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Dass es von Kompositionen in den meisten Fällen alternative Fassungen gibt, ist wohl keine besonders neue Erkenntnis. Kaum ein Komponist, der nicht im Laufe seines Lebens zumindest an seinen bedeutenden Werken das eine oder andere verändert hätte. Solche Neufassungen können viele Gründe haben: Es gilt Fehler oder Unzulänglichkeiten zu verbessern, die Instrumentierung zu überarbeiten oder veränderten Gegebenheiten anzupassen, unter Zeitnot entstandene Auftragswerke werden noch einmal in aller Ruhe revidiert, man reagiert auf die Kritik von Freunden und Skeptikern oder manchmal werden ganze Sätze ausgetauscht, weil sie einfach nicht ins Gesamtkonzept des Werkes passen oder dem Komponisten nicht (mehr) gefallen. Welche Fassung sich dann letzten Endes durchsetzt, sagt noch lange nichts über die Qualität der Vorversionen aus. Vom Romantiker Anton Bruckner weiß man, dass er seine Sinfonien nach ablehnenden Kritiken oft genug ‘verschlimmbessert’ hat. Letzten Endes basiert eine Revision auch nur auf einer subjektiven Neueinschätzung.
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Alternative Fassung, Johann Sebastian Bach, Originalinstrumente, Ostern, sakrale Musik
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Das Stamic Quartet und Sofia Gubaidulinas einzigartige Musik: Eine Entdeckungsreise
Sofia Gubaidulina, eine der ungewöhnlichsten Komponistinnen der Gegenwart, sagt, sie sei die »Tochter zweier Welten, deren Seele sowohl in der Musik des Westens als auch des Ostens lebt«. Von der Seite ihres Vaters trat die Welt der islamischen Kultur in ihr Leben während ihre Mutter ihr die christliche Religion näher brachte, und dort fand sie auch ihre Identität im orthodoxen Glauben. Das Stamic Quartet ist der erste Interpret, der eine komplette Aufnahme der Streichquartette Sofia Gubaidulinas eingespielt hat. Das Ensemble führt damit die Tradition der glanzvollen tschechischen Quartett-Schule fort.
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Schlagwörter: Interview, Sofia Gubaidulina, Stamic Quartet, Supraphon
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Das Album “Hommage à Debussy” der brasilianischen Pianistin Juliana Steinbach hat offenbar nicht nur dem Unterzeichenenden besonders gut gefallen, sondern auch den Redakteuren bei den deutschsprachigen Kulturradios. Letzte Woche stellte der mitteldeutsche Kultursender mdr Figaro die CD in seiner Rubrik »Take 5« vor, heute folgt das ostdeutsche rbb Kulturradio.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Blüthner, Impressionismus, Klavier, rbb Kulturradio, Spätromantik
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The Gothic Symphony von Havergal Brian (1876-1972) gilt als längste Sinfonie, die je geschrieben wurde und auch als diejenige, zu deren Aufführung die meisten Musiker erforderlich sind. Über 800 Sänger und Instrumentalisten waren bei der Aufführung während der Proms 2011 beteiligt, die nun von Hyperion auf CD veröffentlicht wurde.
Dass das Werk nicht nur zahlenmäßig beeindrucken kann, findet der Redakteur Fridemann Leipold bei süddeutschen Kultursender BR-Klassik. Er hat das Album in der Rubrik »CD-Tipps« vorgestellt.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, BR Klassik, sinfonische Musik, Spätromantik
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Die Geschichte ist mittlerweile hinlänglich bekannt: Die Uraufführung der Ballettinszenierung Le Sacre du Printemps mit der Musik von Igor Stravinsky (1882-1971) der Ballets Russes-Truppe von Sergei Djagilew endete mit einem veritablen Skandal. Musik und Choreographie wirkten fremd, roh und ungewohnt aggressiv, die Rhythmen verwirrend. Das unverständliche heidnische Ritual wirkte auf die Pariser Bourgeoisie im Publikum grausam und abstoßend, das dieses mit Buhrufen, Pfiffen, Gelächter und Zwischenrufen lautstark und unmissverständlich kundtat. Aus heutiger Sicht würde man sagen: Kunstbanausen.
Man hat es überspitzt so formuliert: Am 29. Mai 1913 erlebte man im Pariser Théâtre des Champs-Élysées die Geburtsstunde der Moderne. Stravinskys radikaler Bruch mit der Romantik (“Stile barbaro”) leitete eine Abkehr von den klanglichen Idealen ein, die das Abendland Jahrhunderte lang geprägt haben. Mag sein, dass der Skandal gewollt und voraussehbar war (Stravinsky war allerdings zutiefst getroffen davon), wie radikal der Einschnitt in die Musik aber war, sollte sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Ballettmusik, Igor Stravinsky, Moderne
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Für uns im blog.codaex.de-Redaktionsteam steht fest: Die bei Genuin erschienene Einspielung der beiden Klaviertrios von Leonid Sabaneev (1881-1961) ist unser eindeutigster Kandidat für die CD des Jahres, auch wenn es noch früh im Jahr ist. Alles andere wäre die kaum vorstellbare Dopplung eines immensen Zufalls: Solch ein Fund gelingt eben nicht alle Tage. Sabaneevs Klavertrios sind eine sensationelle Entdeckung , die das kammermusikalische Repertoire um zwei faszinierende Werke ersten Ranges erweitern.
Unser Rezensent Dr. Burkhard Schäfer hat das Album nun auch in seiner Kolumne “Klassisch” in der Ulmer Südwest Presse vorgestellt und bei der Gelegenheit ein Interview mit Ilona Then-Bergh, Wenn -Sinn Yang und Michael Schäfer geführt.
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Schlagwörter: Ilona Then-Bergh, Kammermusik, Klaviertrio, Leonid Sabaneev, Michael Schäfer, Südwest Presse, Wen-Sinn Yang
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Mit einiger Berechtigung könnte man sagen, dass das 20. Jahrhundert das Jahrhundert Spaniens in der Musik gewesen ist. Nicht dass die spanische Musik allein auf weiter Flur dominiert hätte (das hat sie nun definitiv nicht) und es mangelt auch nicht an ‘Konkurrenz’ aus Europa und Übersee, aber in der Wahrnehmung Spaniens als eigenständige musikalische Nation war das 20. Jahrhundert immens wichtig.
Begonnen hat Spaniens kulturelle Emanzipation allerdings in Frankreich. Hier war Spanien en vogue, galt als exotisch, erotisch und äußerst lebendig. Zahlreiche französische Komponisten experimentierten mit hispanisierenden Motiven und Klängen (wie etwa in der Oper Carmen des Franzosen Georges Bizet (1838-1875)) und entwarfen klischeehafte Umsetzungen dessen, was sie für besonders spanisch hielten (völlig außer Acht lassen, dass Spanien alles andere als eine homogene Kulturnation ist). Das französische Publikum (und bald das gesamte europäische) interessierte sich aber nun verstärkt für die Musiktradition dieses ‘exotischen Nachbarn’, der so lange am Rande Euopas eher unbeachtet blieb.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Impressionismus, Manuel De Falla, Neoklassizismus, Orchesterwerke
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Ich muss zugeben: Ich reagiere immer sehr skeptisch, wenn sich junge Künstler an so offenkundig populärem Material wie dem Klavierwerk von Claude Debussy (1862-1918) versuchen: Ich frage mich dann immer, ob es nicht schon genügend (mediokre) Debussy-Einspielungen gibt und ob es nicht besser wäre, sich seine Sporen auf weniger ausgetretenen Pfaden verdienen. Mehr als eine brave Einspielung erwarte ich in solchen Fällen nicht: Technisch makellos, das ist heute wohl der Standard, aber insgesamt ausdrucksschwach. Immerhin sind noch ganz andere, arriviertere Musiker an Debussy gescheitert. Nicht ohne Grund stammen die Referenzaufnahmen aus der monoauralen Vergangenheit, etwa von Arturo Benedetti Michelangeli (hier gibt es allerdings auch exzellente Stereoaufnahmen) oder Walter Gieseking. Die Aufnahmen der folgenden Generationen werden bestenfalls höflich dahinter eingeordnet. Die meisten werden schlichtweg vergessen und verschwinden aus den Katalogen.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Blüthner, Impressionismus, Klavier, Spätromantik
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Claude Debussy (1862-1918) entdeckte 1905 den Salon-Blüthner für sich und seine Musik, sein Klang sollte seinen Kompositionsstil nicht unwesentlich beeinflussen. Vor einigen Wochen erschien die erste CD der auf vier Veröffentlichungen angelegten Reihe »Hommage à Debussy – Works for Piano«, bei der vier junge internationale Pianisten das Klavierwerk von Debussy aus der Sammlung Blühtner einspielen – selbstverständlich auf einem Blüthner. Die Reihe erscheint bei der Leipziger Plattenfirma Genuin, die zurecht als Talentschmiede gilt, haben hier doch in den vergangenen Jahren zahlreiche deutsche und internationale Nachwuchs-Künstler bemerkenswerte CDs veröffentlicht.
Den Anfang macht die Brasilianerin Juliana Steinbach mit Debussy-Kompositionen von 1890-1910, darunter die bekannte Suite bergamasque (1890) und die die Images I (1905) & II (1907). Die Redakteurin Beatrice Schwartner hat nun die CD für den mitteldeutschen Kultursender mdr Figaro in der Rubrik »Take 5« vorgestellt.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Blüthner, Impressionismus, Klavier, mdr figaro, Spätromantik
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Wenn man, wie der Unterzeichnende, in Köln lebt, kommt man an der zweitgrößten europäischen Kirche einfach nicht vorbei, weder optisch, noch kulturell. Der Kölner Dom ist für viele Einheimische immer noch selbstverständliches Gravitationszentrum der Stadt, ganz gleich, ob man nun katholisch ist oder nicht: Die von weitem sichtbare, überaus imposante Architektur der Kathedrale am Rhein prägt das Gesicht der Stadt, ist Wahrzeichen, Referenzpunkt und eine ‘ewige Konstante’ in der stets wachsenden Millionenstadt. Die Hohe Domkirche zu Köln (so der offizielle Name) ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv für Touristen aus aller Herren Länder, sondern auch ein beliebter Treffpunkt, ein Ort der Andacht oder ein geschützter Rückzugsort für Ruhe und innere Einkehr, ein Ort der Meditation im lauten und hektischen Herzen Kölns.
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Barock, Johann Sebastian Bach, Kölner Dom, Orgel, Transkription
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