Posts Tagged “Chorwerke”

Westminster Cathedral Choir, Martin Baker: Tomás Luis de Victoria – Missa De Beata Maria Virgine · Missa Surge propera · Salve reginaGerade hat Sal Pichireddu die wiederveröffentlichte Praetorius-CD „Christmas Music“ mit dem Knabenchor der Westminster Cathedral als geschmackvolle Weihnachtsmusik empfohlen – da schließe ich mich gern mit einer weiteren, neuen Aufnahme dieses Spitzenensembles an, die ebenfalls bei Hyperion Records erschienen ist. Diese CD ist, theologisch betrachtet, eine perfekte Fortsetzung des Weihnachts-Festkreises und versammelt zwei Marienmessen von Tomás Luis de Victoria, neben der Antiphon „Salve regina“ desselben Meisters und Palestrinas Motette „Surge, propera amica mea, et veni“. Unter der Leitung von Martin Baker setzt der Chor seine Beschäftigung mit dem Werk de Victorias fort und fügt dieser feinen, langen Reihe hörenswerter CDs einen weiteren Titel hinzu, der musikalisch erstklassig, voll spannender Entdeckungen und geistlich nahrhaft ist.
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Michael PraetoriusDas ging aber wirklich schnell: Übermorgen ist bereits Heiligabend! Während der ganz normale Weihnachtswahnnsinn so langsam auf die Konsum-Zielgeraden einbiegt (wobei die Läden gerade an diesen letzten Tagen aus allen Nähten platzen), bleibt vielleicht gerade noch die Zeit für den Hinweis auf eine hörenswerte CD mit weihnachtlicher Musik. Wer jetzt schnell bestellt, sollte die CD noch gerade rechtzeitig zum Fest bekommen; gut sortierte Plattenläden sollten das  heute vorgestellte Album ebenfalls auf Lager haben.
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Nur noch fünf Tage bis Heiligabend! Die letzte Woche vor dem langen Festtagswochenende ist angebrochen und setzt den ganz normalen Weihnachtswahnnsinn fort, mit dem die letzte Woche zu Ende ging: Die Innenstädte mit ihren großen, glitzernden Kaufhäusern und die zahllosen Weihnachtsmärkte sind überfüllt mit Konsumwilligen auf der Suche nach dem richtigen Geschenk. Selbst wer sich bewusst gegen den allgegenwärtigen Kaufrausch entscheidet, sucht vielleicht doch noch eine originelle Kleinigkeit. Die Konzertsäle und Kirchen bieten zahlreiche weihnachtliche Konzerte an, die uns musikalisch auf das Fest einstimmen (sollen), doch in den CD-Abteilungen der Elektro-Märkte und bei den großen Versendern werden in den Regalen die Zusammenstellungen mit seichtem, süßlichen Weihnachts-Pop, den immergrünen Jazz-Croonern und den oft lieblos zusammengestellten “Christmas-Classics”-Sammlungen weit nach vorne geräumt.
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In einer Woche ist Heiligabend! Während heute, am letzten verkaufsoffenen Samstag vor dem Fest, die Innenstädte und Einkaufszentren des Landes auf der Suche nach dem richtigen Weihnachtsgeschenk von gestressten Konsumenten gestürmt werden, lässt die akustische Untermalung oft zu wünschen übrig. Seichte, süßliche Pop-Nummern mit dem Versprechen einer wundervollen weißen Weihnacht, die (fast schon klassischen) charmant-angestaubten Jazz-Crooner-Nummern zum Fest, oft aber auch nur wahllos ausgewählte barocke Klänge (oft genug ohne jeglichen Weihnachtsbezug) oder traditionelle Weihnachtslieder von mehr oder minder talentierten Kinderchören beschallen den allgegenwärtigen Konsumrausch auf Weihnachtsmärkten und Shopping-Malls. Die einschlägigen Nummern gibt es – alle Jahre wieder – auf mehr oder minder lieblos zusammengestellten Samplern auf den Weihnachtswühltischen der Läden.
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Francis Poulenc (mit Wanda Landowska)Ich wundere mich oft darüber, wie auf wenige Namen beschränkt das internationale Bild der französischen Musik ist. Mir fällt kein anderes Land, besser keine andere Musik-Tradition ein, in der (mir) die Wahrnehmung so eingeengt, so willkürlich erscheint, wie in der französischen Musik. Sicher, Claude Debussy (1862-1918) und Maurice Ravel (1875-1937) sind große und wichtige Komponisten gewesen, aber: War Gabriel Fauré (1845-1924) nicht ebenso Schöpfer ganz außergewöhnlicher, eigenständiger und zeitloser Musik? War Erik Satie (1866-1925) nicht ein genial-visionärer Sonderling seiner Epoche, der vieles vorwegnahm, das erst viel später von anderen Komponisten in der Moderne aufgegriffen werden sollte? War Hector Berlioz (1803-1869) nicht viel mehr als ein One-Hit-Wonder mit der Symphonie Fantastique, sondern einer der einflussreichsten und bedeutendsten Figuren der Romantik? Wird man heute Camille Saint-Saëns (1835-1921) gerecht, wenn man ihn ausgerechnet auf den Karneval der Tiere reduziert? Und warum hat die betörend schöne und intensive Chormusik von Francis Poulenc (1899-1963) nicht einen viel größeren Bekanntheitsgrad?
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Swedish Radio Choir, P. Dijkstra: Francis Poulenc - Figure HumaineDer französische Komponist Francis Poulenc (1899-1963) ist einer der wichtigsten Komponisten weltlicher und geistlicher Chorwerke des 20. Jahrhunderts. In seinem Œuvre verband er Tradition und Moderne. Dabei versuchte er stets menschliche Seelenzustände in eine allgemein verständliche Klangsprache zu übertragen und dabei ganz nah am Leben der Menschen zu bleiben. Seine Kantate Figure Humaine für Doppelchor ohne Instrumental-Begleitung schrieb er beispielsweise 1943 als Zeichen der Hoffnung wider die deutsche Besatzung.

Der renommierte Swedish Radio Choir hat das Werk gemeinsam mit einigen anderen Kompositionen Poulencs für Chor unter der Leitung des niederländischen Dirigenten Peter Dijkstra für das audiophile Label Channel Classics aufgenommen.Die SACD wurde nun als Tipp beim süddeutschen Kultursender BR-Klassik vom  Redakteur Matthias Keller vorgestellt.

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Orlando di LassoDer aus Mons (im heutigen Belgien) stammende Orlando di Lasso (oder in der englischsprachigen Schreibweise Orlande de Lassus,1532-1594) ist schon zu Lebzeiten einer der bekanntesten und wichtigsten Komponisten seines Jahrhunderts gewesen. Wegen seines außerordentlichen Talentes bereiste er schon früh alle wichtigen europäischen Musikzentren, wo er zunächst als Chorknabe, dann als Solist, bald nach dem Stimmbruch aber schon als versierter Komponist in Erscheinung trat. So lebte und arbeitete di Lasso in Italien, in Flandern und, als Leiter der Hofkapelle Albrechts V., in Bayern. Von seinen Bewunderern wurde Orlando di Lasso schon zu Lebzeiten»princeps musicorum« (zu Deutsch Fürst der Musiker) oder »le divin Orlande« (Der göttliche Orlando) genannt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Werke keines anderen Komponisten der damaligen Zeit häufiger gedruckt wurden. Er war nicht nur der meist geachtete, sondern auch der produktivste Komponist seiner Epoche: Heute kennt  man von ihm rund 70 Messen, über 100 Magnificats, über 500 Motetten sowie mehrere hundert weltliche Werke.
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Neue CDsIn der Rubrik Vorschau wird am Monatsbeginn ein ausgewählter Überblick über die interessantesten Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb präsentiert. Ein Teil dieser vorgestellten Titel wird dann im Laufe der kommenden Wochen im Blog noch ausführlicher besprochen.

Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb erscheinen am 16. September 2011.

Die monatliche Codaex-Neuheiten-Newsletter mit Infos zu allen anstehenden Veröffentlichungen im Codaex-Vertrieb kann man → hier abonnieren.

Im gestrigen Teil I der Vorschau stellte ich 1. Orchesterwerke, 2. Kammermusik und 3. Wiederveröffentlichungen vor; heute folgen die (aus meiner Sicht) besonders vielversprechenden Neuerscheinungen aus den Bereichen 4. Oper & Chor und 5. Alte Musik.
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Kubanische FlaggeEs ist wohl nicht nur ein romantisches Vorurteil, dass Musik in Kuba einen anderen Stellenwert, ein anderes Selbstverständnis hat als andernorts. Kuba vereint in seiner Musik, besser gesagt in seinen Musiken, verschiedene Einflüsse aus Europa, Afrika und Nord- und Mittelamerika sowie der karibischen Nachbarinseln: Son, Mambo, Habanera, Salsa, Trova, Nueva Trova, Timba, Reggaetón: Die Stile der populären kubanischen Musik verändern sich stetig, befruchten sich gegenseitig und haben einen beachtlichen Einfluss auf die Kunstmusik des modernen Kubas, die wiederum nicht mehr eindeutig von der Volksmusik zu trennen ist. Kuba besitzt eine der heterogensten und facettenreichsten Musiklandschaften der Welt; die kubanische Musik ist spätestens seit dem Wim-Wenders–Film Buena Vista Social Club (1999) und dem dazugehörigen Soundtrack von Ry Cooder und den Musikern des Buena Vista Social Club (wieder einmal) weltweit angesagt. »Chan-Chan« von Compay Segundo, geschrieben von einem über 80-jährigen, avancierte zum weltweiten Hit.
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Giovanni Pierluigi da PalestrinaNach ihrem erst vor wenigen Wochen veröffentlichtem ‘Ausflug’ in die zeitgenössische (Chor-) Musik auf  »O Guiding Night · The Spanish Mystics« (s. → Besprechung), veröffentlicht der englische Weltklasse-Chor The Sixteen nun den ersten Volumen eines langfristigen Projektes, das sich mit dem vielleicht bedeutendsten Renaissance-Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina (1514/15-1594) beschäftigt. Harry Christophers, Gründer und Leiter des Ensembles, erläutert im Vorwort, dass man nicht vorhabe, jedes Werk Palestrinas aufzunehmen. Dies wäre »mehr als eine Lebensaufgabe, wenn man bedenkt, dass er 104 Messen geschrieben hat«. Stattdessen werde man eine noch nicht bestimmte Anzahl von Volumina herausgeben, die jeweils eine Messe und thematisch verwandtes Material beinhalten werden.
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