Posts Tagged “17. Jahrhundert”
Über den Lübecker Komponisten David Petersen (ca. 1650-1717) ist nicht vieles bekannt und auch das wenige, dass man über ihn heute zusammentragen kann, kommt aus den unterschiedlichsten Quellen. Als gesichert gilt, dass Petersen als junger Mann nach Amsterdam ging und dort heiratete. Wahrscheinlich übte er dort den Beruf des Kaufmanns aus, war aber daneben als Komponist und möglicherweise als Violinist aktiv. Über seine Ausbildung kann ebenso nur spekuliert werden – möglicherweise war er Schüler eines Schülers des Lübecker Violinisten Nicolaus Bleyer oder des Violinisten und Komponisten Johann Jakob Walther – und stand, wie viele Musiker Norddeutschlands der Zeit, unter dem eminenten Eindruck der Musik von Franz Tunder und Dietrich Buxtehude. Auch von seinem Œuvre ist nicht viel bekannt. Außer seinem bekanntesten Werk, dem 12-teiligen Zyklus Speelstukken (1683), wurden nur wenige Werke von ihm publiziert, dazu gehören die 24 Lieder Zede- en Harpgezangen, met Zangkunst verrykt door David Peetersen für eine Singstimme und Basso continuo (1694), nach Texten seines Freundes, dem Rechtsgelehrten und Dichter Abraham Alewijn, und die Liedersammlung Boertige en ernstige Minnezangen (1705). Nun hat das renommierte flämische Barockorchester B’Rock in kleiner Besetzung (darum B’Rock XS) sechs der zwölf Speelstukken für das Label des flämischen Klassiksenders Klara aufgenommen.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, Alte Musik, B'Rock, Barock, David Petersen, Gijsbert van Steenwick, Kammermusik, Violine
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Vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle das neue Album “Songs from the British Isles” des österreichischen Quadriga Consort vorgestellt (‘Der besondere Tipp‘ Juli 2010 → Besprechung auf blog.codaex.de). Das in Freistadt/ Oberösterreich beheimatete Ensemble überzeugt darauf durch mitreißende Fassungen englischer, irischer und schottischer Volkslieder. Das Besondere: Das Quadriga Consort verzichtet auf elektrische und elektronische Instrumente und auf jegliche Modernisierungen und nähert sich der Folkmusik von Seiten der Alten Musik und musiziert auf Originalinstrumenten. Dieses überaus spannende (und gelungene!) musikalische Konzept hat mich neugierig gemacht. Ich bin froh darüber, dass sich Nikolaus Newerkla, der künstlerische Leiter und Cembalist des Septetts, dazu bereit erklärt hat, einige Fragen hier an dieser Stelle zu beantworten.
Die neue CD ist seit einigen Wochen auf dem Markt. Sind Sie zufrieden mit dem Album? Wie war die bisherige Resonanz in der Presse und vom Publikum?
Auf diese Live-CD können wir, wie ich glaube, zu recht stolz sein. Handelt es sich dabei doch um den Mitschnitt eines einzigen Konzerts, also ohne Gegenschnitte zu einem zweiten Konzert oder Generalprobenaufnahmen, wie das sonst ja durchaus üblich ist. Das heißt, es gab keinen doppelten Boden, kein Fangnetz, es durfte einfach nichts passieren. Trotz dieses Drucks so inspiriert und inspirierend agiert zu haben, ist denke ich die größte Leistung der Aufnahmen und ein ziemlich kräftiges Statement unserer Live-Stärke. Das Publikum schätzt es sehr, nach einem Konzertbesuch endlich auch die direkte Emotion des Konzerterlebnisses mit nach Hause nehmen zu können – und es wird uns immer öfter bescheinigt, dass die CD stärker und unmittelbarer zu wirken vermag als unsere bisherigen Studio-CDs.
Was die Presse anlangt, so war sicherlich die Wahl zur »Klassik-CD der Woche auf Deutschlandradio Kultur« (blog.codaex.de berichtete) ein schöner Einstieg, auf weitere Resonanz in den Medien warten und hoffen wir noch.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, Alte Musik, Barock, England, Frühbarock, Interview, Irland, Originalinstrumente, Quadriga Consort, Renaissance, Schottland, Volkslieder
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Die Renaissance und der vor allem das Barock waren eine gute Zeit für die Blockflötenmusik. Zahlreiche Varianten der Blockflöte waren in Europa regional und überregional verbreitet und erst gegen Ende des Barocks wurde die Blockflöte von der Querflöte immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Bemerkenswert an den Werken für Blockflöte aus jener Zeit ist, dass sie oft für ein spezifisches, regionales Instrument geschrieben wurden und dass so eine Wechselwirkung aus dem Instrument und der Musik entstand. So unterscheiden sich deutsche, englische, italienische und französische (Block-) Flötenmusik unüberhörbar voneinander, nicht nur in den verwendeten Blockflöten, sondern auch im Charakter.
Der Blockflöte kam in der französischen Barock-Oper oft eine besondere Rolle zu, wurde sie doch oft zur Unterstreichung der pastoralen Ambienti und Szenen genutzt. Andererseits sind nur wenige französische Kammerwerke für Flöte erhalten, diese jedoch haben alle eine schlichte Eleganz und eine betörende Direktheit gemein, die man so nur mit Frankreich assoziieren würde.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, Anne-Danican Philidor, Barock, Blockflöte, Charles Dieupart, François Couperin, Kammermusik, Louis Caix d’Hervelois, Robert de Visée
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Erst vor einigen Tagen besprach ich auf diesen Seiten die neue CD des österreichischen Quadriga Consort “Songs from the British Isles” (‘Die besondere CD’ Juli 2010, Besprechung s. → hier), auf der das Septett mit viel Fingerspitzengefühl alte (Folk-) Songs von den britischen Inseln historisch-informiert auf Originalinstrumenten vorträgt. Sie belegen (einmal mehr), dass E- und U-Musik mehr Berührungspunkte haben, als man glauben möchte und dass man Alte Musik auch so gestalten kann, dass sie Hörerschichten anspricht, die mit dem, was sonst unter dem Label ‘klassische Musik’ definiert wird, nicht viel anfangen können. Ausgerechnet die Alte Musik erweist sich hier als guter Einstieg in die Klassik-Welt.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, Barock, England, Frühbarock, Irland, Originalinstrumente, Quadriga Consort, Renaissance, Schottland, Traditionals, Volkslieder
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Bei den meisten sogenannten Mittelalter- und Renaissance-Bands, die heute teilweise mit recht großem Erfolg durch die Lande tingeln, mag ich deren Trivialisierung, ja Vulgarisierung der Alten Musik nicht. Sicher, die Volksmusiken waren noch nie kunstvoll ausgeschmückte Barock-Opern, aber mir scheint, dass Einfachheit und Volksnähe zu oft mit Derbheit verwechselt wird. Wenn das Zotige zum Selbstzweck verkommt, dann taugt die dargebotene Musik zumeist eher als lärmende Untermalung des nächsten Mittelalter-Jahrmarktes. Mit einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Pop(ulär)musik der Vergangenheit hat das nicht viel gemein, was unendlich schade ist, denn es gibt gerade bei den einfachen Liedern aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Frühbarock viel Kunstvolles zu entdecken und es gibt nicht wenige, die den Ursprung unserer heutigen Song-orientierten Pop-Musik genau in diesen alten Liedern sehen.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, Barock, England, Frühbarock, Irland, Niel Gow, Originalinstrumente, Quadriga Consort, Renaissance, Schottland, Traditionals, Turlough O’Carolan, Volkslieder
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Ich freue mich immer wieder darüber, wenn die deutschen Kulturradios auch CDs abseits vom Klassik-Mainstream besprechen, wenn CDs besprochen werden, deren Material vielleicht nicht immer direkt mit ‘klassischer Musik’ assoziiert wird. Der überregionale deutsche Sender Deutschlandradio Kultur präsentiert diese Woche als »CD der Woche« in der Sparte Klassik das neue (Live-) Album “Songs from the British Isles” der early music band (Eigendefinition) Quadriga Consort. Dieses österreichische Originalinstrumente-Ensemble hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Volksmusik-Schätze vergangener Jahrhunderte authentisch, lebendig und doch zeitgemäß aufzuführen. Angenehmerweise verzichtet das Ensemble dabei gänzlich auf moderne Instrumente (wie elektronische Sounds und Beats), ebenso verzichtet das Quadriga Consort auf aufgesetzte Künstlichkeit und auch auf zur Schau gestellter Derbheit (was bei vielen sogenannten Mittelalter- und Renaissance-Bands leider zum Alltag gehört). Das siebenköpfige Ensemble findet bei seinen Arrangements, die der Bandleader Nikolaus Newerkla in den allermeisten Fällen selbst schreibt, eine angenehme Balance zwischen Natürlichkeit und Kunst.
Deutschlandradio Kultur-Redakteurin Bettina Schmidt lobt in ihrer Besprechung des nun erschienenen vierten Albums des Septetts, das Debüt für das renommierte, kleine aber feine Wiener Label Gramola, den »gelungenen Spagat« zwischen »historischem und modernem Stilgefühl« und konstatiert »“Lieder von den Britischen Inseln” bietet so genannten “early music pop”, und das vom Feinsten.«
Den gesamten Artikel kann man → hier nachlesen.
Eine Besprechung des Albums auf diesen Seiten folgt in den nächsten Tagen ist seit dem 26.07. → hier abrufbar.
Das Album Songs from the British Isles, gespielt vom österreichischen Quadriga Consort ist am 23. Juli auf Gramola (98876) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Schlagwörter: 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, Barock, England, Frühbarock, Irland, Originalinstrumente, Renaissance, Schottland, Volkslieder
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Der dänisch-deutsche Komponist Dietrich Buxtehude (ca. 1637 – 1707, gelegentlich auch Dieterich Buxtehude geschrieben) ist wohl die wichtigste musikalische Figur des deutschsprachigen Raumes vor Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) und nach Heinrich Schütz (1585 – 1672). Er hatte direkten Einfluss auf den jungen Bach: Sein eigenmächtig verlängerter Besuch im Oktober 1705 bei Buxtehude in Lübeck ist ja hinlänglich bekannt. Unter den über 130 geistlichen Vokalwerken, die Buxtehude schrieb, nimmt der Passionszyklus Membra Jesu nostri patientis sanctissima (lat., “Die allerheiligsten Gliedmaßen unseres leidenden Jesus”) eine Sonderstellung ein: Es ist eine der seltenen Kompositionen Buxtehudes, in der ein lateinischer (und nicht einen deutschsprachigen) Text verwendet wird, im protestantischen Norden Deutschlands war dies zumindest unüblich. Textgrundlage für diesen Zyklus über die sieben Körperteile (sic!) Jesu am Kreuze (Füße, Knie, Hände, Seite, Brust, Herz, Gesicht) war allerdings nicht direkt die (viel gescholtene) lateinische Bibel, sondern die mittelalterliche Gedichtsammlung Rhythmica Oratio, die vom Brabanter Zisterziensermönch, Abt, und Dichter Arnulf von Löwen geschrieben wurde.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, Barock, Chorwerke, Dietrich Buxtehude, sakrale Musik
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Als das Album “Sacred Vocal Music” mit geistlichen Vokalwerken von Claudio Monteverdi (1567-1643) vor fast 30 Jahren 1981 zum ersten Mal erschien, da steckt die Originalklang-Bewegung zwar nicht mehr so recht in den Kinderschuhen, aber sie musste noch mit vielen Vorurteilen (und vielen eingefahrenen Hörgewohnheiten) kämpfen. Erste Erfolge wurden vor allem beim bekannten Repertoire erzielt, wo man langsam begann, die Musik anders zu hören und von der unkritischen Rezeption abzurücken. Die Musikwelt begann sich zu verändern. Überall in Europa gründeten sich Ensembles, die sich der authentischen Aufführung verschrieben, die die Quellen studierten, sich über Instrumentenbau und Musikgeschichte beschäftigten. Die Ausführenden wurden selbst zunehmend Forscher.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, Barock, Claudio Monteverdi, sakrale Musik
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Tobias Hume (ca. 1579-1645) muss eine schillernde Figur seiner Epoche gewesen sein. Seine Berufe und die wenigen Berichte, die es über ihn gibt, weisen darauf hin, doch tatsächlich belegt ist wenig: Gewitzter Schelm oder arroganter, sich selbst überschätzender Amateur, nonkonformistischer Erneuerer oder aufschneiderisches Großmaul, wir können heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, wie die Person Tobias Hume war und wie er auf seine Mitmenschen gewirkt hat. Immerhin gesichert ist, dass er als Komponist, Musiker und Söldner (!) in der schwedischen und russischen Armee tätig war und dass er zwei Sammlungen von Gamben- und Gesangsstücken veröffentlicht hat: “Captain Humes Poeticall Musicke” (1607) und zuvor “The First Part of Ayres – Captain Humes Musicall Humors” (1605). Aus diesem Erstlingswerk stammen die Gambenstücke, die Susanne Heinrich auf ihrer zweiten Solo-CD “Passion & Division” für Hyperion Records eingespielt hat. Über die in Großbritannien lebende deutsche Gambistin der Extraklasse schrieb das Classic CD Magazine anlässlich ihrer Debüt-Veröffentlichung vor einigen Jahren, sie spiele »smooth as melted chocolate«.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, Barock, Gambe, Tobias Hume
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L'Armonia Sonora, Quelle: ramee.org
 Hana Blažíková, Quelle: ramee.org
Die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts war in Deutschland geprägt vom Dreißigjährigen Krieg. Nach dem westfälischen Frieden 1648 erholte sich das Land auch kulturell nur langsam. Das Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen war kein Ende der religiösen Differenzen. Mehr denn je war geistliche Musik gefragtes Gut, sowohl in den katholischen, als auch in den evangelischen Kirchen. Rechtzeitig zur heute beginnenden Fastenzeit, erscheint auf dem Label für Alte Musik Ramée das Album “Harmoniae Sacrae”, eine Sammlung mit Kantaten (oder »geistlichen Konzerten« wie es auf dem Cover heißt), die unmittelbar nach der verheerenden Zäsur des Krieges in Deutschland entstanden. Das belgische Originalinstrumente-Ensemble L’Armonia Sonora, geleitet von der Gambistin Mieneke van der Velden hat sich gemeinsam mit der jungen tschechischen Sopranistin Hana Blažíková und einem der derzeit besten und gefragtesten Bässe in der Szene für Alte Musik, dem Niederländer Peter Kooij Kompositionen kleiner Meister vorgenommen, deren Namen heute fast vergessen sind und deren Werke heute selten aufgenommen und aufgeführt werden.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, Benedictus Buns, Christoph Bernhard, Frany Tunder, Frühbarock, Heinrich Ignaz Franz von Biber, Johann Valentin Meder, Matthias Weckmann, sakrale Musik
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