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Quadriga Consort - Songs from the British IslesVor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle das neue Album “Songs from the British Isles” des österreichischen Quadriga Consort vorgestellt (‘Der besondere Tipp‘ Juli 2010 → Besprechung auf blog.codaex.de). Das in Freistadt/ Oberösterreich beheimatete Ensemble überzeugt darauf durch mitreißende Fassungen englischer, irischer und schottischer Volkslieder. Das Besondere: Das Quadriga Consort verzichtet auf elektrische und elektronische Instrumente und auf jegliche Modernisierungen und nähert sich der Folkmusik von Seiten der Alten Musik und musiziert auf Originalinstrumenten. Dieses überaus spannende (und gelungene!) musikalische Konzept hat mich neugierig gemacht. Ich bin froh darüber, dass sich Nikolaus Newerkla, der künstlerische Leiter und Cembalist des Septetts, dazu bereit erklärt hat, einige Fragen hier an dieser Stelle zu beantworten.

Die neue CD ist seit einigen Wochen auf dem Markt. Sind Sie zufrieden mit dem Album? Wie war die bisherige Resonanz in der Presse und vom Publikum?

Auf diese Live-CD können wir, wie ich glaube, zu recht stolz sein. Handelt es sich dabei doch um den Mitschnitt eines einzigen Konzerts, also ohne Gegenschnitte zu einem zweiten Konzert oder Generalprobenaufnahmen, wie das sonst ja durchaus üblich ist. Das heißt, es gab keinen doppelten Boden, kein Fangnetz, es durfte einfach nichts passieren. Trotz dieses Drucks so inspiriert und inspirierend agiert zu haben, ist denke ich die größte Leistung der Aufnahmen und ein ziemlich kräftiges Statement unserer Live-Stärke. Das Publikum schätzt es sehr, nach einem Konzertbesuch endlich auch die direkte Emotion des Konzerterlebnisses mit nach Hause nehmen zu können – und es wird uns immer öfter bescheinigt, dass die CD stärker und unmittelbarer zu wirken vermag als unsere bisherigen Studio-CDs.

Was die Presse anlangt, so war sicherlich die Wahl zur »Klassik-CD der Woche auf Deutschlandradio Kultur« (blog.codaex.de berichtete) ein schöner Einstieg, auf weitere Resonanz in den Medien warten und hoffen wir noch.
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Antonin DvorákAntonín Dvořák (1841-1904) wendete sich in den letzten Jahren seines Lebens noch einmal intensiv der Oper zu. Zwar hatte er in allen Phasen seiner Karriere bereits Opern geschrieben – seine erste Oper “Alfred” entstand 1870 – doch nachdem er mit der Orchester- und Kammermusik endgültig abgeschlossen hatte, fand er ausreichend Zeit und widmete sich ausschließlich der Oper. Innerhalb seiner letzten sechs Lebensjahre entstanden drei seiner gelungensten Opern: Čert a Káča (zu Dt. ‘Die Teufelskrähe‘, 1898/99) op. 112, Rusalka, op. 114 (1900) und Armida, op. 115 (1902/3).

Vor allem die lyrische Oper Rusalka, die Dvořák 1900 nach einem Libretto von Jaroslav Kvapil geschrieben hatte und die am 31. März 1901 am Prager Nationaltheater uraufgeführt wurde, wurde schnell weit über die Landesgrenzen hinaus populär und gilt heute, gemeinsam mit Prodaná nevěsta (zu Dt. ‘Die verkaufte Braut‘) von Bedřich Smetana, als beliebteste und bekannteste tschechische Oper.
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Residentie Orkest - Quelle: residentieorkest.nl, Foto: © Janiek DamVor einigen Wochen schrieb ich in meiner → Besprechung der Einspielung von Bruckners Sinfonie No. 5 des Residentie Orkest aus Den Haag unter Neeme Järvi: »Für jedes Orchester sind Sinfonien von Anton Bruckner eine besondere Herausforderung (ähnlich wie vielleicht sonst nur bei den Werken Mahlers) (…)«. Da wusste ich noch nicht, dass der niederländische Klangkörper sich nach seiner bemerkenswerten Einspielung der Bruckner-Sinfonie gleich der nächsten besonderen Herausforderung stellen würde, eben der Aufnahme der Sinfonie No. 7 in e-Moll von Gustav Mahler, die nun beim  britischen Label Chandos erschienen ist.
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Wolfgang Amadeus MozartMozart Cellokonzerte? Was für ein ungewöhnlicher Titel und was für eine ungewöhnliche Vorstellung: Es gibt kein echtes Cellokonzert (wohl aber eine hie und da eingespielte Transkription des Flötenkonzerts in D-Dur, KV 314), es gibt sogar fast gar keine Werke mit solistischem Cello von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Warum dies so ist, darüber lässt sich trefflich spekulieren. Mozarts Zeitgenossen Joseph Haydn (1732-1809) und Luigi Boccherini (1743-1805) schrieben Cellokonzerte, ebenso Mozarts frühes Vorbild Johann Christian Bach (1735-1782), Mozart hingegen verwendete das Cello mit einer unvollendeten Ausnahme (dem Andantino in B für Klavier und Violoncello, KV Anh. 46, vor einigen Jahren von John Hilliard fertiggestellt, s. → hier) stets nur im kammermusikalischen Verband, im Trio, im Quartett oder im Quintett.
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Barocke BlockflötenDie Renaissance und der vor allem das Barock waren eine gute Zeit für die Blockflötenmusik. Zahlreiche Varianten der Blockflöte waren in Europa regional und überregional verbreitet und erst gegen Ende des Barocks wurde die Blockflöte von der Querflöte immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Bemerkenswert an den Werken für Blockflöte aus jener Zeit ist, dass sie oft für ein spezifisches, regionales Instrument geschrieben wurden und dass so eine Wechselwirkung aus dem Instrument und der Musik entstand. So unterscheiden sich deutsche, englische, italienische und französische (Block-) Flötenmusik unüberhörbar voneinander, nicht nur in den verwendeten Blockflöten, sondern auch im Charakter.

Der Blockflöte kam in der französischen Barock-Oper oft eine besondere Rolle zu, wurde sie doch oft zur Unterstreichung der pastoralen Ambienti und Szenen genutzt. Andererseits sind nur wenige französische Kammerwerke für Flöte erhalten, diese jedoch haben alle eine schlichte Eleganz und eine betörende Direktheit gemein, die man so nur mit Frankreich assoziieren würde.
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J. S. Bach: Goldberg-Variationen - Titelseite des ErstdrucksVor einigen Monaten schrieb, anlässlich der → Besprechung von Pieter Dirksens Aufnahme der Goldberg-Variationen auf einem zweimanualigen Cembalo, folgende Einführung:

»Die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach (1685-1750) sind zweifelsohne der Höhepunkt der barocken Variationskunst. Die “Clavier Ubung bestehend in einer ARIA mit verschiedenen Veraenderungen vors Clavicimbal mit 2 Manualen”, wie Bach sie selbst bei dem von ihm in Auftrag gegebenen Erstdruck nannte, blieben trotz einiger Versuche in der Romantik und Spätromantik, sie durch Bearbeitungen für das Klavier bekannter zu machen, weitgehend unbeachtet. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurden  die Goldberg-Variationen zu einem festen Begriff beim Publikum.«

Der Rest ist freilich Legende: Seitdem der kanadischen Pianist Glenn Gould mit seiner Einspielung von 1955 die Goldberg-Variationen quasi über Nacht weltberühmt gemacht hat und sie ein Teil der (Pop-) Kultur wurden, sind die Variationen zahllose Male aufgenommen und uminterpretiert worden; Auf dem Klavier, auf dem Cembalo, auf der Orgel, in Streichtrio- und Orchester-Fassungen, vom Jacques Loussier Jazz-Trio, auf Gitarre(n) und (gar nicht so selten) auf dem Akkordeon.
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Preis der deutschen SchallplattenkritikDer Verein Preis der deutschen Schallplattenkritik ist ein unabhängiger Zusammenschluss aus rund 140 namhaften Musikkritikern, Journalisten und Musikexperten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz und vergibt den namenhaftesten und wichtigsten deutschen Preis für Musikproduktionen.

Bisher war die Website eher spartanisch gestalten. Nun wurde die Website komplett neu erstellt und ist seit einigen Tagen online. Neben einem ansprechenden graftischen Design, kann man nun oft Hörbeispiele bei den Preisträgern der Jahres- und Vierteljahreslisten anhören. Ein Besuch lohnt sich.

http://www.schallplattenkritik.de

Übrigens twittert der Preis nun auch

http://twitter.com/Musikkritiker

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William BoyceDer Name William Boyce (1711-1779) ist hierzulande nicht jedem Musikliebhaber ein Begriff, in England zählt Boyce allerdings zu den wichtigsten Komponisten seiner Epoche. Nun hat das englische Originalinstrumente-Ensemble The Parley of Instruments (zu Deutsch: Die Unterredung der Instrumente) unter der Leiterung von Peter Holman sämtliche Triosonaten (die zwölf 1747 veröffentlichten und drei damals unveröffentlicht gebliebenen) für zwei Violinen mit Bass für Cello oder Cembalo.

The Parley of Instruments: William Boyce - Trio SonatasIn ihrem Beitrag vom 9.08. (der Textbeitrag ist vorab veröffentlicht; der Radiobeitrag folgt dann zu Wochenbeginn) schreibt NDR Kultur-Redakteurin Ulrike Henningsen zur Editionsgeschichte der Sonaten, die im 18. Jahrhundert äußerst populär waren: »Diese ursprünglichen Fassungen wurden danach oft bearbeitet, auch für Orchester, und so entstanden kleine Konzerte. Auf den beiden CDs wechseln solistische Besetzung und Kammerorchester einander ab.«

Sie lobt das »sehr präzise Zusammenspiel« und resümiert:

»Durch das farbenfrohe und facettenreiche Spiel der Musiker ist eine lebendige und abwechslungsreiche Einspielung dieser englischen Triosonaten entstanden. Das ist Unterhaltungsmusik im besten Wortsinn – nicht nur für heiße Sommertage!«

Den ganzen Artikel “William Boyce: Triosonaten” gibt es → hier in der Rubrik “Neue CDs” bei NDR Kultur.

Addendum: Den Podcast zur Sendung kann man auf der Seite direkt anhören (rechte Spalte) oder im MP3-Format → hier herunterladen (mit der rechten Maustaste anklicken und “Speichern unter” auswählen).

Die Doppel-CD William Boyce – Trio Sonatas vom Parley of Instruments unter der Leitung von Peter Holman ist am 23. Juli 2010 bei Hyperion (CDD 22063) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

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Robert Schumann schrieb 1853, kurz vor seinem völligen geistigen Verfall, ein letztes großes Orchesterwerk, das d-Moll-Violinkonzert WoO 23. Dieses wurde 1937, also über 80 Jahre später, im Rahmen einer groß angelegten propagandistischen Inszenierung der Nazis im Deutschen Opernhaus Berlin mit dem Solisten Georg Kulenkampff und den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Karl Böhm uraufgeführt. P Graffin: R. Schumann - Violin ConcertoDoch schon zuvor hatte sich Schumann mit der Vioiline als Soloinstrument in einem Konzert beschäftigt, allerdings über einen Umweg: 1850 hatte Schumann das Konzert für Violoncello und Orchester in a-Moll, op. 129 geschrieben (es sollte zu seinen Lebzeiten nie aufgeführt werden ) und bearbeitete es kurz darauf  für Violine. Er widmete es dem Geigenvirtuosen Joseph Joachim, mit dem er befreundet war. Diese Bearbeitung ist einer der beiden Hauptwerke auf der soeben bei Onyx Classics erschienenen CD des französischen Violinisten Philippe Graffin, der das Konzert mit der Deutschen Radio Philharmonie Kaiserslautern Saarbrücken (oh, wie ich diese politisch motivierten Namen scheußlich finde) unter der Leitung ihres Chefdirigenten Christoph Poppen aufgenommen hat. Außerdem hat er mit seiner langjährigen Duettpartnerin Claire Désert die bekannte Violinsonate No. 2 in d-Moll, op. 121 aufgenommen. Abgerundet wird das Album durch die 3 Romanzen für Violine und Klavier, op 22 von Clara Schumann.
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Dunedin Consort: J. S. Bach - Mass in B minorZu einem differenzierten Ergebnis kommt der Redakteur Marcus Stäbler in seiner Besprechung für NDR Kultur der jüngsten Veröffentlichung des schottischen Originalinstrumente-Ensemble Dunedin Consort, der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Auch wenn ich seiner Kritik in einigen Teilen nicht folge, sei seine Rezension an dieser Stelle dargelegt.

Stäbler lobt zunächst den transparenten Klang der Aufnahme und schreibt dazu:

»Nach und nach schichtet Bach die einzelnen Stimmen(…) übereinander – und der Hörer kann diesen Aufbau sehr schön verfolgen. Denn John Butt und sein Dunedin Consort and Players gewähren uns einen ganz klaren Einblick, wie unter einem musikalischen Mikroskop.«

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