Posts Tagged “Mieczyslaw Weinberg”
Bei den Bregenzer Festspielen 2010 wurden bedeutende Teile des Œuvres des polnisch-sowjetischen Komponisten Mieczysław Weinberg (1919-1996) in Spitzenbesetzung aufgeführt. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand dabei die szenische Uraufführung seiner Oper Die Passagierin, über 40 Jahre nach deren Fertigstellung 1968. Darüber hinaus wurden während der Festspiele zwanzig weitere Werke des in Warschau geborenen Komponisten aufgeführt, um die bemerkenswerte Bandbreite der Musik Weinbergs darzustellen.
Nun veröffentlicht die Münchener Plattenfirma Neos Music, ausgewiesene Spezialisten auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik, den ersten Teil an Mitschnitten dieser Konzerte, die auf fünf Alben den Auftakt der “Weinberg Edition” bilden: Vol. 1: Sinfonie No. 6, op. 79 · Sinfonietta No. 1, op. 41 | Vol. 2: Sinfonie No. 17 “Memory”, op. 137 | Vol. 3: Requiem, op. 96 | Vol. 4: Cellosonate No. 2, op. 63 · Klavierquintett | Vol. 5, op. 18: “Three Palms” für Streichquartett und Sopran, op. 120 · Streichtrio, op. 48 · Trompetenkonzert No. 1, op. 94; die DVD bzw. BluRay der Oper “Die Passagierin” wurde bereits im November 2010 veröffentlicht.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Mieczyslaw Weinberg, Moderne, Neoklassizismus, sinfonische Musik, sozialistischer Realismus
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Mittlerweile ist es längst kein Geheimnis mehr, dass man den zu Lebzeiten im Westen kaum wahrgenommenen Mieczysław Weinberg (1919-1996) zu den bedeutendsten Komponisten der Sowjetzeit zählen muss. Auch in seiner Wahlheimat, der Sowjetunion – Weinberg wurde in Warschau geboren und flüchtete beim Einmarsch der deutschen Truppen zunächst nach Weißrussland und zog zog dann, auf Einladung seines väterlichen Freundes und Mentors Dmitri Shostakovich (1906-1975) nach Moskau, wo er Zeit seines Lebens bleiben sollte – war Weinberg vor allem als Pianist und als Komponist von Film- und Bühnenmusiken bekannt. Zahlreiche seiner Werke wurden nur im kleinen Rahmen aufgeführt (wenn überhaupt) und erst relativ spät aufgenommen. Sein Magnum Opus, die Oper Die Passagierin wurde erstmals 2006 konzertant in Moskau uraufgeführt und erlebte erst 2010, 42 Jahre nach der Fertigstellung, seine Weltpremiere auf der Bühne der Bregenzer Festspiele.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Mieczyslaw Weinberg, Neoklassizismus, sinfonische Musik
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Das große US-amerikanische öffentliche Radio-Netzwerk National Public Radio (NPR) hat die auf Chandos erschienene Einspielung der Sinfonien Nos. 1 und 7 von Mieczysław Weinberg (1919-1996) des Gothenburg Symphony Orchestra unter Thord Svedlund (s. → Besprechung auf blog.codaex.de), in seine Halbjahres-Bestenliste aufgenommen.
Der Redakteur Tom Huizenga stellt heraus:
»Man muss schon so etwas wie ein Klassik-Nerd sein, um etwas über Weinberg zu wissen, aber es lohnt sich, ihn zu entdecken. Obwohl er von seinen Zeitgenossen – also den größten Namen der sowjetischen Musik Shostakovich, Prokofiev und Khachaturinan – überschattet wurde, schrieb Weinberg faszinierende und fesselnde Musik (…).«
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Mieczyslaw Weinberg, Neoklassizismus, sinfonische Musik
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Zeitgleich mit meiner → Besprechung der soeben erschienenen Einspielungen der Sinfonien Nos. 1 und 7 von Mieczysław Weinberg (1919-1996) des Gothenburg Symphony Orchestra unter Thord Svedlund, ist auf den Seiten des bayrischen Kultursenders BR Klassik ebenfalls eine aufschlussreiche Besprechung des Albums mit einer Einführung über Weinbergs Leben und Rezeption in Westeuropa erschienen. Ähnlich wie ich in meinem Beitrag, plädiert der BR Klassik-Redakteur Oswald Beaujean für eine Wiederentdeckung des polnisch-russischen Komponisten. Er schreibt:
»Tatsächlich, darauf deutet alles hin, was greifbar ist, hat es dieser Komponist verdient, wieder entdeckt zu werden.«
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, BR Klassik, Mieczyslaw Weinberg, Neoklassizismus, sinfonische Musik
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Wenn man mich fragen würde, welcher Komponist des 20. Jahrhunderts es auf jeden Fall verdiene ‘entdeckt’ oder von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, dann würde meine Wahl vermutlich auf Mieczysław Weinberg (1919-1996) fallen.
Der russische Komponist polnischer Abstammung Weinberg wurde kurz nach dem 1. Weltkrieg in Warschau geboren und wuchs in einem musikalischen Haushalt auf. Er flüchtete beim Einmarsch der deutschen Truppen (wegen seiner jüdischen Herkunft) zu Fuß (!) nach Weißrussland, wo er sich in Minsk niederließ.Kurz nachdem er 1941 sein Musikstudium dort abschließen konnte (er hatte es bereits in Warschau aufgenommen), musste er abermals vor dem deutschen Angriff auf die UdSSR fliehen und begab sich zunächst Taschkent. 1943 zog er dann, auf Einladung von Dmitri Shostakovich nach Moskau, wo er Zeit seines Lebens bleiben und als freischaffender Komponist arbeiten sollte. Shostakovich wurde ein enger Freund und Mentor und stand Weinberg auch in den schweren Zeiten antisemitischer Verfolgung während der 1950er Jahre bei.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Mieczyslaw Weinberg, Neoklassizismus, sinfonische Musik
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