Es ist sicher eher ungewöhnlich, dass an dieser Stelle eine DVD besprochen wird und das obwohl sich die Zahl der audiovisuellen Tonträger im Musiksektor (sprich DVDs und zunehmend auch Blu-rays) stetig weiter erhöht. Selbst der konservativste Hörer wird einsehen, dass es zahlreiche Musikaufführungsformen gibt, die eine visuelle Komponente beinhalten (man denke da nur an die Oper, an Musicals aber auch an opulent inszenierte Konzerte). Auch Dokumentationen über Künstler, Komponisten oder Werke können durch das bewegte Bild deutlich aufgewertet und erweitert werden. Die Dokumentationen “The Alchemist” und “Hereafter” von Bruno Monsaingeon über Glenn Gould etwa gehören zu den aufschlussreichsten Quellen, wenn man sich mit dem Phänomen Gould geschäftigen möchte.
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Jos van Immerseel und sein Orchester Anima Eterna aus dem westflämischen Brügge haben vor einigen Jahren den Zyklus der Sinfonien von Ludwig van Beethoven (erschienen auf ZigZag, 2005 – 2007) auf Originalinstrumenten aufgenommen, nach sorgfältigsten Studien der Quellen. Seitdem gehört die kompromisslos historisch-informierte Gesamtaufnahme zu den meistbeachteten und meist bejubelten Neuaufnahmen und Neudeutungen der wohlbekannten Sinfonien der letzte Jahre. Kritiker und Publikum waren sich einig, dass diese Einspielungen auf Originalinstrumenten sowohl künstlerisch, als auch musikhistorisch (und nicht zu vergessen klanglich) überzeugen konnten. Wie kaum jemand zuvor in den letzten Jahren, hat Immerseels Beethoven-Zyklus den Blick auf das symphonische Œuvre des Bonner Komponisten verändert. Jos van Immerseels radikaler Authentizitätsanspruch räumt fundiert auf mit Vorurteilen und Gemeinplätzen über Ludwig van Beethoven und über seine Musik (und gar seine Intentionen damit).
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19. Jahrhundert,
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Tendenziell gilt klassische Musik als ernsthaft und seriös (seltsamerweise vor allem bei jenen, die sie nicht regelmäßig hören), aber kann klassische Musik wirklich zum Brüllen komisch sein? Der Violinist Aleksey Igudesman und der Pianist Richard Hyung-ki Joo belegen, dass man virtuose Darbietungen und Komik exzellent miteinander verbinden kann. Auf ihrer jetzt erschienenen Debüt-DVD “A Little Nightmare Music” entfachen die beiden Musiker und Komiker ein echtes Feuerwerk an vorder- und hintergründigen Gags rund um die klassische Musik (und um Musiker). 400 Jahre Musikgeschichte in einer Stunde Gag-Feuerwerk: Die Sketche sind so witzig, so originell und so voller schwarzen Humor, dass man gar nicht anders kann, als kichernd und lachend vor dem Bildschirm zu sitzen, ganz gleich, ob man ein Klassikexperte oder ein Klassikverweigerer ist. Die Pointen versteht man auch ohne große Klassiksammlung und die einfachen, kurzen Dialoge auf Englisch sollten auch niemanden Mühe bereiten. Kein Wunder, dass die beiden Komiker/Musiker bei der Nokia Night of the Proms die Publikumslieblinge waren und in ganz Europa Erfolge feierten.
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DVD,
Klassik
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