Es muss nicht immer ein wilder Maitanz sein: blog.codaex.de wünscht allen Lesern, dass sie gut in den Wonnemonat Mai gelangen, ob tanzend, feiernd, gar um um Feuer kreisend, oder einfach nur so, mit etwas Musik.
Gleich zweimal in diesem Monat hatte ich das Vergnügen Aufnahmen des englischen Ausnahmepianisten Stephen Hough an dieser Stelle zu besprechen und gleich zweimal konnte ich eine besondere Empfehlung für seine Veröffentlichungen aussprechen: Seine phänomenale Einspielung sämtlicher Werke für Klavier und Orchester von Pyotr Ilyich Tchaikovsky ist aufgrund des hohen künstlerischen Niveaus und aufgrund des teilweise selten gehörten Programms die ‘CD des Monats‘ April 2010 in diesem Blog (→ Besprechung); die nicht minder gelungene Einspielung der Spätwerke von Frédéric Chopin “Late Masterpieces” ist aufgrund der überragenden Interpretationen mit dem Prädikat ‘Die besondere CD‘ ausgezeichnet (→ Besprechung). Den Rest des Eintrages lesen »
Viel Lob hat das englische Nash Ensemble (eigentlich: The Nash Ensemble of London, benannt nach den Nash-Terrassen in unmittelbarer Nähe der Royal Academy of Music in London, wo es 1964 von Amelia Freedman gegründet wurde, in letzter Zeit nur noch als The Nash Ensemble firmierend) für seine bisherigen Einspielungen der Kammermusik von Johannes Brahms (1833-1897) für das Label Onyx Classics erhalten: »Begeistert und begeisternd, lebendig und feinsinnig« beurteilt die Sunday Times ihr Spiel bei den Streichquintetten und The Daily Telegraph meint dazu »Großbritanniens unvergleichliches Kammermusik-Ensemble ist in besserer Verfassung denn je« und das Classic FM Magazine schreibt schwelgerisch über ihre Veröffentlichung mit den Klavierquartetten Nos. 1 & 3:
»Die Musiker des Nash Ensemble fliegen durch beide Werke, als ob ihr Leben davon abhinge. Als eng verbundene Langzeit-Kollegen kennen sich die Musiker gut genug, um entspannt zu musizieren und diese Musik erstrahlen zu lassen. Dies ist eine einheitlichere und natürlichere Wiedergabe als jegliche andere konkurrierende Einspielung der drei Quartette… das Musiker des Nash Ensemble klingen so, als ob sie jede Note lieben würden.«
Gestern fand ich den aktuellen jpc-Courier 05/2010 in meinem Briefkasten, wie immer eine hochinteressante Lektüre mit vielen Anregungen. Wer den Courier nicht kennt: Es ist ein monatlich erscheinendes Heft, in dem man die aktuellen Neuerscheinungen und Sonderangebote bei Buch-, CD- und DVD-Versand JPC findet; die Online-Ausgabe gibt es → hier. In der Printausgabe gibt es dieses Mal eine Sonderbeilage mit hochinteressanten Codaex-Veröffentlichungen zu Aktionspreisen.
Zum einen gibt es die gesamte Reihe The Romantic Piano Concerto des britischen Labels Hyperion mit ihren 50 Volumina zum unschlagbaren Sonderpreis: Die Ausgaben 1 – 49 kosten 9,99 Euro je Einzel-CD, 14,99 je Doppel-CD. Die erst gestern als “CD des Monats” besprochene 50. Ausgabe mit sämtlichen Werken für Klavier und Orchester von Pyotr Ilyich Tchaikovsky gibt es für günstige 19,99 Euro. Dieses Angebot gibt bis zum 30.06.2010. Zur Übersicht bitte → hier klicken.
Zum anderen gibt es weitere 50 Titel aus dem Onyx Classics-Katalog zu Sonderpreisen, darunter solche Highlights wie die hochgelobten Aufnahmen des Nash Ensemble der Klavierquartette No. 1 & 3, Streichquintette No. 1 & 2 und die Streichsextette Nos. 1 & 2 von Johannes Brahms für jeweils 9,99 Euro; Viktoria Mullovas exzellente, authentische Einspielung der Sonaten & Partiten für Violine Solo BWV 1001-1006 von Johann Sebastian Bach als Doppel-CD für 14,99 Euro, die bahnbrechende Aufnahme der Winterreise von Franz Schubert mit Christiane Schäfer für 9,99 Euro oder die gerade mit dem BBC Music Magazine Award ausgezeichnete Aufnahme mit Christianne Stotjin und Julius Drake der Romanzen von Pyotr Ilyich Tchaikovsky für 9,99 Euro, sowie zahlreiche andere hochinteressante Aufnahmen von Pascal Rogé, Stephen Kovacevich, dem Borodin Quartet usw. Auch dieses Angebot gilt bis zum 30.06.2010. Zur Übersicht bitte → hier klicken.
Die Reihe The Romantic Piano Concerto des britischen Labels Hyperion gehört seit 1991 zu den interessantesten lang angelegten Aufnahmeprojekten in der Musiklandschaft. In bisher 49 Ausgaben wurden zahlreiche nahezu vergessene Schätze der romantischen Klavierkonzert-Literatur gehoben: Die Klavierkonzerte von Eugen d’Albert, Charles-Valentin Alkan, Mili Balakirev, Ferruccio Busoni, Ernö Dohnányi, Adolph von Henselt, Henry Charles Litolff, Erich Wolfgang Korngold, Joseph Marx, Nikolai Medtner,Eduard Nápravník, Nikolai Rimsky-Korsakov, Anton Rubinstein und vielen anderen Komponisten wurden größtenteils zum ersten Mal aufgenommen und so dem interessierten Hörer zugänglich gemacht.
Für die 50. Veröffentlichung dieser vielfach ausgezeichneten Reihe hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen: Das Jubiläumsalbum präsentiert sämtliche Werke für Klavier und Orchester von Pyotr Ilyich Tchaikovsky (1840-1893): Neben dem berühmten Klavierkonzert No. 1 in b-Moll sind auch die selten zu hörenden (und selten aufgenommenen) Klavierkonzerte No. 2 in G-Dur (mit dem ungekürzten 2. Satz) und das unvollendete Klavierkonzert No. 3 in Es-Dur zu hören, außerdem die Konzertfantasie op. 56 für Klavier und Orchester, die zwar zu Lebzeiten des Komponisten beliebt war, danach aber in Vergessenheit geriet. Darüber hinaus wurden zwei Alternativ-Fassungen des 2. Satzes aus dem 2. Klavierkonzert angehängt: Die gekürzte Fassung des Pianisten der Uraufführung Alexander Siloti (dessen radikale Einschnitte Tchaikovsky vehement ablehnte) und eine behutsamere Neufassung des hier grandios agierenden Pianisten Stephen Hough. des vielleicht »besten Pianisten Großbritanniens« (so The Sunday Times), der dieses Doppelalbum mit dem Minnesota Orchestra (»the greatest orchestra in the world« so The New York Times) unter Osmo Vänska aufgenommen hat. Den Rest des Eintrages lesen »
Für jedes Orchester sind Sinfonien von Anton Bruckner (1824-1896) eine besondere Herausforderung (ähnlich wie vielleicht sonst nur bei den Werken Gustav Mahlers): Zum einen verlangen sie vom Orchester einen ganz besonderen Klang, zum anderen ist die Wahl der Fassung einer Sinfonie Bruckners bekanntermaßen keine einfache: Bruckner selbst fertigte zahlreiche Revisionen seiner Werke an. Die Kritik ging nicht immer freundlich mit seinen Werken um und der (in dieser Hinsicht) wenig selbstbewusste Bruckner änderte daraufhin seine Werke in nicht unerheblichem Maße, nicht immer zum Vorteil dieser. Heute greift man weitgehend auf die Originalfassungen zurück (sofern vorhanden) und lässt seine Revisionen (und vor allem die schroffen Kürzungen und Nachbearbeitungen anderer) außer Acht. Zur Problematik der Fassungen verweise ich auf den entsprechenden Absatz im Wikipedia-Artikel zu Anton Bruckner und ggf. zu den dort angeführten Quellen. Immerhin: Nicht von allen Sinfonien Bruckners gibt es konkurrierende Fassungen, die nun vom Residentie Orkest aus Den Haag unter Neeme Järvi für das britische Label Chandos eingespielte Sinfonie No. 5 in B-Dur, WAB 105 gibt es nur eine übliche Fassung. Den Rest des Eintrages lesen »
Der böhmische Komponist Antonín Dvořák (1841-1904) wurde einmal vom US-amerikanischen Musikkritiker Harold C. Schonberg als »der glücklichste, am wenigsten neurotische der späten Romantiker« beschrieben. Er war glücklich verheiratet, hatte sechs Kinder und schon früh stellten sich erste Erfolge ein, die sich stetig steigerten und 1892 in Dvořáks Engagement als Direktor des National Conservatory of Music in New York gipfelten. Nachdem seine Musik in weiten Teilen der alten Welt populär war, eroberte er mit seiner Musik nun auch Nordamerika wo er sich zu einigen seiner bekanntesten und erfolgreichsten Werke inspirieren ließ: Die Rede ist freilich von der Sinfonie No. 9 in e-Moll op. 95 “Aus der neuen Welt” und vom Streichquartett No. 12, op. 96, das “Amerikanische Quartett” (beide aus dem Jahre 1893.
Vor seiner Zeit in den USA waren seine Werke vor allem in Großbritannien äußerst populär. Nahezu alle bedeutenden Kompositionen der Jahre 1884 – 1891 waren Auftragsarbeiten von britischen Orchestern und Chören. Insgesamt sechsmal bereiste Dvořák in dieser Zeit die Insel und feierte dort große Erfolge. Den Rest des Eintrages lesen »
Bearbeitungen für Klavier zu vier Händen (oder für zwei Klaviere) hatten bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein eine eminente Bedeutung bei der Popularisierung von (neuer) klassischer Musik. Zwar verbreitete sich das Grammophon zunehmend und immer mehr Werke waren als Schallplatte erhältlich, doch waren die frühen Schallplatten zeitlich sehr begrenzt, die Aufnahmetechnik steckte noch in den Kinderschuhen (von einem natürlichen Klangbild konnte noch lange nicht die Rede sein) und die Auswahl der Aufnahmen beschränkte sich auf populäre Massenware. Neue Werke wurden selten aufgenommen. Sie waren dem Konzertsaal oder der privaten Aufführung im bürgerlichen Ambiente vorbehalten. Darüber hinaus hatte das gemeinsame Musizieren und hier insbesondere das gemeinsame Musizieren am Klavier eine eigene soziale Rolle: Nahezu puritanisch anmutende Gesellschaftskonventionen machten es Männern und Frauen nicht leicht, sich (buchstäblich) näher zu kommen. Das gemeinsame Musizieren war auch ein willkommener Anlass, um sonst nicht schickliche räumliche Nähe zwischen den Geschlechtern zuzulassen.
Es war üblich von größeren symphonischen Werken Fassungen für Klavier, für Klavier-Duo und/oder für Klavier zu vier Händen anzufertigen. Das brachte den Komponisten eine lukrative zusätzliche Einnahmequelle und half bei der Verbreitung der neuen Werke, brachte sie auch ohne Orchester einem breiteren Publikum zu Gehör. Oft genug fertigen die Schüler oder Assistenten der Komponisten diese Arrangements an, in nicht seltenen Fällen arbeiteten die Komponisten selbst diese Bearbeitungen aus, die oft genug mit den Fassungen Dritter (zurecht!) nicht einverstanden waren. Auf der vorliegenden CD des Duos Trenkner/Speidel (mit den Pianistinnen Evelinde Trenkner und Sontraud Speidel) finden sich drei Werke, die von ihren Komponisten selbst für Klavier zu vier Händen arrangiert wurden: Die Reduktion für Klavier zu vier Händen der symphonischen Suite Scheherazade, op 35 (aus dem Jahre 1899) von Nikolai Rimsky-Korsakov (1844-1908); die Reduktion des symphonischen Satzes Pacific 231 (1924) von Arthur Honegger (1892-1955) und der Boléro von Maurice Ravel (1875-1937) in der Transkription für Klavier zu vier Händen (1929, ein Jahr später fertigte Ravel noch eine weitere Bearbeitung für zwei Klaviere an). Den Rest des Eintrages lesen »
Viele haben schon einmal Musik von Geoffrey Burgon (*1941) gehört, ohne den Namen jemals bewusst wahrgenommen zu haben: Er hat (neben vielen anderen Kompositionen für Film und Fernsehen) die Musik zum Monty-Python-Klassiker “Das Leben des Brian” (1979, im Original ‘Monty Python’s Life of Brian’) geschrieben, genauer gesagt schrieb er jene Sequenzen der Filmmusik, die nicht aus der Feder von Eric Idle stammten, der hauptsächlich durch das Lied “Always Look On The Bright Side Of Life” in der Schlusssequenz des Filmes in Erscheinung tritt. Die eigentliche Filmmusik, also die musikalische Begleitung der Dramaturgie stammt von Burgon. Den Rest des Eintrages lesen »