Posts Tagged “Chorwerke”

Rund ums nahende Osterfest werden auf blog.codaex.de verstärkt Neu- und Wiederveröffentlichungen mit sakraler Musik vorgestellt, denn gerade die Zeit zwischen Aschermittwoch und Christi Himmelfahrt hat in der Liturgie und damit auch in der sakralen Musik eine zentrale Bedeutung.
Das Baltikum (Karte)
Alle Artikel zum Thema  → Musik zur Passions- und Osterzeit

In den drei Republiken des Baltikum gab es immer schon eine ausgeprägt hochklassige und vielfältige Musikszene, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder richtig aufblühte. Nun, rund 20 Jahre danach, ist sie zu einem bedeutenden Faktor in der europäischen Szene der zeitgenössischen Musik (sowohl im Jazz, als auch in der zeitgenössischen klassischen Musik) geworden. Zahlreiche Komponisten und Solisten werden nun in Westeuropa und den USA ‘entdeckt’, die zu Hause schon seit jungen Jahren gefeiert wurden. Baltische Musiker und Komponisten zeichnen sich durch einen erfrischenden Nonkonformismus aus, der das Lager-Denken des westlichen Musikbetriebs weitgehend ignoriert und damit neue Horizonte eröffnet.
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Rund ums nahende Osterfest werden auf blog.codaex.de verstärkt Neu- und Wiederveröffentlichungen mit sakraler Musik vorgestellt, denn gerade die Zeit zwischen Aschermittwoch und Christi Himmelfahrt hat in der Liturgie und damit auch in der sakralen Musik eine zentrale Bedeutung.
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Johann Sebastian BachDass Johann Sebastian Bach (1685-1750) geistliche Werke geschaffen hat, die einen unschätzbar großen Beitrag zur westlichen Musikkultur geleistet haben, steht wohl außer Frage. Seine beiden (erhaltenen) Passionen, also die Matthäus-Passion (BWV 244) und die Johannes-Passion (BWV 245), die h-Moll-Messe (BWV 232), das Weihnachtsoratorium (BWV 248), das Magnificat (BWV 232) und zahlreiche seiner Kantaten gehören heute noch zu den bekanntesten, meist aufgeführten und meist aufgenommenen sakralen Werken. Auch das Osteroratorium (BWV 249) und das sogenannte Himmelfahrtsoratorium (BWV 11) – ursprünglich wurde es als Kantate unter dem Titel “Lobet Gott in seinen Reichen” und niedriger Verzeichnis-Nummer eingeordnet – gehören zu den bekanntesten Werken, wenn gleich die Diskrepanz im Vergleich zur Aufführungs- und Aufnahmefrequenz des ‘großen Bruders’ Weihnachtsoratorium und den beiden Passionen auffallend sind. Die eher kurzen Oratorien (denn es sind im Aufbau keine schlichten Kantaten, sondern echte Oratorien mit einer biblischen Handlung zur Grundlage, die von einem Evangelisten und anderen Personen in Rezitativen vorgetragen wird) mit einer jeweiligen Laufzeit von 40 bzw. 30 Minuten sind vielleicht für unser monumentales Bach-Verständnis zu bescheiden, um im Vergleich zu den deutlich längeren anderen Werken richtig wahrgenommen zu werden. Derzeit stehen auf dem deutschen Tonträger-Markt rund drei Dutzend verschiedene Aufnahmen des Weihnachtsoratoriums (in fast unzähligen Editionen) nur ungefähr ein Dutzend Aufnahmen des Osteroratoriums (und noch einmal so viele Aufnahmen des Himmelfahrtsoratoriums, oft auf der selben CD) gegenüber.

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An den kommenden Tagen rund ums nahende Osterfest werde ich verstärkt CDs mit sakraler Musik vorstellen, die entweder direkt oder zumindest doch mittelbar mit der Passions- und Osterzeit zu tun hat. Gerade die Zeit zwischen Aschermittwoch und Christi Himmelfahrt hat in der Liturgie und damit auch in der sakralen Musik eine eminent wichtige Bedeutung. Bei den Artikeln soll es darum gehen, möglichst ungewöhnlich, herausragende Neu- und Wiederveröffentlichungen zum Thema Musik zur Passions- und Osterzeit vorzustellen.

Orlando di LassoDer aus der heute belgischen Stadt Mons stammende Orlando di Lasso (oder in der Schreibweise der englischsprachigen Welt Orlande de Lassus,1532-1594) ist schon zu Lebzeiten einer der bekanntesten und wichtigsten Komponisten seines Jahrhunderts gewesen. Schon früh bereiste er halb Europa, wo er zunächst als Chorknabe, dann als Solist, bald nach dem Stimmbruch aber schon als Komponist in Erscheinung trat. In seinen jungen Jahren fand er einige adelige Förderer in Italien, bis er zunächst in Florenz, bald darauf in Rom als Kapellmeister der Kirche S. Giovanni in Laterano (der zweitwichtigsten Kirche in Rom, nach dem Petersdom) als Komponist geistlicher Werke wirkte. Nur die Nachricht von der schweren Krankheit seiner Eltern ließ ihn 1555 seine Stellung kündigen und nach Mons reisen, wo er allerdings seine Eltern nicht mehr lebend antraf. Di Lasso sollte daraufhin noch weitere Reisen unternehmen, bis er schließlich als Leiter der Hofkapelle Albrechts V. von Bayern seinen Lebensmittelpunkt dauerhaft nach München verlagerte, wo er auch verstarb.
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An den kommenden Tagen rund ums nahende Osterfest werde ich verstärkt CDs mit sakraler Musik vorstellen, die entweder direkt oder zumindest doch mittelbar mit der Passions- und Osterzeit zu tun hat. Gerade die Zeit zwischen Aschermittwoch und Christi Himmelfahrt hat in der Liturgie und damit auch in der sakralen Musik eine eminent wichtige Bedeutung. Bei den Artikeln soll es darum gehen, möglichst ungewöhnlich, herausragende Neu- und Wiederveröffentlichungen zum Thema Musik zur Passions- und Osterzeit vorzustellen.

Es gibt kaum ein Ensemble, das sich in den letzten Jahren so verdient um die Musik von Tomás Luis de Victoria (ca. 1548-1611) gemacht hat, wie der englische Chor The Sixteen (mit Ausnahme ihrer Kollegen und Landsleute der Tallis Scholars unter Peter Phillips – aber ihre neueste Victoria-Veröffentlichung wird erst in einigen Tagen hier im Blog besprochen werden).Tomás Luis de Victoria Harry Christophers, der Gründer und Leiter des Weltklasse-Chors, ist ein bekennender, glühender Bewunderer des Gelehrten, Mystikers, Priesters, Sängers, Organisten und Komponisten Victoria. Er betrachtet ihn als »den herausragendsten Komponisten der Renaissance« und glaubt, dass, wenn es überhaupt möglich sei »Gefühl vollständig in Musik auszudrücken« dies nur bei Victorias Musik der Fall sei. Bei solch einem eindeutigen Bekenntnis zum Genie Victorias ist es nicht verwunderlich, dass sich sein Chor während seines über 30-jährigen Bestehens immer wieder mit der Musik des Spaniers beschäftigt hat.
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Norddt. Kammerchor, Maria Jürgensen: Johannes Eccard - Meine schönste ZierJohannes Eccard (1553-1611) war um 1600 einer der bedeutendsten geistlichen Komponisten in Deutschland. Der Norddeutsche Kammerchor unter der Leitung von Maria Jürgensen ehrt den Thüringer zu dessen 400. Todestag mit einer Aufnahme wichtiger Choralsätze und seiner einzigen vollständig erhaltenen Messe.

Die NDR Kultur-Redakteurin Dagmar Penzilin hat sich die bei MDG (Musikproduktion Dabringhaus und Grimm) erschienene SACD angehört und für die Rubrik »Neue CDs« besprochen.

Über den Komponisten Ecclard schreibt sie:
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Neue CDsIn der Rubrik Vorschau werden zu Monatsbeginn ausgesuchte Titel aus den anstehenden Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb vorgestellt. Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb kommen am 15. April 2011 in den Handel.

NEU: Ab sofort kann man die monatliche Codaex-Neuheiten-Newsletter bestellen, in der alle Codaex-Veröffentlichungen des kommenden Monats aufgelistet werden. → Codaex-Newsletter abonnieren

Im gestrigen Teil I der Vorschau stelle ich 1. Orchesterwerke und 2. Kammermusik vor; heute folgen nun die Neuerscheinungen aus den Bereichen 3. geistliche und weltliche Vokalmusik und 4. Wiederveröffentlichungen..
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The Sixteen: T. Luis de Victoria - Hail, Mother of the RedeemerDer englische Chorleiter Peter Phillips schrieb einmal über die Musik von Tomás Luis de Victoria (ca. 1548-1611):

»Das Spanische an sich findet oft seinen Ausdruck in der spanischen Poly­phonie. Man sagt von den Spaniern, dass sie in ihrer Religionsausübung besonders leidenschaftlich und gleichzeitig mystisch sind, worin sie sich von anderen unterscheiden.«

Nun darf man nicht den Fehler machen, das Attribut “leidenschaftlich” mit ungestümer Plumpheit zu verwechseln; die Musik de Victorias ist alles andere als das, wie das neue Coro-Album »Hail, Mother of the Redeemer« des englischen Chores The Sixteen belegt. Sie präsentiert Musik von einer bemerkenswerten Schlichtheit und Direktheit.
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Die Karnevalszeit ist vorüber, die Masken sind abgenommen, die Kostüme ausgezogen, der Nubbel ist verbrannt worden, das Ende der “tollen Tage” läutet traditionell den Beginn der Fasten- und Passionszeit ein. Auch ohne besonderen religiösen Aspekt versuchen viele Menschen diese Zeit ganz bewusst anders zu erleben. In der Musik ist die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern die Hochphase für Konzerte mit vornehmlich geistlichen Werken im Programm. Wen wundert’s, war es doch lange die Fasten-, Passions- und Osterzeit, die in der christlichen Welt als die wichtigste Zeit des Jahres angesehen wurde (und nicht wie heutzutage die Weihnachtszeit, was sicher eine Vielzahl von Ursachen hat und nicht alle sind einer veränderten religiösen Wahrnehmung geschuldet). Man kann also ohne Übertreibung sagen, dass es eine gewachsene Tradition ist, sich in der Fastenzeit bis zum Osterfest besonders intensiv mit sakraler Chormusik zu beschäftigen. Auch in diesem Blog werden in den kommenden Wochen überdurchschnittlich viele Neu- und Wiederveröffentlichungen sakraler Chormusik besprochen werden. Diese Tradition hat sich interessanterweise auch bis in der stark weltlich gewandten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts gehalten.
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Percy GraingerDer australisch-amerikanische Pianist, Dirigent, Saxophonist und Komponist Percy Grainger (1882-1961) gehört zu den widersprüchlichsten und exzentrischsten Persönlichkeiten der Musikwelt des 20. Jahrhunderts: Er war bekennender Antisemit und Rassist, praktizierender (und minutiös dokumentierender!) Sado-Masochist, er bewunderte und sammelte er folkloristische musikalische Formen aus den vielen Ländern, die er bereiste, war mit Duke Ellington (1899-1974) und George Gershwin (1898-1937) befreundet und setzte sich vehement für den Jazz als ernstzunehmende Musikform ein. Er  versuchte in seinen Briefen und Schriften ein vom Latein gereinigtes Englisch zu benutzen (er nannte es “blue-eyed English”), sprach 11 Sprachen fließend (darunter so exotische Sprachen wie Isländisch, aber auch Russisch) und glaubte an die Überlegenheit der nordisch-germanischen Rasse, hatte aber andererseits für das NS-Regime nichts übrig: Während des 2. Weltkriegs spielte er als Pianist eine Reihe von Militärkonzerten für die US Army (im ersten Weltkrieg hatte er in einer Militärkapelle als Saxophonist gearbeitet). Darüber hinaus entwickelte er in seinen in Zusammenarbeit mit dem Techniker Burnett Cross die Free Music Machine, einen Vorläufer des Synthesizers.

Seinen Wohlstand erlangte erlangte Grainger durch sein Frühwerk »Country Gardens«, das er Zeit seines Lebens spielen sollte, obwohl er es in zunehmenden Maße verabscheute:

Country Gardens (Pianola-Aufnahme 1919) von und mit Percy Grainger auf Australian Screen
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Neue CDsIn der Rubrik Vorschau werden zu Monatsbeginn ausgesuchte Titel aus den anstehenden Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb vorgestellt. Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb kommen am 15. März 2011 in den Handel.

Im gestrigen Teil I der Vorschau stelle ich 1. Orchesterwerke und 2. Kammermusik vor; heute folgen nun die Neuerscheinungen aus den Bereichen 3. geistliche & weltliche Vokalmusik und 4. Wiederveröffentlichungen & historische Aufnahmen.
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