Posts Tagged “Kammermusik”

Neue CDsIn der Rubrik Vorschau präsentiere ich immer zu Monatsbeginn einen ausgewählten Überblick über die (aus meiner Sicht) interessantesten Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb, die im Laufe des jeweiligen Monats (üblicherweise in der zweiten Monatshälfte) in den Handel kommen. Einige dieser Titel werden im Laufe der kommenden Wochen hier im Blog besprochen.

Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb erscheinen am 24. Februar 2012.

Die monatliche Codaex-Neuheiten-Newsletter mit Infos zu allen anstehenden Veröffentlichungen im Codaex-Vertrieb kann man → hier abonnieren.

Im heutigen Teil I der Vorschau präsentiere ich meine Favoriten aus den Bereichen 1. Orchesterwerke und 2. Kammermusik; morgen im Teil II folgen dann die Höhepunkte der Neuerscheinungen aus den Bereichen 3. Vokalmusik, 4. Alte Musik und 5. Neue Musik.
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La Gioconda: Johann Joseph Fux - TriopartitenWar da was? Ja – ein Fux-Jahr! Wann? 2010, und eigentlich war 2011 noch eines. Warum aber? Und wer war gleich nochmal dieser Fux? Nun, im Dezember erst habe ich an dieser Stelle beklagt, dass die Geschichte ungerecht ist und manch einem übel mitspielt, der besseres verdient hätte – und wenn es nur etwas mehr Ruhm ist. Die Rede war von Johann Friedrich Fasch, Hofkapellmeister in Zerbst, einem wirklich sehr interessanten Komponisten der Bach-Zeit. Sein Zeitgenosse und – wenn man so will: Kollege – Johann Joseph Fux (ca. 1660-1741) wird sich selbst nicht gerade als besonders bemitleidenswert empfunden haben; wenigstens, nachdem der steirische Bauernsohn die Mühen seines imposanten Aufstiegs bewältigt hatte. Als Kapellmeister am Wiener Kaiserhof gehörte er ab 1715 schon qua Amt zu den führenden Musikerpersönlichkeiten seiner Zeit, dem die größte Hofkapelle Europas zur Verfügung stand: ein musikalisches Potential, das allein wegen der mit ihm verbundenen straffen Dienstverpflichtungen nicht ungenutzt bleiben konnte. So entstand ein Œuvre, das nicht nur seinem Umfang nach enorm ist, trotzdem aber atemberaubend schnell in Vergessenheit geriet – so dass es schon eines Fux-Doppeljahres bedarf, um einige Schätze, die die Forschung gehoben hat, auch dem öffentlichen Ohr wieder näher zu bringen.

Dies gelingt, es sei gleich verraten, dem österreichischen Ensemble La Gioconda auf dieser im Dezember 2011 bei Querstand erschienenen CD mit fünf Triopartiten von J. J. Fux ganz ausgezeichnet. Die vier Musikerinnen meiden die Versuchungen von übertriebener Schmissigkeit und Glamour, die sich an nicht wenigen Stellen anbieten, um lieber eine zarte, hochtransparente und dabei hervorragend durchdachte Interpretation höfischer Musik aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu liefern – ein mutiger, ein guter Schachzug!
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Wenn man von der Bedeutung Beethovens für die Kammermusik spricht, so denkt man in erster Linie an seine sechzehn Streichquartette, seine zehn Violinsonaten und fünf Cellosonaten, Ludwig van Beethoven, 1803die als bahnbrechende Höhepunkte ihres jeweiligen Genres angesehen werden. Ludwig van Beethoven (1770-1827) schrieb aber nicht nur Streichquartette, Violin- und Cellosonaten, er schrieb, vor allem in seiner frühen und mittleren Phase, auch Kammermusik für andere Besetzungen. Am bekanntesten sind noch die Streich- und Klaviertrios, eher unbeachtet bleiben seine drei Streichquintette (und die Fuge für Streichquintett, op. 137). Vielleicht werden sie voreilig zu den vernachlässigbaren Nebenwerken gezählt, weil es sich bei den Streichquintetten fast ausnahmslos um Bearbeitungen anderer kammermusikalischer Werke handelt. Lediglich das Streichquintett in C-Dur, op. 29 ist eine Originalkomposition für die damals übliche ‘Wiener’ Besetzung mit zwei Violinen, zwei Bratschen und Cello, die Mozart in den 1780er Jahren populär gemacht hatte (im Gegensatz zu Boccherinis Streichquintett mit zwei Celli).
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Neue CDsNach längerer, krankheitsbedingter Pause erscheint heute (endlich!)  wieder ein Artikel in der Rubrik Vorschau. Üblicherweise wird darin am Monatsbeginn ein ausgewählter Überblick über die interessantesten Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb präsentiert. Die Titel kommen dann in der zweiten Monatshälfte in den Handel. Einige dieser heute und morgen vorgestellten Titel werden im Laufe der kommenden Wochen im Blog noch ausführlicher besprochen.

Traditionell erscheinen im Januar immer besonders viele neue Titel auf dem Tonträger-Markt. Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb erscheinen am 20. Januar 2012.

Die monatliche Codaex-Neuheiten-Newsletter mit Infos zu allen anstehenden Veröffentlichungen im Codaex-Vertrieb kann man → hier abonnieren.

Im heutigen Teil I der Vorschau präsentiere ich meine Favoriten aus den Bereichen 1. Orchesterwerke und 2. Kammermusik; morgen im Teil II folgen dann die Höhepunkte der Neuerscheinungen aus den Bereichen 3. Vokalmusik, 4. Alte Musik und 5. Neue Musik.
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In der Besprechung zur CD „Chopin & Mendelssohn“ von Pieter Wispelwey und Paolo Giacometti freute ich mich mit den Interpreten über die zweite Cellosonate von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), als ein Meisterwerk, das reif, tiefgründig und in seinem vollen Rang verkannt ist – Lieblingsliteratur, nicht nur für anspruchsvolle Cellisten, die in der Lage sind, sie zu spielen. Nur einen Monat nach dieser CD, die Mendelssohn gemeinsam mit Chopin fokussiert, erschien Mitte Oktober 2011 eine weitere Veröffentlichung, diesmal mit reinem Mendelssohn-Programm und gleichfalls mit vielversprechender Provenienz: Paul Watkins, einer der führenden englischen Cellisten unserer Tage, spielte begleitet von seinem Bruder Huw Watkins die beiden Cellosonaten op. 45 und 58 neben den Variations concertantes op. 17 und dem Lied ohne Worte in D-Dur op. 109 bei Chandos ein. Natürlich reizen die zeitliche Koinzidenz und die weite Programmüberschneidung zu Vergleichen, zumal wenn hier wie dort anerkannte Spitzenmusiker am Werk sind.

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Tempesta di Mare: J. F. Fasch - Orchestral Works Vol. 2Offenbar findet nicht nur unser Gast-Rezensent Nils-Christian Engel, dass Johann Friedrich Fasch »das prägnante Beispiel eines Künstlers [sei], den die Geschichte – nach reichlich Unbill im Leben – um seinen angemessenen Ruhm betrogen hat«, auch bei den Musikkritikern in den deutschen Kulturradios ist man nun zur Überzeugung gekommen, dass dem zu Lebzeiten als Hofkapellmeister in Zerbst wirkenden Komponisten mehr Aufmerksamkeit zuteil kommen lassen sollte und verfolgt nun (endlich!) mit viel Interesse die Neueinspielungen seiner Werke. Die Redakteure des mitteldeutschen Kultursenders mdr Figaro haben nun das bei Chandos erschienene Album Johann Friedrich Fasch – Orchestral Works Vol. 2 des amerikanischen Barock-Ensembles Tempesta di Mare zur dieswöchigen »CD der Woche« gekürt.
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Johann Friedrich Fasch (1688-1758) ist das prägnante Beispiel eines Künstlers, den die Geschichte – nach reichlich Unbill im Leben – um seinen angemessenen Ruhm betrogen hat. Weit mehr als 200 Jahre hat es gedauert, bis man ihn wenigstens in seiner mitteldeutschen Heimat wieder zu würdigen begann; und dass er inzwischen als nicht ganz unbedeutender Komponist der „Bach-Zeit“ gilt, kann man schon als Erfolg verbuchen. Nun legt das amerikanische Barock-Ensemble „Tempesta di Mare“ bei Chandos eine zweite CD mit Orchesterwerken des einstigen Hofkapellmeisters von Anhalt-Zerbst vor, nach einer ersten Veröffentlichung 2008, dem 250. Todesjahr Faschs. Erneut kommt hochinteressante, stimmungsreiche Musik zu Gehör, die starke Argumente für eine Umbenennung der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts liefert. Warum sollte man, cum grano salis, nicht auch einmal von Bach als einem bedeutenden Organisten der „Fasch-Zeit“ sprechen?

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Amaryllis Quartett - WhiteNicht nur unserem Gast-Rezensenten Nils-Christian Engel gefällt das neue Album des jungen deutsch-schweizerischen, in Köln beheimateten Amaryllis Quartetts außerordentlich gut, auch der große süddeutsche Kultursender BR-Klassik empfiehlt seinen Hörern (und Lesern) das beim Leipziger Label Genuin erschienene Album mit Streichquartetten von Joseph Haydn (1732-1809) und Anton Webern (1883-1945). Der  Redakteur Bernhard Neuhoff hat die Produktion in der Rubrik »CD-Tipps« vorgestellt.

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Martin Heinze · KlangArt Berlin and friends: Sofia Gubaidulina - Chamber Music with Double BassUnser Gast-Rezensent Nils-Christian Engel studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Prag, Leipzig und Halle (Saale). Er arbeitet als PR-Journalist, bevorzugt an Streicherthemen, mit der persönlichen Begeisterung eines Amateur-Cellisten.

Sofia Gubaidulina (*1931) und ihr weites, vielseitiges Werk erfahren in diesem Jahr allseits besondere Aufmerksamkeit, anlässlich des 80. Geburtstages der großen Komponistin. Bei Neos legt Martin Heinze nun eine umfassende Sammlung ihrer Arbeiten für Kontrabass vor – ein Genuss für Ohr und Geist, der mehr als drei Stunden währt und auch für denjenigen noch Überraschendes birgt, der Gubaidulinas Musik bereits für sich entdeckt hat. Von ihren künstlerischen Anfängen bis in die Gegenwart hinein reichen die Stücke für Kontrabass, die hier erstmals in ihrer Gesamtheit eingespielt wurden: eine Wanderung durch die fast fünf Jahrzehnte ihres freien kompositorischen Schaffens, die auch eine gute Einführung in die Klangwelten Sofia Gubaidulinas bietet. Nicht zuletzt liefert Heinze mit diesen drei CDs ein starkes Plädoyer für den Bass, der solistisch und kammermusikalisch weiterhin zu den verkannten Instrumenten gerechnet werden muss, und dessen Fülle an klanglichen Möglichkeiten hier eindrucksvoll hörbar wird.
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Amaryllis Quartett: White

Unser Gast-Rezensent Nils-Christian Engel studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Prag, Leipzig und Halle (Saale). Er arbeitet als PR-Journalist, bevorzugt an Streicherthemen, mit der persönlichen Begeisterung eines Amateur-Cellisten.

Die Streichquartette Joseph Haydns sind die Gründungsakte ihrer Gattung, und die neue Aufnahme der drei Quartette op. 74 mit dem Takács Quartet wurde unlängst hier im Codaex-Blog als mustergültig gelobt. Nun laden die Kollegen vom Amaryllis Quartett zu einem kontrastreichen Programm ein, das Haydns „Traum-“ und „Reiterquartett“ mit Anton Weberns Fünf Sätzen für Streichquartett konfrontiert. In unschuldiges Weiß gehüllt bieten die vier jungen, vielfach ausgezeichneten Musiker eine argumentativ zugespitzte Lesart der atonalen Revolution.
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