Das große US-amerikanische öffentliche Radio-Netzwerk National Public Radio (NPR) hat die auf Chandos erschienene Einspielung der Sinfonien Nos. 1 und 7 von Mieczysław Weinberg (1919-1996) des Gothenburg Symphony Orchestra unter Thord Svedlund (s. → Besprechung auf blog.codaex.de), in seine Halbjahres-Bestenliste aufgenommen.
Der Redakteur Tom Huizenga stellt heraus:
»Man muss schon so etwas wie ein Klassik-Nerd sein, um etwas über Weinberg zu wissen, aber es lohnt sich, ihn zu entdecken. Obwohl er von seinen Zeitgenossen – also den größten Namen der sowjetischen Musik Shostakovich, Prokofiev und Khachaturinan – überschattet wurde, schrieb Weinberg faszinierende und fesselnde Musik (…).«
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20. Jahrhundert,
Mieczyslaw Weinberg,
Neoklassizismus,
sinfonische Musik
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Zeitgleich mit meiner → Besprechung der soeben erschienenen Einspielungen der Sinfonien Nos. 1 und 7 von Mieczysław Weinberg (1919-1996) des Gothenburg Symphony Orchestra unter Thord Svedlund, ist auf den Seiten des bayrischen Kultursenders BR Klassik ebenfalls eine aufschlussreiche Besprechung des Albums mit einer Einführung über Weinbergs Leben und Rezeption in Westeuropa erschienen. Ähnlich wie ich in meinem Beitrag, plädiert der BR Klassik-Redakteur Oswald Beaujean für eine Wiederentdeckung des polnisch-russischen Komponisten. Er schreibt:
»Tatsächlich, darauf deutet alles hin, was greifbar ist, hat es dieser Komponist verdient, wieder entdeckt zu werden.«
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Wenn man mich fragen würde, welcher Komponist des 20. Jahrhunderts es auf jeden Fall verdiene ‘entdeckt’ oder von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, dann würde meine Wahl vermutlich auf Mieczysław Weinberg (1919-1996) fallen.
Der russische Komponist polnischer Abstammung Weinberg wurde kurz nach dem 1. Weltkrieg in Warschau geboren und wuchs in einem musikalischen Haushalt auf. Er flüchtete beim Einmarsch der deutschen Truppen (wegen seiner jüdischen Herkunft) zu Fuß (!) nach Weißrussland, wo er sich in Minsk niederließ.Kurz nachdem er 1941 sein Musikstudium dort abschließen konnte (er hatte es bereits in Warschau aufgenommen), musste er abermals vor dem deutschen Angriff auf die UdSSR fliehen und begab sich zunächst Taschkent. 1943 zog er dann, auf Einladung von Dmitri Shostakovich nach Moskau, wo er Zeit seines Lebens bleiben und als freischaffender Komponist arbeiten sollte. Shostakovich wurde ein enger Freund und Mentor und stand Weinberg auch in den schweren Zeiten antisemitischer Verfolgung während der 1950er Jahre bei.
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