Posts Tagged “Klavier”

Sa Chen · Gulbenkian Orchestra, Lawrence Foster: Sergei Rachmaninov - Edvard Grieg - Piano ConcertosDie Tonart-Redaktion des westdeutschen Kultursenders WDR 3 sah vor kurzem die chinesische Pianistin Sa Chen, immerhin Preisträgerin der 12. Van Cliburn International Piano Competition 2005), als durchaus ernsthafte Konkurrentin für Stephen Houghs exzellente Grieg-Einspielung (nachzuhören im Podcast zur Sendung auf → dieser Seite).

Nun, zum Monatsende, können sich auch die blog.codaex.de-Leser von ihrer außerordentlichen Virtuosität und von ihren überdurchschnittlichen interpretatorischen Qualitäten überzeugen, zum einen in diesem halbstündigen Film, der die Aufnahmen zu ihrem aktuellen Grieg/Rachmaninov-Album dokumentiert:

oder, zum anderen, mit diesem separaten Video (ein Ausschnitt des langen Films oben) des 2. Satzes des Klavierkonzerts in a-Moll, op. 16 von Edvard Grieg:

Die SACD Sergei Rachmaninov / Edvard Grieg – Piano Concertos von Sa Chen mit dem Gulbenkian Orchestra  unter der Leitung von Lawrence Foster ist am 18. November 2011 auf Pentatone (CDA67824) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Klavier (Konzertflügel) - (cc--by-sa 2.5) Andreas PraefckeDie Romantik war zweifelsohne die Epoche des Klavierkonzerts. Zwar gab es schon im Barock und in der Klassik zahlreiche Klavier- (bzw. Cembalo-) Konzerte, doch zu keiner anderen Zeit blühte das Genre so sehr auf, wie in der Romantik. Dafür mag es viele Gründe geben: Die fortschreitende technische Verbesserung des Klaviers und der Bau großer Konzerthallen, die Verbürgerlichung der Gesellschaft und die Verstädterung der europäischen Kulturnationen, die das Aufkommen einer internationalen Konzertkultur begünstigte, das daraus resultierende Virtuosentum, das eine Vielzahl an “Stars” hervorbrachte und – last but noch least – das Wesen des Klavierkonzerts selbst, das in seiner Anlage der romantischen Musik entgegenkommt, wo ein facettenreiches Soloinstrument im Dialog (oder manchmal im Disput) mit dem Orchester steht. Das Klavier teilte sich die Aufmerksamkeit des Publikums mit relativ wenigen anderen Solo-Instrumenten, allen voran der Violine. Einige andere Solo-Instrumente, etwa das Cello, die Viola oder die Gitarre, erlangten bei einzelnen Komponisten oder in einzelnen Ländern eine gewisse Bedeutung, gegen die Übermacht des Klaviers in der Romantik konnte kein Instrument bestehen.
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In der Besprechung zur CD „Chopin & Mendelssohn“ von Pieter Wispelwey und Paolo Giacometti freute ich mich mit den Interpreten über die zweite Cellosonate von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), als ein Meisterwerk, das reif, tiefgründig und in seinem vollen Rang verkannt ist – Lieblingsliteratur, nicht nur für anspruchsvolle Cellisten, die in der Lage sind, sie zu spielen. Nur einen Monat nach dieser CD, die Mendelssohn gemeinsam mit Chopin fokussiert, erschien Mitte Oktober 2011 eine weitere Veröffentlichung, diesmal mit reinem Mendelssohn-Programm und gleichfalls mit vielversprechender Provenienz: Paul Watkins, einer der führenden englischen Cellisten unserer Tage, spielte begleitet von seinem Bruder Huw Watkins die beiden Cellosonaten op. 45 und 58 neben den Variations concertantes op. 17 und dem Lied ohne Worte in D-Dur op. 109 bei Chandos ein. Natürlich reizen die zeitliche Koinzidenz und die weite Programmüberschneidung zu Vergleichen, zumal wenn hier wie dort anerkannte Spitzenmusiker am Werk sind.

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Markus Becker - BBC NO of Wales, Thierry Fischer - The Romantic Piano Concerto Vol. 55 - Charles-Marie WidorDie 55. Ausgabe der Hyperion-Reihe  The Romantic Piano Concerto kommt offenbar nicht nur bei unserem Gast-Rezensenten Burkhard Schäfer gut an (s. seine Besprechung von gestern), auch die Kritikerkollegen der Kulturradios zeigen sich überrascht und erfreut über diese erneute Schatzhebung in der monumentalen Reihe mit Klavierkonzert-Raritäten aus der Romantik. Die beiden Klavierkonzerte und die Fantaisie für Klavier und Orchester von Charles-Marie Widor (1844–1934). eingespielt vom BBC National Orchestra of Wales (BBCNOW) unter Thierry Fischer mit  Markus Becker als Solisten, waren nun fast zeitgleich der Gegenstand der Betrachtung bei zwei großen deutschen Kultursendern, dem norddeutschen NDR Kultur und dem westdeutschen WDR 3. Beiden gemein ist eine äußerst positive Bewertung von der vorgestellten Musik und den ausführenden Musikern.

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Unser Gast-Rezensent Dr. Burkhard Schäfer studierte Literaturwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Tübingen und Wien. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er das Redaktionsbüro Schäfer. Spezialisiert auf den Bereich Kulturjournalismus (mit Schwerpunkt in der Klassik) hat Schäfer zahlreiche Interviews mit berühmten Vertretern der Musikszene geführt, beispielsweise mit Dietrich Fischer-Dieskau, Martha Argerich, Hans Werner Henze und Sofia Gubaidulina. Als freier Journalist schreibt er für Tageszeitungen, Fachmedien und Online-Portale wie Zeit-Online, Südwest Presse (SWP), die „neue musikzeitung“ (nmz) und das „Ensemble-Magazin für Kammermusik“. Am 18. Juni 2011 war er Studiogast von Ines Pasz in der Sendung „SWR2 Treffpunkt Klassik extra“.

Burkhard Schäfer lebt mit seiner Familie in Ulm und betreibt für das Redaktionsbüro Schäfer den Twitter-Account „Kammermusik“.

Markus Becker - BBC NO of Wales, Thierry Fischer - The Romantic Piano Concerto Vol. 55 - Charles-Marie WidorOhne Übertreibung darf man sagen, dass die vom britischen Label Hyperion Records vor ziemlich genau 20 Jahren ins Leben gerufene Serie „The Romantic Piano Concerto“ sich längst zu der wohl wichtigsten CD-Reihe ihrer Art gemausert hat. Was am 6. November 1991, dem Erscheinungstag von Volume 1 [→ bei amazon.de | → bei jpc.de], mit den Klavierkonzerten von Paderewski und Moszkowski begann, erreicht mit den beiden schönen Klavierkonzerten von Charles-Marie Widor (1844–1934) und seiner nicht minder berührenden „Fantaisie“ für Klavier und Orchester jetzt die stolze „Hausnummer“ 55 – und ein Ende der Reihe ist, so hat es den Anschein und so ist auch nur zu hoffen, immer noch nicht abzusehen.
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Pieter Wispelwey & Paolo Giacometti: Frédéric Chopin - Felix Mendelssohn Bartholdy – Cello SonatasDas Glück der Cellisten preist Pieter Wispelwey, angesichts der beiden romantischen Cello-Sonaten von Felix Mendelssohn Bartholdy und Frédéric Chopin, die er mit seinem langjährigen Klavier-Partner Paolo Giacometti auf einer neu bei Onyx erschienenen CD eingespielt hat – eine Freude, die ohne den geringsten Umweg auf den Hörer überspringt.

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Franz Ortner & Caroline Boirot: Une Soirée chez Brahms

Unser Gast-Rezensent Nils-Christian Engel studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Prag, Leipzig und Halle (Saale). Er arbeitet als PR-Journalist, bevorzugt an Streicherthemen, mit der persönlichen Begeisterung eines Amateur-Cellisten.

„Une soirée chez Brahms“ – wer wollte das nicht? Unter diesem verlockenden Titel haben der Cellist Franz Ortner und die Pianistin Caroline Boirot bei Lyrinx eine hörenswerte Aufnahme romantischer Kammermusik eingespielt. Zwei junge Musiker zelebrieren die Freundschaft, nach den Begriffen einer vergangenen Zeit.
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30 Years Hyperion- LogoIch kann mich nur immer wieder wundern, woher die findigen Leute der die britische Plattenfirma Hyperion Records nur all die romantischen Klavierkonzerte auftreiben, die sie in der Reihe “The Romantic Piano Concerto” zu Gehör bringen. Man sollte doch meinen, dass nach über 50 Volumen und über 100 Konzerten den Machern der Reihe so langsam die Quellen ausgingen oder dass man zumindest einen gewissen Qualitätsabfall bemerken könnte, doch weit gefehlt: Die bei weitem umfangreichste Sammlung mit (hauptsächlich vergessenen) Klavierkonzerten der Romantik bringt auch bei der 54. Veröffentlichung noch echte Highlights zu Tage: Klavierkonzerte (und symphonische Variationen mit Klavier) der beiden heutzutage nahezu vergessenen englischen Komponisten Frederic Hymen Cowen (1852–1935) und Arthur Somervell (1863-1937). Wie so oft bei den Alben der Reihe handelt es sich um Weltersteinspielungen. Als Solist spielt das Romantic-Piano-Collection-erprobte BBC Scottish Symphony Orchestra unter der Leitung von Martyn Brabbins, als Solist ist Martin Roscoe zu hören.
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Complete Roge Debussy Vol. V2005 startete der französische Pianist Pascal Rogé (der Ambassadeur de la musique française) mit seiner Gesamtaufnahme aller Klavierwerke von Claude Debussy (1862-1918). Auf dem nun erschienenen fünften und letzten Volumen der Reihe spielt Rogé gemeinsam mit seiner Frau Ami die Werke für zwei Klaviere und für Klavier zu vier Händen. Das bei Onyx Classics erschienene Album in der Rubrik »Take « beim ostdeutschen Sender mdr Figaro vom Redakteur Michael Kuhlmann vorgestellt worden.
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Ilona Then-Bergh & Michael Schäfer: Grigorij Krein / Samuil Feinberg - Violin SonatasWas lange währt, wird endlich gut: Schön, dass auch eine Nischen-Veröffentlichung wie die vor einigen Monaten erschienene CD des Münchener “Entdecker-Duos” Ilona Then-Bergh und Michael Schäfer mit den Violinsonaten von Grigorij Krein (1879-1957) und Samuil Feinberg (1890-1962) (unsere → CD des Monats April 2011)  nach und nach von der der Kritik wahrgenommen wird. Man kann gar nicht oft genug betonen, dass es sich bei diesem Album, trotz (oder gerade wegen?) der unbekannten Komponisten und Kompositionen, um eines der interessantesten Kammermusik-Alben des Jahres handelt.
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