Posts Tagged “Hugo Wolf”
 Frühe Ballade: Cerveri de Girona, Balada - Si voletz que•m laix d'amar (Quelle: Wikipedia)
Ursprünglich war »Ballade« ein Begriff der mittelalterlichen Troubadourtradition in der Romania (vgl. dazu bsplw. Italienisch ballare, Okzitanisch balar= tanzen) und bezeichnete das frei gestaltete Tanzlied, entwickelte sich aber im Laufe der Jahre immer mehr zur festen Form mit wiederkehrenden Strophen und einem narrativen Inhalt. Thematisch waren diese Inhalte breit gefächert, je nach Landschaft und Sprache, tendierten aber alle zu dramatischen Stoffen: Vater- Gatten- und Bruder-Morde, blutige Kriege, rächende Wiedergänger, wunderbare Rettungsaktionen und verhängnisvolle Verzauberungen durch Elfen und Feen.
Endes des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Balladen besonders in Deutschland beliebt- Die Schriftsteller der Zeit übertrugen diese aus den englischen, keltischen oder skandinavischen Vorlagen: Herder, Goethe, Eichendorff und etliche andere schrieben äußerst populäre Balladen. Die romantischen Komponisten entdeckten die über alle Maßen dramatischen Texte für sich und schufen innerhalb der Gattung Lied einige bekannte Balladen, man denke von an den Erlkönig von Schubert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ebbten die deutschsprachigen Balladen wieder ab; nun waren es vor allem englischsprachige Komponisten die Balladen vertonten, noch pathetischer, noch anrührender als die deutschen Vorgänger und für heutige Ohren fast ins Lächerliche puritanisch. De facto sollte beispielsweise die Ballade The Lost Chord von Arthur Sullivan bald nach dem ersten Weltkrieg Zielscheibe zahlreichender beißender Verballhornungen werden. Die Zeiten hatten sich geändert. Hintersinn und Ironie zeichnen schließlich auch in der Ballade The Tale Of The Oyster des US-amerikanischeb Musical-Komponisten Cole Porter aus. In der populären Pop- und Rockmusik heute bezeichnet man sentimentale, langsame Songs als Balladen, so sind ausgerechnet viele Hardrock-Gruppen für ihre übermäßig sentimentalen (und bisweilen sehr kitschigen) Balladen bekannt.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Arthur Sullivan, Ballade, Carl Loewe, Charles Villiers Stanford, Cole Porter, Cyril Scott, Franz Schubert, Gustav Mahler, Hugo Wolf, Johannes Brahms, Lied, Louis Emanuel, Ludwig van Beethoven, Moderne, Robert Schumann, Romantik, Spätromantik, Wiener Klassik
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Für mich teilen sich die Klassik-Stars heutzutage in zwei Lager: In der einen Gruppe genießen die Musiker und Musikerinnen eine unglaubliche Medienpräsenz, werden in TV-Shows, in Anzeigen und auf Plakaten fast wie Popstars inszeniert. Ihr Repertoire ist (folgerichtig?) auf ein breites Publikum angelegt, ihr zweifelsfrei vorhandenes Talent wird von der Werbemaschinerie ins Unendliche (der Beste! die Schönste! die Wundervollste! der Unerreichte!) übersteigert, wo kein Superlativ ausgelassen wird, auch (und gerade) wenn die Vergleiche noch so sehr hinken und die musikalischen Ergebnisse letzten Endes mittelmäßig bleiben. Dann gibt es noch die andere Gruppe, die oft so titulierten stillen Stars, die kompromisslos und sorgfältigst ihre Musik einstudieren und aufführen, die genau vorbereitete Aufnahmen veröffentlichen, die neues Repertoire entdecken, Sperriges oder Unmodernes zu Gehör bringen, die sich nicht auf einst errungenen Lorbeeren ausruhen und sich nicht auf Moden, schnelle Erfolge oder populäre Melodie-Schnipsel reduzieren lassen wollen.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Hugo Wolf, Lied, Richard Strauss, Romantik, Spätromantik
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 Simon Keenlyside - Lieder
Dass Simon Keenlyside derzeit zu den meistbeschäftigten und besten Baritonen (nicht nur) der britischen Insel gehört, sollte jedem aufmerksamen Beobachter der Szene längst bekannt sein: Seine Leistungen bei einigen der besten Opernaufnahmen der letzten Jahre, etwa bei den “Nozze des Figaro” unter Jacobs (harmonia mundi, 2004) und als “Don Giovanni” unter Charles Mackerras (DVD/ Blu-ray; Opus Arte, 2008) haben sein Renommee als Opernsänger mit exzellenter Stimme, klarer Artikulation und immensen Einfühlungsvermögen beträchtlich vergrößert. Doch Kennlyside hat schon vor seinen spektakulären Opernproduktionen der späten 1990er/200er eine zweite, ebenso beeindruckende Karriere als Lied-Interpret gestartet. Dabei profilierte er sich sowohl als exzellenter Interpret des deutschen Liedes, unter anderem als einer der beteiligten Sänger der epochalen Gesamteinspielung aller Lieder von Franz Schubert (Hyperion, 1987-1999), als auch als versierter Interpret geistlicher und weltlicher französischer Werke. Das alles ist freilich kein Zufall, denn Großbritannien gilt, ähnlich wie Deutschland, schon seit Generationen als Land mit einer besonderen Affinität zur Liedkunst, sei es beim Publikum, sei es bei den Interpreten.
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Schlagwörter: Franz Schubert, Gabriel Fauré, Hugo Wolf, Impressionismus, Lied, Maurice Ravel, Romantik, Spätromantik
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