Posts Tagged “Giovanni Pierluigi da Palestrina”

Westminster Cathedral Choir, Martin Baker: Tomás Luis de Victoria – Missa De Beata Maria Virgine · Missa Surge propera · Salve reginaGerade hat Sal Pichireddu die wiederveröffentlichte Praetorius-CD „Christmas Music“ mit dem Knabenchor der Westminster Cathedral als geschmackvolle Weihnachtsmusik empfohlen – da schließe ich mich gern mit einer weiteren, neuen Aufnahme dieses Spitzenensembles an, die ebenfalls bei Hyperion Records erschienen ist. Diese CD ist, theologisch betrachtet, eine perfekte Fortsetzung des Weihnachts-Festkreises und versammelt zwei Marienmessen von Tomás Luis de Victoria, neben der Antiphon „Salve regina“ desselben Meisters und Palestrinas Motette „Surge, propera amica mea, et veni“. Unter der Leitung von Martin Baker setzt der Chor seine Beschäftigung mit dem Werk de Victorias fort und fügt dieser feinen, langen Reihe hörenswerter CDs einen weiteren Titel hinzu, der musikalisch erstklassig, voll spannender Entdeckungen und geistlich nahrhaft ist.
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Giovanni Pierluigi da PalestrinaNach ihrem erst vor wenigen Wochen veröffentlichtem ‘Ausflug’ in die zeitgenössische (Chor-) Musik auf  »O Guiding Night · The Spanish Mystics« (s. → Besprechung), veröffentlicht der englische Weltklasse-Chor The Sixteen nun den ersten Volumen eines langfristigen Projektes, das sich mit dem vielleicht bedeutendsten Renaissance-Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina (1514/15-1594) beschäftigt. Harry Christophers, Gründer und Leiter des Ensembles, erläutert im Vorwort, dass man nicht vorhabe, jedes Werk Palestrinas aufzunehmen. Dies wäre »mehr als eine Lebensaufgabe, wenn man bedenkt, dass er 104 Messen geschrieben hat«. Stattdessen werde man eine noch nicht bestimmte Anzahl von Volumina herausgeben, die jeweils eine Messe und thematisch verwandtes Material beinhalten werden.
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Die Karnevalszeit ist vorüber, die Masken sind abgenommen, die Kostüme ausgezogen, der Nubbel ist verbrannt worden, das Ende der “tollen Tage” läutet traditionell den Beginn der Fasten- und Passionszeit ein. Auch ohne besonderen religiösen Aspekt versuchen viele Menschen diese Zeit ganz bewusst anders zu erleben. In der Musik ist die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern die Hochphase für Konzerte mit vornehmlich geistlichen Werken im Programm. Wen wundert’s, war es doch lange die Fasten-, Passions- und Osterzeit, die in der christlichen Welt als die wichtigste Zeit des Jahres angesehen wurde (und nicht wie heutzutage die Weihnachtszeit, was sicher eine Vielzahl von Ursachen hat und nicht alle sind einer veränderten religiösen Wahrnehmung geschuldet). Man kann also ohne Übertreibung sagen, dass es eine gewachsene Tradition ist, sich in der Fastenzeit bis zum Osterfest besonders intensiv mit sakraler Chormusik zu beschäftigen. Auch in diesem Blog werden in den kommenden Wochen überdurchschnittlich viele Neu- und Wiederveröffentlichungen sakraler Chormusik besprochen werden. Diese Tradition hat sich interessanterweise auch bis in der stark weltlich gewandten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts gehalten.
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In der Weihnachtszeit hört man gerne Chormusik. Die Laienchöre, erst recht die professionellen, haben in der Adventszeit ihre Hoch-Zeit. Material gibt es genug, sowohl weihnachtliches, als auch für Weihnachten geeignetes, allgemeineres Chor-Repertoire. Die Menschen haben offenbar in dieser Zeit das Bedürfnis nach feierlichen Chören, nach dem Zusammen-Singen. Vielleicht steckt in unserer Freude an Chormusik in der Weihnachtszeit auch eine verborgene Sehnsucht nach spiritueller Gemeinschaft? Müßig darüber zu sinnieren…

Nicht nur in den Kirchen und Konzerthallen erklingen nun verstärkt Chöre, auch auf dem Tonträger-Markt ist die Adventszeit die klassische Zeit der Chormusik-CDs. Die zahlreichen Neu- und Wiederveröffentlichungen des Genres konzentrieren sich im Jahr (neben der Osterzeit) auf die Wochen vor Weihnachten. Es ist schier unmöglich hier den Überblick zu behalten: Welche Neuanschaffung lohnt sich? Welcher Chor kann hohen Ansprüchen genügen? Welches Repertoire will man eigentlich hören? Will man lieber ein einzelnes Werk vollständig hören oder eine Auswahl an Highlights?
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The Tallis Scholars; Foto © Eric RichmondThe Tallis Scholars gehören in Großbritannien, dem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt,zu den allerbesten Spitzenensembles. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht. Konsequent auf dieses Gattung spezialisiert, haben sie sich in den 30 Jahren ihres Bestehens zu den »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) entwickelt. Zu ihrem 30-jährigen Jubiläum haben sie nun drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten veröffentlicht. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke..
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The Tallis Scholars; Foto: © Eric RichmondWenn man als Chor in einem Land mit der wohl eindrucksvollsten Chortradition der Welt zu den Spitzenensembles gezählt wird, dann hat man ein Maß an Perfektion und Ausdrucksstärke erreicht, das man eigentlich nicht mehr überbieten kann. The Tallis Scholars ist eines dieser englischen Spitzenensembles, dass selbst in jenem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt, aus der Masse der Chöre herausragt wie kaum ein anderes. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht und das seit 30 Jahren. Sie gelten als die »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) und veröffentlichen nun, zum 30-jährigen Jubiläum des Ensembles, drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke..
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The Tallis Scholars; Foto © Eric RichmondWenn man als Chor in einem Land mit der wohl eindrucksvollsten Chortradition der Welt zu den Spitzenensembles gezählt wird, dann hat man ein Maß an Perfektion und Ausdrucksstärke erreicht, das man eigentlich nicht mehr überbieten kann. The Tallis Scholars ist eines dieser englischen Spitzenensembles, dass selbst in jenem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt, aus der Masse der Chöre herausragt wie kaum ein anderes. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht. Durch ihre strikte Spezialisierung und ihre jahrelange, intensive Auseinandersetzung mit der Materie, wurden sie zur unbestrittenen Referenz auf diesem Gebiet. Obwohl sie sicher auch in anderen Genres glänzen könnten, hat diese Konzentration auf eine (sehr reiche) Facette der Vokalmusik zu ihrem Erfolg und zu ihrem lang anhaltenden Status als »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) beigetragen.
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Giovanni Pierluigi da PalestrinaDer (vermutlich) in der Nähe von Rom geborene Giovanni Pierluigi da Palestrina (1514?-1594) gehörte zu den fleißigsten und bekanntesten Komponisten des 16. Jahrhunderts: 104 Messen, 375 Motetten, dazu zahlreiche Magnificatvertonungen, Hymen, Offertorien und (last, but not least) 140 weltliche Madrigale sind in der 30-bändigen kritischen Ausgabe seiner Werke aufgeführt. Schon wenige Jahre nach seinem Tod wurde aus seinem Personalstil der Palestrinastil, ein kontrapunktisches Satzmodell, das gelehrt und angewandt wurde. Noch heute gilt dieser Palestrinastil als exemplarisch für das 16. Jahrhundert. Ohne das Wirken der anderen Komponisten schmälern zu wollen, war Palestrina der wichtigste und einflussreichste Komponist seiner Epoche.
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