Posts Tagged “Antonio Salieri”

Ich muss zugeben, ich bin mittlerweile skeptisch, wenn ich neue Recital-CDs von Opernsängern und Sängerinnen sehe. Mittlerweile werden erstaunlicherweise manche Sänger zu regelrechten Pop-Stars stilisiert. Sie treten in Samstagabend-Shows auf und ihre neuen CDs werden auf den Litfaßsäulen beworben, als sei es das Album einer angesagten Souldiva. Ihre CDs landen in Zeiten sinkender Verkäufe immer öfter auf den oberen Positionen der Verkaufscharts, etwas, was noch vor zehn, fünfzehn Jahren völlig utopisch erschien. Aber so sehr ich mich darüber freue, dass die Oper offensichtlich nicht mehr in der öffentlichen Wahrnehmung als altmodisch und angestaubt gilt, so sehr ich mich darüber freue, dass sowohl Sänger und Sängerinnen, als auch die Öffentlichkeit das Klischee von der “dicken Frau mit der lauten Stimme” offenbar überwunden ist, so enttäuscht bin ich meistens, wenn ich dann die künstlerischen Ergebnisse der “neuen Klassikstars” anhöre. Zählte früher die Stimme, die Technik, die Ausstrahlung und die Wandlungsfähigkeit, so wird heute scheinbar viel mehr Gewicht auf Fotogenität und Konformität gelegt. Den Mythos erschafft dann die Marketing-Maschinerie von fast alleine. De facto sind die Ergebnisse dieser Künstler oft ordentlich, aber nicht wirklich überragend (wie der Medien- und Marketingrummel suggeriert). Außerdem beschränkt man sich  oft auf ein “Best-of”-Repertoire, damit Klassik-Einsteiger ja nicht verschreckt werden von schrillen Tönen (eine Haltung, die ich für ausgesprochen kurzsichtig und falsch halte), kurzum: Wer auch nur ein wenig die Nase, pardon, die Ohren in die Opernaufnahmen der letzten 50 Jahre gesteckt hat, der wird von den Hochglanz-Veröffentlichungen enttäuscht sein.
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Antonio SalieriObwohl er zu den zu Lebzeiten bedeutendsten und erfolgreichsten Komponisten der Wiener Klassik gehörte, ist die Musik von Antonio Salieri (1750-1825) heute weitgehend vergessen (bis auf einige Opern und Ouvertüren ist kaum etwas aus seinem umfangreichen Œuvre auf Tonträger erhältlich). Seine Person ist durch das Theaterstück “Amadeus” von Peter Shaffer, mehr noch durch dessen Verfilmung durch Milos Foreman mit dem zweifelhaften Ruhm belegt, der neidische und rachsüchtige Konkurrent Mozarts gewesen zu sein, den er mit einer List in den Tod getrieben hat. Selbst der Hinweis, dass es sich um eine rein fiktive Geschichte handelt, hilft da nicht mehr: Sein Name bleibt auf unrühmliche Art mit Mozarts Requiem verbunden, dabei ist gibt es keinerlei Anhaltspunkte, dass Salieri überhaupt in irgendeiner Weise mit Mozarts Requiem involviert war (im Theaterstück/Film diktiert der sterbende Mozart Salieri die Noten vom Sterbebett aus). Wenn man heute im Internet nach “Salieri + Requiem” recherchiert, so findet man einige wenige Hinweise auf das von ihm 1804 verfasstes Requiem in c-Moll, dafür aber umso mehr Hinweise auf Mozarts Requiem.
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