Posts Tagged “Cello”

FBenedict Klöckner: Robert Schumann - Cellokonzertür das Debüt des deutschen Cello-Nachwuchsstars Benedict Klöckner (Jahrgang 1989; 2010 1. Preisträger des New Talent Wettbewerbs der EBU) hat sich das Leipziger Label Genuin für ein interessantes Experiment eingelassen: Ausgewählte wurde das bekannte Cellokonzert in a-Moll, op. 129 von Robert Schumann (1810-1856), jedoch in zwei völlig neuen Besetzungsvariationen: Zum einen in einer Fassung für Cello und Streichorchester, zum anderen in einer Fassung für Cello Quartett. Letzteres wurde von den vier Cellisten Benedict Klöckner und Leander Kippenberg, Lukas Sieber sowie Michael Preuß eingespielt, die Streicherfassung entstand abermals mit Benedict Klöckner als Solisten und der Deutschen Streichephilharmonie unter Michael Sanderling. Dieses “Spitzen-Nachwuchsstar musiziert mit Spitzen-Nachwuchsorchester”-Konzept fand in der Rubrik »Take 5« beim mitteldeutschen Kultursender mdr Figaro lobende Erwähnung.
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Dmitri ShostakovichÜber die Persönlichkeit des sowjetischen Komponisten Dmitri Shostakovich (1906-1975) ist von der Musikwissenschaft in den letzten Jahrzehnten viel spekuliert worden. Anstoß dieser regelrechten Psychologisierung der Musik Shostakovichs war wohl das Buch des russisch-amerikanischen Musikwissenschaftlers Solomon Volkov Zeugenaussage (besser bekannt unter dem englischen Titel Testimony, 1979), der vermeintlichen Autobiografie Shostakovichs. Auch wenn es heute starke Zweifel an der Authentizität der angeblichen Aussagen Shostakovichs gibt (Volkov stilisiert Dmitri Dmitriyevich als anti-sowjetische, regimekritische Persönlichkeit, deren Werke fast ausschließlich als verbissene Kritik am Stalinismus  zu interpretieren sind), war das Buch der Anlass für eine Neubewertung der Musik Shostakovichs im Ausland, der im Westen zuvor als regimetreuer Muster-Komponist des Ostblocks galt.  Wahrheit oder Fiktion: Volkovs Buch lehrte einen neue, genauere Analyse des Œuvre Shostakovichs und ermöglichte den Blick auf das Matrjoschka-Prinzip in dessen Musik, bei dem die eigentliche Botschaft hinter einer vordergründigen Hülle verborgen bleibt. Erst jetzt wurde man Shostakovichs seelischer Zerrissenheit im Spiegel seiner Musik gewahr.
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Sofia Gubaidulina (*1931) will nicht als religiöse Komponistin verstanden werden, und nicht nur die Höflichkeit gebietet es, von solchen Schlagworten Abstand zu halten. Basque National Orchestra, Ramón Encinar: Sofia Gubaidulina - KadenzaDenn auch wenn sie zu großen Themen des Glaubens arbeitet und 2009 vollkommen zu Recht den Preis der Europäischen Kirchenmusik erhielt, ist ihre religiöse Kunst nicht das, was man leichtfertig „geistliche Musik“ nennen würde. Mit den „Sieben Worten“ und „In Croce“ liegen nun zwei Kompositionen Gubaidulinas in einer neuen Aufnahme vor, die seit langer Zeit als exemplarisch für ihre Auseinandersetzung mit christlichen Inhalten stehen. Sie wurden für Etcetera Records neu eingespielt vom Baskischen Nationalorchester (auf Baskisch Euskadiko Orkestra) unter der Leitung von José Ramón Encinar und den Solisten Iñaki Alberdi (Akkordeon) und Asier Polo (Violoncello). Diese CD gehört zu den ausgezeichneten Veröffentlichungen des vergangenen Jahres, mit denen die Komponistin anlässlich ihres 80. Geburtstages geehrt wurde – und ist zugleich ein Dokument des tiefen künstlerischen Austauschs, den sie mit den Interpreten ihrer Musik pflegt.

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In der Besprechung zur CD „Chopin & Mendelssohn“ von Pieter Wispelwey und Paolo Giacometti freute ich mich mit den Interpreten über die zweite Cellosonate von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), als ein Meisterwerk, das reif, tiefgründig und in seinem vollen Rang verkannt ist – Lieblingsliteratur, nicht nur für anspruchsvolle Cellisten, die in der Lage sind, sie zu spielen. Nur einen Monat nach dieser CD, die Mendelssohn gemeinsam mit Chopin fokussiert, erschien Mitte Oktober 2011 eine weitere Veröffentlichung, diesmal mit reinem Mendelssohn-Programm und gleichfalls mit vielversprechender Provenienz: Paul Watkins, einer der führenden englischen Cellisten unserer Tage, spielte begleitet von seinem Bruder Huw Watkins die beiden Cellosonaten op. 45 und 58 neben den Variations concertantes op. 17 und dem Lied ohne Worte in D-Dur op. 109 bei Chandos ein. Natürlich reizen die zeitliche Koinzidenz und die weite Programmüberschneidung zu Vergleichen, zumal wenn hier wie dort anerkannte Spitzenmusiker am Werk sind.

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Pieter Wispelwey & Paolo Giacometti: Frédéric Chopin - Felix Mendelssohn Bartholdy – Cello SonatasDas Glück der Cellisten preist Pieter Wispelwey, angesichts der beiden romantischen Cello-Sonaten von Felix Mendelssohn Bartholdy und Frédéric Chopin, die er mit seinem langjährigen Klavier-Partner Paolo Giacometti auf einer neu bei Onyx erschienenen CD eingespielt hat – eine Freude, die ohne den geringsten Umweg auf den Hörer überspringt.

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Franz Ortner & Caroline Boirot: Une Soirée chez Brahms

Unser Gast-Rezensent Nils-Christian Engel studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Prag, Leipzig und Halle (Saale). Er arbeitet als PR-Journalist, bevorzugt an Streicherthemen, mit der persönlichen Begeisterung eines Amateur-Cellisten.

„Une soirée chez Brahms“ – wer wollte das nicht? Unter diesem verlockenden Titel haben der Cellist Franz Ortner und die Pianistin Caroline Boirot bei Lyrinx eine hörenswerte Aufnahme romantischer Kammermusik eingespielt. Zwei junge Musiker zelebrieren die Freundschaft, nach den Begriffen einer vergangenen Zeit.
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Alban Gerhardt - Casals EncorsDas Album “Encores – as performed by Pablo Casals” des Berliner Cellisten Alban Gerhardt und der Pianistin Cecile Licad stößt erfreulicherweise auf ein breites Echo in den Medien. Wer hätte das gedacht bei einem Album mit etwas altmodisch anmutenden Miniaturen, die der katalanische Cellist Pablo Casals (1876-1973) gerne als Zugabe spielte.

Nicht nur hier im Blog und beim norddeutschen Sender NDR Kultur ist die CD  sehr gut angekommen, der nordostdeutsche Kultursender rbb Kulturradio hat Encores nun zu seiner »CD der Woche« gekürt.
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Musica Florea, Marek Štryncl: Antonín Reichenauer - Concertos IIWenn der böhmische Komponist Antonín Reichenauer (ca. 1694-1730) mittlerweile nicht nur den eingeweihtesten der Barock-Experten ein Begriff ist, dann ist das gewiss das Verdienst der im April erschienenen CD “Concertos” des Prager Barockensembles Collegium 1704 unter der Leitung von Václav Luks. Reichenauer gehörte (wie der hier an anderer Stelle vorgestellte František Jiránek (1698–1778)) zum Dunstkreis des Grafen Wenzel Morzin, dem Freund und Förderer von Antonio Vivaldi (1678-1741) und zahlreicher anderer Intellektuellen und Künstler jener Zeit. Reichenauers Musik erwies sich auf “Concertos” als eigenständige Verbindung italienischer Elemente und dessen, was man später als typisch böhmisch bezeichnen sollte, vor allem mit einem ausgeprägten Faible für Blasinstrumente.
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Alban Gerhardt - Casals EncorsNicht nur hier im Blog ist das bei Hyperion erschienene neue Album “Encores – as performed by Pablo Casals” des Berliner Cellisten Alban Gerhardt und der Pianistin Cecile Licad auf offene Ohren gestoßen, auch bei der Redakteurin Petra Rieß vom norddeutschen Radiosender NDR Kultur ist die CD mit Miniaturen, die der katalanische Cellist Pablo Casals (1876-1973) gerne als Zugabe spielte, sehr gut angekommen. Jetzt hat sie Encores in den »CD-Tipps« vorgestellt.
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Alban Gerhardt - Casals EncorsDer Berliner Cellist Alban Gerhardt verdankt seine ersten musikalischen Impulse dem wohl wichtigsten Cellisten des 20. Jahrhunderts, dem Spanier (genauer, dem Katalanen) Pablo Casals (1876-1973). Wie so viele andere Cellisten (und Musikfreunde!) vor und nach ihm, lernte er Casals über dessen zahlreichen Schallplattenaufnahmen kennen und liebte an ihm »seine Eindringlichkeit, seine Artikulation und seine “interpretierende” Intonation (er spielte die kleine Terz sehr tief, Leittöne sehr hoch usw.)«. Obwohl Gerhardts späterer Lehrer Boris Pergamenschikov ihm »eine modernere und großzügigere Art des Cellospiels« beibrachte, blieb seine Liebe zu Casals’ Stil  ungebrochen.

Vielleicht war es auch diese besondere Hingabe, die ihn dazu veranlasste, aus den fünf Schallplatten Casals mit Zugaben seine 20 liebsten Stücke herauszusuchen und sie auf einer Art Tribute-Album zusammenzufassen. Die Kunst dabei war, Casals nicht zu imitieren (was sicher schwer, vor allem aber sinnlos wäre), sondern als Alban Gerhardt diese Miniaturen, die teilweise der ‘leichten’ Salonmusik zuzuordnen sind, mit der selben Empfindsamkeit und Ernsthaftigkeit zu spielen, mit der es Casals getan hat. Das Ergebnis “Encores – as performed by Pablo Casals” ist nun auf Hyperion Records erschienen.
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