Posts Tagged “Kammermusik”

Pieter Wispelwey & Paolo Giacometti: Frédéric Chopin - Felix Mendelssohn Bartholdy – Cello SonatasDas Glück der Cellisten preist Pieter Wispelwey, angesichts der beiden romantischen Cello-Sonaten von Felix Mendelssohn Bartholdy und Frédéric Chopin, die er mit seinem langjährigen Klavier-Partner Paolo Giacometti auf einer neu bei Onyx erschienenen CD eingespielt hat – eine Freude, die ohne den geringsten Umweg auf den Hörer überspringt.

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Unser Gast-Rezensent Dr. Burkhard Schäfer studierte Literaturwissenschaft und Philosophie an den Universitäten Tübingen und Wien. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er das Redaktionsbüro Schäfer. Spezialisiert auf den Bereich Kulturjournalismus (mit Schwerpunkt in der Klassik) hat Schäfer zahlreiche Interviews mit berühmten Vertretern der Musikszene geführt, beispielsweise mit Dietrich Fischer-Dieskau, Martha Argerich, Hans Werner Henze und Sofia Gubaidulina. Als freier Journalist schreibt er für Tageszeitungen, Fachmedien und Online-Portale wie Zeit-Online, Südwest Presse (SWP), die „neue musikzeitung“ (nmz) und das „Ensemble-Magazin für Kammermusik“. Am 18. Juni 2011 war er Studiogast von Ines Pasz in der Sendung „SWR2 Treffpunkt Klassik extra“.

Burkhard Schäfer lebt mit seiner Familie in Ulm und betreibt für das Redaktionsbüro Schäfer den Twitter-Account „Kammermusik“.

Takács Quartet: Joseph Haydn - String Quartets op. 74Auch wenn Beethoven mit seinen späten Streichquartetten in schier unfassbare musikalische Regionen vorgestoßen ist, Komponisten wie Bartók, Janáček oder Webern der Gattung im 20. Jahrhundert buchstäblich unerhörte Facetten abgelauscht haben und Geräusch-„Extremisten“ wie Helmut Lachenmann die klanglichen Möglichkeiten der vier Instrumente heute bis zum Exzess treiben – das gültige Muster der Gattung Streichquartett stammt von ihrem genialen Erfinder: Joseph Haydn. Er und nur er hat – um mit seinem großen Bewunderer Goethe zu sprechen – die „Urpflanze“ geschaffen, an denen sich alle anderen Kompositionen für die Königsdisziplin der Kammermusik auf ewig werden messen müssen.

Als ob es dafür überhaupt noch eines Beweises bedurft hätte, legt das Takács Quartet jetzt eine nicht nur mustergültige, sondern wahrhaft beglückende Einspielung von Haydns Quartetten op. 74 vor. Mit der Aussage „So und nicht anders!“ sollte man vorsichtig sein, weil Interpretationen subjektiv sind und per definitionem immer wieder „anders“ ausfallen (müssen). Gleichwohl sei der Satz im Angesicht dieser wahrhaft überragenden Lesart ausnahmsweise einmal gestattet.
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Franz Ortner & Caroline Boirot: Une Soirée chez Brahms

Unser Gast-Rezensent Nils-Christian Engel studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Prag, Leipzig und Halle (Saale). Er arbeitet als PR-Journalist, bevorzugt an Streicherthemen, mit der persönlichen Begeisterung eines Amateur-Cellisten.

„Une soirée chez Brahms“ – wer wollte das nicht? Unter diesem verlockenden Titel haben der Cellist Franz Ortner und die Pianistin Caroline Boirot bei Lyrinx eine hörenswerte Aufnahme romantischer Kammermusik eingespielt. Zwei junge Musiker zelebrieren die Freundschaft, nach den Begriffen einer vergangenen Zeit.
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Das sonic.art Saxophone Quartet, vormals etwas weniger anglophon das “sonic.art Quartett” (mit zwei t), ist ein hochinteressantes Berliner Kammermusik-Ensemble, das sich aus den Musikern sonic.art Saxophone QuartetRuth Velten (Sopransaxophon), Alexander Doroshkevich (Altsaxophon, Baritonsaxophon), Annegret Schmiedl (Baritonsaxophon) und Martin Posegga (Tenorsaxophon) zusammensetzt. Das vielfach ausgezeichnete Quartett hat sich auf die Fahnen geschrieben hauptsächlich Original-Literatur für Saxophonquartett zu spielen. Das schränkt zwar einerseits das Repertoire ein (immerhin spielen sie gelegentlich auch gelungene Bearbeitungen), andererseits machte es das 2005 gegründete Ensemble binnen kürzester Zeit zu einem der kompetentesten Saxophonquartette für zeitgenössische Musik und hat schon mit bedeutenden Komponisten wie Sofia Gubaidulina, Helmut Lachenmann, Walter Zimmermann, Georg Katzer, Olga Neuwirth, Fabien Lévy und Steffen Schleiermacher zusammengearbeitet.
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Pavel Haas Quartet: A. Dvořák - String Quartets. opp. 96 & 106 Am Wochenende wurde das Prager Pavel Haas Quartet mit dem prestigeträchtigen Gramophone Award für das Album des Jahres (s. Artikel dazu → hier) für seine aktuelle Supraphon-CD mit dem Quartett No. 13 in G-Dur, op. 106 und dem Amerikanischen Quartett No. 12 in F-Dur, op. 96 von Antonín Dvořák (1841-1904) ausgezeichnet.

Hier das Video der Preisverleihung mit einer Laudatio und der Dankesrede der Musiker:

Die CD Antonín Dvořák – String Quartets Nos. 13 & 12 “American”, opp. 106 & 96 des Pavel Haas Quartet ist am 22.Oktober 2010 auf Supraphon (4038) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Neue CDsIn der zweiteiligen Rubrik Vorschau wird stets am Monatsbeginn ein ausgewählter Überblick über die interessantesten Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb präsentiert. Üblicherweise kommen die Titel in der zweiten Monatshälfte in den Handel. Ein Teil dieser vorgestellten Titel wird dann im Laufe der kommenden Wochen im Blog noch ausführlicher besprochen.

Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb erscheinen am 14. Oktober 2011.

Die monatliche Codaex-Neuheiten-Newsletter mit Infos zu allen anstehenden Veröffentlichungen im Codaex-Vertrieb kann man → hier abonnieren.

Im heutigen Teil I der Vorschau präsentiere ich meine Favoriten aus den Bereichen 1. Orchesterwerke und 2. Kammermusik; morgen im Teil II folgen dann die Höhepunkte der Neuerscheinungen aus den Bereichen 3. Lied, 4. Alte Musik und 5. Weihnachtliche Musik.
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Die aktuelle besondere CD-Empfehlung der Holland Baroque Society “Barbaric Beauty”, die mit dem slowakischen Violinisten Miloš Valent und dem Hackbrett-Solisten und Flötisten Jan Rokyta entstand, ist ein unterhaltsames Beispiel für eine Genre-übergreifende Zusammenarbeit, die die barocken Tänze von Georg Philipp Telemann (1681-1767) in einem anderen Licht erscheinen lässt. Dies kann man nicht nur auf der aktuellen CD nachhören, sondern auch in diesem kurzen Konzert-Video ansehen:

Holland Baroque Society meets Miloš Valent: Barbaric Beauty – Telemann & 18th c. Dance ManuscriptsDie SACD Barbaric Beauty – Telemann & 18th c. Dance Manuscripts von Holland Baroque Society meets Miloš Valent mit Jan Rokyta ist am 16. September 2011 auf Channel Classics (CCS 31911) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Ilona Then-Bergh & Michael Schäfer: Grigorij Krein / Samuil Feinberg - Violin SonatasWas lange währt, wird endlich gut: Schön, dass auch eine Nischen-Veröffentlichung wie die vor einigen Monaten erschienene CD des Münchener “Entdecker-Duos” Ilona Then-Bergh und Michael Schäfer mit den Violinsonaten von Grigorij Krein (1879-1957) und Samuil Feinberg (1890-1962) (unsere → CD des Monats April 2011)  nach und nach von der der Kritik wahrgenommen wird. Man kann gar nicht oft genug betonen, dass es sich bei diesem Album, trotz (oder gerade wegen?) der unbekannten Komponisten und Kompositionen, um eines der interessantesten Kammermusik-Alben des Jahres handelt.
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Paris am Ende des 19. Jahrhundert war zumindest für viele das künstlerische Epizentrum der Welt. Kaum eine andere Stadt hatte eine größere Anziehungskraft auf Künstler, in keiner anderen Stadt trafen Komponisten, Musiker, Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Tänzer und Bohemiens aus der halben Welt so selbstverständlich aufeinander, wie in Paris. Maurice RavelWährend sich in den anderen europäischen Zentren wie Wien, Leipzig und London ein bestimmter Status Quo auf hohem Niveau etablierte, wirkte der Schmelztiegel Paris wie ein großer Katalysator auf die Kunst und war das Zentrum quasi aller Strömungen und Gegen-Strömungen. Hier entwickelte man neue Ideen (und verwarf sie), hier wurde experimentiert, hier gab es Skandale en masse, heftige Diskussionen und mutige Experimente; erst der zweite Weltkrieg sollte eine Zäsur bringen und die Kunst nachhaltig verändern.

Die Lebendigkeit der Pariser Szene wirkte selbstverständlich auch auf die heimischen Komponisten: Sie rückten international immer öfter in den Vordergrund. Waren zeitgenössische französische Komponisten zuvor hauptsächlich als Opern- und Ballettkomponisten in Erscheinung getreten, so rückte nun verstärkt die französische Orchester- und Kammermusik in den Vordergrund. In der Pariser Hoch-Zeit feierten Komponisten wie Camille Saint-Saëns (1835-1921) und Gabriel Fauré (1845-1924), vor allem aber Claude Debussy (1862-1918) und Maurice Ravel (1875-1937) weltweite Erfolge und waren gleichzeitig wichtige Innovatoren der Musik.
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Alina Ibragimova & Cédric Tiberghien: Maurice Ravel - Complete Music for Violin & PianoDie russisch-englische Violinistin Alina Ibragimova gehört für mich zu den Aufsteigern des Jahres. Nicht nur, dass sie gemeinsam mit ihrem kongenialen Partner Cédric Tiberghien am Klavier mit Bravour den Zyklus der Beethoven’schen Violinsonaten vor einigen Monaten abgeschlossen hat (s. Besprechung) und damit auf auch live auf jeder Ebene überzeugen konnte, auch ihre neueste CD mit Musik für Violine und Klavier von Maurice Ravel (1775-1937) und dem relativ unbekannten Belgier Guillaume Lekeu (1870-1894) gehört zu den absoluten Highlights der diesjährigen Kammermusik-CDs (eine ausführliche Besprechung des Albums folgt morgen an dieser Stelle). Nun wurde dieses neue Album als CD-Tipp beim süddeutschen Kultursender BR-Klassik von der Redakteurin Meret Forster vorgestellt.
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