Posts Tagged “16. Jahrhundert”

An den kommenden Tagen rund ums nahende Osterfest werde ich verstärkt CDs mit sakraler Musik vorstellen, die entweder direkt oder zumindest doch mittelbar mit der Passions- und Osterzeit zu tun hat. Gerade die Zeit zwischen Aschermittwoch und Christi Himmelfahrt hat in der Liturgie und damit auch in der sakralen Musik eine eminent wichtige Bedeutung. Bei den Artikeln soll es darum gehen, möglichst ungewöhnlich, herausragende Neu- und Wiederveröffentlichungen zum Thema Musik zur Passions- und Osterzeit vorzustellen.

Es gibt kaum ein Ensemble, das sich in den letzten Jahren so verdient um die Musik von Tomás Luis de Victoria (ca. 1548-1611) gemacht hat, wie der englische Chor The Sixteen (mit Ausnahme ihrer Kollegen und Landsleute der Tallis Scholars unter Peter Phillips – aber ihre neueste Victoria-Veröffentlichung wird erst in einigen Tagen hier im Blog besprochen werden).Tomás Luis de Victoria Harry Christophers, der Gründer und Leiter des Weltklasse-Chors, ist ein bekennender, glühender Bewunderer des Gelehrten, Mystikers, Priesters, Sängers, Organisten und Komponisten Victoria. Er betrachtet ihn als »den herausragendsten Komponisten der Renaissance« und glaubt, dass, wenn es überhaupt möglich sei »Gefühl vollständig in Musik auszudrücken« dies nur bei Victorias Musik der Fall sei. Bei solch einem eindeutigen Bekenntnis zum Genie Victorias ist es nicht verwunderlich, dass sich sein Chor während seines über 30-jährigen Bestehens immer wieder mit der Musik des Spaniers beschäftigt hat.
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Norddt. Kammerchor, Maria Jürgensen: Johannes Eccard - Meine schönste ZierJohannes Eccard (1553-1611) war um 1600 einer der bedeutendsten geistlichen Komponisten in Deutschland. Der Norddeutsche Kammerchor unter der Leitung von Maria Jürgensen ehrt den Thüringer zu dessen 400. Todestag mit einer Aufnahme wichtiger Choralsätze und seiner einzigen vollständig erhaltenen Messe.

Die NDR Kultur-Redakteurin Dagmar Penzilin hat sich die bei MDG (Musikproduktion Dabringhaus und Grimm) erschienene SACD angehört und für die Rubrik »Neue CDs« besprochen.

Über den Komponisten Ecclard schreibt sie:
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The Sixteen: T. Luis de Victoria - Hail, Mother of the RedeemerDer englische Chorleiter Peter Phillips schrieb einmal über die Musik von Tomás Luis de Victoria (ca. 1548-1611):

»Das Spanische an sich findet oft seinen Ausdruck in der spanischen Poly­phonie. Man sagt von den Spaniern, dass sie in ihrer Religionsausübung besonders leidenschaftlich und gleichzeitig mystisch sind, worin sie sich von anderen unterscheiden.«

Nun darf man nicht den Fehler machen, das Attribut “leidenschaftlich” mit ungestümer Plumpheit zu verwechseln; die Musik de Victorias ist alles andere als das, wie das neue Coro-Album »Hail, Mother of the Redeemer« des englischen Chores The Sixteen belegt. Sie präsentiert Musik von einer bemerkenswerten Schlichtheit und Direktheit.
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Die Karnevalszeit ist vorüber, die Masken sind abgenommen, die Kostüme ausgezogen, der Nubbel ist verbrannt worden, das Ende der “tollen Tage” läutet traditionell den Beginn der Fasten- und Passionszeit ein. Auch ohne besonderen religiösen Aspekt versuchen viele Menschen diese Zeit ganz bewusst anders zu erleben. In der Musik ist die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern die Hochphase für Konzerte mit vornehmlich geistlichen Werken im Programm. Wen wundert’s, war es doch lange die Fasten-, Passions- und Osterzeit, die in der christlichen Welt als die wichtigste Zeit des Jahres angesehen wurde (und nicht wie heutzutage die Weihnachtszeit, was sicher eine Vielzahl von Ursachen hat und nicht alle sind einer veränderten religiösen Wahrnehmung geschuldet). Man kann also ohne Übertreibung sagen, dass es eine gewachsene Tradition ist, sich in der Fastenzeit bis zum Osterfest besonders intensiv mit sakraler Chormusik zu beschäftigen. Auch in diesem Blog werden in den kommenden Wochen überdurchschnittlich viele Neu- und Wiederveröffentlichungen sakraler Chormusik besprochen werden. Diese Tradition hat sich interessanterweise auch bis in der stark weltlich gewandten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts gehalten.
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Weihnachten 2010In genau einer Woche ist Heiligabend! Sicher, die meisten Leser werden bereits das eine oder andere Geschenk besorgt haben (ich habe zumindest fast alle Geschenke beisammen) und sicher ist der Ablauf des Festtages auch schon geplant. Feiern mit der Familie? Ein Besuch bei Verwandten? Weihnachten lieber kuschelig zu zweit? Oder lieber Weihnachten allein? In die Mitternachtsmette in die alte Dorfkirche der Kindheit oder lieber zum festlichen Konzert? Wir alle haben unsere weihnachtlichen Riten; selbst jene, die dem Fest nichts mehr abgewinnen können (wofür es auch gute Gründe gibt) haben für die Weihnachtstage besondere Strategien. Und Musik spielt Weihnachten in fast jedem Haushalt eine besondere Rolle, sei es, weil man selbst musiziert, sei es, weil man sich mit festlicher Musik in eine besondere Weihnachtsstimmung versetzen möchte.
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In der Weihnachtszeit hört man gerne Chormusik. Die Laienchöre, erst recht die professionellen, haben in der Adventszeit ihre Hoch-Zeit. Material gibt es genug, sowohl weihnachtliches, als auch für Weihnachten geeignetes, allgemeineres Chor-Repertoire. Die Menschen haben offenbar in dieser Zeit das Bedürfnis nach feierlichen Chören, nach dem Zusammen-Singen. Vielleicht steckt in unserer Freude an Chormusik in der Weihnachtszeit auch eine verborgene Sehnsucht nach spiritueller Gemeinschaft? Müßig darüber zu sinnieren…

Nicht nur in den Kirchen und Konzerthallen erklingen nun verstärkt Chöre, auch auf dem Tonträger-Markt ist die Adventszeit die klassische Zeit der Chormusik-CDs. Die zahlreichen Neu- und Wiederveröffentlichungen des Genres konzentrieren sich im Jahr (neben der Osterzeit) auf die Wochen vor Weihnachten. Es ist schier unmöglich hier den Überblick zu behalten: Welche Neuanschaffung lohnt sich? Welcher Chor kann hohen Ansprüchen genügen? Welches Repertoire will man eigentlich hören? Will man lieber ein einzelnes Werk vollständig hören oder eine Auswahl an Highlights?
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The Tallis Scholars; Foto © Eric RichmondThe Tallis Scholars gehören in Großbritannien, dem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt,zu den allerbesten Spitzenensembles. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht. Konsequent auf dieses Gattung spezialisiert, haben sie sich in den 30 Jahren ihres Bestehens zu den »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) entwickelt. Zu ihrem 30-jährigen Jubiläum haben sie nun drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten veröffentlicht. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke..
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The Tallis Scholars; Foto: © Eric RichmondWenn man als Chor in einem Land mit der wohl eindrucksvollsten Chortradition der Welt zu den Spitzenensembles gezählt wird, dann hat man ein Maß an Perfektion und Ausdrucksstärke erreicht, das man eigentlich nicht mehr überbieten kann. The Tallis Scholars ist eines dieser englischen Spitzenensembles, dass selbst in jenem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt, aus der Masse der Chöre herausragt wie kaum ein anderes. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht und das seit 30 Jahren. Sie gelten als die »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) und veröffentlichen nun, zum 30-jährigen Jubiläum des Ensembles, drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke..
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The Tallis Scholars; Foto © Eric RichmondWenn man als Chor in einem Land mit der wohl eindrucksvollsten Chortradition der Welt zu den Spitzenensembles gezählt wird, dann hat man ein Maß an Perfektion und Ausdrucksstärke erreicht, das man eigentlich nicht mehr überbieten kann. The Tallis Scholars ist eines dieser englischen Spitzenensembles, dass selbst in jenem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt, aus der Masse der Chöre herausragt wie kaum ein anderes. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht. Durch ihre strikte Spezialisierung und ihre jahrelange, intensive Auseinandersetzung mit der Materie, wurden sie zur unbestrittenen Referenz auf diesem Gebiet. Obwohl sie sicher auch in anderen Genres glänzen könnten, hat diese Konzentration auf eine (sehr reiche) Facette der Vokalmusik zu ihrem Erfolg und zu ihrem lang anhaltenden Status als »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) beigetragen.
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Alle Jahre wieder: In der Adventszeit werden eine Vielzahl von CDs mit weihnachtlicher Musik neu- und wiederveröffentlicht: Es ist nahezu unmöglich den Überblick zu behalten. Wie die Spreu vom Weizen trennen? Wie die wirklich hörenswerten Alben von den überflüssigen Alben unterscheiden, die nur Wohlbekanntes in schlechterer Form bieten? Es stimmt schon, dass Weihnachten ein Riesengeschäft geworden ist, auch für die Musikbranche, auch für die Klassik-Branche. Hier wird oft genug auf den schnellen Verdienst geschielt und der Inhalt hält nicht, was die glänzende Verpackung verspricht. Man denke alleine an die zahlreichen, lieblos zusammengestellten Sampler mit weihnachtlichen Standards, eingespielt von zweit- und drittklassigen Provinz-Ensembles mit Arrangements, die ohne Respekt vor dem Werk verkitscht oder verpoppt werden.

Da ist es doch sehr beruhigend, dass es einige feste Größen gibt, auf die man sich in punkto Weihnachtsmusik verlassen kann. Dass englische Spitzenensemble für Alte (Chor-) Musik The Sixteen ist so ein Fall: Seit Jahren bringen sie immer wieder exzellente CDs für die Weihnachtszeit heraus. Ob barock (mit Bachs »Weihnachtoratorium« oder Händels »Messiah«), ob spätromantisch (mit Brittens »A Ceremony of Carols«) oder traditionell (mit »A Traditional Christmas Carol Collection«), das von Harry Christophers geleitete Ensemble, einer der beliebtesten und erfolgreichsten Chöre Großbritanniens, steht für kompromisslose Qualität (und das beileibe nicht nur in Sachen Weihnachtsmusik!).


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