Posts Tagged “Kammermusik”

Aquarelle Guitar Quartet - Photo: © aquarellegq.comDie Gitarre ist eines der wenigen Instrumente, dass in allen Genres der Musik als Solo-Instrument verwendet wird: Sowohl in der Popmusik, als auch im Jazz, im Blues, in den verschiedenen Volksmusiken (und erst recht bei dem, was man unter Folk zusammenfasst) und ebenso in der klassischen Musik. Vielleicht hat diese Omnipräsenz in der Musik dazu beigetragen, dass die Musik für Gitarre auch oft genreübergreifend komponiert wird, dass selbst ‘klassische’ Komponisten bei ihren Werken für Gitarre auch Einflüsse aus anderen Bereichen der Musik aufgenommen haben: Gitarrenmusik ist immer in erster Linie Musik für Gitarren, ganz gleich unter welchem ‘Etikett’ dann diese gehandelt wird. Für die Connaisseurs dieser Musik ist das nebensächlich. So hat der Flamenco-Gitarrist Paco De Lucía 1978 eigens Noten gelernt, um Kammermusik von Manuel De Falla (1876-1946) aufnehmen zu können, 1991 folgte dann sogar das berühmteste Gitarrenkonzert überhaupt, das Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo (1901-1999); der britische Jazz-Gitarrist John McLaughlin wiederum komponierte 1988 sein ‘klassisches’ Mediterranean Concerto für Gitarre und Orchestra.
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Neue CDsIn der Rubrik Vorschau werden zu Monatsbeginn ausgesuchte Titel aus den anstehenden Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb vorgestellt. Prinzipiell kommen alle heute hier vorgestellten Titel (und alle anderen Codaex-relevanten Veröffentlichungen) am  23. Juli 2010 in den Handel.

Im gestrigen 1. Teil der Vorschau stelle ich I. Orchesterwerke und II.geistliche und weltliche Vokalmusik vor; heute folgen dann die Neuerscheinungen aus den Bereichen III. Kammermusik und IV. historische Aufnahmen/ Wiederveröffentlichungen.
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Arvo Pärt - © Woesinger/flickr.comAls der estnische Komponist Arvö Pärt (*1935) nach frühen Kompositionen neoklassizistischer, später serieller Art und nach einer langen schöpferischen Pause 1976 das Klavierstück “Für Alina” veröffentlichte, hatte er in dieser Pause eine eigene, sehr reduzierte Klangsprache entwickelt, die für sein Œuvre fortan prägend sein sollte. Er nannte sie “Tintinnabuli-Stil”. abgeleitet vom lateinischen Wort für Glöckchen. Damit spielte er auf das “Klingeln” des Dreiklangs an, der eine zentrale Rolle in dieser Kompositionstechnik hat. Die Wikipedia schreibt dazu

»Kompositionstechnisch bestehen Pärts Tintinnabuli-Werke aus zwei Stimmen: Eine Stimme besteht aus einem Dur- oder Moll-Dreiklang, die zweite ist die Melodiestimme, die nicht zwingend in derselben Tonart steht wie die erste. Beide Stimmen sind durch strenge Regeln miteinander verknüpft. Der kleinste musikalische Baustein ist der Zweiklang, weshalb auch die Melodiestimme aus zwei Stimmen besteht. Die daraus entstehenden Gebilde entbehren trotz der Einfachheit des Materials und dem Ziel der Reduktion auf das Wesentliche jedoch nicht der Komplexität. Mit Hilfe alter Techniken wie des Proportionskanons entwickelt er Formen, die durch ihre Regelmäßigkeit große Ruhe ausstrahlen. Die Statik der Dreiklangstöne repräsentiert sozusagen die Ewigkeit, die Dynamik des Melodischen die Vergänglichkeit der Zeit.«

Hinter dem einfach klingenden Resultat steckt also eine durchdachte, ja fast schon mathematische Formel, die den Klang auf das Wesentliche reduziert. Diese ‘einfach klingende’ (und das meine ich gewiss nicht wertend), aber ungemein suggestiv wirkende Musik erschloss Pärt breite Hörerschichten. Ohne es vielleicht mit seiner introvertierten Musik beabsichtigt zu haben, wurde er zu einem der meist gehörten zeitgenössischen Komponisten.
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Es ist nicht unerwartet, dass solch ein Mammutprojekt wie die Aufnahme sämtliche Lieder von Johannes Brahms (1833-1897) für das britische Label Hyperion von den CD-Kritikern beachtet wird, zumal die vorigen Projekte ähnlicher Machtart, die Gesamtaufnahmen der Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann, Gabriel Fauré und Richard Strauss sehr gelungen sind: Es gibt nicht mehr viele Plattenfirmen, die solch enzyklopädischen Leistungen auf solch einem Niveau realisieren können.
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Mullova/Bezuidenhout - Beethoven - Violin SonatasReihenweise gute Kritiken ernten die russische Violinistin Viktoria Mullova und der südafrikanische Fortepianist Kristian Bezuidenhout für ihre gerade bei  Onyx Classics erschienene neue CD mit den Violinsonaten Nos. 3 & 9 (der Kreutzersonate) von Ludwig van Beethoven.

Nach BR Klassik (s. → hier), NDR Kultur (s. → hier) und dem Deutschlandradio Kultur (s. → hier), hat nun auch das Kulturradio des rbb das Albuum als »CD des Woche« ausgezeichnet. Meine Einschätzung auf diesen Seiten findet sich also in bester Gesellschaft: Das Album ist auch die aktuelle »CD des Monats« → hier auf diesen Seiten.
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Mullova/Bezuidenhout - Beethoven - Violin SonatasAller guten Dinge sind drei: Nach positiven Besprechungen auf BR Klassik (s. → hier) und NDR Kultur (s. → hier) bespricht nun auch der überregionale Sender Deutschlandradio Kultur (als »CD des Woche«) das gerade auf Onyx Classics erschienene neue Album der russischen Violinistin Viktoria Mullova und des südafrikanischen Fortepianisten Kristian Bezuidenhout mit zwei Violinsonaten von Ludwig van Beethoven, nämlich der frühen Sonate No. 3, op. 12/3 und der Kreutzersonate (also die Sonate No. 9, op. 47). Das Album ist übrigens auch die aktuelle »CD des Monats« → hier auf diesen Seiten.

Deutschlandradio Kultur-Redakteur Gerald Felber stellt in seiner kurzen Besprechung die Herausforderung »Ludwig van Beethoven im Klang seiner Zeit zu erfassen« heraus, der sich die beiden Künstler gestellt haben. Der Wunsch diese Sonaten »so authentisch wie möglich« einzuspielen sei schon an der Wahl der Instrumente erkennbar.

Er resümiert:

»Aus dem Zusammenwirken [Viktoria] Mullovas mit Kristian Bezuidenhout entstehen reizvolle Klangperspektiven, die auch Bekanntes neu hören lassen.«

Den gesamten Artikel kann man → hier nachlesen.

Das Album Ludwig van Beethoven – Violin Sonatas Nos. 3 & 9, gespielt von Viktoria Mullova & Kristian Bezuidenhout ist am 25. Juni auf Onyx Classics (4050) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Guadagnini 1782 - Bildquelle: florianleonhard.comVor etwas mehr als einem Monat schrieb ich in meiner → Besprechung zur Gesamtausgabe der Violinsonaten von Ludwig van Beethoven (1770-1827) von Jeannette Koekkoek und Sarah Kapustin:

»Die zehn Sonaten für Klavier und Violine sind zwar zumindest teilweise beim Publikum sehr beliebt (…), genießen aber bei Violinisten keinen kanonischen Charakter. Vielleicht liegt es daran, dass Violinisten üblicherweise besonders Interesse an hochvirtuosen Stücken haben, die sie als Musiker an die Grenzen der Technik (und oft genug weit darüber hinaus) bringen, mit denen man glänzen kann, wenn man sie bewältigt, weil man seine virtuosen Fähigkeiten unter Beweis stellt?«

Es gibt freilich auch eine Ausnahme: Die sogenannte “Kreutzersonate“ (ergo die Sonate für Pianoforte und Violine No. 9, op. 47) wird immer wieder von den wichtigsten und besten Violinisten aufgenommen, zum einen sicherlich weil sie zum populärsten Repertoire für Violine und Klavier gehört, zum anderen sicherlich auch, weil die Kreutzersonate sehr wohl technische Schwierigkeiten en masse bietet und jede Menge Möglichkeiten seine Interpretationskunst unter Beweis zu stellen. Am Besten gelingt sie (so scheint mir) jenen Violinisten, die sich nicht mehr beweisen müssen oder wollen, ergo den ganz Großen der Zunft, den Charakterköpfen und echten Persönlichkeiten.
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Mullova/Bezuidenhout - Beethoven - Violin SonatasDas neue Album der russischen Violinistin Viktoria Mullova und des südafrikanischen Fortepianisten Kristian Bezuidenhout, auf dem die beiden zwei Violinsonaten von Ludwig van Beethoven eingespielt haben (die frühe Sonate No. 3, op. 12/2 und die berühmte Kreutzersonate, die Sonate No. 9, op. 47) erhält derzeit viel Aufmerksamkeit von den deutschsprachigen Kulturradios.

Nachdem das Album vor einigen Tagen zur »CD der Woche« auf BR Klassik gekürt wurde (→ Blogbeitrag dazu), bespricht NDR Kultur-Redakteur Christoph Vratz das Album ebenfalls positiv, hat aber noch hie und da ein paar kritische Anmerkungen, vor allem bezüglich Mullovas Spiel.
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Benjamin BrittenDer englische Komponist Benjamin Britten (1913-1976) gehört zu den vielseitigsten Komponisten des 20. Jahrhundert. Er hat für quasi jede Gattung und für eine Vielzahl von Soloinstrumenten Konzerte und kammermusikalische Werke komponiert, die zu den wichtigsten ihrer Art des vergangenen Jahrhunderts gehören. Auch für das Cello schrieb Britten eine ganze Reihe von Werken, was nicht verwunderlich ist, denn er war mit Mstislav Rostropovich, einem der bedeutendsten Cellisten des Jahrhunderts, befreundet, dem auch auch alle Werke für Cello gewidmet wurden. Die vorliegende CD des niederländischen Cellisten Pieter Wispelwey, erschienen beim britischen Label Onyx Classics, beinhaltet zwei dieser Werke für Cello, die “Cello Symphony, op. 68″ für Cello und Orchester und die “Cello Suite No. 1, op. 72″ für Solo-Cello.
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Mullova/Bezuidenhout - Beethoven - Violin SonatasLeider erst in rund zwei Wochen erscheint das neue Album der russischen Violinistin Viktoria Mullova auf Onyx Classics, auf dem sie, gemeinsam mit dem südafrikanischen Fortepianisten Kristian Bezuidenhout, zwei Violinsonaten von Ludwig van Beethoven eingespielt hat: die frühe Sonate No. 3, op. 12/2 und die berühmte Kreutzersonate, die Sonate No. 9, op. 47.

Sowohl das hohe künstlerische Niveau der beiden Musiker, als auch ihr mutiges, historisch-informiertes Spiel – Bezuidenhout spielt auf einem Fortepiano aus dem Jahre 1822, die Mullova hat ihre Guadagnini mit Darmsaiten bespannt – machen diese Veröffentlichung bemerkenswert. Eine ausführliche Besprechung hier auf blog.codaex.de folgt bald, ich kann den Leserinnen und Lesern aber jetzt schon eine kleine Revolution wider die Hörgewohnheiten in Sachen Violinsonaten Beethovens versprechen.
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