Posts Tagged “Ludwig van Beethoven”

Wenn man von der Bedeutung Beethovens für die Kammermusik spricht, so denkt man in erster Linie an seine sechzehn Streichquartette, seine zehn Violinsonaten und fünf Cellosonaten, Ludwig van Beethoven, 1803die als bahnbrechende Höhepunkte ihres jeweiligen Genres angesehen werden. Ludwig van Beethoven (1770-1827) schrieb aber nicht nur Streichquartette, Violin- und Cellosonaten, er schrieb, vor allem in seiner frühen und mittleren Phase, auch Kammermusik für andere Besetzungen. Am bekanntesten sind noch die Streich- und Klaviertrios, eher unbeachtet bleiben seine drei Streichquintette (und die Fuge für Streichquintett, op. 137). Vielleicht werden sie voreilig zu den vernachlässigbaren Nebenwerken gezählt, weil es sich bei den Streichquintetten fast ausnahmslos um Bearbeitungen anderer kammermusikalischer Werke handelt. Lediglich das Streichquintett in C-Dur, op. 29 ist eine Originalkomposition für die damals übliche ‘Wiener’ Besetzung mit zwei Violinen, zwei Bratschen und Cello, die Mozart in den 1780er Jahren populär gemacht hatte (im Gegensatz zu Boccherinis Streichquintett mit zwei Celli).
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Der Echo Klassik ist wohl der bekannteste Musikpreis Deutschlands und wird seit 1994 jährlich durch die Deutsche Phono-Akademie vergeben.  Echo Klassik - Logo © Deutsche Phono-Akademie, echoklassik.deAm 2. Oktober 2011 werden die Preisträger des Echo Klassik 2011 im Konzerthaus Berlin ausgezeichnet. Die Moderation der Preisverleihung hat einmal mehr Thomas Gottschalk übernommen. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft, wird aber an 22:00 Uhr im ZDF übertragen.

Von Codaex vertriebene Plattenfirmen haben auch bei dieser Auflage des Echo Klassik zahlreiche Auszeichnungen gewonnen. Einmal mehr war das Detmolder Label Musikproduktion Dabringhaus und Grimm (MDG) mit sieben Preisen das erfolgreichste aller von Codaex vertriebenen Firmen,. Äußerst erfreulich sind allerdings auch die Preise für Linn Records, Motette und Onyx Classics.

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Cerveri de Girona, Balada - Si voletz que•m laix d'amar

Frühe Ballade: Cerveri de Girona, Balada - Si voletz que•m laix d'amar (Quelle: Wikipedia)

Ursprünglich war »Ballade« ein Begriff der mittelalterlichen Troubadourtradition in der Romania (vgl. dazu bsplw. Italienisch ballare, Okzitanisch balar= tanzen) und bezeichnete das frei gestaltete Tanzlied, entwickelte sich aber im Laufe der Jahre immer mehr zur festen Form mit wiederkehrenden Strophen und einem narrativen Inhalt. Thematisch waren diese Inhalte breit gefächert, je nach Landschaft und Sprache, tendierten aber alle zu dramatischen Stoffen: Vater- Gatten- und Bruder-Morde, blutige Kriege, rächende Wiedergänger, wunderbare Rettungsaktionen und verhängnisvolle Verzauberungen durch Elfen und Feen.

Endes des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Balladen besonders in Deutschland beliebt- Die Schriftsteller der Zeit übertrugen diese aus den englischen, keltischen oder skandinavischen Vorlagen: Herder, Goethe, Eichendorff und etliche andere schrieben äußerst populäre Balladen. Die romantischen Komponisten entdeckten die über alle Maßen dramatischen Texte für sich und schufen innerhalb der Gattung Lied einige bekannte Balladen, man denke von an den Erlkönig von Schubert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ebbten die deutschsprachigen Balladen wieder ab; nun waren es vor allem englischsprachige Komponisten die Balladen vertonten, noch pathetischer, noch anrührender als die deutschen Vorgänger und für heutige Ohren fast ins Lächerliche puritanisch. De facto sollte beispielsweise die Ballade The Lost Chord von Arthur Sullivan bald nach dem ersten Weltkrieg Zielscheibe zahlreichender beißender Verballhornungen werden. Die Zeiten hatten sich geändert. Hintersinn und Ironie zeichnen schließlich auch in der Ballade The Tale Of The Oyster des US-amerikanischeb Musical-Komponisten Cole Porter aus. In der populären Pop- und Rockmusik heute bezeichnet man sentimentale, langsame Songs als Balladen, so sind ausgerechnet viele Hardrock-Gruppen für ihre übermäßig sentimentalen (und bisweilen sehr kitschigen) Balladen bekannt.
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Alina Ibragimova & Cédric Tiberghien - L. van Beethoven - Violin Sonatas - Vol. 3Gleich zwei Titel aus dem Codaex-Vertrieb werden diese Woche beim ostdeutschen Kultursender mdr-Figaro in der Sendung »Take 5« vom Redakteur Dr. Michael Oehme empfohlen: Zum einen das an dieser Stelle gestern besprochene Album “Ludwig van Beethoven – Violin Sonatas – Vol. 3″ von Alina Ibragimova und Cédric Tiberghien, die Oehme als Musiker lobt, die »auf unspektakuläre Weise Schritt für Schritt neues Terrain erobern und dabei immer höchste Maßstäbe erfüllen«, Ana-Marija Markovina: Anton Urspruch - Complete Works for Piano Vol. 1zum anderen das neue Album “Anton Urspruch – Complete Works for Piano Vol. 1″ der experimentierfreudigen Kölner Pianistin Ana-Marija Markovina mit  dem ersten Teil sämtlicher Gesamtaufnahme der Klavierwerke von Anton Urspruch (1850-1907), den Oehme »als Komponist von großer Ausdruckskraft« lobt.

Den gesamten Artikel zur Take-5-Ausgabe vom 11. Juli 2011 findet man → hier.
Den Podacast zur Sendung findet man → hier. (noch nicht veröffentlicht, wird nachgereicht)

Die CD Ludwig van Beethoven – Violin Sonatas – Vol. 3 von Alina Ibragimova und Cédric Tiberghien ist am 17. Juni 2011 auf Wigmore Hall Live (WHLIVE 0045) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de(Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

Die CD Anton Urspruch – Complete Works for Piano Vol. 1 von Ana-Marija Markovina ist am 15. April 2011 bei Genuin (GEN 11205) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de(Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Alina Ibragimova & Cédric Tiberghien - L. van Beethoven - Violin Sonatas - Vol. 3Vor einigen Monaten schrieb ich an dieser Stelle über den Vol. 2 der Gesamteinspielung der Violinsonaten von Ludwig van Beethoven (1770-1827) durch die junge russisch-englische Violinistin Alina Ibragimova und dem französischen Pianisten Cédric Tiberghien:

Hier bahnt sich eine überaus gelungene, lebendige und harmonische Gesamteinspielung der Violinsonaten Beethovens an (…) Ihnen gelingt unverkrampft und nahezu spielerisch, was längst nicht allen arrivierteren Musikern gelungen ist, die sich mit den Violinsonaten im Ganzen beschäftigt haben: Durch und durch stringente, lebendige und inspirierte Umsetzungen aller zehn Violinsonaten.

Nun ist der dritte und letzte Volumen der Einspielungen auf Wigmore Hall Live erschienen und – natürlich – haben die beiden ihr Versprechen eingelöst und auch die fehlenden drei Sonaten, darunter die bekannteste Violinsonate Beethovens, die Kreutzersonate, mit der gleichen Perfektion und Inspiration eingespielt.
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L. Kogan, R. Barshai, M. RostropovichIn den Nachkriegsjahren blühte in Europa die Musikszene wieder auf, sowohl in der westlichen Welt, als auch im Ostblock. Der technische Fortschritt bei der Aufnahme- und Übertragungstechnik beim Radio (und später beim aufkommenden Fernsehen) und, in zunehmenden Maße, bei der Schallplatte, machten die besten Musiker (und Komponisten) eines Landes zu internationalen Stars, hüben wie drüben. Freilich, das Leben im Ostblock war für die Künstler alles andere als einfach: Sowohl die Komponisten, als auch die Musiker hatten unter den absurdesten Restriktionen und Bevormundungen der stalinistischen und post-stalinistischen Kulturapparate zu leiden. In der widersprüchlichen Haltung den Künstlern gegenüber, zeigte sich die Ambivalenz staatlich verordneter Kultur: Zum einen wurden die Künstler exzellent ausgebildet und gefördert, ganz gleich aus welchem gesellschaftlichen Hintergrund sie kamen und wurden zu privilegierten Aushängeschildern des Landes und einer neuen, ‘sozialistischen’ Gesellschaft (nicht nur im Inland, sondern gerade auch im Ausland) stilisiert, zum anderen wurden ihnen vorgeschrieben, wie sie zu komponieren hatten oder, wenn sie Musiker waren, sie wurden mit sinnlosen Reisebeschränkungen behängt, die sie daran hinderten, ihren Ruhm im Westen zu mehren und neue Impulse von ihren Kollegen im Westen zu erhalten Nichtsdestoweniger brachte die Sowjetunion in den 1950er Jahren eine beachtliche Reihe an unbestrittenen ‘Weltstars’ hervor, man denke an den Cellisten Mstislav Rostropovich (1927-2007), den Violinisten David Oistrach (1908-1974) und den Pianisten  Svjatoslav Richter (1915-1997).
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Ludwig van Beethoven, 1803In meiner → Besprechung zur Gesamtausnahme der Violinsonaten von Ludwig van Beethoven (1770-1827) von Jeannette Koekkoek und Sarah Kapustin schrieb ich vergangenes Jahr:

»Die zehn Sonaten für Klavier und Violine sind zwar zumindest teilweise beim Publikum sehr beliebt (…), genießen aber bei Violinisten keinen kanonischen Charakter. Vielleicht liegt es daran, dass Violinisten üblicherweise besonders Interesse an hochvirtuosen Stücken haben (…) ?«

Dies war freilich eine sehr provokant formulierte These. Selbstverständlich gibt es heute eine ganze Reihe von Künstlern, die Beethovens Violinsonaten nicht nur des einfachen Publikumserfolges spielen, sondern aus echter Liebe zur Musik. Die vor einigen Monaten veröffentlichte Gesamtaufnahme der Violinsonaten von Isabelle Faust und Alexander Melnikov (auf Harmonia Mundi) oder die überaus mitreißende, historisch-informierte Aufnahme der Violinsonaten Nos. 3 und 9 von Viktoria Mullova mit Kristian Bezuidenhout (CD des Monats Juni 2010, Besprechung s. → hier) sind nur zwei exzellente Beispiele, wie sehr diese Musik auch heute noch von anerkannten Meistervirtuosen gespielt wird.
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A. Hewitt: L. van Beethoven - Piano Sonatas Vol. 3Es ist nicht das erste Mal, dass die kanadische Pianistin Angela Hewitt mit einer ihrer Veröffentlichungen gute Kritiken bekommt. Die Pianistin gehört zu jenen Künstlern, die vom Publikum geliebt werden, von den Kollegen geschätzt werden und gleichzeitig von der Kritik reihenweise exzellente Besprechungen erhalten. Auch ihre jüngste Veröffentlichung, der dritte Teil ihrer Gesamteinspielung der Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, bildet da keine Ausnahme (s. dazu auch die Besprechung auf diesen Seiten→ hier) . Kaum ist das Album auf dem Markt, schon kürt der nordostdeutsche Kultursender rbb Kulturradio das bei Hyperion erschienene Album zur CD der Woche.
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Angela Hewitt - Foto: © MAIWOLF, Quelle: angelahewitt.comDie kanadischen Pianistin Angela Hewitt gehört zu den derzeit beliebtesten und erfolgreichsten Pianistinnen und hat für die ersten beiden Volumina (Vol. 1 mit den Sonaten No. 4, op. 7, No. 7, op. 10/3, No. 23 “Appassionata”, op. 57, © 2005; Vol. 2 mit den Sonaten No. 3, op. 2/3, No. 8 “Pathétique”, op. 13, No. 15 “Pastorale”, op. 28, © 2007) ihrer Gesamteinspielung der Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, erschienen auf Hyperion Records, bereits viel Lob von der Kritik erhalten. Das Musikmagazin Gramophone sprach von der »Verbindung aus Poesie und Leidenschaft«, die Tageszeitung The Times lobt ihre »Klarheit, Eleganz, Intelligenz und der Glaube daran, den Komponisten für sich sprechen zu lasssen« und das BBC Music Magazine schwärmt über ihre Beethoven-Aufnahmen: »Jeder Moment ist genauso luzid, technisch sicher und fokussiert wie ihre Bach-Einspielungen.« Ich glaube, ich überrasche niemanden, wenn ich an dieser Stelle von vornherein konstatiere, dass Angela Hewitt genau dort weitermacht, wo sie bei den beiden ersten Alben der Klaviersonaten (und bei den Aufnahmen der Cellosonaten, Besprechung dazu auf blog.codaex.dehier) aufgehört hat.
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Ida Haendel: Beethoven / Sibelius - Violin ConcertosDie in Warschau geborene und zwischen Paris und London aufgewachsene Violinistin Ida Haendel (*1928) war eine der ersten Frauen, die sich in der Männerdomäne Violine behaupten konnte, lange bevor Frauen wie Anne-Sophie Mutter (übrigens eine glühende Bewunderin Haendels) und und zahlreiche Violin-Nymphen die Podien eroberten. Bereits mit sieben Jahren wurde sie als Schülerin von Mieczyslaw Michalowicz an der Musikakademie Warschau aufgenommen. Als 1935 ihre Familie nach Paris verzog, studierte sie dort bei Carl Flesch und später bei George Enescu. Sie gilt als Spezialistin für Stravinsky, Tchaikovsky und Sibelius und sie hat mehrfach betont, dass ihr die deutschen Komponisten (Beethoven und Brahms) stets besonders am Herzen gelegen hätten. In der Tat gilt ihre Aufnahme des Violinkonzerts in D-Dur, op. 61 von Ludwig van Beethoven (1770-1827)  aus dem Jahre 1949  (mit dem Philarmonia Orchestra unter Rafael Kubelik) als Meilenstein in der Musikgeschichte, dasselbe gilt für ihre Aufnahme des Violinkonzerts in d-Moll, op. 47 von Jean Sibelius (1865-1957) aus dem Jahre 1993 (!) mit dem jungen  Simon Rattle und dem Birmingham Symphony Orchestra. Sibelius selbst hatte sie 1949 mit seinem Konzert spielen gehört und über sie geschwärmt, dass sein Konzert in Ida Haendel »eine Interpretin von seltenem Können« gefunden habe.
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