Posts Tagged “Cello”

Alban Gerhardt - Casals EncorsDer Berliner Cellist Alban Gerhardt verdankt seine ersten musikalischen Impulse dem wohl wichtigsten Cellisten des 20. Jahrhunderts, dem Spanier (genauer, dem Katalanen) Pablo Casals (1876-1973). Wie so viele andere Cellisten (und Musikfreunde!) vor und nach ihm, lernte er Casals über dessen zahlreichen Schallplattenaufnahmen kennen und liebte an ihm »seine Eindringlichkeit, seine Artikulation und seine “interpretierende” Intonation (er spielte die kleine Terz sehr tief, Leittöne sehr hoch usw.)«. Obwohl Gerhardts späterer Lehrer Boris Pergamenschikov ihm »eine modernere und großzügigere Art des Cellospiels« beibrachte, blieb seine Liebe zu Casals’ Stil  ungebrochen.

Vielleicht war es auch diese besondere Hingabe, die ihn dazu veranlasste, aus den fünf Schallplatten Casals mit Zugaben seine 20 liebsten Stücke herauszusuchen und sie auf einer Art Tribute-Album zusammenzufassen. Die Kunst dabei war, Casals nicht zu imitieren (was sicher schwer, vor allem aber sinnlos wäre), sondern als Alban Gerhardt diese Miniaturen, die teilweise der ‘leichten’ Salonmusik zuzuordnen sind, mit der selben Empfindsamkeit und Ernsthaftigkeit zu spielen, mit der es Casals getan hat. Das Ergebnis “Encores – as performed by Pablo Casals” ist nun auf Hyperion Records erschienen.
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Mstislav RostropovichDer spanische Cellist Pablo Casals (1876-1973)  war es, der die sechs Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach (1685-1750) Anfang des 20. Jahrhunderts als erster moderner Cellist komplett aufführte und in den 1930er Jahren vollständig aufnahm. Seit jener Zeit sind die Cellosuiten Bachs nicht mehr aus den Konzertsälen und den Schallplattenläden wegzudenken. Wer als Cellist etwas auf sich hält, muss die Cellosuiten aufgenommen haben. Und die Liste der grandios gescheiterten Aufnahmen ist deutlich länger als jene, der gelungenen.

Neben Casals war noch ein weiterer herausragender Cellist des 20. Jahrhunderts seine ganze Karriere lang den Suiten eng verbunden: Der russische Cellist Mstislav Rostropovich (1927-2007) hat die Suiten seit der frühen 1950er Jahre (als knapp 20-jähriger) auf seinen zahllosen Konzerten immer wieder gespielt und sah in ihnen eine »lebenslange Pilgerreise«.
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Gleich zwei Titel aus dem Codaex-Vertrieb werden in der aktuellen mdr-Figaro-Sendung »Take 5« vom Redakteur von André Sittner empfohlen: Zum einen das auch an dieser Stelle (s. Besprechung → hier) explizit empfohlene Doppel-Album “Antonín Dvořák – Complete Works for Cello & Orchestra” des jungen tschechischen Cellisten Tomáš Jamník mit dem Prager Radiosinfonieorchester unter Tomáš NetopilT.Jamník · Prague RSO, T. Netopil: A. Dvořák - Complete Works for Cello & Orchestra, zum anderen “Louis Spohr – Symphonies Nos. 8 & 10″ des Orchestra della Svizzera Italiana unter der Leitung von Howard Shelley, dem mittlerweile vierten Album in der Gesamteinspielungsreihe der Sinfonien des Braunschweiger Romantikers.

Sittner lobt das junge Team Jamník/Nepotil für die »sehr empfehlenswerte Einspielung« der Musik für Cello und Orchester von Antonín Dvořák (1841-1904) und stellt Jamníks »feinen, hellen, sehr sanglichen Celloton«, seine und sowohl seine bewundernswerte Technik, als auch seine interpretatorischen Fähigkeiten (»immer tief empfunden«) heraus und resümiert »Ganz ohne Zweifel einer der großen Cellisten unserer Tage

OSI, H. Shelley: L. Spohr - Symphonies Nos. 8 & 10»Ernsthaftigkeit und Kennerschaft« bescheinigt Sittner dem britischen Dirigenten Howard Shelley bei seinem Bemühen das unterschätzte Œuvre des deutschen Romantikers Louis Spohr (1784-1859) zu rehabilitieren.  Shelley gelingt es, auch dank des »famosen« Orchestra della Svizzera Italiana, Spohr »als einen in höchstem Maße originellen, ideenreichen und handwerklich hochversierten Komponisten, der zu seiner Zeit einen fast schon legendären Ruf genoss« darzustellen.

Den gesamten Artikel zur Take-5-Ausgabe vom 7. März 2011 findet man → hier

Die Doppel-CD Antonín Dvořák – Complete Works for Cello & Orchestra des Cellisten Tomáš Jamník mit dem Prague RSO unter der Leitung von Tomáš Netopil ist am 18. Februar 2011 auf Supraphon (SU 4034) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

Die CD Louis Spohr – Symphonies Nos. 8 & 10, gespielt von der Orchestra della Svizzera Italiana unter der Leitung von Howard Shelley ist am 18. Februar 2011 auf Hyperion (CDA 67802) und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Zu den bekanntesten Werken des tschechischen Komponisten Antonín Dvořák (1841-1904) gehört zweifelsohne das wundervolle Cellokonzert in h-Moll, op. 104, das er 1895 während seines Aufenthalts in den USA schrieb. Dvořák kehrte nach einem längeren Urlaub in Böhmen ein letztes Mal in die USA zurück und verkündete schon bald dem Freund Alois Göbl in einem Brief »Gerade habe ich den ersten Satz eines Konzerts für Violoncello beendet!! Wundern Sie sich nicht darüber, ich habe mich selbst gewundert und wundere mich noch, dass ich mich für diese Arbeit entschieden habe«.
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Roel Dietliens - Quelle: etcetera-records.com, ©2010Yesterday I’ve published an interview (translated into German) with Flemish cello player Roel Dieltiens about his new recordings of the six Cello Suites (BWV1007-1012) by Johann Sebastian Bach (1685-1750) which were released a couple of weeks ago on the Dutch Etcetera label. You can find my review (in German) in this blog → here. Since I noticed that there is little material about Mr. Dieltiens on the internet, I’ve decided to publish my interview with him in its original language English, as it might be interesting for music listeners from all over the world.

Roel Dieltiens was born 1957 in Antwerp, Belgium into a family of musicians and started playing cello with 15 years after he already had taken seven years of piano lessons. First he studied at the Royal Conservatory in Antwerp under the guidance of André Messens and continued later his studies at the Chapelle musicale Reine Élisabeth in Brussels, then with Pierre Fournier at Geneva (Switzerland) and finally with André Navarra in Detmold, Wolfenbüttel (both in Germany) und Siena (Italy).

Today Roel Dieltiens is a renowned musician, who worked as soloist with many world famous conductors such as Frans Brüggen, Philippe Herreweghe and Reinbert De Leeuw. Since he plays both, baroque and modern cello, he is a a regular guest on several international festivals and an expert in Early and Modern Music. He released many critically acclaimed albums as soloist, as ensemble musician or with this own chamber group, the Ensemble Explorations, for some of the most noted record labels in classical music such as Etcetera/KTC, MDG, Harmonia Mundi France, Deutsche Harmonia Mundi, Naïve and Accent.

Here’s the interview (German version → here):
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Roel Dieltiens: J. S. Bach - Complete Cello SuitesGestern habe ich die Neuaufnahme der sechs Cellosuiten (BWV1007-1012) von Johann Sebastian Bach (1685-1750) des flämischen Cellisten Roel Dieltiensbesprochen, heute möchte ich, quasi zur Erläuterung, ein kurzes Interview anfügen, das ich im Vorfeld der Besprechung mit Herrn Dieltiens geführt habe.

Roel Dieltiens wurde 1957 in eine Familie von Musikern geboren und begann, nach wenig erfolgreichen Versuchen am Klavier, erst mit 15 Jahren Cello zu spielen, in das er sich sofort verliebte. Er lernte zunächst am königlichen Konservatorium in Antwerpen bei André Messens und wechselte dann an die Chapelle musicale Reine Élisabeth in Brüssel. Er fuhr seine Studien bei Pierre Fournier in Genf fort und vertiefte danach sein Studien bei André Navarra in Detmold, Wolfenbüttel und Siena.

Heute ist Dieltiens ein gefragter Solist und Kammermusiker, der schon unter den Dirigenten Frans Brüggen, Philippe Herreweghe und Reinbert De Leeuw musiziert hat. Er spielt sowohl Barock-Cello als auch die moderne Variante und ist ein gefragter Gast auf internationalen Festivals. Er hat sowohl als Solist, als auch mit dem von ihm mitbegründeten Kammerensemble Explorations mehrere Alben für renommierte Plattenfirmen (Etcetera/KTC, MDG, Harmonia Mundi France, Deutsche Harmonia Mundi, Naïve, Accent) aufgenommen, die international vielfach ausgezeichnet wurden.

Hier nun das Interview, das ich im Vorfeld meiner Besprechung geführt habe (die Originalfassung des Interviews auf Englisch findet man → hier):
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Pablo CasalsEs war der spanische Cellist Pablo Casals (1876-1973), der die sechs Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach (1685-1750) Anfang des 20. Jahrhunderts quasi zufällig wiederentdeckte und als erster moderner Cellist komplett aufführte. Seit jener Zeit, speziell nach den legendären Aufnahmen aus den 1930er Jahren, sind die Cellosuiten Bachs nicht mehr aus den Konzertsälen und den Schallplattenläden wegzudenken. Sie gelten vielen Cellisten als »Bibel« oder als »Alte Testament« und sind auch heute noch unerreichter Maßstab dessen, was ein Cellist heute spielerisch und künstlerisch leisten kann. Wer als Cellist etwas auf sich hält, muss die Cellosuiten aufgenommen haben. Die Liste der renommierten Instrumentalisten ist lang und reicht eben von Pablo Casals (1936-39), Pierre Fournier (1960), Mstislav Rostropovich (1956, 1991 und 1995), Paul Tortelier (1922), Yo-Yo Ma (1982), Heinrich Schiff (1984), Boris Pergamenshikov (1998) und Misha Maisky (1999), Truls Mørk (2005) usw. Seit Aufkommen der historischen Aufführungspraxis liegt der Schwerpunkt der Neuaufnahmen immer öfter auf der möglichst originalgetreuen Umsetzung der Suiten: Jaap ter Linden (1997, 2006), Pieter Wispelwey (1990, 1998), Sigiswald Kujiken (2006) und der flämische Cellist Roel Dieltiens (1991) setzten hier neue Maßstäbe für die Rezeption der Cellosuiten.
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N. Altstaedt - J. Gallardo: W. Killmayer - R. SchumannNicht nur mir als Blogger hat das neue Album von Nicolas Altstaedt und José Gallardo mit Werke für Violoncello und Klavier von Robert Schumann und Wilhelm Killmayer außerordentlich gut gefallen, auch bei den deutschsprachigen Kultursendern ist das vor einigen Tagen bei Genuin erschienene Album sehr gut angekommen. Nahezu alle deutschsprachigen Sender haben über die Neuerscheinung besonders positiv berichtet oder werden das Album in den kommenden Wochen ausführlich vorstellen.

Exemplarisch für diese ganze Reihe an Empfehlungen ist die Besprechung von Dagmar Penzlin für den großen norddeutschen Kultursender NDR Kultur. In ihrer Besprechung vom 27.09. schreibt sie über das Album »Wer sich gern überraschen lässt, wird diese CD mögen.« und über Nicolas Altstaedt und José Gallardo schwärmt sie:

»Altstaedt, einer der letzten Schüler von Boris Pergamenschikow, ist mit seinen 28 Jahren bereits eine reife Musikerpersönlichkeit. Das vermittelt jeder Ton, den er seinem wertvollen Lupot-Cello entlockt. Ebenso überzeugend ist Gallardo am Klavier – ein exzellenter Kammermusiker mit Gespür für feinste Nuancen.«

und resümiert:

»[Mit dem Album] beweist Altstaedt, dass er zu den besonders spannenden Musikern der jungen Generation zählt. Eben weil er seinen musikalischen Vorlieben auch abseits der bekannten Pfade folgt. Und das ist erfrischend mutig.«

Den ganzen Artikel “Nicolas Altstaedt spielt Killmayer und Schumann” gibt es → hier in der Rubrik “Neue CDs” bei NDR Kultur.
Den ausführlicheren Podcast dazu gibt es → hier.

Die CD von Nicolas Altstaedt & José Gallardo mit Werken für Violoncello und Klavier von Wilhelm Killmayer und Robert Schumann ist am 24. September 2010 auf Genuin (GEN 10187) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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N. Altstaedt - J. Gallardo: W. Killmayer - R. SchumannIch muss gestehen, ich bin nicht immer glücklich damit, wenn Künstler auf ihren Alben mehrere Komponisten und mehrere Epochen zusammenstellen. Oft genug erschließt sich mir als Hörer der Zusammenhang nicht und ich finde die Stilbrüche insgesamt eher störend, als erhellend, so dass ich solche CDs nicht durchgängig höre, sondern ‘auszugsweise’ nach Komponisten/Epoche/Stil geordnet. Was dem Künstler oft von seinem Standpunkt als logische Konsequenz erscheint, muss für den Hörer noch lange keinen Sinn ergeben. Die neue CD des Cellisten Nicolas Altstaedt und dem Pianisten José Gallardo gehört nicht in diese zweifelhafte Kategorie. Zwar haben auch die beiden jungen Künstler zwei Komponisten aus zwei Epochen, zwei Jahrhunderten sogar auf ihrer neuen CD zusammengestellt, Robert Schumann und Wilhelm Killmayer nämlich, doch der Zusammenhang, die Geistesverwandtschaft zwischen den beiden Komponisten, zwischen den hier ausgewählten Werken, erschließt sich dem Hörer sofort.
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J. Vogler - BRSO: K. Järvi - E. Carter - U. Zimmermann - Cello ConcertosDie Reihe musica viva des Bayrischen Rundfunks ist einer der ältesten und renommiertesten Konzertreihen mit Neuer Musik in Deutschland. Am 15. Mai 2009 wurde im Rahmen dieser Konzertreihe das Cellokonzert »Lieder von einer Insel« von Udo Zimmermann (gleichzeitig der musikalische Leiter der Konzertreihe) im Münchner Herkulessaal der Münchener Residenz uraufgeführt. Am gleichen Abend stand außerdem das Cellokonzert von Elliott Carter auf dem Programm, das der Amerikaner im Alter von 93 Jahren (!) vor einigen Jahren geschrieben. Es spielte das Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks unter der Leitung von Kristjan Järvi. Als Solist glänzte der mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnete deutsche Star-Cellist Jan Vogler. Der Mitschnitt jenes Doppel-Konzerts wurde nun in bester Super-Audio-Qualität in der Reihe »musica viva« veröffentlicht. Es ist die bereits die 16. reguläre CD-Veröffentlichung dieser Reihe, die seit 2006 beim Spezialisten-Label für Neue Musik Neos erschienen ist.
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