Posts Tagged “Richard Wagner”

RSB, Marek Janowski: Richard Wagner - Die Meistersinger von NürnbergDas aktuelle Album Richard- Wagner – Die Meistersinger von Nürnberg  des Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB)  unter der Leitung von Marek Janowski (s. die → Besprechung hier im Blog) wurde in der aktuellen Ausgabe des renommierten Audio-Magazins als “Klang-Tipp” mit einer Spitzenwertung (Musik 4 ½ / 5 Ohren || Klang 4 ½ / 5 Ohren)  ausgezeichnet.

Der Rezensent Malte Ruhnke schreibt über die Ausrichtung des bei Pentatone erschienene Albums:

»Ganz bewusst bewegt sich die Berliner Aufführung fern von Konventionen und Hörgewohnheiten. Mit dem trockenen Klang der Philharmonie, mit übertriebener Deutlichkeit und fein differenziertem Orchesterton dominiert eine oratorienhafte Ernsthaftigkeit (…)«

und lobt ausdrücklich den Rundfunkchor Berlin

»Ein Genuss der besonderen Art ist dabei die Präzision und Homogenität des Chores, die man in dieser Qualität an keinem Opernhaus der Welt erleben kann.«

Die 4-SACD Richard Wagner – Die Meistersinger von Nürnberg vom Rundfunkchor Berlin mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Marek Janowski ist am 18. November 2011 auf Pentatone (PTC 5186 402) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Wagner-Opern haben in der ohnehin schon diskussionfreudigen und fachkundigen Klassik-Welt eine Sonderstellung. Richard Wagners UnterschriftNichts wird so kontrovers besprochen wie die Aufnahmen und Aufführungen der Opern von Richard Wagner (1813-1883), nirgendwo sonst tut man sich schwerer, von “Referenzaufnahme” zu sprechen, nirgendwo sonst geht man so weit in die Vergangenheit zurück, um Vergleichsaufnahmen zu finden. Wagner-Inszenierungen sind ungebrochen populär, aber sie sind auch eine große Herausforderung für jeden Regisseur, für jeden Dirigenten,für jedes Orchester, für jeden Sänger. Trotz (oder gerade wegen?) dieser etwas zweischneidigen Herausforderung, stellen sich quasi alle Spitzenkräfte der Musikwelt immer wieder dieser doppelte Herausforderung, der künstlerischen, wie der unweigerlichen Kritik danach, freilich, mit ganz unterschiedlichen Ansätzen und Ergebnissen. Ich gestehe, ich habe vor jedem einen Heidenrespekt,der sich dieser Aufgabe stellt, ganz gleich, wie ich auch das Ergebnis bewerten mag.
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Richard Wagner (Portrait von Caesar willich ca. 1862)Als das Royal Scottish National Orchestra unter der Leitung von Neeme Järvi  seinen Zyklus mit Arrangements des Niederländers Henk de Vlieger (*1953) mit “The Ring, An Orchestral Adventure” (erschienen 2008) begann, war der Überraschungseffekt groß: Sicher, es hatte schon zuvor orchestrale Bearbeitungen der Opern von Richard Wagner (1813-1883) gegeben, aber so radikal, so genial, so pointiert und dennoch werkgetreu hatte bisher keiner Wagner reduziert, weder Leopold Stokowski oder George Szell, noch Lorin Maazel. Der hauptberufliche Perkussionist (!) der niederländischen Radiophilharmonie de Vlieger bewies auch in den folgenden Bearbeitungen der Reihe “Parsifal, an Orchestral Quest” (2010) und “Tristan und Isolde – an Orchestral Passion” (Februar 2011) ein untrügliches Gespür die charakteristischsten Momente der Oper zu einer sinnvollen (sinfonischen) Einheit zu verbinden, ohne dabei selbst Material hinzu zu komponieren. De Vliegers Ergebnisse sind zweifelsohne genuiner Wagner, allerdings nicht (nur) zu einem “Wagner ohne Worte”, sondern zu einem “sinfonischen Wagner” verdichtet. Wer mit Opern partout nichts anfangen kann, er hat durch de Vliegers Bearbeitungen die Möglichkeit sich dem Genius Wagners’ von einer anderen Seite zu nähern.
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Richard WagnerIch glaube, es gibt kein anderes Feld der klassischen Musik, das von den Musikliebhabern so kontrovers diskutiert wird, wie die Aufnahmen und Aufführungen der Opern von Richard Wagner (1813-1883). Wagner-Inszenierungen sind heutzutage nicht nur eine große Herausforderung für jeden Regisseur, sie gehören auch zu den undankbarsten Arbeiten, werden sie doch nicht selten harsch vom Publikum oder der Kritik abgestraft. Bei den Neuaufnahmen für Schallplatte und CD ist es kaum besser: Einig ist man sich meistens nur, dass es keine ideale Aufnahmen gibt. Entweder bemängelt man den Chor, das Orchester oder seinen Leiter oder (wesentlich öfter) die Solisten; manch historische Aufnahme aus den “goldenen Fünfzigern”, einem unbestritten wichtigen Jahrzehnt der Wagner-Aufnahmen, kann aufnahmetechnisch nicht einmal den geübten Hörer historischer Aufnahmen wirklich glücklich machen. Und natürlich: Jede noch so sachliche vertretene Meinung findet ebenso viele erbitterte Gegner, kurzum: Eine neue Wagner-Veröffentlichung, ganz gleich ob es sich um eine Live- oder eine Studio-Aufnahmen handelt, ganz gleich ob es eine Archiv-Aufnahme oder eine Neuproduktion ist, steht erst einmal im Kreuzfeuer der Kritik, sowohl der professionellen, als auch der der vielen Wagner-Kenner und -Liebhaber.
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Alban Gerhardt - Casals EncorsDer Berliner Cellist Alban Gerhardt verdankt seine ersten musikalischen Impulse dem wohl wichtigsten Cellisten des 20. Jahrhunderts, dem Spanier (genauer, dem Katalanen) Pablo Casals (1876-1973). Wie so viele andere Cellisten (und Musikfreunde!) vor und nach ihm, lernte er Casals über dessen zahlreichen Schallplattenaufnahmen kennen und liebte an ihm »seine Eindringlichkeit, seine Artikulation und seine “interpretierende” Intonation (er spielte die kleine Terz sehr tief, Leittöne sehr hoch usw.)«. Obwohl Gerhardts späterer Lehrer Boris Pergamenschikov ihm »eine modernere und großzügigere Art des Cellospiels« beibrachte, blieb seine Liebe zu Casals’ Stil  ungebrochen.

Vielleicht war es auch diese besondere Hingabe, die ihn dazu veranlasste, aus den fünf Schallplatten Casals mit Zugaben seine 20 liebsten Stücke herauszusuchen und sie auf einer Art Tribute-Album zusammenzufassen. Die Kunst dabei war, Casals nicht zu imitieren (was sicher schwer, vor allem aber sinnlos wäre), sondern als Alban Gerhardt diese Miniaturen, die teilweise der ‘leichten’ Salonmusik zuzuordnen sind, mit der selben Empfindsamkeit und Ernsthaftigkeit zu spielen, mit der es Casals getan hat. Das Ergebnis “Encores – as performed by Pablo Casals” ist nun auf Hyperion Records erschienen.
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Und schon wieder ein erfreulicher Beitrag zu den  ‘Codaex-Wochen’ beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. RSNO, N. Järvi: R. Wagner / H. de Vlieger - Tristan und IsoldeErneut wurde eine Neuveröffentlichung aus dem Codaex-Vetrieb in der Rubrik »CD-Tipp« beim süddeutschen Kultursender BR-Klassik vorgestellt.

Dieses Mal geht es um die dritte Einspielung (von vier geplanten) des Royal Scottish National Orchestra unter Neeme Järvi mit den originellen Orchester-Arrangements von Richard Wagner-Opern des holländischen Komponisten Henk de Vlieger, die stets einen kondensierten, rein instrumentalen Überblick über die signifikantesten musikalischen Momente der jeweiligen Oper bieten. Nach »The Ring, An Orchestral Adventure« (2008, auf Chandos bei erschienen, wie die folgenden Teile auch) und »Parsifal, an Orchestral Quest« (2010) ist nun »Tristan und Isolde – an Orchestral Passion«
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Richard Wagner: De Los Ángeles - LohengrinOb das Erscheinungsdatum zwei Tage vor der Eröffnung der diesjährigen Bayreuther Festspiele mit der Oper Lohengrin ein Zufall war? Wie dem auch sei. die NDR Kultur-Redakteurin Dagmar Penzlin hat in der Sendung “Neue CDs” vor einigen Tagen die vor kurzem erschienene 3-CD-Box mit einem historischen (Amateur-) Mitschnitt von 1964 derselben Oper unter die Lupe genommen. In der Titelrolle glänzt die spanische Sopranistin Victoria de los Ángeles, es spielt das Orchester und der Chor des berühmten Teatro Colón in Buenos Aires unter der Leitung von Lovro von Matačić. Sie schreibt:

»Victoria de los Ángeles besitzt genau jene leuchtend entrückten Töne, die man sich von einer Elsa-Interpretin wünscht. Die Spanierin liebte ein vielseitiges Repertoire, begeisterte als Lied-Interpretin ebenso wie in Wagner-Rollen. (…)  so einer Wagner-Sängerin würden auch heute alle Türen offen stehen.«

Neben der de los Ángeles glänzt auch Christa Ludwig in der Rolle der Ortrud:

»Christa Ludwig (…) bringt das argentinische Publikum zum Jubeln. Etwa nach ihrem Racheschwur, den man selten so entfesselt und zugleich klangschön hört. So energiegeladen dieser Ausbruch, so subtil überwiegend der Ortrud-Gesang von Christa Ludwig. Wie in einem Schubert-Lied formt sie die Silben der Worte, mit denen sie in Elsa das Misstrauen weckt.«

Dagmar Penzlin resümiert:

»Diese historische “Lohengrin”-Aufnahme ist keine professionell gemachte. Wohl der Grund dafür, dass manche, gerade lautere Passagen verschwommen klingen. Wer Victoria de los Ángeles und Christa Ludwig in zwei ihrer Paraderollen erleben möchte, nimmt das sicherlich gern in Kauf.«

Den ganzen Artikel gibt es → hier in der Rubrik “Neue CDs” bei NDR Kultur

Den Podcast zur Sendung kann man im MP3-Format → hier herunterladen (mit der rechten Maustaste anklicken und “Speichern unter” auswählen)

Die 3CD Richard Wagner – Lohengrin mit Victoria de los Ángeles ist am 23. Juli 2010 bei Columna (1CM 0229) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Richard WagnerAls ich vor rund zwei Jahren zum ersten Mal bei “The Ring, An Orchestral Adventure” (erschienen auf Chandos, 2008) ein Arrangement des Niederländers Henk de Vlieger (*1953) einer Oper (in jenem Fall mehrer Opern) von Richard Wagner (1813-1883) hörte, war ich zunächst skeptisch: Ist es wirklich möglich, die Musik von 16 Stunden Oper sinnvoll auf eine Stunde zu komprimieren? Gerade Richard Wagner hat ja nun alles andere als ‘wenig’ Musik für seine Opern komponiert! Aber andererseits wirkt diese Musik zweifelsohne auch ohne die Texte. Vielleicht gibt es auch deswegen so viele Versuche die Orchesterparts der Opern in der einen oder anderen Form aus der Oper in den Konzertsaal zu bringen, man denke nur an die Bearbeitungen von Leopold Stokowski, Lorin Maazel oder George Szell. Die Frage, ob eine Reduktion funktioniert (und vom Publikum angenommen wird) ist also bereits beantwortet: Es ist möglich diese Musik wirksam zu komprimieren und Henk de Vlieger (der übrigens im Hauptberuf Percussionist der niederländischen Radiophilharmonie ist) hat wirklich ein ziemliches Gespür dafür entwickelt, die signifikantesten Momente in den Opern auszuwählen und miteinander zu verbinden. Das Ergebnis ist zweifelsfrei immer noch 100% Wagner, nur eben komprimiert, verdichtet, auf die Höhepunkte (auf die Hooklines würde man in den Popmusik sagen) fokussiert.
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