Posts Tagged “21. Jahrhundert”
Das New Yorker Ensemble Brooklyn Rider hat gerade eine exzellente Gesamteinspielung der Werke für Streichquartett von Philip Glass (*1938) veröffentlicht (Besprechung im Blog → hier) und hat sich damit als eines der interessantesten US-amerikanischen Kammerensembles für zeitgenössische Musik empfohlen.
Aber Brooklyn Rider können deutlich mehr, als “heimische Musik” interpretieren: Sie haben ein ausgesprochenes Faible (und Talent) für die Musik von Claude Debussy (1862-1918), schreiben ihre eigenen hochinteressanten Werke oder arrangieren persische oder kurdische Volkslieder zu spannenden, effektvollen Streichquartett-Miniaturen.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Brooklyn Rider, Claude Debussy, Colin Jacobsen, Folklore, Kammermusik, Minimal Music, Streichquartett, Weltmusik
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Mystische Gotteserfahrungen haben in allen Weltreligionen Tradition. Das geradezu sinnliche Erleben einer tief spirituellen Beziehung zu Gott gehören zu den Grenzerfahrungen der menschlichen Psyche, die Einheit mit Gott (oder dem Göttlichen) spiegelte sich bei vielen Mystikern in Kunstwerken von beeindruckender Schönheit und Intensität wieder. Christliche Mystiker gab es in allen Epochen des Christentums, darunter befinden sich bemerkenswert viele, deren Wirken auch heute noch eine große Faszination auf die Menschen ausübt, nicht nur im geistlichen, sondern auch im künstlerischen Sinne: Man denke an den hl. Augustinus von Hippo (354–430), die hl. Hildegard von Bingen (1098–1179), oder den hl. Franz von Assisi (1181/1182–1226), die hl. Teresa von Ávila (1515–1582) und der hl. Johannes vom Kreuz (1542–1591), die direkt (durch eigene poetische und/oder musikalische Werke) oder indirekt (durch Vertonungen) tief in der Kultur des christlichen Abendlandes verwurzelt sind. Letztere beiden beeinflussten maßgeblich die Komponisten der goldenen Ära der spanischen Renaissance, allen voran Tomás Luis de Victoria (ca. 1548-1611).
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Schlagwörter: 21. Jahrhundert, Chorwerke, Harry Christophers, Mystik, Roderick Williams, Ruth Byrchmore, sakrale Musik, Tarik O'Regan, The Sixteen
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Das 2005 von drei Studenten der Hochschule für Musik und Theater in Hannover gegründete Leibniz Trio, benannt nach dem großen Universalgelehrten des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), ist Preisträger des DMW 2010 (Deutscher Musikwettbewerb), der jährlich vom Deutschen Musikrat verliehen wird und wohl der bedeutendste deutsche Förderpreis für junge Musiker ist. Spätestens seit dieser Preisverleihung gehört das junge Trio, bestehend aus Hwa-Won Pyun, Violine (*1982 in Solingen); Lena Wignjosaputro, Violoncello (*1983 in Essen) und Nicholas Rimmer, Klavier (*1981 in Wigan/ Nordengland) ein vielbeschäftigtes Ensemble, das mit Nachdruck in die erste Reihe der deutschen Kammerensembles drängt.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Antonin Dvorak, Frank Martin, Joseph Finlay, Kammermusik, Klaviertrio, Moderne, Postmodern, Romantik
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Der britische Komponist Michael Nyman (*1944) gehört zu den derzeit weltweit bekanntesten und erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten. Er ist hierzulande vor allem für seine Filmmusiken (und hier insbesondere für die Musik des Jane-Campion-Films Das Piano) bekannt; seine zahlreichen Opern, seine Kammermusik und Orchesterwerke bleiben für große Teilen des Publikums ein Geheimtipp, den es zu entdecken gilt. Wie so viele Komponisten des 20. Jahrhunderts (s. auch zuletzt hier im Blog → Nino Rota), ist die Filmmusik nur eine Facette des künstlerischen Schaffens, die aufgrund ihres Erfolgs die gesamte Bandbreite des Œuvres ein wenig überlagert. In der englischsprachigen Welt finden allerdings auch jene Werke ein breiteres Publikum, die nicht spezifisch für Filme geschrieben wurden, eine Tendenz, die sich in den vergangenen Jahren erfreulicherweise auch auf Kontinentaleuropa und insbesondere auf Deutschland zu übertragen scheint. In Zusammenarbeit mit dem Badischen Staatstheater in Karlsruhe wurden zwischen 2002 und 2005 gleich drei seiner Opern uraufgeführt: Im Jahr 2002 »Facing Goya«, 2004 »Man and Boy: DaDa« und 2005 »Love Counts«.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Michael Nyman, Minimal Music, Oper
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In der etwas unübersichtlichen Welt der internationalen Musikpreise gibt es erstaunlich wenige Preise, die ihr Hauptaugenmerk auf das legen, was die Musik im Grunde ausmacht – die Komposition – und erstaunlich viele, die ihren Schwerpunkt auf Solisten einerseits und veröffentlichte Tonträger andererseits legen. Eine Ausnahme bildet hier der Ivor Novello Award. Benannt nach dem walisischem Entertainer der 1930er und 1940er Jahre Ivor Novello, ist es ausdrücklich (»Honouring excellence in music writing«) ein (genreübergreifender) Preis für Songwriter und Komponisten und hat einen entsprechend hohen Stellenwert bei der Zunft. Die Verleihung der sogenannten “Ivors” findet bereits seit 1955 jährlich statt.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Ivor Novello Awards, Michael Nyman
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Die Ende der 1960er aufgekommene Minimal Music hat in vielerlei Hinsicht die Hörgewohnheiten in der Musik nachhaltig verändert und mit vielen traditionellen Vorstellungen der Musik (und der Kompositionsweise) gebrochen. Seitdem die Musik von Komponisten wie John Adams (*1947), Philip Glass (*1937), Terry Riley (*1935) und Steve Reich (*1936) weite Schichten der Musikhörerschaft erreicht hat (und es ist beileibe nicht nur das ‘klassische Publikum’, das diese Musik hört, im Gegenteil: Gerade hier finden sich bis heute noch die meisten Skeptiker), ist Monotonie, das Repetitive, das sich nur langsam verändernde Werk mit eingeschränktem Tonumfang (also gewissermaßen das Gegenteil vom Ideal der Klassik und Romantik) ‘erlaubt’. Mehr noch: Das freie Wählen der ausführenden Musiker zwischen verschiedenen möglichen Instrumentierungen, verschiebbaren Kompositionsabschnitten (sogenannten ‘Clustern’), möglichen Wiederholungen (oder Kürzungen), kurzum, die deutlich freieren Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb eines Werkes, haben zu einem ganz neuen Ansatz im Musik machen und Musik hören geführt. Es gibt eine neue Balance zwischen dem Werk und den Interpreten.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Kammermusik, Minimal Music, Perkussion, Steve Reich
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Als im November vergangenen Jahres der polnische Komponist Henryk Mikołaj Górecki (1933-2010) verstarb, verlor die Musikwelt einen der bekanntesten und erfolgreichsten Komponisten des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Sein ruhiger, introvertierter, manchmal eher konservativ wirkende Stil, wurde Anfang der 1990er Jahre über die Genre-Grenzen mit einer Aufnahme der Sinfonie No. 3 (“Symphony of Sorrowful Songs” untertitelt) bekannt. Das Werk war bereits Mitte der 1970er Jahre für das SWF Rundfunk-Sinfonieorchester geschrieben worden, wurde aber erst durch den Einsatz in einem Film-Soundtrack in der Neu-Aufnahme der London Sinfonietta unter David Zinman mit der Sopranistin Dawn Upshaw (Nonesuch, 1992) weltweit erfolgreich. Plötzlich erkannte der Westen in Górecki einen Komponisten der post-kommunistischen Tradition in Osteuropa, dessen Musik nicht durch die dogmatische Bevormundung des stalinistischen Kulturapparats verfälscht wurde und dessen Musik sich gleichzeitig weitgehend unabhängig von den modernen Strömungen der westlichen Musik entwickelt hatte. Dass Górecki keineswegs nur der Komponisten melancholischer, langsamer Orchesterwerke und sakraler Kompositionen war und sehr wohl tief in der polnischen Musiktradition des 20. Jahrhunderts (und hier besonders der Schule von Karol Szymanowski (1882-1937)) verwurzelt war, wurde dabei weitgehend übersehen, ebenso wie sein serielles Frühwerk, das deutliche Einflüsse von Pierre Boulez (*1925) und Karlheinz Stockhausen (1928-2007) aufweist.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Henryk Górecki, Kammermusik, Streichquartett
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Rund ums nahende Osterfest werden auf blog.codaex.de verstärkt Neu- und Wiederveröffentlichungen mit sakraler Musik vorgestellt, denn gerade die Zeit zwischen Aschermittwoch und Christi Himmelfahrt hat in der Liturgie und damit auch in der sakralen Musik eine zentrale Bedeutung.
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In den drei Republiken des Baltikum gab es immer schon eine ausgeprägt hochklassige und vielfältige Musikszene, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder richtig aufblühte. Nun, rund 20 Jahre danach, ist sie zu einem bedeutenden Faktor in der europäischen Szene der zeitgenössischen Musik (sowohl im Jazz, als auch in der zeitgenössischen klassischen Musik) geworden. Zahlreiche Komponisten und Solisten werden nun in Westeuropa und den USA ‘entdeckt’, die zu Hause schon seit jungen Jahren gefeiert wurden. Baltische Musiker und Komponisten zeichnen sich durch einen erfrischenden Nonkonformismus aus, der das Lager-Denken des westlichen Musikbetriebs weitgehend ignoriert und damit neue Horizonte eröffnet.
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Schlagwörter: 21. Jahrhundert, Chorwerke, Eriks Esenvalds, Moderne, Postmodern, sakrale Musik
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Immerhin eine Auszeichnung konnten die Codaex-Vertriebslabels beim diesjährigen BBC Music Magazine Award 2011 gewinnen (nominiert waren außerdem drei weitere Titel in drei Kategorien, Details hier → Link). Der BBC Music Magazine Award ist (hauptsächlich) ein Publikumspreis, d.h. die Leser (und Musikhörer) können über den Sieger in den sechs Hauptkategorien abstimmen, nomiert wird eine Vorab-Auswahl allerdings von der Redaktion. Darüber hinaus verleiht noch eine unabhängige Jury vier renommierte Sonderpreise.
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In der (Jury-) Kategorie »Technical Excellence« wurde der Komponist und Organist David Briggs (*1962) für seine Aufnahme der »Mass for Notre Dame« auf Hyperion Records mit dem Trinity College Choir, Cambridge unter der Leitung von Stephen Layton ausgezeichnet.
Schon beim Erscheinen schwärmte die sonst so sachliche britische Musikzeitschrift Gramophone überschwenglich:
»I can confidently say that this recording is one of the finest CDs of sacred choral and organ music you’ll ever hear. I’m not ashamed to say I had tears in my eyes; listeners who are churchgoers and nonbelievers alike will find this disc a profoundly moving experience.
(Ich kann getrost sagen, dass dies eine der besten CDs mit geistlicher Chor-und-Orgelmusik ist, die Sie jemals hören werden. Ich schäme mich nicht zuzugeben, dass mir die Tränen in den Augen standen; Kirchgänger und nicht gläubige Hörer werden gleichermaßen diese Platte als eine tief bewegende Erfahrung erleben«
– Gramophone Editor’s Choice, July 2010
Die CD David Briggs – Mass for Notre Dame mit David Briggs (Orgel & Komposition) und dem Trinity College Choir Cambridge unter der Leitung von Stephen Layton ist am 25. Juni 2010 auf Hyperion (CDA67808) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Schlagwörter: 21. Jahrhundert, BBC Music Magazine, David Briggs, Messe, Orgel
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Johannes Kepler (1571-1630) war ein deutscher Naturphilosoph, evangelischer Theologe, Mathematiker, Astronom, Astrologe und Optiker. Er entdeckte die Gesetze der Planetenbewegung und führte das Rechnen mit Logarithmen in Deutschland ein. Auch seine Studien in der Optik waren überaus wichtig, so half er, die mit dem Teleskop gemachten Entdeckungen seines Zeitgenossen Galileo Galilei (1564-1642) zu beweisen. Als typischer Universalgelehrter der Neuzeit sah er sich Zeit seines Lebens immer wieder Anfeindungen wegen seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse und seiner religiösen Bekenntnisse konfrontiert und musste relativ häufig den Wohnort wechseln. Er lebte fast 16 Jahre (zischen 1612 und 1627) in der österreichischen Stadt Linz, wo er als Mathematiker an der dortigen Universität lehrte und forschte, bevor er, nicht zuletzt wegen der immer größer werdenden Geldprobleme und religiösen Anfeindungen, die Stadt verlassen musste.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Minimal Music, Oper, Philip Glass
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