuen Aufnahme dieses Spitzenensembles an, die ebenfalls bei Hyperion Records erschienen ist. Diese CD ist, theologisch betrachtet, eine perfekte Fortsetzung des Weihnachts-Festkreises und versammelt zwei Marienmessen von Tomás Luis de Victoria, neben der Antiphon „Salve regina“ desselben Meisters und Palestrinas Motette „Surge, propera amica mea, et veni“. Unter der Leitung von Martin Baker setzt der Chor seine Beschäftigung mit dem Werk de Victorias fort und fügt dieser feinen, langen Reihe hörenswerter CDs einen weiteren Titel hinzu, der musikalisch erstklassig, voll spannender Entdeckungen und geistlich nahrhaft ist.
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Michael PraetoriusDas ging aber wirklich schnell: Übermorgen ist bereits Heiligabend! Während der ganz normale Weihnachtswahnnsinn so langsam auf die Konsum-Zielgeraden einbiegt (wobei die Läden gerade an diesen letzten Tagen aus allen Nähten platzen), bleibt vielleicht gerade noch die Zeit für den Hinweis auf eine hörenswerte CD mit weihnachtlicher Musik. Wer jetzt schnell bestellt, sollte die CD noch gerade rechtzeitig zum Fest bekommen; gut sortierte Plattenläden sollten das  heute vorgestellte Album ebenfalls auf Lager haben.
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Denk man an die geistliche Musik des Barocks, so fallen einem vor allem die großen Messen, Vespern, Oratorien und Passionen ein, die die großen Barockmeister Claudio Monteverdi (1567–1643), Johann Sebastian Bach (1685–1750), Georg Friedrich Händel (1685–1759) und vielleicht noch Georg Philipp Telemann (1681–1767) komponiert haben. Doch die Realität sah in Europa vor allem im 17. Jahrhundert anders aus: Kleinere oder ländliche Kirchen hatten weder das Budget, noch die geeigneten Musiker, um die großformatigen Werke (wie eben das Marienvesper von Monteverdi) aufzuführen. So entstand eine beträchtliche Fülle von geistlicher Musik für kleine Gesangs- und Instrumentalensembles für den alltäglichen Gebrauch.
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Francis Poulenc (mit Wanda Landowska)Ich wundere mich oft darüber, wie auf wenige Namen beschränkt das internationale Bild der französischen Musik ist. Mir fällt kein anderes Land, besser keine andere Musik-Tradition ein, in der (mir) die Wahrnehmung so eingeengt, so willkürlich erscheint, wie in der französischen Musik. Sicher, Claude Debussy (1862-1918) und Maurice Ravel (1875-1937) sind große und wichtige Komponisten gewesen, aber: War Gabriel Fauré (1845-1924) nicht ebenso Schöpfer ganz außergewöhnlicher, eigenständiger und zeitloser Musik? War Erik Satie (1866-1925) nicht ein genial-visionärer Sonderling seiner Epoche, der vieles vorwegnahm, das erst viel später von anderen Komponisten in der Moderne aufgegriffen werden sollte? War Hector Berlioz (1803-1869) nicht viel mehr als ein One-Hit-Wonder mit der Symphonie Fantastique, sondern einer der einflussreichsten und bedeutendsten Figuren der Romantik? Wird man heute Camille Saint-Saëns (1835-1921) gerecht, wenn man ihn ausgerechnet auf den Karneval der Tiere reduziert? Und warum hat die betörend schöne und intensive Chormusik von Francis Poulenc (1899-1963) nicht einen viel größeren Bekanntheitsgrad?
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Swedish Radio Choir, P. Dijkstra: Francis Poulenc - Figure HumaineDer französische Komponist Francis Poulenc (1899-1963) ist einer der wichtigsten Komponisten weltlicher und geistlicher Chorwerke des 20. Jahrhunderts. In seinem Œuvre verband er Tradition und Moderne. Dabei versuchte er stets menschliche Seelenzustände in eine allgemein verständliche Klangsprache zu übertragen und dabei ganz nah am Leben der Menschen zu bleiben. Seine Kantate Figure Humaine für Doppelchor ohne Instrumental-Begleitung schrieb er beispielsweise 1943 als Zeichen der Hoffnung wider die deutsche Besatzung.

Der renommierte Swedish Radio Choir hat das Werk gemeinsam mit einigen anderen Kompositionen Poulencs für Chor unter der Leitung des niederländischen Dirigenten Peter Dijkstra für das audiophile Label Channel Classics aufgenommen.Die SACD wurde nun als Tipp beim süddeutschen Kultursender BR-Klassik vom  Redakteur Matthias Keller vorgestellt.

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Handel and Haydn Society, Harry Christophers: W. A. Mozart - RequiemEine Neuaufnahme des berühmten Requiem in d-Moll, KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart (1956-1791) wäre eigentlich nichts Besonderes, wenn sie nicht, wie in diesem Fall, von Harry Christophers, einem der renommiertesten Experten für Chormusik, und der altehrwürdigen und herausragenden Handel and Haydn Society in Boston gemacht worden wäre. Seit 2009 leitet Christophers nicht nur das von ihm gegründete englische Ensemble The Sixteen, sondern auch das fast 200 Jahre alte Originalinstrumente-Ensemble aus Neu-England. Nach ihrer gemeinsamen Debüt-CD mit der Großen Messe in c-Moll, KV 427 Mozarts (erschienen auf Coro, COR 16084) haben sie nun das sagenumwobene letzte Werk Mozarts aufgenommen. Ergänzt wird die neue CD durch eine Aufnahme des Ave Verum, KV 618 für Chor, Streicher und Orgel (das ein halbes Jahr vor Mozarts Tod, zeitgleich mit der Zauberflöte entstand) und der Erstaufnahme auf historischen Instrumenten der Konzertarie Per questa bella mano,  KV 612 für Bass, Orchester und Kontrabass obligato (ebenfalls von 1791).
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Orlando di LassoDer aus Mons (im heutigen Belgien) stammende Orlando di Lasso (oder in der englischsprachigen Schreibweise Orlande de Lassus,1532-1594) ist schon zu Lebzeiten einer der bekanntesten und wichtigsten Komponisten seines Jahrhunderts gewesen. Wegen seines außerordentlichen Talentes bereiste er schon früh alle wichtigen europäischen Musikzentren, wo er zunächst als Chorknabe, dann als Solist, bald nach dem Stimmbruch aber schon als versierter Komponist in Erscheinung trat. So lebte und arbeitete di Lasso in Italien, in Flandern und, als Leiter der Hofkapelle Albrechts V., in Bayern. Von seinen Bewunderern wurde Orlando di Lasso schon zu Lebzeiten»princeps musicorum« (zu Deutsch Fürst der Musiker) oder »le divin Orlande« (Der göttliche Orlando) genannt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Werke keines anderen Komponisten der damaligen Zeit häufiger gedruckt wurden. Er war nicht nur der meist geachtete, sondern auch der produktivste Komponist seiner Epoche: Heute kennt  man von ihm rund 70 Messen, über 100 Magnificats, über 500 Motetten sowie mehrere hundert weltliche Werke.
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