Posts Tagged “Jazz”

Steve Coleman, 2006 (pd) Steve Coleman (Selbstbildnis)Der US-amerikanische Saxophonist, Komponist und Bandleader Steve Coleman (*1956) gehört zu den bedeutendsten Figuren im Jazz des späten 20. / frühen 21. Jahrhunderts. Bei kaum einen anderen Jazzmusiker seiner Generation (und erst recht bei kaum einen Saxophonisten) sind sich Kritiker, Publikum und Musiker-Kollegen über eine so lange Zeit so einig. In der Wikipedia kann man es nachlesen:

»Der Klarinettist Don Byron bezeichnete Steve Coleman als “Ausnahmepersönlichkeit der amerikanischen Musikgeschichte”. Der Pianist Vijay Iyer sagte im Jahr 2010: “In meinen Augen ist Steve [Coleman] so bedeutend wie [John] Coltrane. Er hat einen gleich großen Beitrag zur Musik-Geschichte geleistet. Er verdient, in den Pantheon der wegweisenden Künstler aufgenommen zu werden.”«1

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Viktoria Mullova - The Peasant GirlEs war ja irgendwie klar, dass eine neue Veröffentlichung eines Weltstars wie Viktoria Mullova große Resonanz in den Medien hervorrufen würde. Nach einer äußerst positiven Besprechung beim süddeutschen BR-Klassik folgt nun der größte norddeutsche Kultursender NDR Kultur mit einer ebenso rundum positiven Besprechung des mutigen Crossover-Albums “The Peasant Girl” der Ausnahmekünstlerin, das sie gemeinsam mit dem Ensemble ihres Ehemannes Matthew Barley aufgenommen hat. Das Album ist übrigens auch die aktuelle CD des Monats hier im Blog.

Die Redakteurin Friederike Westerhaus hat das auf Onyx Classics erschienene Doppel-Album in der Rubrik »CD-Tipp« besprochen.
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Viktoria Mullova - The Peasant GirlDie Violinistin Viktoria Mullova gehört zu den bedeutendsten und integersten Künstlerpersönlichkeiten in der (klassischen) Musikszene. Seitdem Sie nach ihrer Flucht aus der Sowjetunion 1983 die internationale Bühne betrat, machte sich die Russin als technisch brillante und kompromisslose Interpretin barocker und klassischer Musik einen Namen.

Um ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern, gründete sie 1994 ihr eigenes Mullova Ensemble und verließ 2005 ihr langjähriges Label Philips (im Vertrieb des Branchenriesen Universal), um fortan auf Onyx Classics noch kompromissloser ihre Vorstellungen von Programmauswahl und Interpretation umsetzen zu können. Seitdem hat sie beim englischen Nobel-Label eine ganze Reihe von Alben veröffentlicht (zuletzt die überaus spannende Beethoven-Veröffentlichung mit zwei Violinsonaten), die von der Kritik und vom Publikum einhellig gelobt wurden. Im Laufe der Jahre hat sie sich zwar immer mehr dem historisch-informierten Spiel verschrieben, hat dabei aber auf Individualität und eigene Interpretation niemals verzichtet.
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Viktoria Mullova - The Peasant GirlDa waren die öffentlich-rechtlichen mal wieder schneller als ich hier im Blog. Auf die Besprechung des neuen Albums “The Peasant Girl” von Viktoria Mullova hier auf blog.codaex.de muss man noch etwas warten, die Redakteure des großen süddeutschen Kultursenders BR-Klassik haben das vor kurzem erschienene Album bereits vorgestellt. Viktoria Mullova musiziert auf dem Album gemeinsam mit ihrem Ehemann Matthew Barley und seinem Jazz-Ensemble Musik zwischen Pop, Jazz und Klassik. Der Redakteur Ben Alber hat das bei Onyx Classics erschienene Doppel-Album in der Rubrik »CD-Tipp« besprochen.
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Bill Evans, 1978 - Photo (cc) Brian McMillen; Quelle: wikipedia.orgDer US-amerikanische Modern-Jazz-Pianist Bill Evans (1929-1980) nimmt in der Jazz-Geschichte einen besonderen Platz ein. Im legendären Quintett von Miles Davis (1926-1991) revolutionierte er Ende der 1950er Jahre den Jazz und spielte 1959 mit Davis und einer All-Star-Band den Jazz-Meilenstein Kind of Blue ein. Seine frühen Solo-Alben Everybody Digs Bill Evans (1959), Portrait in Jazz (1960) und Explorations (1961) gelten als Klassiker des Trio-Jazz, die Live-Aufnahmen aus dem Village Vanguard vom Juni 1961 (veröffentlicht auf den Alben beiden Alben Sunday at the Village Vanguard und Waltz for Debby (beide 1961)) gehören zu den besten und wichtigsten Live-Aufnahmen im Jazz. Als Musiker und ‘demokratischer’ Bandleader war er stilbildend für eine ganze Generation von Pianisten und wird von Künstlern wie Herbie Hancock, Keith Jarrett, Chick Corea und Brad Mehldau als wichtigstes Vorbild genannt. Glenn Gould nannte ihn den »Scriabin des Jazz« und dennoch konnte Evans über weite Strecken seiner Karriere nicht die (kommerziellen) Erfolge erzielen, die seinen Bewunderern beschert wurden.
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George GershwinDer US-amerikanische Komponist, Pianist und Dirigent George Gershwin (1898-1937) war zweifelsohne einer der wichtigsten Figuren der Musikgeschichte im 20. Jahrhunderts. Große Teile seines Repertoires sind weit über die klassische Musikszene hinaus bekannt geworden und gehören zur populären Gegenwartskultur.  Gershwin, als Sohn russisch-jüdischer Emigranten in Brooklyn/New York geboren und aufgewachsen, erhielt eine klassische Klavierausbildung und begann als junger Mann bald im Bereich der Unterhaltungsmusik zu arbeiten und schrieb kurze, prägnante Ragtimes. Nach ersten Erfolgen, die seinen Lebensunterhalt sicherten, konzentrierte er sich wieder auf größere Formen, ohne allerdings seine Erfahrungen aus der populären Musik dabei außer Acht zu lassen. Gershwin war einer der ersten Komponisten, der als Grenzgänger den aufkommenden Jazz mit der europäischen Musiktradition verband und daraus eine spezifisch amerikanische Musik schuf, die offenbar sowohl bei Liebhabern von Unterhaltungsmusik, als auch (wenn auch mit einigen Zweifeln und nicht wenig Stirnrunzeln) bei den Freunden der sogenannten E-Musik ihre Anhänger fand. Gershwin-Nummern werden heute ganz selbstverständlich von Popstars wie Sting, Peter Gabriel, Meat Loaf oder Kate Bush interpretiert, von Jazzern wie Ella Fitzgerald, Louis Armstrong, Thelonious Monk und Miles Davis aber nach wie vor von Klassikstars wie Barbara Hendricks, Katia & Marielle Labeque, Nikolaus Harnoncourt und erst neulich von der jungen amerikanisch-chinesischen Pianistin Xiayin Wang (s. dazu auch → diesen Beitrag) auf ihrem bemerkenswerten Album “The Piano Music of Earl Wild”.
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Xiayin Wang - The Piano Music of Earl WildDie Globalisierung hat längst Einzug in die Musik gehalten. Was früher als äußerst exotisch, ja geradezu unwahrscheinlich galt, ist heute fast eine Selbstverständlichkeit: Die Chinesin Xiayin Wang ist ein Kind dieser Globalisierung: Aus Shanghai stammend, lebt sie bereits seit 1997 im Schmelztiegel der Kulturen New York. Nun hat sie ein Album mit den George-Gershwin-Bearbeitungen des Pianisten Earl Wild (1916-2010) in Bearbeitungen von George Gershwin) herausgebracht und widmet sich damit gleich zwei der wichtigsten Figuren der US-amerikanischen Kultur des 20. Jahrhunderts. Das Ergebnis der Chinesin lässt aufhorchen: Die junge Frau aus Shanghai swingt wie die Meister selbst.

Der BR-Klassik-Redakteur Attila Csampai hat das bei Chandos erschienene Album in der Rubrik »CD-Tipp« ausführlich unter die Lupe genommen.
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Als die beiden Schwestern Katia und Marielle Labèque Anfang der 1980er mit Bearbeotungen für Piano-Duo der Musik von George Gershwin (1898-1937) auf Schallplatte, wenig später auch auf CD (für das niederländische Philips-Label) debütierten – es sollte eine der allerersten CDs überhaupt sein, die veröffentlicht wurden – war alles an dieser Veröffentlichung ungewöhnlich: Zwei bildhübsche Schwestern aus Frankreich mit offensichtlich ganz unterschiedlichem Temperamenten spielten Musik eines US-Amerikaners, dessen Musik in Klassik-Kreisen kaum als ‘ernsthafte Musik’ angesehen wurde. Mit dieser Aufnahme wurde der Grundstein für die ungewöhnliche Weltkarriere der beiden Schwestern gelegt, die bis heute andauert. Sie waren schon damals Grenzgängerinnen zwischen den Genres, die zu herausragenden Leistungen sowohl in der populären Musik, als auch in der klassischen Musik fähig sind.
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