Posts Tagged “Gabriel Fauré”
Der Berliner Cellist Alban Gerhardt verdankt seine ersten musikalischen Impulse dem wohl wichtigsten Cellisten des 20. Jahrhunderts, dem Spanier (genauer, dem Katalanen) Pablo Casals (1876-1973). Wie so viele andere Cellisten (und Musikfreunde!) vor und nach ihm, lernte er Casals über dessen zahlreichen Schallplattenaufnahmen kennen und liebte an ihm »seine Eindringlichkeit, seine Artikulation und seine “interpretierende” Intonation (er spielte die kleine Terz sehr tief, Leittöne sehr hoch usw.)«. Obwohl Gerhardts späterer Lehrer Boris Pergamenschikov ihm »eine modernere und großzügigere Art des Cellospiels« beibrachte, blieb seine Liebe zu Casals’ Stil ungebrochen.
Vielleicht war es auch diese besondere Hingabe, die ihn dazu veranlasste, aus den fünf Schallplatten Casals mit Zugaben seine 20 liebsten Stücke herauszusuchen und sie auf einer Art Tribute-Album zusammenzufassen. Die Kunst dabei war, Casals nicht zu imitieren (was sicher schwer, vor allem aber sinnlos wäre), sondern als Alban Gerhardt diese Miniaturen, die teilweise der ‘leichten’ Salonmusik zuzuordnen sind, mit der selben Empfindsamkeit und Ernsthaftigkeit zu spielen, mit der es Casals getan hat. Das Ergebnis “Encores – as performed by Pablo Casals” ist nun auf Hyperion Records erschienen.
Den Rest des Eintrages lesen »
Schlagwörter: 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Benjamin Godard, Camille Saint-Saëns, Cello, Claude Debussy, David Popper, Eduard Lassen, Edward Elgar, Edward MacDowell, Enrique Granados, Frederic Chopin, Fritz Kreisler, Gabriel Fauré, Giovanni Sgambati, Kammermusik, Klavier, Luigi Boccherini, Manuel De Falla, Pablo Casals, Richard Wagner, Romantik, Wiener Klassik
2 Kommentare »
In der Weihnachtszeit hört man gerne Chormusik. Die Laienchöre, erst recht die professionellen, haben in der Adventszeit ihre Hoch-Zeit. Material gibt es genug, sowohl weihnachtliches, als auch für Weihnachten geeignetes, allgemeineres Chor-Repertoire. Die Menschen haben offenbar in dieser Zeit das Bedürfnis nach feierlichen Chören, nach dem Zusammen-Singen. Vielleicht steckt in unserer Freude an Chormusik in der Weihnachtszeit auch eine verborgene Sehnsucht nach spiritueller Gemeinschaft? Müßig darüber zu sinnieren…
Nicht nur in den Kirchen und Konzerthallen erklingen nun verstärkt Chöre, auch auf dem Tonträger-Markt ist die Adventszeit die klassische Zeit der Chormusik-CDs. Die zahlreichen Neu- und Wiederveröffentlichungen des Genres konzentrieren sich im Jahr (neben der Osterzeit) auf die Wochen vor Weihnachten. Es ist schier unmöglich hier den Überblick zu behalten: Welche Neuanschaffung lohnt sich? Welcher Chor kann hohen Ansprüchen genügen? Welches Repertoire will man eigentlich hören? Will man lieber ein einzelnes Werk vollständig hören oder eine Auswahl an Highlights?
Den Rest des Eintrages lesen »
Schlagwörter: 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Arvo Pärt, César Franck, Charles Hubert Hastings Parry, Charles Villiers Stanford, Choir of St John's College, Chorwerke, Edvard Grieg, Gabriel Fauré, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Gregorio Allegri, James MacMillan, John Rutter, Robert Parsons, sakrale Musik, Sergei Rachmaninov, Thomas Tallis
Keine Kommentare »

Der vielleicht beste deutschsprachige Musikversender JPC schreibt auf seiner Labelseite über die britische Plattenfirma Hyperion Records:
»Britain’s brightest record label« nennt sich Hyperion Records – und tatsächlich ist »bright« ein gutes Wort, um sich selbst zu beschreiben, entspricht es doch laut Lexikon deutschen Wörtern wie »leuchtend«, »gescheit«, »fröhlich« und »vielversprechend«. In dieser Geisteshaltung widmet sich die unabhängige britische Produktionsfirma seit nunmehr 30 Jahren dem Ziel, Musik aller Zeiten und Stile vom 12. bis ins 21. Jahrhundert anzubieten, und hat so manchem Musikfreund ganz neue Horizonte erschlossen.
Entgegen dem Trend immer schneller, immer billiger, immer mehr Ware für den Massenmarkt (Welcher Massenmarkt?) zu produzieren, hat sich Hyperion erfolgreich als Qualitätslabel nicht nur auf dem wichtigen britischen, sondern auf dem Weltmarkt etabliert, das auf allen Ebenen der CD-Produktion auf höchste Qualität achtet, angefangen von der Auswahl, der Förderung und der Betreuung der Künstler, über das zu einspielende Repertoire bis hin zur Aufnahmetechnik, dem Artwork und – oft genug das Stiefkind der CD-Produktionen – den sachkundigen Begleittexten.
Den Rest des Eintrages lesen »
Schlagwörter: Charles Ives, Dmitri Shostakovich, Franz Schubert, Gabriel Fauré, Geburtstag, Hyperion, Johann Sebastian Bach, John Rutter, JPC, Marc-André Hamelin, Pyotr Ilyich Tchaikovsky, Rodion Shchedrin, Sergei Rachmaninov, Sonderangebot, Wolfgang Amadeus Mozart
Keine Kommentare »
Das Requiem von Gabriel Fauré (1845-1924) gehört gewiss zu den schönsten und populärsten Werken der gesamten Literatur der sakralen Musik. Die erste Fassung dieses einzigen größeren Kirchenmusik-Werkes von Fauré entstand 1887, vielleicht als Reaktion auf den Tod seines Vaters (1885) und seiner Mutter (1887).
1893 erweiterte Fauré die ursprüngliche Fassung um zwei Sätze – zum einen um das Offertorium (das er 1889 geschrieben hatte), zum anderen um das bereits 1877 als Libera me verfasste Responsorium – und fügte Hörner, Trompeten und Posaunen zur ursprünglichen Instrumentation mit Violas, Cellos, Kontrabass, Solovioline, Harfe, Pauken und Orgel hinzu. Während die Parts für die Trompeten und Posaunen nicht sonderlich umfangreich waren, setze er die Hörner vor allem an prominenter Stelle im Libera me und im Sanctus ein. So entstand eine schlanke, effektvolle Orchesterfassung für ein reduziertes Ensemble, die allerdings niemals aufgeführt wurde.
Den Rest des Eintrages lesen »
Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Chorwerke, Gabriel Fauré, sakrale Musik
Keine Kommentare »
Man könnte meinen, 2010 sei in Großbritannien ein Jubiläumsjahr des französischen Komponisten Gabriel Fauré (1845-1924), so sorgfältig eingespielt (und getimt) sind die Neuerscheinungen mit seiner Musik. Doch so sehr man auch an den Zahlen herumdrehen mag (auch wenn man bedenkt, dass die Uhren im Vereinigten Königreich anders ticken): Es ist wohl eher Zufall, dass nur einen Monat nach der überragenden Neueinspielung seiner Klavierquintette durch das Schubert Ensemble nun eine ebenfalls exzellente Neuveröffentlichung mit seinen Klavierquartetten (wieder) bei Chandos erschienen ist. Dieses Mal zeichnen sich die einfühlsame Pianistin und Fauré-Expertin Kathryn Stott und das Hermitage Stringtrio (ein Streichtrio, dass aus russischen Musikern besteht, deren Lebensmittelpunkt in Großbritannien liegt) dafür verantwortlich.
Den Rest des Eintrages lesen »
Schlagwörter: 19. Jahrhundert, Gabriel Fauré, Impressionismus, Kammermusik, Romantik
Keine Kommentare »
Der NDR Kultur-Redakteur Raliza Nikolov hat in der Sendung “Klassisch unterwegs” vom 10. Feburar die auch an dieser Stelle hochgelobte Aufnahme des Schubert Ensemble der Klavierquintette von Gabriel Fauré sehr wohlwollend besprochen. Nikolov resümiert: »Zweifellos darf diese Aufnahme zu den Entdeckungen des noch jungen CD-Jahres gezählt werden (…) An den beiden Fauré-Quintetten in der Einspielung durch das Schubert Ensemble führt kein Weg vorbei, wenn man ein Faible für entlegenes Repertoire oder für französische Musik im Allgemeinen hat«.
Den Artikel gibt es hier → Gabriel Fauré: Klavierquintette, erschienen in der täglichen Rubrik “Neue CDs” (bei NDR Kultur); den Podcast mit der Sendung gibt es → hier (rechte Maustaste, “Ziel speichern unter”)
Das Album des Schubert Ensemble mit den Klavierquintetten Nos. 1 und 2 von Gabriel Fauré ist am 20. Januar 2010 bei Chandos (10576) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Schlagwörter: Gabriel Fauré, Impressionismus, Kammermusik, NDR Kultur, Spätromantik
Keine Kommentare »
 Simon Keenlyside - Lieder
Dass Simon Keenlyside derzeit zu den meistbeschäftigten und besten Baritonen (nicht nur) der britischen Insel gehört, sollte jedem aufmerksamen Beobachter der Szene längst bekannt sein: Seine Leistungen bei einigen der besten Opernaufnahmen der letzten Jahre, etwa bei den “Nozze des Figaro” unter Jacobs (harmonia mundi, 2004) und als “Don Giovanni” unter Charles Mackerras (DVD/ Blu-ray; Opus Arte, 2008) haben sein Renommee als Opernsänger mit exzellenter Stimme, klarer Artikulation und immensen Einfühlungsvermögen beträchtlich vergrößert. Doch Kennlyside hat schon vor seinen spektakulären Opernproduktionen der späten 1990er/200er eine zweite, ebenso beeindruckende Karriere als Lied-Interpret gestartet. Dabei profilierte er sich sowohl als exzellenter Interpret des deutschen Liedes, unter anderem als einer der beteiligten Sänger der epochalen Gesamteinspielung aller Lieder von Franz Schubert (Hyperion, 1987-1999), als auch als versierter Interpret geistlicher und weltlicher französischer Werke. Das alles ist freilich kein Zufall, denn Großbritannien gilt, ähnlich wie Deutschland, schon seit Generationen als Land mit einer besonderen Affinität zur Liedkunst, sei es beim Publikum, sei es bei den Interpreten.
Den Rest des Eintrages lesen »
Schlagwörter: Franz Schubert, Gabriel Fauré, Hugo Wolf, Impressionismus, Lied, Maurice Ravel, Romantik, Spätromantik
Keine Kommentare »
Gabriel Fauré (1845-1924) gehört meiner Meinung nach zu den meist unterschätzten Komponisten des 19. Jahrhunderts, dessen Œuvre heute zu weiten Teilen leider unbeachtet bleibt. Abgesehen von seinem Requiem erklingt seine Musik, die irgendwo zwischen Romantik und Impressionismus liegt, viel zu selten (In gewisser Weise stimmt es, wenn man ihn als missing link, als Bindeglied zwischen Brahms und Debussy bezeichnet.) und steht wohl im Schatten seiner bekannteren Landsleute wie Debussy, Satie und Ravel. Dabei ist sein gesamtes Werk einer genaueren Betrachtung wert: Ein überzeugendes Plädoyer für die Kammermusik Faurés präsentiert das Londoner Schubert Ensemble auf seiner neuesten CD mit den beiden Klavierquintetten des Pariser Meisters.
Den Rest des Eintrages lesen »
Schlagwörter: Gabriel Fauré, Impressionismus, Kammermusik, Romantik
Keine Kommentare »
|