Posts Tagged “Kammermusik”

A. Hewitt: L. van Beethoven - Piano Sonatas Vol. 3Es ist nicht das erste Mal, dass die kanadische Pianistin Angela Hewitt mit einer ihrer Veröffentlichungen gute Kritiken bekommt. Die Pianistin gehört zu jenen Künstlern, die vom Publikum geliebt werden, von den Kollegen geschätzt werden und gleichzeitig von der Kritik reihenweise exzellente Besprechungen erhalten. Auch ihre jüngste Veröffentlichung, der dritte Teil ihrer Gesamteinspielung der Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, bildet da keine Ausnahme (s. dazu auch die Besprechung auf diesen Seiten→ hier) . Kaum ist das Album auf dem Markt, schon kürt der nordostdeutsche Kultursender rbb Kulturradio das bei Hyperion erschienene Album zur CD der Woche.
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Angela Hewitt - Foto: © MAIWOLF, Quelle: angelahewitt.comDie kanadischen Pianistin Angela Hewitt gehört zu den derzeit beliebtesten und erfolgreichsten Pianistinnen und hat für die ersten beiden Volumina (Vol. 1 mit den Sonaten No. 4, op. 7, No. 7, op. 10/3, No. 23 “Appassionata”, op. 57, © 2005; Vol. 2 mit den Sonaten No. 3, op. 2/3, No. 8 “Pathétique”, op. 13, No. 15 “Pastorale”, op. 28, © 2007) ihrer Gesamteinspielung der Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven, erschienen auf Hyperion Records, bereits viel Lob von der Kritik erhalten. Das Musikmagazin Gramophone sprach von der »Verbindung aus Poesie und Leidenschaft«, die Tageszeitung The Times lobt ihre »Klarheit, Eleganz, Intelligenz und der Glaube daran, den Komponisten für sich sprechen zu lasssen« und das BBC Music Magazine schwärmt über ihre Beethoven-Aufnahmen: »Jeder Moment ist genauso luzid, technisch sicher und fokussiert wie ihre Bach-Einspielungen.« Ich glaube, ich überrasche niemanden, wenn ich an dieser Stelle von vornherein konstatiere, dass Angela Hewitt genau dort weitermacht, wo sie bei den beiden ersten Alben der Klaviersonaten (und bei den Aufnahmen der Cellosonaten, Besprechung dazu auf blog.codaex.dehier) aufgehört hat.
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Neue CDsIn der Rubrik Vorschau werden zu Monatsbeginn ausgesuchte Titel aus den anstehenden Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb vorgestellt. Prinzipiell kommen alle heute hier vorgestellten Titel (und alle anderen Codaex-relevanten Veröffentlichungen) am  20.August 2010 in den Handel.

Im gestrigen 1. Teil der Vorschau stelle ich I. Orchesterwerke und II.geistliche und weltliche Vokalmusik vor; heute folgen dann die .Neuerscheinungen aus dem Bereich III. Kammermusik

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Aquarelle Guitar Quartet - Photo: © aquarellegq.comDie Gitarre ist eines der wenigen Instrumente, dass in allen Genres der Musik als Solo-Instrument verwendet wird: Sowohl in der Popmusik, als auch im Jazz, im Blues, in den verschiedenen Volksmusiken (und erst recht bei dem, was man unter Folk zusammenfasst) und ebenso in der klassischen Musik. Vielleicht hat diese Omnipräsenz in der Musik dazu beigetragen, dass die Musik für Gitarre auch oft genreübergreifend komponiert wird, dass selbst ‘klassische’ Komponisten bei ihren Werken für Gitarre auch Einflüsse aus anderen Bereichen der Musik aufgenommen haben: Gitarrenmusik ist immer in erster Linie Musik für Gitarren, ganz gleich unter welchem ‘Etikett’ dann diese gehandelt wird. Für die Connaisseurs dieser Musik ist das nebensächlich. So hat der Flamenco-Gitarrist Paco De Lucía 1978 eigens Noten gelernt, um Kammermusik von Manuel De Falla (1876-1946) aufnehmen zu können, 1991 folgte dann sogar das berühmteste Gitarrenkonzert überhaupt, das Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo (1901-1999); der britische Jazz-Gitarrist John McLaughlin wiederum komponierte 1988 sein ‘klassisches’ Mediterranean Concerto für Gitarre und Orchestra.
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Neue CDsIn der Rubrik Vorschau werden zu Monatsbeginn ausgesuchte Titel aus den anstehenden Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb vorgestellt. Prinzipiell kommen alle heute hier vorgestellten Titel (und alle anderen Codaex-relevanten Veröffentlichungen) am  23. Juli 2010 in den Handel.

Im gestrigen 1. Teil der Vorschau stelle ich I. Orchesterwerke und II.geistliche und weltliche Vokalmusik vor; heute folgen dann die Neuerscheinungen aus den Bereichen III. Kammermusik und IV. historische Aufnahmen/ Wiederveröffentlichungen.
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Arvo Pärt - © Woesinger/flickr.comAls der estnische Komponist Arvö Pärt (*1935) nach frühen Kompositionen neoklassizistischer, später serieller Art und nach einer langen schöpferischen Pause 1976 das Klavierstück “Für Alina” veröffentlichte, hatte er in dieser Pause eine eigene, sehr reduzierte Klangsprache entwickelt, die für sein Œuvre fortan prägend sein sollte. Er nannte sie “Tintinnabuli-Stil”. abgeleitet vom lateinischen Wort für Glöckchen. Damit spielte er auf das “Klingeln” des Dreiklangs an, der eine zentrale Rolle in dieser Kompositionstechnik hat. Die Wikipedia schreibt dazu

»Kompositionstechnisch bestehen Pärts Tintinnabuli-Werke aus zwei Stimmen: Eine Stimme besteht aus einem Dur- oder Moll-Dreiklang, die zweite ist die Melodiestimme, die nicht zwingend in derselben Tonart steht wie die erste. Beide Stimmen sind durch strenge Regeln miteinander verknüpft. Der kleinste musikalische Baustein ist der Zweiklang, weshalb auch die Melodiestimme aus zwei Stimmen besteht. Die daraus entstehenden Gebilde entbehren trotz der Einfachheit des Materials und dem Ziel der Reduktion auf das Wesentliche jedoch nicht der Komplexität. Mit Hilfe alter Techniken wie des Proportionskanons entwickelt er Formen, die durch ihre Regelmäßigkeit große Ruhe ausstrahlen. Die Statik der Dreiklangstöne repräsentiert sozusagen die Ewigkeit, die Dynamik des Melodischen die Vergänglichkeit der Zeit.«

Hinter dem einfach klingenden Resultat steckt also eine durchdachte, ja fast schon mathematische Formel, die den Klang auf das Wesentliche reduziert. Diese ‘einfach klingende’ (und das meine ich gewiss nicht wertend), aber ungemein suggestiv wirkende Musik erschloss Pärt breite Hörerschichten. Ohne es vielleicht mit seiner introvertierten Musik beabsichtigt zu haben, wurde er zu einem der meist gehörten zeitgenössischen Komponisten.
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Es ist nicht unerwartet, dass solch ein Mammutprojekt wie die Aufnahme sämtliche Lieder von Johannes Brahms (1833-1897) für das britische Label Hyperion von den CD-Kritikern beachtet wird, zumal die vorigen Projekte ähnlicher Machtart, die Gesamtaufnahmen der Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann, Gabriel Fauré und Richard Strauss sehr gelungen sind: Es gibt nicht mehr viele Plattenfirmen, die solch enzyklopädischen Leistungen auf solch einem Niveau realisieren können.
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Mullova/Bezuidenhout - Beethoven - Violin SonatasReihenweise gute Kritiken ernten die russische Violinistin Viktoria Mullova und der südafrikanische Fortepianist Kristian Bezuidenhout für ihre gerade bei  Onyx Classics erschienene neue CD mit den Violinsonaten Nos. 3 & 9 (der Kreutzersonate) von Ludwig van Beethoven.

Nach BR Klassik (s. → hier), NDR Kultur (s. → hier) und dem Deutschlandradio Kultur (s. → hier), hat nun auch das Kulturradio des rbb das Albuum als »CD des Woche« ausgezeichnet. Meine Einschätzung auf diesen Seiten findet sich also in bester Gesellschaft: Das Album ist auch die aktuelle »CD des Monats« → hier auf diesen Seiten.
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Mullova/Bezuidenhout - Beethoven - Violin SonatasAller guten Dinge sind drei: Nach positiven Besprechungen auf BR Klassik (s. → hier) und NDR Kultur (s. → hier) bespricht nun auch der überregionale Sender Deutschlandradio Kultur (als »CD des Woche«) das gerade auf Onyx Classics erschienene neue Album der russischen Violinistin Viktoria Mullova und des südafrikanischen Fortepianisten Kristian Bezuidenhout mit zwei Violinsonaten von Ludwig van Beethoven, nämlich der frühen Sonate No. 3, op. 12/3 und der Kreutzersonate (also die Sonate No. 9, op. 47). Das Album ist übrigens auch die aktuelle »CD des Monats« → hier auf diesen Seiten.

Deutschlandradio Kultur-Redakteur Gerald Felber stellt in seiner kurzen Besprechung die Herausforderung »Ludwig van Beethoven im Klang seiner Zeit zu erfassen« heraus, der sich die beiden Künstler gestellt haben. Der Wunsch diese Sonaten »so authentisch wie möglich« einzuspielen sei schon an der Wahl der Instrumente erkennbar.

Er resümiert:

»Aus dem Zusammenwirken [Viktoria] Mullovas mit Kristian Bezuidenhout entstehen reizvolle Klangperspektiven, die auch Bekanntes neu hören lassen.«

Den gesamten Artikel kann man → hier nachlesen.

Das Album Ludwig van Beethoven – Violin Sonatas Nos. 3 & 9, gespielt von Viktoria Mullova & Kristian Bezuidenhout ist am 25. Juni auf Onyx Classics (4050) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Guadagnini 1782 - Bildquelle: florianleonhard.comVor etwas mehr als einem Monat schrieb ich in meiner → Besprechung zur Gesamtausgabe der Violinsonaten von Ludwig van Beethoven (1770-1827) von Jeannette Koekkoek und Sarah Kapustin:

»Die zehn Sonaten für Klavier und Violine sind zwar zumindest teilweise beim Publikum sehr beliebt (…), genießen aber bei Violinisten keinen kanonischen Charakter. Vielleicht liegt es daran, dass Violinisten üblicherweise besonders Interesse an hochvirtuosen Stücken haben, die sie als Musiker an die Grenzen der Technik (und oft genug weit darüber hinaus) bringen, mit denen man glänzen kann, wenn man sie bewältigt, weil man seine virtuosen Fähigkeiten unter Beweis stellt?«

Es gibt freilich auch eine Ausnahme: Die sogenannte “Kreutzersonate“ (ergo die Sonate für Pianoforte und Violine No. 9, op. 47) wird immer wieder von den wichtigsten und besten Violinisten aufgenommen, zum einen sicherlich weil sie zum populärsten Repertoire für Violine und Klavier gehört, zum anderen sicherlich auch, weil die Kreutzersonate sehr wohl technische Schwierigkeiten en masse bietet und jede Menge Möglichkeiten seine Interpretationskunst unter Beweis zu stellen. Am Besten gelingt sie (so scheint mir) jenen Violinisten, die sich nicht mehr beweisen müssen oder wollen, ergo den ganz Großen der Zunft, den Charakterköpfen und echten Persönlichkeiten.
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