Archiv für die Kategorie: “Wiederveröffentlichungen”
Das ging aber wirklich schnell: Übermorgen ist bereits Heiligabend! Während der ganz normale Weihnachtswahnnsinn so langsam auf die Konsum-Zielgeraden einbiegt (wobei die Läden gerade an diesen letzten Tagen aus allen Nähten platzen), bleibt vielleicht gerade noch die Zeit für den Hinweis auf eine hörenswerte CD mit weihnachtlicher Musik. Wer jetzt schnell bestellt, sollte die CD noch gerade rechtzeitig zum Fest bekommen; gut sortierte Plattenläden sollten das heute vorgestellte Album ebenfalls auf Lager haben.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, Chorwerke, Frühbarock, Michael Praetorius, sakrale Musik, Weihnachten
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Der Beitrag, den Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) im Bereich der Musik mit Blasinstrumenten geleistet hat, wird heutzutage oft unterschätzt. Angesichts seiner strahlenden Verdienste um die Oper, um die sinfonische Musik und die Klaviermusik (sowohl als Solo-Instrument auch im Klavierkonzert) verblassen seine bahnbrechenden Veränderungen in jenen Genres, die wir heute ein wenig aus dem Blickfeld verloren haben. Mozart hat nicht nur einige sehr wichtige Konzerte für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn geschrieben, er widmete sich mit seiner gesamten Kunstfertigkeit den Blasinstrumenten auch in der Kammermusik. Viele dieser Werke sind zu Höhepunkten des Repertoires geworden, seiner Experimentierfreudigkeit und Innovationskraft sollten nur noch wenige Komponisten folgen können.
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Kammermusik, Wiener Klassik, Wolfgang Amadeus Mozart
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Die letzten fünf Streichquartette des tschechischen Komponisten Antonín Dvořák (1841-1904) gelten vielen Kritikern und Musikfreunden als die fünf besten, auf jeden Fall sind es seine fünf bekanntesten und beliebtesten Quartette. Zwar hatte Dvořák schon zuvor zwischen 1862 und 1877 neun Streichquartette geschrieben, doch blieben diese gänzlich unbekannt, weil kein einziges davon öffentlich aufgeführt worden war, ja der Komponist selbst hat nur einige davon bei privaten Aufführungen gehört. Doch Ende der 1870er Jahre verhalf eine sehr positive Besprechung seiner Slawischen Tänze, op. 46 in der Berliner National-Zeitung durch den bedeutenden Kritiker Louis Ehlert dem bis dahin unbekannten Komponisten zu Ruhm. Plötzlich waren die Slawischen Tänze (der erste Teil der Sammlung, op. 72 sollte erst 10 Jahre später erscheinen) ein echter Verkaufsschlager, Dvořáks Stern begann unaufhaltsam zu steigen. Quasi jedes seiner folgenden Werke wurde mit ungleich viel mehr Aufmerksamkeit bedacht, als in den Jahren zuvor.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, Antonin Dvorak, Kammermusik, Romantik, Streichquartett
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Der britische Komponist Michael Nyman (*1944) gehört zu den derzeit weltweit bekanntesten und erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten. Er ist hierzulande vor allem für seine Filmmusiken (und hier insbesondere für die Musik des Jane-Campion-Films Das Piano) bekannt; seine zahlreichen Opern, seine Kammermusik und Orchesterwerke bleiben für große Teilen des Publikums ein Geheimtipp, den es zu entdecken gilt. Wie so viele Komponisten des 20. Jahrhunderts (s. auch zuletzt hier im Blog → Nino Rota), ist die Filmmusik nur eine Facette des künstlerischen Schaffens, die aufgrund ihres Erfolgs die gesamte Bandbreite des Œuvres ein wenig überlagert. In der englischsprachigen Welt finden allerdings auch jene Werke ein breiteres Publikum, die nicht spezifisch für Filme geschrieben wurden, eine Tendenz, die sich in den vergangenen Jahren erfreulicherweise auch auf Kontinentaleuropa und insbesondere auf Deutschland zu übertragen scheint. In Zusammenarbeit mit dem Badischen Staatstheater in Karlsruhe wurden zwischen 2002 und 2005 gleich drei seiner Opern uraufgeführt: Im Jahr 2002 »Facing Goya«, 2004 »Man and Boy: DaDa« und 2005 »Love Counts«.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Michael Nyman, Minimal Music, Oper
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Auch eine Woche nach dem Osterwochenende ist die eigentliche Osterfest in der christlichen Welt nicht vorüber. Auch wenn wir uns dessen heute nicht mehr bewusst sind, so dauert die soganannte österliche Freudezeit noch bis zum Pfingstfest (dieses Jahr am 12./13. Juni). In der Musik-Welt ebben allerdings nun die Neu- und Wiederveröffentlichungen aus dem Bereich der sakralen Musik ab und reduzieren sich auf ein normales Niveau.
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Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621) ist einer der wenigen niederländischen Komponisten, die über die Grenzen des westeuropäischen Landes bekannt geworden ist, mehr noch: Seinen Ruhm erwarb der ‘Orpheus aus Amsterdam’ bereits zu Lebzeiten, obwohl er sehr heimatverbunden war und seine Heimatstadt nur sehr selten und nicht sehr lange verließ. Seine weiteste Reise unternahm er nach Antwerpen (rund 160 Kilometer von Amsterdam entfernt), wo er im Auftrag der Stadt ein repräsentatives Cembalo bei den bekannten Instrumentenbauern der Ruckers-Familie kaufte. Anders als seine umfangreiche Instrumental-Musik, von der nur sehr wenig in den Druck gelangte und von der heute kein einziges Autograph erhalten ist (und bei der man sich heute nur noch auf unsichere Handschriften und Kopien berufen kann), wurden seine Chorwerke in allen wichtigen europäischen Verlagsstädten wie Amsterdam, Antwerpen und Paris gedruckt. Anders als man es bei seiner Heimatverbundenheit vermuten mag, ist seine Musik alles andere als provinziell oder beschränkt. Insgesamt weist sein Œuvre ohne jeden Zweifel Kenntnisse aller großen europäischen Musiktraditionen auf.
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Schlagwörter: 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, Chorwerke, Jan Pieterszoon Sweelinck, Renaissance, sakrale Musik
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Kommt es mir nur so vor, oder ist es tatsächlich so, dass die Leistungsspitze bei den Kammermusikensembles, speziell im deutschsprachigen Raum, größer geworden ist? Heute könnte ich ad hoc über ein halbes Dutzend Kammermusik-Ensembles aus dem Deutschland und Österreich nennen, die ich ohne zu zögern der absoluten Weltspitze zurechnen würde (das Artemis Quartett, das Auryn Quartett, das Gewandhaus-Quartett, das Hagen Quartett, das Leipziger Streichquartett, das Mandelring-Quartett, das Razumovsky Quartett und das Fauré Quartett – und ich bin sicher, ich habe einige wichtige Vertreter vergessen; von den zahlreichen jungen, aufstrebenden Ensembles sollte auf jeden Fall das Schweizer Casal Quartett nicht unerwähnt bleiben).
In den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, als die ersten Stereo-Aufnahmen der bekanntesten Zyklen der Kammermusik entstanden, gab es im deutschsprachigen Raum zwar viele sehr gute, aber nur zwei wirklich herausragende Ensembles, die international wahrgenommen wurden: das Alban Berg Quartett aus Wien und das Melos Quartett aus Stuttgart. Sie teilen sich, als Kollegen und oft genug als Konkurrenten in der Gunst der Kritiker und Musikfreunde, bis zum heutigen Tage eine ganze Reihe von Referenz-Einspielungen.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, Johannes Brahms, Kammermusik, Robert Schumann, Romantik, Streichquartett
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Morgen erreicht das Osterfest seinen Höhepunkt. Der Ostersonntag gilt als höchster christlicher Feiertag. An den vergangenen Tagen habe ich bereits verstärkt Neu- und Wiederveröffentlichungen aus dem Bereich der sakralen Musik rund ums Osterfest vorgestellt, einige weitere werden an den kommenden Tagen noch folgen.
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Erst Mitte der 1980er Jahre wurde die Musik von Tomás Luis de Victoria (ca. 1548-1611) wiederentdeckt. Ausgehend von der Missa pro defunctis oder dem Requiem, wie wir es heute nennen, wurde das Werk des spanischen Renaissance-Meisters Stück für Stück erschlossen. Eine besondere Rolle spielten dabei erstaunlicherweise englische Spitzenchöre wie der Westminster Cathedral Choir, The Sixteen und im nicht unerheblichen Maße The Tallis Scholars unter Peter Phillips. Die überaus faszinierenden Aufnahmen dieser Spitzenensembles in den 1980ern und 1990ern waren eine Art ‘britische Initialzündung’, die die Musik des Gelehrten, Mystikers, Priesters, Sängers, Organisten und Komponisten Victoria in das Bewusstsein der Musikfreunde brachte. Heute wird er, gemeinsam mit Giovanni Pierluigi da Palestrina (ca. 1514-1594) und Orlando di Lasso (1532-1594) als einer der herausragenden Komponisten des 16. Jahrhunderts eingeordnet.
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Schlagwörter: 16. Jahrhundert, Alonso Lobo, Chorwerke, Juan Guitérrez de Padilla, sakrale Musik, The Tallis Scholars, Tomas Luis de Victoria
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An den kommenden Tagen rund ums nahende Osterfest werde ich verstärkt CDs mit sakraler Musik vorstellen, die entweder direkt oder zumindest doch mittelbar mit der Passions- und Osterzeit zu tun hat. Gerade die Zeit zwischen Aschermittwoch und Christi Himmelfahrt hat in der Liturgie und damit auch in der sakralen Musik eine eminent wichtige Bedeutung. Bei den Artikeln soll es darum gehen, möglichst ungewöhnlich, herausragende Neu- und Wiederveröffentlichungen zum Thema Musik zur Passions- und Osterzeit vorzustellen.
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Es gibt kaum ein Ensemble, das sich in den letzten Jahren so verdient um die Musik von Tomás Luis de Victoria (ca. 1548-1611) gemacht hat, wie der englische Chor The Sixteen (mit Ausnahme ihrer Kollegen und Landsleute der Tallis Scholars unter Peter Phillips – aber ihre neueste Victoria-Veröffentlichung wird erst in einigen Tagen hier im Blog besprochen werden). Harry Christophers, der Gründer und Leiter des Weltklasse-Chors, ist ein bekennender, glühender Bewunderer des Gelehrten, Mystikers, Priesters, Sängers, Organisten und Komponisten Victoria. Er betrachtet ihn als »den herausragendsten Komponisten der Renaissance« und glaubt, dass, wenn es überhaupt möglich sei »Gefühl vollständig in Musik auszudrücken« dies nur bei Victorias Musik der Fall sei. Bei solch einem eindeutigen Bekenntnis zum Genie Victorias ist es nicht verwunderlich, dass sich sein Chor während seines über 30-jährigen Bestehens immer wieder mit der Musik des Spaniers beschäftigt hat.
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Schlagwörter: 16. Jahrhundert, Chorwerke, sakrale Musik, The Sixteen, Tomas Luis de Victoria
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Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) verliebte sich regelrecht als junger Mann in den Klang eines (für ihn) neuen Instruments, in das Hammerklavier oder Fortepiano, wie es heute international genannt wird. Dieses wurde zwar schon Ende des 17. Jahrhunderts vom toskanischen Instrumentenbauer Bartolomeo Cristofori (1655-1731) erfunden und später vor allem vom üblicherweise als Orgelbauer bekanntem Gottfried Silbermann (1683–1753) weiterentwickelt, doch es setzte sich erst Ende der 1770er/Anfang der 1780er Jahre als Alternative zum Cembalo mehr und mehr durch. Als Mozart 1781 endgültig seine Dienste an der Salzburger Hofkapelle quittierte und die Violine an den Nagel hing, war er längst dem neuen Instrument mit seinen nuancierten Ausdrucksmöglichkeiten verfallen. 1782 erwarb er beim Wiener Klavierbauer Anton Walter (1752-1826) ein Instrument, das ihn fortan nicht nur beim Komponieren, sondern auch bei seinen Auftritten als Solist begleiten sollte. Vor allem zwischen 1782 und 1786 war das Klavierkonzert eine wichtige Ausdrucksform für Mozart. In diesen vier Jahren entstanden 16 seiner 27 Klavierkonzerte. Mozart hat das Klavierkonzert zwar nicht erfunden, durch seine Popularität und Kreativität verhalf er der Gattung allerdings zu einem neuen Stellenwert. Viele Klavierwerke der Wiener Klassik (sowohl von Mozart, als auch von Joseph Haydn (1732-1809) und Ludwig van Beethoven (1770-1827)) wurden aus verkaufstechnischen Gründen unter der Angabe “für Cembalo oder Hammerklavier” veröffentlicht, da bis ins 19. Jahrhundert das Cembalo in den Privathaushalten genutzt wurde (schon alleine, weil die Neuanschaffung eines Hammerklaviers kostspielig war).
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Fortepiano, Konzert, Originalinstrumente, Wiener Klassik, Wolfgang Amadeus Mozart
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Es ist wohl hinlänglich bekannt, dass Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) nicht nur ein versierter Pianist, sondern auch ein vorzüglicher Violinist war. Gerade in seiner Jugend war die Violine eng mit seiner Karriere verbunden. Als 16-jähriger erhielt er seine erste Anstellung: Als Konzertmeister (also als 1. Violinist) der Salzburger Hofkapelle. In seiner Salzburger Zeit zwischen 1772 und 1777 (und später noch einmal als Hoforganist zwischen 1779 und 1781) komponierte er dann auch die meisten Konzertstücke für Violine, danach hingegen sollte die Violine nur noch einen untergeordneten Rang in seinem Œuvre einnehmen und Mozart sollte fortan nur noch als Pianist, Organist und Komponist in Erscheinung treten. Vielleicht kann man diese Abkehr von der Violine mit dem Unglück über das enge, provinzielle Reglement am Salzburger Hof erklären, aus dem der junge Mozart während seiner (zweifachen) Salzburger Zeit vergeblich dauerhaft auszubrechen versuchte. Der junge “Teenie”-Mozart schrieb in der frühen Salzburger Zeit alle fünf Violinkonzerte und das Concertone für zwei Violinen, KV 190, etwas später folgte die Sinfonia concertante für Violine und Viola, KV 364. Die anderen kleineren Werke (das Adagio, KV 261 und die beiden Rondos, KV 269 und 373) entstanden ebenfalls zeitnah in Salzburg.
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Konzert, Violine, Wiener Klassik, Wolfgang Amadeus Mozart
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