Posts Tagged “Frederic Chopin”

N. Lugansky: F. Choopin - Sonata No. 4 etc.Der Pianist Nikolai Lugansky gehört zu den faszinierendsten Persönlichkeiten in der an exzentrischen Virtuosen nicht armen russischen Pianisten-Szene. Schon das ernste, in Schwarzweiß gehaltene Coverfoto seines Comeback-Albums, das nun ist bei Onyx Classics erscheint (das letzte Lugansky-Album erschien 2007), will andeuten: Hier kommt einer, der sich mit Frédéric Chopin ernsthaft auseinandergesetzt hat und nicht nur aus Anlass des diesjährigen Chopin-Jahres schnell mal ein Album auf den Markt wirft. Neben Sergei Rachmaninov war Chopin schon immer der bevorzugte Komponist Luganskys. Das vorliegende Album ist seine vierte ausschließlich Chopin gewidmete Veröffentlichung und Lugansky knüpft dort an, wo er mit den drei vorigen Chopin-Alben stehengeblieben war.

Das unvergleichlich weiche und flüssige Spiel Luganskys ist das herausragendste Merkmal dieses Albums. Selbst durch die schwierigsten und virtuosesten Passagen fliegt der russische Pianist mit bemerkenswerter Leichtigkeit und dennoch – und dies ist wirklich selten – schafft er es bei diesen par-force-Stücken (etwa beim “Fantaisie-Impromptu, op. 66″) viel Ausdruck hineinzulegen. Sein Chopin hat etwas vom Flug eines Schmetterlings, so betörend, so scheinbar mühelos ist das, was Lugansky aus den Tasten zaubert. Dabei ist der 40-jährige für russische Verhältnisse ein geradezu nüchterner, sachlicher Pianist, gewiss keine Eigenschaft, die man gemeinhin vielen russischen Pianisten zusprechen möchte (ohne diesen zu nahe treten zu wollen, denn mir ist klar, dass Wahrheit und Wahrnehmung, Klischee und Wirklichkeit hier oft genug weit auseinander liegen). Dennoch ist sein Chopin tief in der Romantik und wohl auch in der Tradition der Rezeption romantischer Musik verwurzelt: Melancholisch und emotional (ma non troppo, nicht zu sehr, bin ich versucht hinzuzufügen), virtuos-perlend und beim abschließenden Walzer leicht beschwingt: Nikolai Lugansky meldet sich mit einem starken Beitrag zum Chopin-Jahr wieder zurück.

Musik und Interpretation
Klangqualität
Cover und Aufmachung

Das Album Frédéric Chopin – Sonata No. 3 · Scherzo No. 4 · Fantaisie · Fantaisie-Impromptu von Nikolai Lugansky erscheint am 21. Mai 2010 bei Onyx Classics (4049) und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt bzw. vorbestellt werden.

Inhalt:

  1. Piano Sonata No.3 in B minor, op.58
  2. Fantaisie-impromptu in C sharp minor, op.66
  3. Prélude in C sharp minor, op.45
  4. Scherzo no.4 in E, op.54
  5. Nocturne in F, op. 15/1
  6. Fantaisie in F minor, op. 49
  7. Waltz no.7 in C sharp minor op. 64/2

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The real Chopin - LogoBisher waren alle Veröffentlichungen des polnischen Fryderyk Chopin Institute (auf Polnisch: “Narodowy Institut Fryderyka Chopina”, NIFC) um unbedingte historische Authentizität bemüht: Erstmals wurde das Gesamtwerk von Frédéric Chopin historisch-informiert von anerkannten Chopin-Spezialisten, darunter zahlreichen Preisträgern des renommierten Chopin-Wettbewerbs auf den gleichen Flügeln eingespielt, die auch Chopin bevorzugte: Zum Einsatz kamen Fortepianos von Érard und Pleyel, Instrumente also, deren Klang die Romantik stark geprägt haben und deren Klangbild von unseren heutigen Konzertflügeln deutlich abweicht. Nun, da man das Œuvre quasi vollständig historisch-informiert vorliegen hat, hat das NIFC begonnen eine zweite Reihe mit Aufnahmen zu veröffentlichen, die dieses Mal auf modernen Klavieren eingespielt werden soll. Auch optisch heben sich diese Veröffentlichungen von den bisherigen NIFC-CDs ab: Die historisch-informierten (“The real Chopin”) haben ein einheitliches Coverdesign mit dunkelblauer Grundfarbe, die Aufnahmen mit modernen Instrumenten sind in der Grundfarbe weiß gehalten.
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Stephen Hough: Frederic Chopin - Late MasterpiecesGleich zweimal in diesem Monat hatte ich das Vergnügen Aufnahmen des englischen Ausnahmepianisten Stephen Hough an dieser Stelle zu besprechen und gleich zweimal konnte ich eine besondere Empfehlung für seine Veröffentlichungen aussprechen: Seine phänomenale Einspielung sämtlicher Werke für Klavier und Orchester von Pyotr Ilyich Tchaikovsky ist aufgrund des hohen künstlerischen Niveaus und aufgrund des teilweise selten gehörten Programms die ‘CD des Monats‘ April 2010 in diesem Blog (→ Besprechung); die nicht minder gelungene Einspielung der Spätwerke von Frédéric Chopin “Late Masterpieces” ist aufgrund der überragenden Interpretationen mit dem Prädikat ‘Die besondere CD‘ ausgezeichnet (→ Besprechung).
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Frédéric ChopinWenn es eine Wertung gäbe, welcher Komponist in diesem multiplen Jubiläumsjahr (200. Geburtstag von Frédéric Chopin, 200. Geburtstag von Robert Schumann und 150. Geburtstag von Gustav Mahler, sowie zahlreiche andere Jubilare) bisher bei den Neu- und Wiederveröffentlichungen führt, dann würde Frédéric Chopin (1810-1849) diese ‘Hitparade’ souverän anführen. Es mag daran liegen, dass Chopins Musik weit über den üblichen Klassikmarkt  hinaus hohes Ansehen besitzt. Chopin gehört zu den wenigen Komponisten, die jeder zu kennen scheint, ganz gleich, ob er klassische Musik üblicherweise hört oder nicht. Chopin ist das Sinnbild der Romantik, seine Musik ist für viele das Synonym romantischer Klaviermusik überhaupt, nicht ganz zu Unrecht, wie mir scheint,  bei allem Respekt den anderen Komponisten gegenüber. Mehr noch als seine Musik ist das Klischee, das man mit ihm verbindet so verbreitet, dass es ganz gleich ist, dass die Leute kaum ein Stück von ihm benennen können.
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Frederic Chopin - LiederÜberraschenderweise (und erfreulicherweise) hat der norddeutsche Radiosender NDR-Kultur die CD “Frédéric Chopin – Pieśni (Songs)” in der Reihe des polnischen Fryderyk Chopin Institute (auf Polnisch: “Narodowy Institut Fryderyka Chopina”, NIFC abgekürzt) zur aktuellen CD der Woche gekürt: Überraschend ist es, weil es gewiss nicht selbst verständlich ist, dass eine CD mit dezidierten Nebenwerken Chopins im diesjährigen “Chopin-Jahr” besonders herausgehoben wird; erfreulich ist es, weil die Redakteurin Elisabeth Richter ganz richtig bemerkt, dass auf diesem Album »die beiden fantastischen Sänger« Aleksandra Kurzak (Sopran) und Mariusz Kwiecień (Bariton) »wunderschöne Stimmen«  haben und »auf höchstem Niveau« singen. Es ist ihre künstlerische Leistung (zusammen mit dem »wunderbar sensibel und musikalisch spielenden Pianisten Nelson Goerner«) die diese CD auszeichnet.

Sie resümiert:

»Sie singen diese – es ist hier nicht abwertend gemeint – nicht erstklassige Musik so, dass sie erstklassig klingt. Das ist eine große Kunst. Und das macht diese Chopin-Lieder-CD zu einem Kleinod«.

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The real Chopin - LogoWem die gestrige Konzertgala aus Warschau (übertragen von einigen ARD-Kulturradios, wie WDR 3, SWR 2 u. a.) anlässlich des 200. Geburtstags von Frédéric Chopin gefallen hat, insbesondere die historisch-informierte Umsetzung des Klavierkonzert No. 2 in f-moll, op. 21 des Orchestra of the 18th Century unter der Leitung von Frans Brüggen mit Dang Thai Son (am Érard Fortepiano) als Solisten, der sei (noch einmal) auf die → Sonderpreis-Aktion für NIFC-Veröffentlichungen bei CD- und Buchversender JPC hingewiesen. Für jeweils 9,99 Euro gibt es derzeit alle vom Fryderyk Chopin Institute (auf Polnisch: “Narodowy Institut Fryderyka Chopina”, kurz NIFC) bisher veröffentlichten Alben (die Reihe wird fortlaufend erweitert) mit Chopin-Aufnahmen auf Original-Instrumenten (“The real Chopin“), darunter auch ein Album mit den beiden Klavierkonzerten Chopins, interpretiert eben vom selben Orchestra of the 18th Century unter der Leitung von Frans Brüggen mit Dang Thai Son.
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Jonathan Plowright - Hommage à ChopinDer NDR Kultur-Redakteur Philipp Cavert hat in der Sendung “Klassisch unterwegs” vom 28. Februar die gestern an dieser Stelle vorgestellte CD “Hommage à Chopin” von Jonathan Plowright vorgestellt. Cavert stellt heraus, dass die Komponisten mit ihren Hommagen nicht zum Ziel haben,

»sondern seiner Musik mit eigenen Mitteln zu begegnen« und resümiert: »Plowrights farbenreicher Anschlag und sein virtuoses Spiel bilden nur die äußeren Voraussetzungen dafür, dass diese Aufnahme gelungen ist. Er hat verstanden, dass die einzelnen Komponisten jeweils andere Facetten Chopins betonen.«

Den Artikel gibt es hier → Hommage à Chopin, erschienen in der täglichen Rubrik “Neue CDs” (bei NDR Kultur); den Podcast mit der Sendung gibt es → hier (rechte Maustaste, “Ziel speichern unter”)

Hommage à Chopin von Jonathan Plowright ist am 19. Februar auf Hyperion (67803) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Radio - SymbolZwar steht auf seinem Taufschein der 22. Februar 1810, doch Frédéric Chopin selbst (und seine Mutter) haben stets den 1. März als korrekten Geburtstag genannt.
Der heutige 200. Geburtstag des polnischen Nationalkomponisten ist für nahezu alle Kulturradiosender im deutschsprachigen Raum ein willkommenes Schwerpunktthema. Hier einige ausgewählte Hörtipps zum heutigen “Chopin-Tag”:

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Frederic ChopinFrédéric François Chopin (eigentlich Fryderyk Franciszek Chopin) wurde am 1. März 2010 in Żelazowa Wola im Herzogtum Warschau geboren und starb jung, bereits am 17. Oktober 1849 in Paris. In den 39 Jahren seines Lebens wurde er einer der einflussreichsten und beliebtesten Komponisten für Klaviermusik im 19. Jahrhundert, dessen Ruhm und dessen Wirkung auch heute noch, 200 Jahre nach seinem Geburtstag, ungemindert nachwirken. 2010 wird in der Welt der klassischen Musik als Chopin-Jahr (und ebenso als Schumann-Jahr und Mahler-Jahr) gefeiert. Zahllose Neu- und Wiederveröffentlichungen mit Musik von Chopin überschwemmen in diesen Wochen den Klassik-Markt, deutlich mehr als bei den anderen beiden Jubilaren und oft genug von deutlich minderer Qualität. Andererseits: Chopin gehört zu jenen Komponisten, die auch von denen gehört werden, die normalerweise keine klassische Musik hören. Er ist der Inbegriff (manche würden sagen, das Klischee) der Romantik und der romantischen Klaviermusik. Vielleicht ist es deswegen auch nicht wirklich verwunderlich, wenn die Musikergenerationen nach ihm auf sein Werk immer wieder Bezug genommen haben. Dabei war das Werk, mehr noch das Wirken Frédéric Chopins niemals unumstritten. Um es mit den Worten des Komponisten und Klavier-Virtuosen Ferruccio Busoni zu sagen: »Mich hat Chopin ein Leben lang angezogen und zugleich abgestoßen; ich habe einfach seine Musik zu oft gehört – prostituiert, profaniert und banalisiert
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Frédéric Chopin

Das polnische Fryderyk Chopin Institute (auf Polnisch: “Narodowy Institut Fryderyka Chopina”) bringt anlässlich des 200. Geburtstag von Frédéric Chopin (1. März 1810 – 17. Oktober 1949) das Gesamtwerk des Romantikers in einer historisch-informierten Fassung heraus: Anerkannte Pianisten und Chopin-Spezialisten (Nelson Goerner und Janusz Olejniczak) und mehrere Preisträger des renommierten Chopin-Wettbewerbs (Kevin Kenner, 2. Preis 1990; Dang Thai Son, 1. Preis 1980; Tatiana Shebanova, 2. Preis 1980; Dina Yoffe, 2. Preis 1975) spielen auf den gleichen Flügeln, die auch Chopin bevorzugte: Einem Érard (1849 in Paris gebaut) und einem Pleyel (1848, ebenfalls in Paris gebaut), Instrumenten also, die wie kaum andere den Sound der Romantik geprägt haben und deren Klangbild von unseren heutigen Konzertflügeln deutlich abweicht. Für die Orchesterwerke wurde der anerkannte Fachmann für historische Aufführungspraxis Frans Brüggen und sein Originalinstrumente-Ensemble Orchestra of the 18th Century gewonnen.

Anlässlich des anstehenden Geburtstags sind die 12 bereits erschienen CDs zum Sonderpreis erhältlich, etwa beim CD- und Buchversand JPC für jeweils 9,99 Euro → NIFC-Veröffentlichungen auf jpc.de

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