Archiv für die Kategorie: “Wiederveröffentlichungen”
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) verliebte sich regelrecht als junger Mann in den Klang eines (für ihn) neuen Instruments, in das Hammerklavier oder Fortepiano, wie es heute international genannt wird. Dieses wurde zwar schon Ende des 17. Jahrhunderts vom toskanischen Instrumentenbauer Bartolomeo Cristofori (1655-1731) erfunden und später vor allem vom üblicherweise als Orgelbauer bekanntem Gottfried Silbermann (1683–1753) weiterentwickelt, doch es setzte sich erst Ende der 1770er/Anfang der 1780er Jahre als Alternative zum Cembalo mehr und mehr durch. Als Mozart 1781 endgültig seine Dienste an der Salzburger Hofkapelle quittierte und die Violine an den Nagel hing, war er längst dem neuen Instrument mit seinen nuancierten Ausdrucksmöglichkeiten verfallen. 1782 erwarb er beim Wiener Klavierbauer Anton Walter (1752-1826) ein Instrument, das ihn fortan nicht nur beim Komponieren, sondern auch bei seinen Auftritten als Solist begleiten sollte. Vor allem zwischen 1782 und 1786 war das Klavierkonzert eine wichtige Ausdrucksform für Mozart. In diesen vier Jahren entstanden 16 seiner 27 Klavierkonzerte. Mozart hat das Klavierkonzert zwar nicht erfunden, durch seine Popularität und Kreativität verhalf er der Gattung allerdings zu einem neuen Stellenwert. Viele Klavierwerke der Wiener Klassik (sowohl von Mozart, als auch von Joseph Haydn (1732-1809) und Ludwig van Beethoven (1770-1827)) wurden aus verkaufstechnischen Gründen unter der Angabe “für Cembalo oder Hammerklavier” veröffentlicht, da bis ins 19. Jahrhundert das Cembalo in den Privathaushalten genutzt wurde (schon alleine, weil die Neuanschaffung eines Hammerklaviers kostspielig war).
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Fortepiano, Konzert, Originalinstrumente, Wiener Klassik, Wolfgang Amadeus Mozart
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Es ist wohl hinlänglich bekannt, dass Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) nicht nur ein versierter Pianist, sondern auch ein vorzüglicher Violinist war. Gerade in seiner Jugend war die Violine eng mit seiner Karriere verbunden. Als 16-jähriger erhielt er seine erste Anstellung: Als Konzertmeister (also als 1. Violinist) der Salzburger Hofkapelle. In seiner Salzburger Zeit zwischen 1772 und 1777 (und später noch einmal als Hoforganist zwischen 1779 und 1781) komponierte er dann auch die meisten Konzertstücke für Violine, danach hingegen sollte die Violine nur noch einen untergeordneten Rang in seinem Œuvre einnehmen und Mozart sollte fortan nur noch als Pianist, Organist und Komponist in Erscheinung treten. Vielleicht kann man diese Abkehr von der Violine mit dem Unglück über das enge, provinzielle Reglement am Salzburger Hof erklären, aus dem der junge Mozart während seiner (zweifachen) Salzburger Zeit vergeblich dauerhaft auszubrechen versuchte. Der junge “Teenie”-Mozart schrieb in der frühen Salzburger Zeit alle fünf Violinkonzerte und das Concertone für zwei Violinen, KV 190, etwas später folgte die Sinfonia concertante für Violine und Viola, KV 364. Die anderen kleineren Werke (das Adagio, KV 261 und die beiden Rondos, KV 269 und 373) entstanden ebenfalls zeitnah in Salzburg.
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Konzert, Violine, Wiener Klassik, Wolfgang Amadeus Mozart
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Der italienische Barockkomponist Antonio Vivaldi (1678-1741) gehört heute zu den populärsten Komponisten der Neuzeit und dies fast ausschließlich dank der vier Konzerte, die wir heute als Le quattro stagioni (oder noch besser auf Deutsch “Die vier Jahreszeiten“) kennen und die eigentlich ein abschließender Zyklus von programmatischen Violinkonzerten der 12-teiligen Violinkonzert-Sammlung »Il cimento dell’armonia e dell’inventione«, op. 8 (zu Deutsch “Das Wagnis von Harmonie und Erfindung“) sind. Die vier Jahreszeiten sind heute die mit Abstand am häufigsten aufgenommenen Konzerte und das, obwohl der Zyklus bis in die 1950er Jahre nahezu unbekannt war. 1952 führte die World’s Encyclopedia of Recorded Music lediglich zwei Aufnahmen (nämlich von die Erstaufnahme von Bernardino Molinari 1942 und die von Louis Kaufman, die das Werk berühmt machen sollte), heute gibt es ca. 1000 verschiedene Aufnahmen der Konzerte in ganz unterschiedlichen Fassungen (darunter Fassungen von Gitarrentrios, Klavierduos, Saxophon-Quartetten und mindestens einer Progressive-Rock-Band).
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Antonio Vivaldi, Barock, sakrale Musik
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Der australisch-amerikanische Pianist, Dirigent, Saxophonist und Komponist Percy Grainger (1882-1961) gehört zu den widersprüchlichsten und exzentrischsten Persönlichkeiten der Musikwelt des 20. Jahrhunderts: Er war bekennender Antisemit und Rassist, praktizierender (und minutiös dokumentierender!) Sado-Masochist, er bewunderte und sammelte er folkloristische musikalische Formen aus den vielen Ländern, die er bereiste, war mit Duke Ellington (1899-1974) und George Gershwin (1898-1937) befreundet und setzte sich vehement für den Jazz als ernstzunehmende Musikform ein. Er versuchte in seinen Briefen und Schriften ein vom Latein gereinigtes Englisch zu benutzen (er nannte es “blue-eyed English”), sprach 11 Sprachen fließend (darunter so exotische Sprachen wie Isländisch, aber auch Russisch) und glaubte an die Überlegenheit der nordisch-germanischen Rasse, hatte aber andererseits für das NS-Regime nichts übrig: Während des 2. Weltkriegs spielte er als Pianist eine Reihe von Militärkonzerten für die US Army (im ersten Weltkrieg hatte er in einer Militärkapelle als Saxophonist gearbeitet). Darüber hinaus entwickelte er in seinen in Zusammenarbeit mit dem Techniker Burnett Cross die Free Music Machine, einen Vorläufer des Synthesizers.
Seinen Wohlstand erlangte erlangte Grainger durch sein Frühwerk »Country Gardens«, das er Zeit seines Lebens spielen sollte, obwohl er es in zunehmenden Maße verabscheute:
Country Gardens (Pianola-Aufnahme 1919) von und mit Percy Grainger auf Australian Screen
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Chorwerke, Moderne, Percy Grainger, Spätromantik
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Eine meiner allerersten größeren Sammlerstücke in meiner Plattensammlung war eine 6-LP-Box mit sämtlichen Sinfonien von Sergei Prokofiev (1891-1953), gespielt vom »Großen Rundfunk-Sinfonieorchester der UdSSR, Dirigent: Gennadi Roshdestwensky« (so das Plattencover, s rechts). Vor dieser LP-Box kannte ich nur das unvermeidliche Peter und der Wolf aus dem Musikunterricht. Mit diesen Sinfonien eröffnete sich mir, damals noch sehr jungen und unerfahrener Hörer eine neue Klangwelt, hatte ich mich doch zuvor nur zaghaft in der Welt der klassischen Musik bewegt und war noch nicht über ‘die üblichen Verdächtigen’ (namentlich Beethoven, Mozart, Tchaikovsky und Vivaldi) hinaus gekommen. Was ich bei diesen Prokofiev-Aufnahmen zu hören bekam, war modern und aufregend anders (vielleicht einmal abgesehen von der Symphonie classique mit ihrer ironischen Interpretation der klassischen Sinfonie Haydns, die mir vertraut war). Ohne Übertreibung waren diese überaus gelungenen Aufnahmen sehr prägend für meine musikalischen Interessen. Wer weiß, ob ich mich jemals aus eigenem Antrieb auf ‘musikalische Entdeckungsreise’ begeben hätte, wären da nicht Prokofievs Sinfonien gewesen?
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Sergei Prokofiev, sinfonische Musik
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Der Russe Pyotr Ilyich Tchaikovsky (1840-1893) gehört zu den beliebtesten und meistgespielten (und meist aufgenommenen) Komponisten aller Zeiten. Seine Ballettmusiken (Schwanensee, Dornröschen und Der Nussknacker), seine Sinfonien, seine Orchestersuiten und Ouvertüren (Romeo und Julia, Capriccio Italien, Ouvertüre 1812 usw.), sein Violinkonzert und sein erstes Klavierkonzert, neuerdings auch wieder häufiger seine Opern, seine Kammermusik und seine Klaviermusik – es gibt kaum etwas, was von Tchaikovsky unbeachtet bliebe. Obwohl er schon zu Lebzeiten bei Kollegen und Kritikern nicht unumstritten war (und erst recht im 20. Jahrhundert, wo seine Musik für ihre anachronistische, allzu gefällige Art von den modernen Komponisten reichlich Häme erntete), bleibt seine Musik ein ungebrochener Publikumsfavorit und es gibt kein ein großes Orchester, kaum ein bedeutender Dirigent des 20. Jahrhunderts, der Tchaikovskys Werke links liegen ließ.
Heute sind seine Melodien allgegenwärtig, vom monophon piependen Klingelton über die Verwendung des einen oder anderen Themas als Hintergrundmusik in der Radio/TV-Werbung bis hin zu Rock- und Pop-Bearbeitungen und -Zitaten, vor einigen Monaten erst beim britischen Erfolgsduo Pet Shop Boys.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, Igor Markevitch, Pyotr Ilyich Tchaikovsky, Romantik, sinfonische Musik
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The Tallis Scholars gehören in Großbritannien, dem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt,zu den allerbesten Spitzenensembles. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht. Konsequent auf dieses Gattung spezialisiert, haben sie sich in den 30 Jahren ihres Bestehens zu den »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) entwickelt. Zu ihrem 30-jährigen Jubiläum haben sie nun drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten veröffentlicht. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke..
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Schlagwörter: 15. Jahrhundert, 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, Chorwerke, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Gregorio Allegri, John Browne, Josquin Des Prez, Nicolas Gombert, Philippe Verdelot, Renaissance, sakrale Musik, The Tallis Scholars
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Wenn man als Chor in einem Land mit der wohl eindrucksvollsten Chortradition der Welt zu den Spitzenensembles gezählt wird, dann hat man ein Maß an Perfektion und Ausdrucksstärke erreicht, das man eigentlich nicht mehr überbieten kann. The Tallis Scholars ist eines dieser englischen Spitzenensembles, dass selbst in jenem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt, aus der Masse der Chöre herausragt wie kaum ein anderes. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht und das seit 30 Jahren. Sie gelten als die »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) und veröffentlichen nun, zum 30-jährigen Jubiläum des Ensembles, drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke..
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Schlagwörter: 15. Jahrhundert, 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, Alfonso Ferrabosco d. Ä., Antoine Brumel, Chorwerke, Cipriano de Rore, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Heinrich Isaac, Jacob Obrecht, Manuel Cardoso, Renaissance, Robert White, sakrale Musik, The Tallis Scholars, Thomas Tallis
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Wenn man als Chor in einem Land mit der wohl eindrucksvollsten Chortradition der Welt zu den Spitzenensembles gezählt wird, dann hat man ein Maß an Perfektion und Ausdrucksstärke erreicht, das man eigentlich nicht mehr überbieten kann. The Tallis Scholars ist eines dieser englischen Spitzenensembles, dass selbst in jenem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt, aus der Masse der Chöre herausragt wie kaum ein anderes. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht. Durch ihre strikte Spezialisierung und ihre jahrelange, intensive Auseinandersetzung mit der Materie, wurden sie zur unbestrittenen Referenz auf diesem Gebiet. Obwohl sie sicher auch in anderen Genres glänzen könnten, hat diese Konzentration auf eine (sehr reiche) Facette der Vokalmusik zu ihrem Erfolg und zu ihrem lang anhaltenden Status als »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) beigetragen.
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Schlagwörter: 15. Jahrhundert, 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, Chorwerke, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Gregorio Allegri, Jacob Clemens non Papa, John Sheppard, Josquin Des Prez, Plainchant, Renaissance, sakrale Musik, The Tallis Scholars, Thomas Crecquillon, Thomas Tallis, Tomas Luis de Victoria, William Byrd, William Cornysh
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Wie man sich täuschen kann: Hinter dem Ensemble Parnassi Musici, das beim italienischen Label MV Cremona eine Aufnahme der Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach für Barock-Ensemble (bereits 2005) veröffentlicht hat (und die nun gemeinsam mit zahlreichen anderen Highlights des Labels im Codaex-Vertrieb vor einigen Tagen wiederveröffentlicht wurde), stecken keineswegs mittelitalienischen Musiker, wie man vermuten könnte, sondern ein deutsches Ensemble, das in Freiburg seine Heimat hat. Bereits im Bach-Jahr 2000 entstand diese Aufnahme (für den SWR), auf der die Parnassi Musici eine eigene Fassung der Goldberg-Variationen eingespielt haben. Die Prämisse hierbei war:
»Jede Variation sollte authentisch sein. Die Instrumentalparts sollten instrumentengerecht sein, ihr Schwierigkeitsgrad nicht über den anderer Bach’scher Musik hinausgehen.«
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Barock, Goldberg-Variationen, Johann Sebastian Bach, Transkription
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