Posts Tagged “Pop”

Die musikalische Landkarte verändert sich. Drängten früher lokale oder nationale Größen selten über die Landesgrenzen hinaus, wenn sie nicht gerade aus Nordamerika oder Großbritannien (einige Ausnahmen aus Schweden, Frankreich und Italien einmal ausgenommen) kamen, so gibt es heute kaum noch weiße Flecken auf der musikalischen Weltkarte: Popmusik aus Südafrika, Japan oder Kolumbien, Tanzmusik aus Algerien, Heavy Metal aus Brasilien und Skandinavien, Postrock aus Island, Jazz aus Sardinien, elektronische Musik aus Russland, Fusion aus Indonesien und Usbekistan, Avantgarde-Pop aus China: Es gibt offenbar nichts, was heutzutage in der Musik unmöglich erscheint. War die Auswahl früher auf einige wenige Kernländer begrenzt, so kann man heute – dem Internet und dem Fall des eisernen Vorhangs sei Dank – Pop-Musik aus der ganzen Welt hören, etwas, was in der klassischen Musikwelt schon immer selbstverständlich war.
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Paul McCartney, George Harrison & John Lennon - Foto (cc) beeldengeluidwiki.nlIch glaube, nicht einmal in ihren kühnsten Träumen konnten sich John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr ausmalen, welch bleibenden Eindruck sie auf die Kultur des 20. Jahrhunderts hinterlassen sollten, nicht einmal auf dem Zenit ihres Erfolges, als John Lennon im August 1966 jenen fatalen Satz »We’re more popular than Jesus now« (zu Deutsch Wir sind jetzt beliebter als Jesus) formulierte, waren sich The Beatles wirklich bewusst, wie wichtig sie nicht nur als Ikone der Rockmusik, sondern auch als stilbildende Musiker und Komponisten werden würden. Aber schon während ihrer Karriere wurden zahlreiche ihrer Kompositionen von anderen Künstlern adaptiert und gecovert: Zunächst nur von Rockmusiker-Kollegen, bald aber schon genreübergreifend von zahlreichen Arrangeuren, die in immer wieder neuen Bearbeitungen die Qualität und die Wandlungsfähigkeit der Beatles-Songs unter Beweis stellten. Heute zweifelt niemand mehr an der musikalischen Größe der Kompositionen der Fab Four.
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Viktoria Mullova - The Peasant GirlEs war ja irgendwie klar, dass eine neue Veröffentlichung eines Weltstars wie Viktoria Mullova große Resonanz in den Medien hervorrufen würde. Nach einer äußerst positiven Besprechung beim süddeutschen BR-Klassik folgt nun der größte norddeutsche Kultursender NDR Kultur mit einer ebenso rundum positiven Besprechung des mutigen Crossover-Albums “The Peasant Girl” der Ausnahmekünstlerin, das sie gemeinsam mit dem Ensemble ihres Ehemannes Matthew Barley aufgenommen hat. Das Album ist übrigens auch die aktuelle CD des Monats hier im Blog.

Die Redakteurin Friederike Westerhaus hat das auf Onyx Classics erschienene Doppel-Album in der Rubrik »CD-Tipp« besprochen.
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Viktoria Mullova - The Peasant GirlDie Violinistin Viktoria Mullova gehört zu den bedeutendsten und integersten Künstlerpersönlichkeiten in der (klassischen) Musikszene. Seitdem Sie nach ihrer Flucht aus der Sowjetunion 1983 die internationale Bühne betrat, machte sich die Russin als technisch brillante und kompromisslose Interpretin barocker und klassischer Musik einen Namen.

Um ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern, gründete sie 1994 ihr eigenes Mullova Ensemble und verließ 2005 ihr langjähriges Label Philips (im Vertrieb des Branchenriesen Universal), um fortan auf Onyx Classics noch kompromissloser ihre Vorstellungen von Programmauswahl und Interpretation umsetzen zu können. Seitdem hat sie beim englischen Nobel-Label eine ganze Reihe von Alben veröffentlicht (zuletzt die überaus spannende Beethoven-Veröffentlichung mit zwei Violinsonaten), die von der Kritik und vom Publikum einhellig gelobt wurden. Im Laufe der Jahre hat sie sich zwar immer mehr dem historisch-informierten Spiel verschrieben, hat dabei aber auf Individualität und eigene Interpretation niemals verzichtet.
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Viktoria Mullova - The Peasant GirlDa waren die öffentlich-rechtlichen mal wieder schneller als ich hier im Blog. Auf die Besprechung des neuen Albums “The Peasant Girl” von Viktoria Mullova hier auf blog.codaex.de muss man noch etwas warten, die Redakteure des großen süddeutschen Kultursenders BR-Klassik haben das vor kurzem erschienene Album bereits vorgestellt. Viktoria Mullova musiziert auf dem Album gemeinsam mit ihrem Ehemann Matthew Barley und seinem Jazz-Ensemble Musik zwischen Pop, Jazz und Klassik. Der Redakteur Ben Alber hat das bei Onyx Classics erschienene Doppel-Album in der Rubrik »CD-Tipp« besprochen.
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Dass man in Nordamerika längst nicht so streng zwischen U- und E-Musik, zwischen klassischer Musik und Popmusik trennt wie bei uns in Europa ist hinlänglich bekannt. Was in der Alten Welt bisweilen noch zu Irritationen führen kann, ist in Kanada und den USA längst Alltag: Die Orchester sind zu Brückenbauern geworden und eröffnen mit ihren Bearbeitungen populärer zeitgenössischer Musik neue Hörerschichten peu à peu für andere musikalische Genres; dasselbe gilt freilich auch in die andere Richtung.

Hier ein Video der franko-kanadischen Violinistin Angèle Dubeau (ihre aktuelle CD “Arvo Pärt – Portrait” war ‘die besondere CD’ im Juni 2010, s. die → Besprechung hier auf blog.codaex.de) an der e-Violine (!) mit einem temperamentvollen Abba-Tribute-Medley, arrangiert von Sergei Dreznin für-Violine, Streichorchester und Klavier. Man beachte bitte das Violinensolo am Ende, dass jedem gestanden Hardrock-Gitarristen zur Ehre gereichen würde.

Das aktuelle Album von Angèle Dubeau & La Pietà, Arvo Pärt – Portrait ist am 25. Juni 2010 auf Analekta (2 8731) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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