Neue CDsIn der Rubrik Vorschau präsentiere ich immer zu Monatsbeginn einen ausgesuchten Überblick über die interessantesten Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb, die im Laufe des jeweiligen Monats (üblicherweise im letzten Drittel des Monats) in den Handel kommen. Viele dieser Titel werde ich genauer im Laufe des Monats besprechen.

Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb kommen am 25. Juni 2010 in den Handel.

Im heutigen 1. Teil der Vorschau stelle ich I. Orchesterwerke und II. historische Aufnahmen / Wiederveröffentlichungen vor; morgen folgen dann die Neuerscheinungen aus den Bereichen III. Kammermusik und IV. geistliche und weltliche Vokalmusik.

I. Orchesterwerke

Luigi Boccherini
Sinfonien Nr. 3, 8, 21
London Mozart Players, Matthias Bamert

Der italienische Komponist Luigi Boccherini (1743 – 1805) war zu Lebzeiten einer der berühmtesten Cello-Virtuosen Europas und komponierte eine unglaubliche Anzahl von kammermusikalischen Werken – 125 Streichquintette (mit zwei Celli), 91 Quartette und mehr als 100 weitere Kammermusikwerke in unterschiedlichen Besetzungen – für die er auch heute noch bekannt ist. Seine 20 (!) Sinfonien blieben bis dato weitgehend unbeachtet: Die London Mozart Players unter der Leitung des Schweizer Dirigenten (und Komponisten) Matthias Bamert stellen auf ihrer neuen CD für das britische Chandos-Label Boccherini als versierten Symphoniker vor.

Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 4 · Ungarische Tänze
MDR Sinfonieorchester, Jun Märkl

Seit 2007 ist Jun Märkl, Sohn eines deutschen Violinisten und einer japanischen Pianistin, Chefdirigent des MDR Sinfonieorchester Leipzig. Im Gewandhaus spielte das Orchester im März und April 2009 ein Brahms-Programm, das nun als Live-Mitschnitt veröffentlicht wird.

Gavin Bryars
I have heard it said that a spirit enters · Planet Earth · The Apple · Violin Concerto (“The Bulls of Bashan”) · The Porazzi Fragment · By the Vaar
CBC Radio Orchestra, Owen Underhill

Die Musik des englischen Komponisten und Kontrabassisten Gavin Bryars (*1943) ist sowohl im Jazz, als auch in der Minimal Music verwurzelt. Die vorliegende CD, die unter der Beteiligung Bryars 2002 im kanadischen Vancouver mit dem mittlerweile aufgelöstem CBC Radio Orchestra entstand, fasst sechs kürzere Werke aus den Jahren 1987 bis 2002 zusammen.

Franz Schmidt
Sinfonie No. 4 · Intermezzo aus “Notre Dame”
Beethoven Orchester Bonn, Stefan Blunier

Der österreichische Komponist Franz Schmidt (1874 – 1939) gehört zu den vielen Komponisten der Spätromantik des deutschsprachigen Raumes, die nach ihrem Tode fast in Vergessenheit gerieten. Das Beethoven Orchester Bonn unter Stefan Blunier spielt auf dieser neuen CD für das audiophile MDG-Label das Intermezzo aus Schmidts Oper “Notre Dame”, die seinerzeit von Hugo von Hoffmannsthal hochgelobt wurde und seine 4. Sinfonie, die er selbst als Requiem für seine 1932 verstorbene Tochter beschrieb.

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II. historische Aufnahmen / Wiederveröffentlichungen

Johann Sebastian Bach
Große Chorwerke: h-Moll Messe · Johannespassion · Matthäuspassion · Weihnachtsoratorium
Stuttgarter Kammerorchester, Karl Münchinger

Ein fulminanter Auftakt für das neue Label Newton Classics, ab sofort im Codaex-Vertrieb: In dieser 9-CD-Box werden legendäre Bach-Aufnahmen von Decca und Deutsche Grammphon aus den Jahren 1970 · 1968 · 1964 · 1966 wiederveröffentlicht: Die Chorparts übernahmen so traditionsreiche Ensembles wie der Wiener Singakademiechor, der Stuttgarter Hymnus-Chor und Lübecker Kantorei, als Solisten brillierten Walter Berry, Peter Pears, Elly Ameling, Hermann Prey und der unvergessene Fritz Wunderlich. Zu hören ist das Stuttgarter Kammerorchester unter Karl Münchinger: Diese Produktionen bemühten sich erstmals (durch kleinere Ensembles etc.) um eine historisch adäquate Aufführungsart.

Frédéric Chopin
Sonate Nr. 2 op. 35 · Etuden · Polonaise
Arthur Rubinstein

Der polnische Pianist Arthur Rubinstein (1887 – 1982) galt Zeit seines Lebens (und darüber hinaus!) als einer der bedeutendsten Chopin-Interpreten überhaupt. 1964, auf der Spitze des Kalten Krieges, gab der mittlerweile US-Staatsbürger gewordene Rubinstein ein legendäres Chopin-Konzert in Moskau, das nun vom russischen Label Melodiya restauriert und wiederveröffentlicht wurde.

George Gershwin
Piano Concerto in F · Rhapsody in Blue
Katia & Marielle Labèque

Diese Aufnahme, ursprünglich 1980 auf Philips erschienen, mit Duo-Fassungen der beiden George Gershwin-Meisterwerke “Piano Concerto in F” und “Rhapsody in Blue” begründete den Ruhm des französischen Schwesternduos Katia und Marielle Labèque als bestes Klavierduo der Welt. Lange Zeit war dieses Album nicht mehr einzeln erhältlich, nun wird es auf dem neuen Reissue-Label Newton Classics wiederveröffentlicht.

Joseph Haydn
Sinfonien N0s. 6 – 8
Academy of St Martin in the Fields, Neville Marriner

Ebenfalls bei Newton Classics wird diese nach wie vor exzellente Aufnahme der frühen Haydn-Sinfonien No. 6 ‘Le matin’ , No. 7 ‘Le midi’ und No.8 ‘Le soir’ der Academy of St Martin in the Fields unter Neville Marriner wiederveröffentlicht; auch dieses Album war lange Zeit nicht mehr einzeln erhältlich.

Claudio Monteverdi
The Coronation of Poppea (“L’incoronazione di Poppea” in englischer Sprache)
Sadler’s Wells Orchestra, Raymond Leppard · Solistin: Janet Baker

1971 glänzte Janet Baker im London Coliseum in der Titelrolle von “L’incoronazione di Poppea” von Claudio Monteverdi (1567-1643) . Gesungen wurde, wie damals noch durchaus üblich, auf Englisch; die Leitung hatte der damalige Spezialist Großbritanniens für Alte Musik Raymond Leppard. Die Aufführung wurde vom Radiosender BBC aufgezeichnet und ausgestrahlt, sie erscheint erst jetzt erstmalig auf CD.

Sergei Prokofiev
Sonaten Nos. 2 & 9 · Visions Fugitives op. 22
Svjatoslav Richter

Wieder werden wertvolle Archivaufnahmen von Svjatoslav Richter wiederveröffentlicht:  Dieses Mal sind es Prokofiev-Aufnahmen von Konzerten im Moskauer Konservatorium aus den Jahren 1961 und 1974.

Jean Sibelius
Sämtliche Sinfonien
RSO Moskau, Gennady Rozhdestvensky

Gennady Rozhdestvensky gehörte ohne jeden Zweifel in den 1970ern und 1980ern zu den bedeutendsten und besten russischen Dirigenten für symphonische Musik des 19. und 20. Jahrhunderts. Nun wurden erstmals auf CD seine Sibelius-Aufnahmen aus den Jahren 1969 bis 1973 wiederveröffentlicht. Als Schmankerl enthält die 3-CD-Box die Anmerkungen und Gedanken Rozhdestvenskys zu den Sinfonien, die der Dirigent während der Aufnahmen in einer Art Tagebuch festhielt.


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