Posts Tagged “Arthur Honegger”

Bearbeitungen für Klavier zu vier Händen (oder für zwei Klaviere) hatten bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein eine eminente Bedeutung bei der Popularisierung von (neuer) klassischer Musik. Zwar verbreitete sich das Grammophon zunehmend und immer mehr Werke waren als Schallplatte erhältlich, doch waren die frühen Schallplatten zeitlich sehr begrenzt, die Aufnahmetechnik steckte noch in den Kinderschuhen (von einem natürlichen Klangbild konnte noch lange nicht die Rede sein) und die Auswahl der Aufnahmen beschränkte sich auf populäre Massenware. Neue Werke wurden selten aufgenommen. Piano Duo Trenkner-Speidel - Ravel - Honegger - Rimsky-KorsakovSie waren dem Konzertsaal oder der privaten Aufführung im bürgerlichen Ambiente vorbehalten. Darüber hinaus hatte das gemeinsame Musizieren und hier insbesondere das gemeinsame Musizieren am Klavier eine eigene soziale Rolle: Nahezu puritanisch anmutende Gesellschaftskonventionen machten es Männern und Frauen nicht leicht, sich (buchstäblich) näher zu kommen. Das gemeinsame Musizieren war auch ein willkommener Anlass, um sonst nicht schickliche räumliche Nähe zwischen den Geschlechtern zuzulassen.

Es war üblich von größeren symphonischen Werken Fassungen für Klavier, für Klavier-Duo und/oder für Klavier zu vier Händen anzufertigen. Das brachte den Komponisten eine lukrative zusätzliche Einnahmequelle und half bei der Verbreitung der neuen Werke, brachte sie auch ohne Orchester einem breiteren Publikum zu Gehör. Oft genug fertigen die Schüler oder Assistenten der Komponisten diese Arrangements an, in nicht seltenen Fällen arbeiteten die Komponisten selbst diese Bearbeitungen aus, die oft genug mit den Fassungen Dritter (zurecht!) nicht einverstanden waren. Auf der vorliegenden CD des Duos Trenkner/Speidel (mit den Pianistinnen Evelinde Trenkner und Sontraud Speidel) finden sich drei Werke, die von ihren Komponisten selbst für Klavier zu vier Händen arrangiert wurden: Die Reduktion für Klavier zu vier Händen der symphonischen Suite Scheherazade, op 35 (aus dem Jahre 1899) von Nikolai Rimsky-Korsakov (1844-1908); die Reduktion des symphonischen Satzes Pacific 231 (1924) von Arthur Honegger (1892-1955) und der Boléro von Maurice Ravel (1875-1937) in der Transkription für Klavier zu vier Händen (1929, ein Jahr später fertigte Ravel noch eine weitere Bearbeitung für zwei Klaviere an).
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Frederic ChopinFrédéric François Chopin (eigentlich Fryderyk Franciszek Chopin) wurde am 1. März 2010 in Żelazowa Wola im Herzogtum Warschau geboren und starb jung, bereits am 17. Oktober 1849 in Paris. In den 39 Jahren seines Lebens wurde er einer der einflussreichsten und beliebtesten Komponisten für Klaviermusik im 19. Jahrhundert, dessen Ruhm und dessen Wirkung auch heute noch, 200 Jahre nach seinem Geburtstag, ungemindert nachwirken. 2010 wird in der Welt der klassischen Musik als Chopin-Jahr (und ebenso als Schumann-Jahr und Mahler-Jahr) gefeiert. Zahllose Neu- und Wiederveröffentlichungen mit Musik von Chopin überschwemmen in diesen Wochen den Klassik-Markt, deutlich mehr als bei den anderen beiden Jubilaren und oft genug von deutlich minderer Qualität. Andererseits: Chopin gehört zu jenen Komponisten, die auch von denen gehört werden, die normalerweise keine klassische Musik hören. Er ist der Inbegriff (manche würden sagen, das Klischee) der Romantik und der romantischen Klaviermusik. Vielleicht ist es deswegen auch nicht wirklich verwunderlich, wenn die Musikergenerationen nach ihm auf sein Werk immer wieder Bezug genommen haben. Dabei war das Werk, mehr noch das Wirken Frédéric Chopins niemals unumstritten. Um es mit den Worten des Komponisten und Klavier-Virtuosen Ferruccio Busoni zu sagen: »Mich hat Chopin ein Leben lang angezogen und zugleich abgestoßen; ich habe einfach seine Musik zu oft gehört – prostituiert, profaniert und banalisiert
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