Posts Tagged “Blockflöte”
Ohne die Alte-Musik-Bewegung und der daraus erwachsenen historischen Aufführungspraxis würde die heutige Musiklandschaft deutlich ärmer sein. Kaum eine Szene, die sich so rapide weiterentwickelt, wie jene anfangs belächelte, nonkonformistische der Alten Musik. Von den Anfängen in den späten 1950er-Jahren (durch die Cappella Coloniensis in Köln, den Concentus Musicus Wien und zahlreiche andere Ensembles) bis heute hat sich die Szene zyklisch weiterentwickelt, erweitert, spezialisiert und perfektioniert, sowohl vom Erkenntnisstand, als auch vom Repertoire und der Spieltechnik. Wer heute Alte Musik macht, verfügt über profunde Kenntnisse in Musikgeschichte, Instrumentenbau, historischen Spieltechniken usw. Zahlreiche Ensembles präsentieren heute ihren ganz persönlichen Mikrokosmos des quasi unerschöpflichen Fundus der Musik und eröffnen so immer neue, immer wieder spannende Einblicke in unsere musikalische Vergangenheit. Ein gutes Beispiel für die Vitalität und Jugend der Alten-Musik-Szene (sic!) ist das Freiburger Ensemble L’Art du Bois (zu Deutsch “Die Kunst der Holzbläser“), das seit einigen Jahren mit bemerkenswerten Veröffentlichungen und Konzerten früher Blockflötenmusik (als Trio oder mit Begleitung als Sextett) auf sich aufmerksam gemacht hat.
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Schlagwörter: 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, Anthony Holborne, Barock, Blockflöte, Christopher Simpson, Flöte, Francesco Corbetta, Gambe, Henry Purcell, Jacob van Eyck, John Blow, John Dowland, Laute, Nicola Matteis, Renaissance, Theorbe, Thomas Robinson, Thomas Simpson, Tobias Hume
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Die Renaissance und der vor allem das Barock waren eine gute Zeit für die Blockflötenmusik. Zahlreiche Varianten der Blockflöte waren in Europa regional und überregional verbreitet und erst gegen Ende des Barocks wurde die Blockflöte von der Querflöte immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Bemerkenswert an den Werken für Blockflöte aus jener Zeit ist, dass sie oft für ein spezifisches, regionales Instrument geschrieben wurden und dass so eine Wechselwirkung aus dem Instrument und der Musik entstand. So unterscheiden sich deutsche, englische, italienische und französische (Block-) Flötenmusik unüberhörbar voneinander, nicht nur in den verwendeten Blockflöten, sondern auch im Charakter.
Der Blockflöte kam in der französischen Barock-Oper oft eine besondere Rolle zu, wurde sie doch oft zur Unterstreichung der pastoralen Ambienti und Szenen genutzt. Andererseits sind nur wenige französische Kammerwerke für Flöte erhalten, diese jedoch haben alle eine schlichte Eleganz und eine betörende Direktheit gemein, die man so nur mit Frankreich assoziieren würde.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, Anne-Danican Philidor, Barock, Blockflöte, Charles Dieupart, François Couperin, Kammermusik, Louis Caix d’Hervelois, Robert de Visée
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 Heinrich VIII.
Ist es nicht erstaunlich (und so ganz und gar wider unser Verständnis von der Geschichte), dass ausgerechnet zu Zeiten des berüchtigten Königs Heinrich VIII. (1491-1547) die Kunst und Kultur am englischen Hofe aufblühte? Ausgerechnet der nicht zu Unrecht als blutrünstig und erbarmungslos verschriene König von England (von 1509 bis zu seinem Tod 1547) mit seinen sechs Ehefrauen, die abwechselnd starben, geköpft wurden oder geschieden wurden (Der schwarze englische Humor machte daraus dem Abzählreim »Divorced, Beheaded, Died, Divorced, Beheaded, Survived«) war auch ein fähiger Musiker und Komponist. Während seiner Regentschaft und generell zu Zeiten der von ihm mitbegründeten Tudor-Dynastie (1485–1603) im 16. Jahrhundert existierte am englischen Königshof ein professionelles Flötenensemble, die Royal Recorders. Innerhalb dieser Epoche stellt dies somit einen Sonderfall dar, da dies der einzig bekannte Fall jener Zeit ist, an dem über einen Zeitraum von mindestens neunzig Jahren kontinuierlich eine Gruppe fachkundiger Instrumentalisten beschäftigt wurden. Dies mag als Indiz dafür gelten, wie populär die Blockflöte im 16. Jahrhundert war.
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Schlagwörter: Blockflöte, Heinrich VIII., Kammermusik, Renaissance
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