Archiv für Dezember 2011
Zwischen den Jahren werden überall in den Zeitungen, Zeitschriften, Websites, Blogs usw. die Favoriten des Jahres in allen möglichen Kategorien des Jahres zusammengefasst. Die Wörter des Jahres, die Männer und Frauen des Jahres, die wichtigsten Ereignisse des Jahres, die Hochzeiten des Jahres, die Songs des Jahres, die Filme des Jahres, die Bücher des Jahres und – gar nicht mal so selten – die CDs des Jahres. Natürlich sind solche Listen stets subjektiv und spiegeln – bei allen redlichen journalistischen Bemühungen der Autoren – nur einen Ausschnitt des vergangenen Jahres wieder, dennoch: Sie geben die Gelegenheit das Jahr unter einem bestimmten Gesichtspunkt noch einmal Revue passieren zu lassen.
Auch die Autoren, die dieses Jahr für blog.codaex.de geschrieben haben – und das waren in den vergangenen Monaten neben dem Unterzeichnenden auch die beiden Gast-Autoren Nils-Christian Engel und Dr. Burkhard Schäfer - möchten die Gelegenheit ergreifen, ein paar Veröffentlichungen aus dem großen Codaex-Programm des Jahres herauszugreifen. Hier sind also unsere persönlichen Top-3 aus dem Codaex-Programm:
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Schlagwörter: 2011, Codaex, Etcetera, Genuin, Hyperion, Jahresrückblick, Neos, Onyx, Querstand, Wigmore Hall Live
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Die Winterreise, D911 von Franz Schubert (1797-1828) ist wohl der bekannteste und beliebteste Lied-Zyklus. Kein anderer Liederzyklus wurde so oft aufgenommen; kaum ein Lied-Sänger (und so manche Sängerin, wie zuletzt bravourös Christine Schäfer), der sich nicht an der tragisch-düsteren Sammlung nach Texten von Wilhelm Müller (1794-1824) versucht hätte. Die Geschichte des von der Liebe enttäuschten Wanderers verliert nichts von seiner Aktualität und Authentizität. Sicher, auch in der Diskografie der Winterreise gibt es viel zu viele Aufnahmen, die nichts Neues zu bieten haben oder die sich nicht dauerhaft beim Hörer durchsetzen können, dennoch finde ich es wirklich bemerkenswert, wie viele gute Aufnahmen es von der Winterreise gibt. Wer sich vorgenommen hat, alle wirklich hörenswerten Einspielungen des Zyklus in den CD-Schrank zu stellen, der wird schon einmal ein nicht zu kleines Plätzchen auf den Regalbrettern dafür reservieren müssen.
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, Franz Schubert, Lied, Romantik
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Offenbar findet nicht nur unser Gast-Rezensent Nils-Christian Engel, dass Johann Friedrich Fasch »das prägnante Beispiel eines Künstlers [sei], den die Geschichte – nach reichlich Unbill im Leben – um seinen angemessenen Ruhm betrogen hat«, auch bei den Musikkritikern in den deutschen Kulturradios ist man nun zur Überzeugung gekommen, dass dem zu Lebzeiten als Hofkapellmeister in Zerbst wirkenden Komponisten mehr Aufmerksamkeit zuteil kommen lassen sollte und verfolgt nun (endlich!) mit viel Interesse die Neueinspielungen seiner Werke. Die Redakteure des mitteldeutschen Kultursenders mdr Figaro haben nun das bei Chandos erschienene Album Johann Friedrich Fasch – Orchestral Works Vol. 2 des amerikanischen Barock-Ensembles Tempesta di Mare zur dieswöchigen »CD der Woche« gekürt.
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Barock, Johann Friedrich Fasch, Kammermusik, Konzert, mdr figaro, Orchester
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Gerade hat Sal Pichireddu die wiederveröffentlichte Praetorius-CD „Christmas Music“ mit dem Knabenchor der Westminster Cathedral als geschmackvolle Weihnachtsmusik empfohlen – da schließe ich mich gern mit einer weiteren, neuen Aufnahme dieses Spitzenensembles an, die ebenfalls bei Hyperion Records erschienen ist. Diese CD ist, theologisch betrachtet, eine perfekte Fortsetzung des Weihnachts-Festkreises und versammelt zwei Marienmessen von Tomás Luis de Victoria, neben der Antiphon „Salve regina“ desselben Meisters und Palestrinas Motette „Surge, propera amica mea, et veni“. Unter der Leitung von Martin Baker setzt der Chor seine Beschäftigung mit dem Werk de Victorias fort und fügt dieser feinen, langen Reihe hörenswerter CDs einen weiteren Titel hinzu, der musikalisch erstklassig, voll spannender Entdeckungen und geistlich nahrhaft ist.
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Schlagwörter: 16. Jahrhundert, Chorwerke, Gast-Rezension, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Renaissance, sakrale Musik, Tomas Luis de Victoria
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Das blog.codaex.de-Team wünscht im Namen von Codaex Deutschland allen Musikfreunden und Lesern ein fröhliches Weihnachtsfest im Kreise der Familie und lieber Freunde.
Schlagwörter: Weihnachten
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Das ging aber wirklich schnell: Übermorgen ist bereits Heiligabend! Während der ganz normale Weihnachtswahnnsinn so langsam auf die Konsum-Zielgeraden einbiegt (wobei die Läden gerade an diesen letzten Tagen aus allen Nähten platzen), bleibt vielleicht gerade noch die Zeit für den Hinweis auf eine hörenswerte CD mit weihnachtlicher Musik. Wer jetzt schnell bestellt, sollte die CD noch gerade rechtzeitig zum Fest bekommen; gut sortierte Plattenläden sollten das heute vorgestellte Album ebenfalls auf Lager haben.
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Schlagwörter: 17. Jahrhundert, Chorwerke, Frühbarock, Michael Praetorius, sakrale Musik, Weihnachten
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Nur noch fünf Tage bis Heiligabend! Die letzte Woche vor dem langen Festtagswochenende ist angebrochen und setzt den ganz normalen Weihnachtswahnnsinn fort, mit dem die letzte Woche zu Ende ging: Die Innenstädte mit ihren großen, glitzernden Kaufhäusern und die zahllosen Weihnachtsmärkte sind überfüllt mit Konsumwilligen auf der Suche nach dem richtigen Geschenk. Selbst wer sich bewusst gegen den allgegenwärtigen Kaufrausch entscheidet, sucht vielleicht doch noch eine originelle Kleinigkeit. Die Konzertsäle und Kirchen bieten zahlreiche weihnachtliche Konzerte an, die uns musikalisch auf das Fest einstimmen (sollen), doch in den CD-Abteilungen der Elektro-Märkte und bei den großen Versendern werden in den Regalen die Zusammenstellungen mit seichtem, süßlichen Weihnachts-Pop, den immergrünen Jazz-Croonern und den oft lieblos zusammengestellten “Christmas-Classics”-Sammlungen weit nach vorne geräumt.
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Schlagwörter: Andreas Hammerschmidt, Anonymous, Benedictus Buns, Chorwerke, Jan Pieterszoon Sweelinck, Johann Crüger, Johann Hermann Schein, Johann Michael Bach, Johann Sebastian Bach, Michael Praetorius, Weihnachten
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In einer Woche ist Heiligabend! Während heute, am letzten verkaufsoffenen Samstag vor dem Fest, die Innenstädte und Einkaufszentren des Landes auf der Suche nach dem richtigen Weihnachtsgeschenk von gestressten Konsumenten gestürmt werden, lässt die akustische Untermalung oft zu wünschen übrig. Seichte, süßliche Pop-Nummern mit dem Versprechen einer wundervollen weißen Weihnacht, die (fast schon klassischen) charmant-angestaubten Jazz-Crooner-Nummern zum Fest, oft aber auch nur wahllos ausgewählte barocke Klänge (oft genug ohne jeglichen Weihnachtsbezug) oder traditionelle Weihnachtslieder von mehr oder minder talentierten Kinderchören beschallen den allgegenwärtigen Konsumrausch auf Weihnachtsmärkten und Shopping-Malls. Die einschlägigen Nummern gibt es – alle Jahre wieder – auf mehr oder minder lieblos zusammengestellten Samplern auf den Weihnachtswühltischen der Läden.
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Schlagwörter: Choir of St John's College, Chorwerke, Christopher Robinson, Elizabeth Poston, Felix Mendelssohn, Franz Xaver Gruber, Harold Darke, James Burton, John Francis Wade, John Joubert, John Rutter, John Tavener, Kenneth Leighton, Matheo Flecha d. Ä., Matthew Martin, mdr figaro, Michael Finnissy, NDR Kultur, Peter Warlock, Richard Rodney Bennett, Weihnachten, William Mathias
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Viele Jahre lang standen sie im Schatten der kontinentaleuropäischen Tonkunst, wurden (von Adorno und seinen Adepten) verachtet, bestenfalls belächelt und nie wirklich ernst genommen: Die Komponisten und ihre Werke aus dem vereinigten Königreich hatten einen schweren Stand, waren isoliert – und machten aus dieser Not eine Tugend, indem sie ihre Insel-Existenz in eine sprichwörtliche „Splendid Isolation“ ummünzten. Genau diese Abgeschlossenheit und die mit ihr einhergehende Unangreifbarkeit (z.B. gegenüber Dogmen der zentraleuropäischen Avantgarde) werden von vielen Menschen zunehmend als ästhetischer Mehrwert wahrgenommen und goutiert. Und so kann man Douglas Boyd, dem britischen Chefdirigenten des Musikkollegium Winterthur, nur beipflichten, wenn er im Interview mit der Schweizer Zeitschrift „Musik & Theater“ (Ausgabe Dezember 2011, Seite 23) sagt: »Heute erlebt britische Musik ihre wohl aufregendsten Zeiten.«
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Gast-Rezension, John Blackwood McEwen, Konzert, Ralph Vaughan Williams, Romantik, Spätromantik, Suite, Viola
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Im Laufe des Jahres wurde mir längst klar, dass das neue Album von Ilona Then-Bergh und Michael Schäfer mit den Violinsonaten von Grigorij Krein (1879-1957) und Samuil Feinberg (1890-1962), unsere CD des Monats April 2011, zu den allerbesten und spannendsten Veröffentlichungen des Jahres gehört.
Die beim Leipziger Genuin-Label erschienene CD wurde auch von der Kritik einstimmig gelobt, sowohl wegen des vorgestellten Materials, als auch wegen der makellosen Interpretation des Münchener Duos. Unser Gastrezensent Dr. Burkhard Schäfer, eigentlich freier Journalist, der unter anderem für Zeit Online schreibt, hat nun das Album in seine Jahres-Top-3 gewählt.
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Schlagwörter: Grigorij Krein, Ilona Then-Bergh, Jahresrückblick, Michael Schäfer, Spätromantik, Zeit Online
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