Das Konzeptalbum ist ein Begriff, den man eigentlich nur aus der Rockmusik kennt. Dort arbeiteten experimentierfreudige Musiker Mitte/Ende der 1960er Jahre die Idee eines übergeordneten Konzepts, einer verbindenden “Story” oder “Idee” auf einem Musikalbum heraus. Man denke einmal an bekannte Alben wie Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967) der Beatles, Days of Future Passed (1967) von The Moody Blues, The Lamb Lies Down On Broadway (1974) von Genesis oder – noch etwas später – The Wall (1979) von Pink Floyd. Den Rest des Eintrages lesen »
Auch eine Woche nach dem Osterwochenende ist die eigentliche Osterfest in der christlichen Welt nicht vorüber. Auch wenn wir uns dessen heute nicht mehr bewusst sind, so dauert die soganannte österliche Freudezeit noch bis zum Pfingstfest (dieses Jahr am 12./13. Juni). In der Musik-Welt ebben allerdings nun die Neu- und Wiederveröffentlichungen aus dem Bereich der sakralen Musik ab und reduzieren sich auf ein normales Niveau.
Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621) ist einer der wenigen niederländischen Komponisten, die über die Grenzen des westeuropäischen Landes bekannt geworden ist, mehr noch: Seinen Ruhm erwarb der ‘Orpheus aus Amsterdam’ bereits zu Lebzeiten, obwohl er sehr heimatverbunden war und seine Heimatstadt nur sehr selten und nicht sehr lange verließ. Seine weiteste Reise unternahm er nach Antwerpen (rund 160 Kilometer von Amsterdam entfernt), wo er im Auftrag der Stadt ein repräsentatives Cembalo bei den bekannten Instrumentenbauern der Ruckers-Familie kaufte. Anders als seine umfangreiche Instrumental-Musik, von der nur sehr wenig in den Druck gelangte und von der heute kein einziges Autograph erhalten ist (und bei der man sich heute nur noch auf unsichere Handschriften und Kopien berufen kann), wurden seine Chorwerke in allen wichtigen europäischen Verlagsstädten wie Amsterdam, Antwerpen und Paris gedruckt. Anders als man es bei seiner Heimatverbundenheit vermuten mag, ist seine Musik alles andere als provinziell oder beschränkt. Insgesamt weist sein Œuvre ohne jeden Zweifel Kenntnisse aller großen europäischen Musiktraditionen auf. Den Rest des Eintrages lesen »
Die 3-CD-Box The Victoria Collection von The Tallis Scholars unter der Leitung von Peter Phillips ist am 15. April 2011 auf Gimell (GIMBX 304) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
An den kommenden Tagen rund ums nahende Osterfest werde ich verstärkt CDs mit sakraler Musik vorstellen, die entweder direkt oder zumindest doch mittelbar mit der Passions- und Osterzeit zu tun hat. Gerade die Zeit zwischen Aschermittwoch und Christi Himmelfahrt hat in der Liturgie und damit auch in der sakralen Musik eine eminent wichtige Bedeutung. Bei den Artikeln soll es darum gehen, möglichst ungewöhnlich, herausragende Neu- und Wiederveröffentlichungen zum Thema Musik zur Passions- und Osterzeit vorzustellen.
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Der aus der heute belgischen Stadt Mons stammende Orlando di Lasso (oder in der Schreibweise der englischsprachigen Welt Orlande de Lassus,1532-1594) ist schon zu Lebzeiten einer der bekanntesten und wichtigsten Komponisten seines Jahrhunderts gewesen. Schon früh bereiste er halb Europa, wo er zunächst als Chorknabe, dann als Solist, bald nach dem Stimmbruch aber schon als Komponist in Erscheinung trat. In seinen jungen Jahren fand er einige adelige Förderer in Italien, bis er zunächst in Florenz, bald darauf in Rom als Kapellmeister der Kirche S. Giovanni in Laterano (der zweitwichtigsten Kirche in Rom, nach dem Petersdom) als Komponist geistlicher Werke wirkte. Nur die Nachricht von der schweren Krankheit seiner Eltern ließ ihn 1555 seine Stellung kündigen und nach Mons reisen, wo er allerdings seine Eltern nicht mehr lebend antraf. Di Lasso sollte daraufhin noch weitere Reisen unternehmen, bis er schließlich als Leiter der Hofkapelle Albrechts V. von Bayern seinen Lebensmittelpunkt dauerhaft nach München verlagerte, wo er auch verstarb. Den Rest des Eintrages lesen »
Johannes Eccard (1553-1611) war um 1600 einer der bedeutendsten geistlichen Komponisten in Deutschland. Der Norddeutsche Kammerchor unter der Leitung von Maria Jürgensen ehrt den Thüringer zu dessen 400. Todestag mit einer Aufnahme wichtiger Choralsätze und seiner einzigen vollständig erhaltenen Messe.
Die NDR Kultur-Redakteurin Dagmar Penzilin hat sich die bei MDG (Musikproduktion Dabringhaus und Grimm) erschienene SACD angehört und für die Rubrik »Neue CDs« besprochen.
Der englische Chorleiter Peter Phillips schrieb einmal über die Musik von Tomás Luis de Victoria (ca. 1548-1611):
»Das Spanische an sich findet oft seinen Ausdruck in der spanischen Polyphonie. Man sagt von den Spaniern, dass sie in ihrer Religionsausübung besonders leidenschaftlich und gleichzeitig mystisch sind, worin sie sich von anderen unterscheiden.«
Nun darf man nicht den Fehler machen, das Attribut “leidenschaftlich” mit ungestümer Plumpheit zu verwechseln; die Musik de Victorias ist alles andere als das, wie das neue Coro-Album »Hail, Mother of the Redeemer« des englischen Chores The Sixteen belegt. Sie präsentiert Musik von einer bemerkenswerten Schlichtheit und Direktheit. Den Rest des Eintrages lesen »
Die Karnevalszeit ist vorüber, die Masken sind abgenommen, die Kostüme ausgezogen, der Nubbel ist verbrannt worden, das Ende der “tollen Tage” läutet traditionell den Beginn der Fasten- und Passionszeit ein. Auch ohne besonderen religiösen Aspekt versuchen viele Menschen diese Zeit ganz bewusst anders zu erleben. In der Musik ist die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern die Hochphase für Konzerte mit vornehmlich geistlichen Werken im Programm. Wen wundert’s, war es doch lange die Fasten-, Passions- und Osterzeit, die in der christlichen Welt als die wichtigste Zeit des Jahres angesehen wurde (und nicht wie heutzutage die Weihnachtszeit, was sicher eine Vielzahl von Ursachen hat und nicht alle sind einer veränderten religiösen Wahrnehmung geschuldet). Man kann also ohne Übertreibung sagen, dass es eine gewachsene Tradition ist, sich in der Fastenzeit bis zum Osterfest besonders intensiv mit sakraler Chormusik zu beschäftigen. Auch in diesem Blog werden in den kommenden Wochen überdurchschnittlich viele Neu- und Wiederveröffentlichungen sakraler Chormusik besprochen werden. Diese Tradition hat sich interessanterweise auch bis in der stark weltlich gewandten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts gehalten. Den Rest des Eintrages lesen »
In genau einer Woche ist Heiligabend! Sicher, die meisten Leser werden bereits das eine oder andere Geschenk besorgt haben (ich habe zumindest fast alle Geschenke beisammen) und sicher ist der Ablauf des Festtages auch schon geplant. Feiern mit der Familie? Ein Besuch bei Verwandten? Weihnachten lieber kuschelig zu zweit? Oder lieber Weihnachten allein? In die Mitternachtsmette in die alte Dorfkirche der Kindheit oder lieber zum festlichen Konzert? Wir alle haben unsere weihnachtlichen Riten; selbst jene, die dem Fest nichts mehr abgewinnen können (wofür es auch gute Gründe gibt) haben für die Weihnachtstage besondere Strategien. Und Musik spielt Weihnachten in fast jedem Haushalt eine besondere Rolle, sei es, weil man selbst musiziert, sei es, weil man sich mit festlicher Musik in eine besondere Weihnachtsstimmung versetzen möchte. Den Rest des Eintrages lesen »
The Tallis Scholars gehören in Großbritannien, dem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt,zu den allerbesten Spitzenensembles. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht. Konsequent auf dieses Gattung spezialisiert, haben sie sich in den 30 Jahren ihres Bestehens zu den »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) entwickelt. Zu ihrem 30-jährigen Jubiläum haben sie nun drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten veröffentlicht. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke.. Den Rest des Eintrages lesen »
Wenn man als Chor in einem Land mit der wohl eindrucksvollsten Chortradition der Welt zu den Spitzenensembles gezählt wird, dann hat man ein Maß an Perfektion und Ausdrucksstärke erreicht, das man eigentlich nicht mehr überbieten kann. The Tallis Scholars ist eines dieser englischen Spitzenensembles, dass selbst in jenem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt, aus der Masse der Chöre herausragt wie kaum ein anderes. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht und das seit 30 Jahren. Sie gelten als die »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) und veröffentlichen nun, zum 30-jährigen Jubiläum des Ensembles, drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke.. Den Rest des Eintrages lesen »