Posts Tagged “Franz Schubert”

Thomas Oliemans: Franz Schubert - SchwanengesangDer niederländische Bariton Thomas Oliemans sorgte mit seiner Neueinspielung des Schwanengesang von Franz Schubert (1797-1828) für das Etcetera-Label für eine erste Überraschung im diskografisch noch jungem Jahr. Zusammen mit dem erfahrenen schottischen Liedbegleiter Malcolm Martineau hat der32-jährige Oliemans eine überzeugende, jugendliche, aber durch und durch nachvollziehbare Interpretation der letzten Lieder Schuberts vorgelegt, die sich durchaus an den Einspielungen bekannterer Sänger messen lassen kann.

Dieses Video entstand bei den Aufnahmen des Albums im März 2010 in der All Saints Church in East Finchley, London. Die Dialoge sind zum größten Teil auf Niederländisch, lassen sich aber mit etwas Sprachgefühl gut verstehen.


Meine Besprechung zum Album (‘Der besondere Tipp 01/11′) findet man → hier.

Die CD Franz Schubert – Schwanengesang des Bariton Thomas Oliemans, begleitet von Malcolm Martineau ist am 14. Januar 2011 auf Etcetera (KTC 1420) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Franz Schubert, Gemälde von Wilhelm August Rieder, 1875Im Gegensatz zu Die Schöne Müllerin und Winterreise ist der Schwanengesang kein von Franz Schubert (1797-1828) selbst zusammengestellter Zyklus, sondern (wie der Titel schon suggeriert) eine postum von seinem Verleger Tobias Haslinger zusammengestellte Liedsammlung. Die dreizehn von Schubert im Autograph unmittelbar hintereinander niedergeschriebenen Lieder entstanden allerdings tatsächlich kurz vor seinem Tod und waren höchstwahrscheinlich von Schubert selbst als zusammenhängender Zyklus geplant. Das abschließende Lied »Die Taubenpost« wurde allerdings von Haslinger eigenmächtig hinzugefügt. Obwohl es als das letzte Werk von Schubert gilt, gehörte es nicht zu der Reihe der Lieder, die von Schubert vermutlich als Zyklus intendiert waren. Trotzdem wird heute der Schwanengesang fast immer mit diesem Lied beendet, auch wenn es von der Stimmung her und von der Dramaturgie nicht hundertprozentig passen will. C’est la vie…
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Franz Schubert (Lithografie)Kaum ein anderer ‘großer’ Komponist hat so viel Klaviermusik für vier Hände geschrieben wie Franz Schubert (1797-1828), was in gewisser Weise erstaunlich ist, war doch das Klavierspiel zu vier Händen (ganz gleich ob an einem Klavier oder an zwei Instrumenten) spätestens seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein beliebter Zeitvertreib des gehobenen Bürgertums und eine der wenigen sozialen Gelegenheiten, bei denen sich junge Menschen unterschiedlichen Geschlechts näher kommen konnten, ohne gegen die strengen gesellschaftlichen Konventionen zu verstoßen.Vierhändige Klaviermusik war für viele Komponisten eine wichtige Verdienstmöglichkeit, wurde sie doch deutlich häufiger verlegt (und verkauft), als zweihändige. Dennoch gibt es keinen anderen Komponisten, der sich so intensiv mit dieser Spielart beschäftigt hat, wie Schubert. Während andere Komponisten ihre Schüler oder Assistenten der Musikverleger ihre Werke umschrieben ließen, kümmerte sich Schubert um seine vierhändige Musik persönlich, ein Zeichen dafür, dass er sie nicht nur als ‘schnöden Broterwerb’ ansah, sondern auch ein besonderes Interesse an diesem Genre hatte.
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Daniela Koch - Quelle: gramola.atDie junge, aus Tirol stammende Querflötistin Daniela Koch (Jahrgang 1989) ist Gewinnerin mehrerer internationaler Flötenwettbewerbe, etwa der 7. Ausgabe der bedeutenden Kobe International Flute Competition von 2009, bei dem sie sich gegen 230 Teilnehmer durchsetzen konnte oder bei der 2008er Ausgabe des tschechischen Musikpreises Concertino Praga. Von der Bank Austria wurde sie nun zum “Artist of the Year 2010″ gekürt und last but not least hat beim letztjährigen ARD-Musikwettbewerb in München hat sie als jüngste Finalistin den 2. Platz (von 50 TeilnehmerInnen!) in der Kategorie Flöte belegt und wurde zusätzlich mit dem »Sonderpreis der Freunde Junger Musiker, München e. V.« ausgezeichnet.
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30 Years Hyperion

Der vielleicht beste deutschsprachige Musikversender JPC schreibt auf seiner Labelseite über die britische Plattenfirma Hyperion Records:

»Britain’s brightest record label« nennt sich Hyperion Records – und tatsächlich ist »bright« ein gutes Wort, um sich selbst zu beschreiben, entspricht es doch laut Lexikon deutschen Wörtern wie »leuchtend«, »gescheit«, »fröhlich« und »vielversprechend«. In dieser Geisteshaltung widmet sich die unabhängige britische Produktionsfirma seit nunmehr 30 Jahren dem Ziel, Musik aller Zeiten und Stile vom 12. bis ins 21. Jahrhundert anzubieten, und hat so manchem Musikfreund ganz neue Horizonte erschlossen.

Entgegen dem Trend immer schneller, immer billiger, immer mehr Ware für den Massenmarkt (Welcher Massenmarkt?) zu produzieren, hat sich Hyperion erfolgreich als Qualitätslabel nicht nur auf dem wichtigen britischen, sondern auf dem Weltmarkt etabliert, das auf allen Ebenen der CD-Produktion auf höchste Qualität achtet, angefangen von der Auswahl, der Förderung und der Betreuung der Künstler, über das zu einspielende Repertoire bis hin zur Aufnahmetechnik, dem Artwork und – oft genug das Stiefkind der CD-Produktionen – den sachkundigen Begleittexten.
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Antonio SalieriObwohl er zu den zu Lebzeiten bedeutendsten und erfolgreichsten Komponisten der Wiener Klassik gehörte, ist die Musik von Antonio Salieri (1750-1825) heute weitgehend vergessen (bis auf einige Opern und Ouvertüren ist kaum etwas aus seinem umfangreichen Œuvre auf Tonträger erhältlich). Seine Person ist durch das Theaterstück “Amadeus” von Peter Shaffer, mehr noch durch dessen Verfilmung durch Milos Foreman mit dem zweifelhaften Ruhm belegt, der neidische und rachsüchtige Konkurrent Mozarts gewesen zu sein, den er mit einer List in den Tod getrieben hat. Selbst der Hinweis, dass es sich um eine rein fiktive Geschichte handelt, hilft da nicht mehr: Sein Name bleibt auf unrühmliche Art mit Mozarts Requiem verbunden, dabei ist gibt es keinerlei Anhaltspunkte, dass Salieri überhaupt in irgendeiner Weise mit Mozarts Requiem involviert war (im Theaterstück/Film diktiert der sterbende Mozart Salieri die Noten vom Sterbebett aus). Wenn man heute im Internet nach “Salieri + Requiem” recherchiert, so findet man einige wenige Hinweise auf das von ihm 1804 verfasstes Requiem in c-Moll, dafür aber umso mehr Hinweise auf Mozarts Requiem.
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F. Schubert - Werke f. Violine u. Klavier - J. Fischer u. M. HelmchenZwei der besten deutschen Solisten ihrer Generation, die Violinistin Julia Fischer und der Pianist Martin Helmchen, haben bereits mit der ersten Veröffentlichung in der Reihe der Gesamtaufnahme aller Werke für Violine und Klavier von Franz Schubert für Aufmerksamkeit und äußerstes Wohlwollen bei der Kritik (und bei den Hörern) gesorgt.

Nun liegt der zweite Teil der Reihe vor: Auf ihm ist die Sonate für Violine und Klavier in A Dur “Duo”, D. 574 (Op. 162), die Fantasie für Violine und Klavier in C-Dur, D. 934 (Op. 159) und als besonderer Clou die Fantasie in f-Moll für Klavierduett, D. 940 (Op. 103) auf der Julia Fischer erstmals als Pianistin (!) zu hören sein wird. Der norddeutsche Kultursender hat das Album zur »CD der Woche« gekürt.
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Zwei Monate vor dem Tod komponierte Franz Schubert (1797-1828) sein letztes Kammermusikwerk, das Streichquintett in C-Dur, D 956 (op. posth. 163), in einer Zeit also, als Schubert den herannahenden Tod vermutlich spüren konnte. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich bald nach der Fertigstellung auf jeden Fall frappierend und vielleicht steckt tatsächlich etwas von einer Todesahnung in dem ungewöhnlich instrumentiertem Werk (zwei Violinen, Viola und zwei Celli anstatt zweier Viola, wie in der Wiener Tradition üblich), wie man geneigt ist zu glauben, wenn man den zweiten Satz, das “Adagio” (note bene: Schubert schrieb nur sehr wenige Adagios) hört. Ist dies ein vorweggenommener Trauermarsch, ein Klagelied über den nahen Tod? Doch selbst wenn man alle Spekulationen beiseite legt bleibt die Tatsache, dass das Streichquintett mit seiner Länge (deutlich über 50 Minuten), seiner Komplexität und seiner musikalischen Art weit über seine Zeit hinausreicht: Wenn man dieses Quintett mit geradezu symphonischen Ausmaßen anhört, so assoziiert man eher die Musik Gustav Mahlers, als jene seiner Zeitgenossen. Wie bei allen Werken aus Schuberts Todesjahr (Große Sinfonie in C-Dur, D 944, Klaviersonate Nr. 20 in A-Dur, D 959) fragt man sich, wohin Schuberts Entwicklung geführt hätte, wäre er nicht so früh verstorben und welchen Einfluss er auf die aufkommende Romantik damit hätte nehmen können.
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Simon Keenlyside - Lieder

Dass Simon Keenlyside derzeit zu den meistbeschäftigten und besten Baritonen (nicht nur) der britischen Insel gehört, sollte jedem aufmerksamen Beobachter der Szene längst bekannt sein: Seine Leistungen bei einigen der besten Opernaufnahmen der letzten Jahre, etwa bei den “Nozze des Figaro” unter Jacobs (harmonia mundi, 2004) und als “Don Giovanni” unter Charles Mackerras (DVD/ Blu-ray; Opus Arte, 2008) haben sein Renommee als Opernsänger mit exzellenter Stimme, klarer Artikulation und immensen Einfühlungsvermögen beträchtlich vergrößert. Doch Kennlyside hat schon vor seinen spektakulären Opernproduktionen der späten 1990er/200er eine zweite, ebenso beeindruckende Karriere als Lied-Interpret gestartet. Dabei profilierte er sich sowohl als exzellenter Interpret des deutschen Liedes, unter anderem als einer der beteiligten Sänger der epochalen Gesamteinspielung aller Lieder von Franz Schubert (Hyperion, 1987-1999), als auch als versierter Interpret geistlicher und weltlicher französischer Werke. Das alles ist freilich kein Zufall, denn Großbritannien gilt, ähnlich wie Deutschland, schon seit Generationen als Land mit einer besonderen Affinität zur Liedkunst, sei es beim Publikum, sei es bei den Interpreten.

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