Vorschau auf interessante Codaex-Veröffentlichungen im Mai 2010 – Teil 1: Orchesterwerke & Kammermusik
Geschrieben von Sal Pichireddu in VorschauIn der Rubrik Vorschau präsentiere ich immer zu Monatsbeginn einen ausgesuchten Überblick über die interessantesten Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb, die im Laufe des jeweiligen Monats (üblicherweise im letzten Drittel des Monats) in den Handel kommen. Viele dieser Titel werde ich genauer im Laufe des Monats besprechen.
Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb kommen am 21. Mai 2010 in den Handel.
Im heutigen 1. Teil der Vorschau stelle ich I. Orchesterwerke und II. Kammermusik vor; morgen folgen dann die Neuerscheinungen aus den Bereichen III. geistliche und weltliche Vokalmusik, IV. Alte Musik sowie V. historischen Aufnahmen und Sonstiges.
I. Orchesterwerke
Ludwig van Beethoven
Sinfonies Nos. 1- 9 – Live
Orchestre de la Francophonie Canadienne, Jean-Philippe Tremblay
Das Orchestre de la Francophonie Canadienne aus Quebec hat sich in der relativ kurzen Zeit seines Bestehens, das Ensemble wurde erst 2001 gegründet, zu einem wichtigen Bestandteil der franko-kanadischen Kulturszene entwickelt. Die Aufführung des Beethoven-Sinfonien-Zyklus wurde zu einer Art (bestandenen) Reifeprüfung für das Orchester mit seinem 31 Jahre jungen Dirigenten Jean-Philippe Tremblay. Diese 5-CD-Box enthält Mitschnitte von vier Konzerten im Quebec City’s Palais Montcalm und erscheint beim kanadischen Label Analekta.
♦
Benjamin Britten
Cello Symphony op.68 · Cello Suite No.1 op.72
Flanders Symphony Orchestra, Seikyo Kim · Solist: Pieter Wispelwey
Die Cello-Sinfonie von Benjamin Britten von 1963 war Mstislav Rostropowitsch gewidmet, der sie auch in Moskau uraufführte. Rostropowitsch war auch der Widmungsträger der ersten Suite für Cello Brittens. Auf der nun bei Onyx Classics erscheinenden Neuaufnahme dieser beliebten Werke Brittens, übernimmt Pieter Wispelwey, ohne Übertreibung einer der allerbesten Cellistin unserer Zeit, den Solopart.
♦
Henri Vieuxtemps
The Romantic Violin Concerto Vol. 8: Violin Concertos Nos. 4 & 5
Royal Flemish Philharmonic, Martyn Brabbins · Solistin: Viviane Hagner
In der Musik des belgischen Komponisten Henri Vieuxtemps spielt die Violine zumeist eine zentrale Rolle, was nicht verwunderlich ist, gehörte doch Vieuxtemps zu den großen Violinenvirtuosen des 19. Jahrhunderts. Dass seine Werke alles andere als bloße Virtuosenstücke sind, in denen die Violine egomanisch im Mittelpunkt steht, belegt der 8. Volumen der bei Hyperion erscheinenden Reihe The Romantic Violin Concerto. Auf dieser Aufnahme ist die MünchenerViolinistin Viviane Hagner zu hören.
♦
Richard Wagner/ Arr. Henk de Vlieger
Parsifal. An Orchestral Quest.
Royal Scottish National Orchestra, Neeme Järvi
Als vor zwei Jahren der Vorgänger dieses Albums “The Ring, An Orchestral Adventure” erschien, waren die Kritiker überrascht und erfreut, wie es dem Arrangeur Henk de Vlieger gelang, die Musik des Ring des Nibelungen von Richard Wagner auf ein Stunde sinnvoll zu komprimieren. Auf seinen Parsifal darf man gespannt sein.
♦
Mieczyslaw Weinberg
Sinfonien Nos. 1 & 7
Gothenberg Symphony Orchestra, Thord Svedlund
Die Musik von Mieczyslaw Weinberg gehört zu den großen Entdeckungen der letzten Jahre, die aus dem noch größtenteils zu hebenden Schatz der sowjetischen Musik stammt. Der Schüler und Vertraute von Dmitri Shostakovich überzeugt in seinen Werken durch emotionale Tiefe und ausgeprägte Melodik und ist alles andere als ein Epigone seines Lehrers. Mit dem Dirigenten Thord Svedlund wird das Göteburger Sinfonieorchester bei dieser Aufnahme für Chandos von einem der kompetentesten Weinberg-Kenner geleitet, der sich in den letzten Jahren immer wieder für die Musik Weinbergs eingesetzt hat.
♦♦♦
II. Kammermusik
Ludwig van Beethoven
Klaviersonaten Nos. 30 – 32, opp.109 – 111
Elisabeth Leonskaja
Die 32 Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven gelten als das Neue Testament der Klavierliteratur (“Das Wohltemperierte Klavier” von Johann Sebastian Bach wird entsprechend als Altes Testament bezeichnet) und wie so oft bei Beethoven gelten die Werke der Spätphase als besonders anspruchsvoll. Die in Wien lebende georgische Pianistin Elisabeth Leonskaja hat für das renommierte MDG-Label die letzten drei Klaviersonaten Beethovens eingespielt.
♦
Ludwig van Beethoven
Klaviersonaten Nos. 8 (‘Pathétique’), 14 (‘Mondscheinsonate’), 21 (‘Waldstein’); opp. 13 · 27,2 · 53
Steven Osborne
Der schottische Pianist Steven Osborne spielt seit Jahren die Klaviersonaten Beethovens auf seinen Konzerten, für Hyperion hat er nun die populäre Sonate ‘Pathétique’, die ‘Mondscheinsonate’ und die ‘Waldsteinsonate’ aufgenommen.
♦
Ludwig van Beethoven
Sämtliche Sonaten für Violine und Klavier
Sarah Kapustin & Jeannette Koekkoek
Die zehn Sonaten von Ludwig van Beethoven sind kompositorische Höhepunkte seiner frühen und mittleren Phase, die Sonate No. 5 in F-Dur, die ‘Frühlingssonate’ und die Sonate No. 9 in A-Dur, die ‘Kreutzer-Sonate’, gehören zu den populärsten Violinsonaten überhaupt. Nun legen die US-amerikanische Violinistin Sarah Kapustin und die niederländische Pianistin Jeannette Koekkoek ihre Gesamteinspielung aller Sonaten auf Etcetera vor und stellen sich einer harten Konkurrenz.
♦
Ludwig van Beethoven · Robert Schumann
Streichquartett op.135 · op.41,1 & 2
BeethovenQuartett
Das in Bonn gegründete und mittlerweile in Basel beheimatete BeethovenQuartett (nicht zu verwechseln mit dem sowjetischen Beethoven Quartet, das zwischen 1944 und 1980 existierte und zahlreiche Streichquartette von Dmitri Shostakovich uraufgeführt hat) gehört zu den zahlreichen exzellenten Streichquartetten, die derzeit aktiv sind. Auf dieser SACD spielen sie das 16. und letzte Streichquartette Beethovens und die Urfassungen der Streichquartette Nos. 1 & 2 von Robert Schumann, die ursprünglich durch vier vorangestellte Takte im zweiten Quartett, die das erste Quartett zitieren, verbunden waren. Das Album wird durch eine Bonus-DVD mit Live-Aufnahmen und einem ausführlichem Interview ergänzt.
♦
Frédéric Chopin
Sonate No. 3 in h-moll · Fantasie op. 49 · “Fantasie” Impromptu op.66
Nikolai Lugansky
Bereits zwei Mal erhielt der russische Pianist Nikolai Lugansky den Klassik-Echo. Der Ausnahmekünstler machte sich in den letzten Jahren in den Aufnahmestudios rar. Nun ist er bei Onyx Classics untergekommen und präsentiert seinen Beitrag zum Chopin-Jahr.
♦
Frédéric Chopin
Vol.1: Nocturnes · Scherzi · Sonate No. 3 in h-moll
Louis Lortie
Mit einer im 19. Jahrhundert üblichen Improvisation beginnt der kanadische Pianist Louis Lortie seine neueste Einspielung mit Werken von Frédéric Chopin für das britische Chandos-Label, die mit den Nocturnes und der dritten Klaviersonate in h-Moll (zeitgleich mit Nikolai Luganskys Veröffentlichung derselben Sonate und kurz nach Stephen Houghs hochgelobten Aufnahme derselben) musikalische und technische Highlights bietet.
♦
Cristobal Halffter
Die Streichquartette Vol. 1
Arditti Quartet
Das Label Anemos hat eine aufwändige CD-Reihe mit Werken bedeutender zeitgenössischer spanischer Komponisten initiiert. Die CDs sind in ein Buch eingebettet, das mit umfangreichen Liner Notes über den jeweiligen Komponisten informiert. Die Werke werden von hochkarätigen Musikern wie dem Arditti Quartet interpretiert und als kleine Besonderheit enthält der Buchumschlag Aufkleber, mit denen man das CD-Cover individuell gestaltet werden kann. Neben dieser CD mit Streichquartetten von Cristóbal Halffter erscheinen CD mit Werken von Francisco Guerrero, César Camarero, Mauricio Sotelo, Jesús Rueda und José M. Sánchez-Verdú.
♦
Helmut Lachenmann
Streichquartette
stadler quartett
Zum 75. Geburtstag des Komponisten Helmut Lachenmann erscheinen seine Streichquartette, eingespielt vom Salzburger stadler quartett, einem der wichtigsten Streichquartette für Neue Musik.
♦
Robert Schumann
Klaviermusik für die Jugend
Tobias Koch
Der Düsseldorfer Pianist Tobias Koch hat zu Beginn des (Schumann-) Jahres schon mit dem Album “Robert und Clara Schumann – Klavierwerke aus Dresden” überzeugt. Nun hat er für das Label Genuin auf zwei bestens wohlklingenden Fortepianos, einem Instrument von Johann Baptist Streicher aus Wien von 1847 und einem Pleyel von 1844, neben kleineren Werken auch das “Album für die Jugend” von Robert Schumann eingespielt und präsentiert außerdem erstmalig auf CD das siebenteilige Werk “Geburtstagsalbum für Marie”.
♦
Jörg Widmann
Werke für Ensemble
Collegium Novum Zürich, Jörg Widmann
Jörg Widmann der als Komponist, Klarinettist und Dirigent tätig ist, gehört zu den derzeit erfolgreichsten Künstlern im Bereich Neue Musik. Seine neue CD für Neos Music “Works for Ensemble” vereint “Freie Stücke für Ensemble” (2002), “Sieben Abgesänge auf eine tote Linde” (1997) und sein Oktett für Klarinette, Horn, Fagott, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass (2004). Bei den sieben Abgesängen ist die Sopranistin Olga Pasichnyk als Solistin zu hören.
Ähnliche Beiträge:
- Vorschau auf interessante Codaex-Veröffentlichungen im März 2010 – Teil 1: Orchesterwerke & Kammermusik
- Vorschau auf interessante Codaex-Veröffentlichungen im Februar 2010 – Teil 1
- Vorschau auf interessante Codaex-Veröffentlichungen im April 2010 – Teil 1: Orchesterwerke & Kammermusik


Einträge (RSS)