Archiv für die Kategorie: “CD des Monats”

Die CD des Monats auf blog.codaex.de

Viktoria Mullova - The Peasant GirlDie Violinistin Viktoria Mullova gehört zu den bedeutendsten und integersten Künstlerpersönlichkeiten in der (klassischen) Musikszene. Seitdem Sie nach ihrer Flucht aus der Sowjetunion 1983 die internationale Bühne betrat, machte sich die Russin als technisch brillante und kompromisslose Interpretin barocker und klassischer Musik einen Namen.

Um ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern, gründete sie 1994 ihr eigenes Mullova Ensemble und verließ 2005 ihr langjähriges Label Philips (im Vertrieb des Branchenriesen Universal), um fortan auf Onyx Classics noch kompromissloser ihre Vorstellungen von Programmauswahl und Interpretation umsetzen zu können. Seitdem hat sie beim englischen Nobel-Label eine ganze Reihe von Alben veröffentlicht (zuletzt die überaus spannende Beethoven-Veröffentlichung mit zwei Violinsonaten), die von der Kritik und vom Publikum einhellig gelobt wurden. Im Laufe der Jahre hat sie sich zwar immer mehr dem historisch-informierten Spiel verschrieben, hat dabei aber auf Individualität und eigene Interpretation niemals verzichtet.
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Michael Nyman - Foto (cc) Josep Renalias; Quelle: wikipedia.orgDer britische Komponist Michael Nyman (*1944) gehört zu den derzeit weltweit bekanntesten und erfolgreichsten zeitgenössischen Komponisten. Er ist hierzulande vor allem für seine Filmmusiken (und hier insbesondere für die Musik des Jane-Campion-Films Das Piano) bekannt; seine zahlreichen Opern, seine Kammermusik und Orchesterwerke bleiben für große Teilen des Publikums ein Geheimtipp, den es zu entdecken gilt. Wie so viele Komponisten des 20. Jahrhunderts (s. auch zuletzt hier im Blog → Nino Rota), ist die Filmmusik nur eine Facette des künstlerischen Schaffens, die aufgrund ihres Erfolgs die gesamte Bandbreite des Œuvres ein wenig überlagert. In der englischsprachigen Welt finden allerdings auch jene Werke ein breiteres Publikum, die nicht spezifisch für Filme geschrieben wurden, eine Tendenz, die sich in den vergangenen Jahren erfreulicherweise auch auf Kontinentaleuropa und insbesondere auf Deutschland zu übertragen scheint. In Zusammenarbeit mit dem Badischen Staatstheater in Karlsruhe wurden zwischen 2002 und 2005 gleich drei seiner Opern uraufgeführt: Im Jahr 2002 »Facing Goya«, 2004 »Man and Boy: DaDa« und 2005 »Love Counts«.
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Ilona Then-Bergh, Bild © genuin.deSie gelten zurecht als eines der neugierigsten Duos im deutschsprachigen Raum und haben mit ihren Veröffentlichungen immer wieder Mut zu einem Programm bewiesen, das abseits der eingetretenen Pfade für die Musik zu Unrecht vergessener Komponisten eintritt: Markus Schäfer, Bild © genuin.deDie beiden Münchener Ilona Then-Bergh (Violine) und Michael Schäfer (Klavier) haben bereits mehrfach in der Vergangenheit mit ihren Veröffentlichungen für das Leipziger Label Genuin nahezu unbekannte Werke für Violine und Klavier zu Tage gefördert, die es wirklich wert ist entdeckt und gehört zu werden. Statt auf altbekanntestes, erarbeitet sich das Duo mit echtem Entdeckergeist ein ganz eigenes Repertoire.

Zuletzt nahmen sie sich auf überzeugende Weise (‘Die besondere CD‘ 02/2010 hier im Blog) der Fin-De-Siècle-Komponisten Sylvio Lazzari und Volkmar Andreae an; nun stellt das Paar erneut eine interessante Kombination von zwei Komponisten vor. Auf ihrem neuen Album sind die Violinsonaten von Grigorij Krein (1879-1957) und Samuil Feinberg (1890-1962) zu hören.
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Wolfgang Amadeus MozartEs ist wohl hinlänglich bekannt, dass Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) nicht nur ein versierter Pianist, sondern auch ein vorzüglicher Violinist war. Gerade in seiner Jugend war die Violine eng mit seiner Karriere verbunden. Als 16-jähriger erhielt er seine erste Anstellung: Als Konzertmeister (also als 1. Violinist) der Salzburger Hofkapelle. In seiner Salzburger Zeit zwischen 1772 und 1777 (und später noch einmal als Hoforganist zwischen 1779 und 1781) komponierte er dann auch die meisten Konzertstücke für Violine, danach hingegen sollte die Violine nur noch einen untergeordneten Rang in seinem Œuvre einnehmen und Mozart sollte fortan nur noch als Pianist, Organist und Komponist in Erscheinung treten. Vielleicht kann man diese Abkehr von der Violine mit dem Unglück über das enge, provinzielle Reglement am Salzburger Hof erklären, aus dem der junge Mozart während seiner (zweifachen) Salzburger Zeit vergeblich dauerhaft auszubrechen versuchte. Der junge “Teenie”-Mozart schrieb in der frühen Salzburger Zeit alle fünf Violinkonzerte und das Concertone für zwei Violinen, KV 190, etwas später folgte die Sinfonia concertante für Violine und Viola, KV 364. Die anderen kleineren Werke (das Adagio, KV 261 und die beiden Rondos, KV 269 und 373) entstanden ebenfalls zeitnah in Salzburg.
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Erwin Schulhoff, Prag 1924, gemalt von Conrad Felixmüller (1897-1977)Der deutschsprachige Prager Komponist Erwin Schulhoff (1894-1942) war Jazzfan (in einer Zeit, in der der Jazz kaum als Musik ernst genommen wurde), er war zwischenzeitlich Dadaist, dann Surrealist und ein engagierter Kommunist, vor allem aber einer der facettenreichsten Persönlichkeiten der Musikwelt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Überzeugungen wurde er Opfer des Nazi-Regimes; er starb an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung und Unterernährung in einem Internierungslager für Ausländer. Seine Musik geriet nach dem Krieg fast völlig in Vergessenheit. Nicht einmal im stalinistischen Ostblock,  wo man seine politischen Überzeugungen hätte ausschlachten können, traute man dem Nonkonformisten.
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Vincenzo BelliniVon ca. 1810 bis ca. 1850 dominierte der Belcanto die Opernwelt. Vor allem die italienischen Komponisten Giacchino Rossini (1792-1868), Gaetano Donizetti (1797-1848) und Vincenzo Bellini (1801-1835) waren mit ihren Opern überaus erfolgreich, nicht nur in Italien, sondern auch im Ausland. Speziell in England und Frankreich feierten die heute noch populären Belcanto-Opern große Erfolge. Das Théâtre-Italien de Paris gehörte seinerzeit zu den erfolgreichsten Aufführungsorten, das viele erfolgreiche Premieren jener Jahre beherbergte.  Auch die letzte Oper des früh verstorbenen sizilianischen Opernkomponisten Vincenzo Bellini I Puritani (Libretto von Carlo Pepoli (1796-1881)) wurde am 24. Januar 1835, nur acht Monate vor Bellinis Tod, dort uraufgeführt. Sie gilt, neben seiner bekanntesten Oper Norma, als sein Meisterwerk.
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The Tallis Scholars; Foto © Eric RichmondThe Tallis Scholars gehören in Großbritannien, dem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt,zu den allerbesten Spitzenensembles. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht. Konsequent auf dieses Gattung spezialisiert, haben sie sich in den 30 Jahren ihres Bestehens zu den »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) entwickelt. Zu ihrem 30-jährigen Jubiläum haben sie nun drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten veröffentlicht. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke..
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The Tallis Scholars; Foto: © Eric RichmondWenn man als Chor in einem Land mit der wohl eindrucksvollsten Chortradition der Welt zu den Spitzenensembles gezählt wird, dann hat man ein Maß an Perfektion und Ausdrucksstärke erreicht, das man eigentlich nicht mehr überbieten kann. The Tallis Scholars ist eines dieser englischen Spitzenensembles, dass selbst in jenem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt, aus der Masse der Chöre herausragt wie kaum ein anderes. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht und das seit 30 Jahren. Sie gelten als die »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) und veröffentlichen nun, zum 30-jährigen Jubiläum des Ensembles, drei 4-CD-Boxen mit den besten Aufnahmen aus drei Jahrzehnten. Und wie nicht anders bei dem Ensemble zu erwarten war, sind die CDs randvoll mit erstklassigen Aufnahmen bekannter und unbekannter Meisterwerke..
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The Tallis Scholars; Foto © Eric RichmondWenn man als Chor in einem Land mit der wohl eindrucksvollsten Chortradition der Welt zu den Spitzenensembles gezählt wird, dann hat man ein Maß an Perfektion und Ausdrucksstärke erreicht, das man eigentlich nicht mehr überbieten kann. The Tallis Scholars ist eines dieser englischen Spitzenensembles, dass selbst in jenem Land, das über so viele faszinierend gute Chöre von Weltrang verfügt, aus der Masse der Chöre herausragt wie kaum ein anderes. Kritiker und Musikfreunde sind sich einig: The Tallis Scholars sind die Referenz wenn es um sakrale Musik der Renaissance geht. Durch ihre strikte Spezialisierung und ihre jahrelange, intensive Auseinandersetzung mit der Materie, wurden sie zur unbestrittenen Referenz auf diesem Gebiet. Obwohl sie sicher auch in anderen Genres glänzen könnten, hat diese Konzentration auf eine (sehr reiche) Facette der Vokalmusik zu ihrem Erfolg und zu ihrem lang anhaltenden Status als »Rockstars der Renaissance-Vokalmusik« (so die New York Times über sie) beigetragen.
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Johannes BrahmsVariationen. Das klingt für manch einen nach Nebenwerken in der Musik, Fingerübungen der Komponisten. Aber bei genauerer Betrachtung zählen einige der bekanntesten und bedeutendsten Werke der Musikgeschichte zu den Variationswerken: Die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach, die Diabelli-Variationen und die Eroica-Variationen von Ludwig van Beethoven, die Enigma-Variationen von Edward Elgar, die Rhapsodie über ein Thema von Paganini von Sergei Rachmaninov sowie die bekannten Variationszyklen von Johannes Brahms, angefangen von den frühen Variationen über ein Thema von Schumann, op.9 über die Variationen über ein Thema von Händel, op. 24 bis zu den Variationen über ein Thema von Paganini, op. 35. Brahms war zweifelsohne ein Meister der Variationskunst. Nun hat der US-amerikanischen Pianist Garrick Ohlsson, bekannt für seine bahnbrechenden Chopin-Aufnahmen, sämtliche Variationen von Johannes Brahms für das britische Label Hyperion aufgenommen.
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