Posts Tagged “Moderne”
Es mag auf den ersten Blick befremdlich sein, aber selbst an einem so unmenschlichen Ort wie dem Konzentrationslager Theresienstadt wurde Kunst geschaffen, Musik komponiert und aufgeführt: Mozarts “Figaro” und die “Zauberflöte”, Smetana “Verkaufte Braut” aber auch die eigens für die Verhältnisse im KZ umgeschriebene Kinderoper “Brundibár” des tschechisch-deutschen Komponisten Hans Krása (1899-1944).
Das Nash Ensemble hat sich auf der nun erschienenen CD “Brundibár” der Musik der in Theresienstadt internierten Komponisten, neben Krása waren das Viktor Ullmann (1898-1944), Gideon Klein (1919-1945) und Pavel Haas (1899-1944), angenommen.
Das bei Hyperion Classics erschienene Album wurde beim norddeutschen Radiosender NDR Kultur vom Redakteur Christoph Vratz vorgestellt.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Gideon Klein, Hans Krása, Kammermusik, Moderne, NDR Kultur, Pavel Haas, Theresienstadt, Viktor Ullmann
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Die sogenannten “Kriegssonaten” von Sergei Prokofiev (1891-1953) entstanden in einer befremdlich ruhigen und freien Phase für sowjetische Künstler, kurz nach Ausbruch des 2. Weltkriegs. Die Propaganda-Maschinerie des stalinistischen Apparats schwor die Bevölkerung auf den kommenden Krieg ein. Man richtete zunehmend seine Aufmerksamkeit (und seine Feindseligkeit) auf die heraufziehende Bedrohung von Außen (also das nationalsozialistische Deutschland, das am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfallen hatte); die zuvor drangsalierten Künstler, die der Staatsführung per definitionem suspekt waren und unter dem Generalverdacht des ‘Formalismus’ standen, waren nun auf einmal eher nebensächlich. Abgesehen von den üblichen patriotischen Bekenntnissen konnte sie sich in den Kriegsjahren freier entfalten als je zuvor unter Stalin. Für die Künstler eröffneten sich nun verloren geglaubte Möglichkeiten inmitten schwierigster Verhältnisse.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Klavier, Moderne, sozialistischer Realismus
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Wohl keine andere Oper des 20. Jahrhunderts hat eine so dramatische Geschichte wie die “Lady Macbeth von Mzensk“, op. 29 von Dmitri Shostakovich (1906-1975). Ursprünglich ein Riesenerfolg bei der Leningrader Uraufführung und bei der Moskauer Premiere 1934, fiel die Oper bei Stalin höchstpersönlich in Ungnade. Dieser hatte am 26. Januar 1936 eine Aufführung in Moskau mit dem innersten Zirkel der Parteielite (Molotow, Mikojan und Schdanow) besucht. Nach der Aufführung verschwand Stalin kommentarlos aus seiner Loge: Zwei Tage später erschien in der Prawda der berühmt-berüchtigte Artikel “Chaos statt Musik“, in dem die Oper aufs Schärfste kritisiert wurde. Der Artikel war entweder von Stalin selbst verfasst oder auf seine direkte Order: Für Shostakovich war dies der Schicksalstag seiner Karriere: Fortan lebte er in ständiger Furcht vor der Verhaftung und bangte um seine künstlerische und physische Existenz. Er zog seine gewagtes Kompositionen (u.a. seine vierte Sinfonie) zurück und versuchte sich unauffällig und möglichst parteikonform zu verhalten. Shostakovich, der eigentlich von der Oper als Gattung fasziniert war, sollte nie wieder eine neue Oper vollenden.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Dmitri Shostakovich, historische Aufnahmen, Moderne, Oper, sozialistischer Realismus
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Das „Quatuor pour la fin du temps“ von Olivier Messiaen (1908-1992) ist unbestritten eines der zentralen Meisterwerke der Musikmoderne des 20. Jahrhunderts. Der Komponist schrieb es im Kriegsgefangenenlager bei Görlitz. Es drückt wie kein zweites Werk die Verzweiflung, die Unsagbarkeit des Krieges und seiner Verbrechen aus. Das Werk steht daher nicht nur als „absolute Musik“ im Raum, sondern ist durch seine Entstehungsgeschichte und durch die programmatischen Inhalte, mit denen Messiaen es versehen hat, auch symbolisch aufgeladen.
Aus Interpretensicht ist es ein sehr komplexes und schwierig zu spielendes Stück, vor allem aber weist es eine sehr ungewöhnliche Besetzung auf. Messiaen war bei der Uraufführung, die noch im Kriegsgefangenenlager stattfand, auf die dort anwesenden Musiker angewiesen – und es gab dort nur einen Violinisten, einen Cellisten, einen Klavierspieler und einen Klarinettisten. Hierdurch erklärt sich die ungewöhnliche Besetzung des Stücks, die es in der Folge den Aufführenden immer wieder schwer gemacht hat, vergleichbare Stücke zu finden, um bei einem Konzert ein abendfüllendes Programm bieten zu können.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Alexina Louie, Kammermusik, Moderne, Olivier Messiaen, Postmoderne, Valentin Silvestrov
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Wer hätte das gedacht? Zumindest in den ersten Wochen dieses dreifachen Jubiläumsjahres dominieren nicht die üppig ausgestatteten CD-Boxen der großen Opern (-Zyklen) von Richard Wagner und Giuseppe Verdi, sondern Einzel-Veröffentlichungen mit der vielschichtigen Musik von Benjamin Britten (1913-1976). Das mag daran liegen, dass man Opern-Neuaufnahmen nicht eben so einmal aus dem Ärmel schütteln kann und ich bin sicher, dass sich das im Laufe des Jahres noch ändern wird und sich die Veröffentlichungsdichte – je nach Herkunftsland – zugunsten der beiden großen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts intensivieren wird, aber: Wenn man Jubiläen nicht nur als marktstrategisches Element begreift, um mehr CDs unter einem griffigen Stichwort verkaufen zu können, sondern auch als Gelegenheit begreift, neue, bisher wenig beachtete Facetten eines Komponisten vorzustellen, dann ist dieser ‘Achtungserfolg’ für Benjamin Brittens Musik eminent wichtig, da diese außerhalb seiner Heimat vielleicht immer noch nicht jene Aufmerksamkeit erfährt, die ihr zusteht.
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Schlagwörter: Benjamin Britten, Horn, Moderne, Podcast, Sopran, Streicher, Tenor
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Individuelle Klasse reicht in der Musik nicht aus. Gute Musiker müssen auch immer in der Lage sein, mit anderen Musikern musizieren zu können (außer sie treten ausschließlich als Solisten auf, was ja nun wirklich eher die Ausnahme ist). Gerade in der Kammermusik mit ihren kleinen Besetzungen ist die Fähigkeit des gemeinsamen Musizierens besonders wichtig. Isabelle van Keulen und Ronald Brautigam sind beides exzellente Solisten von Weltruhm – und sie bilden seit über 20 Jahren ein äußerst erfolgreiches Duo. Nun hat sich dieses Duo an äußerst schwierige Literatur gewählt, das Werk für Violine und Klavier von Sergei Prokofiev (1891-1953).
Das Album wurde nun von Tobias W. Pfleger für das unabhängige Musikmagazin klassik.com besprochen.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, klassik.com, Moderne, Sergei Prokofiev, sozialistischer Realismus
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Zumindest in den ersten Wochen dieses dreifachen Jubiläumsjahres (Britten, Verdi und Wagner) haben die interessanten Benjamin Britten-Veröffentlichungen die Nase vorne. Während sicher im Laufe des Jahres noch zahlreiche Boxen mit gesammelten Wagner- und Verdi-Opern erscheinen werden (schließlich gibt es kaum zwei andere Opern-Komponisten, die in den letzten 60 Jahren häufiger aufgenommen wurden), dominieren in den ersten Wochen des Jahres hochwertige Einzel-Produktionen mit Britten-Aufnahmen den “Jubiläumsmarkt”.
Bei Channel Classics erschien jetzt ein Album der Amsterdam Sinfonietta unter der Leitung von Candida Thompson mit vier Werken für Kammerorchester, drei mit vokaler Begleitung, eines rein instrumental: Bei “Les Illuminations” ist die Sopranistin Barbara Hannigan zu hören, bei der “Serenade” und der Miniatur “Now Sleeps The Crimson Petal” glänzen der Tenor James Gilchrist und der Hornist Jasper de Waal. Abgerundet wird das Programm durch die suggestiven “Variations on a theme of Frank Bridge”.
Die SACD wurde nun vom WDR-3-Redakteur Christoph Vratz in der Sendung Tonart vorgestellt. Seinen Beitrag kann man in → diesem Podcast anhören.
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Schlagwörter: Benjamin Britten, Moderne, Podcast, Streicher, WDR 3
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Jubiläumsjahre werden in der Kulturszene, gerade in der Musikwelt, immer wieder gern zum Anlass genommen, um sich des einen oder anderen Künstlers/Komponisten noch einmal intensiver anzunehmen oder um ihn neue, bisher verborgene Facetten abzugewinnen – und natürlich auch um mit dem Etikett “Jubiläumsjahr” kräftig abzukassieren. Was wurden uns im Mozartjahr 2006 (zum 250. Geburtstag) nicht alles für mediokre, lieblos produzierte oder zusammengestellte Veröffentlichungen um die Ohren gehauen!
2013 haben wir gleich drei Jubilare: Und was für welche! Drei regelrechte Nationalkomponisten dreier großer europäischer (Kultur-) Nationen feiern einen runden Geburtstag: Der Engländer Benjamin Britten (1913-1976) wurde vor 100 Jahren geboren, beim Italiener Giuseppe Verdi (1813-1901) und beim Deutschen Richard Wagner (1813-1883) feiert man heuer sogar den 200. Geburtstag. Man muss kein Prophet sein, um in den nächsten Monaten eine Schwemme von Britten-, Verdi- und Wagner-Veröffentlichungen vorauszusehen …

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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Benjamin Britten, Chorwerke, Moderne
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Auch wenn sein Ruf heute etwas verblasst ist: Zdeněk Košler (1928-1995) war einer der wichtigsten tschechischen Orchesterleiter der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1963 gewann er den renommierten Mitropoulos-Dirigentenwettbewerb in New York und wurde danach für ein Jahr der Assistent von Leonard Bernstein. Vielleicht war Košler deswegen auch im Westen ein geschätzter Dirigent: Seine Dvořák-, Smetana-, Mozart- und Strauss-Aufnahmen mit den Prager Sinfonikern und der Tschechischen Philharmonie, die nach seiner New Yorker Zeit für das Traditionslabel Supraphon entstanden, waren auch im Westen beliebt. In den 1980ern nahm er zusammen mit der Slowakischen Philharmonie zahlreiche Alben mit Standard-Repertoire für das Budget-Label Naxos auf, die seinen Bekanntheitsgrad noch einmal steigerten.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Moderne, Sergei Prokofiev, sinfonische Musik, sozialistischer Realismus
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Toshio Hosokawa (*1955) ist einer bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Japans, der lange Zeit in Deutschland lebte. Die vor einigen Monaten bei Neos Music erscheinende SACD fasst folgende Werke für Streichquartett zusammen: Silent Flowers (1998), Landscape I (1992), Landscape V (1993)*, Urbilder (1980), Blossoming (2006/2007).
Bernhard Schrammek hat das Album für das Kulturradio des rbb vorgestellt und mit fünf von fünf Punkten die höchstmögliche Wertung gegeben.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Kammermusik, Moderne, rbb Kulturradio, Streichquartett, Toshio Hosokawa
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