G. Connesson - Cosmic Trilogy

Musik ist stets, im Guten wie im weniger Guten, ein Spiegel der Zeit, sie reflektiert die Interessen, die Moden, die Neigungen, die Entwicklungen ihrer Zeit. So ist es nicht verwunderlich, dass Guillaume Connesson (*1970) seine Musik als »ein komplexes Mosaik der modernen Welt« definiert: Popmusik und World Music,Filmmusik, Einflüsse der Minimal Music, des Impressionismus, Jean-Louis Florentz und Henri Dutilleux und nicht zuletzt die beschwörende Kraft der Musik von Krzysztof Penderecki, Connessons Musik ist ein postmodernes Konglomerat an persönlichen Vorlieben und allgegenwärtigen Einflüssen der Gegenwartskultur. Seine Musik klingt hochaktuell und steht dennoch in der Tradition der Musik des 20. Jahrhunderts.

Zum ersten Mal ist nun seine “Cosmic Trilogy”, die Connesson in einem Zeitraum von 12 Jahren schrieb (und überarbeitete) vollständig auf CD erhältlich, der erste Teil “Aleph” ist, genauso wie das einsätzige Klavierkonzert “The Shining One”, das sich ebenfalls auf diesem Album befindet, zum ersten Mal überhaupt auf CD erhältlich; hier glänzt Eric Le Sage mit geradezu perlendem Spiel am Klavier. Die “Cosmic Trilogy” selbst ist, bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Sätze (man darf nicht vergessen, dass einzelne Sätze existierten, schon vor der Idee entstand daraus eine Trilogie zu machen) ein homogenes Werk geworden. Der ‘kosmische Zusammenhang’ ist thematisch durch die Titel der einzeln Sätze verdeutlich worden: Aleph (der erste Buchstabe des Hebräischen) steht gleichzeitig für den Beginn und für die Unendlichkeit des Weltalls, Une lueur dans l’âge sombre (zu Deutsch: “Ein Schimmer im Zeitalter der Finsternis”) blickt in die Zeit in die Zeit des jungen, noch ‘dunklen’ Universums, das langsam entsteht, der letzte Satz Supernova steht mit dem Tod eines Sterns quasi im Gegensatz zur Unendlichkeit des Weltalls (im ersten Satz) und beschließt die “Cosmic Trilogy” auf tragisch-erhabene Weise. Wenn man will, dann kann man das Werk erfahren wie eine anschauliche Darstellung über die Zusammenhänge des Weltalls, der Soundtrack zu einem Buch von Stephen Hawking sozusagen. Das RSNO unter Stéphane Denève spielt mit samtig-weichem Klang, gerade in den ruhigen Passagen des zentralen Satzes Une lueur dans l’âge sombre mit geradezu hypnotischem, leise flirrenden Klang. Die Aufnahme profitiert gerade in diesen stillen Passagen von der überragenden DSD-Aufnahmetechnik, die schon die Stereo-Version der SACD zum Hörgenuss der besonderen Art macht.

Musik und Interpretation
Klangqualität
Cover und Aufmachung

Die SACD Cosmic Trilogy | The Shining One* mit Werken von Guillaume Connesson gespielt vom Royal Scottish National Orchestra unter Stéphane Denève und Eric Le Sage* am Klavier erscheint am 20. Januar 2010 auf Chandos (CHSA 5076) und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.

Inhalt:

  • Cosmic Trilogy
    1. Aleph (2007/ revised 2009)
    2. Une lueur dans l’âge sombre (2005)
    3. Supernova (1997, revised 2006)
  • The Shining One for Piano and Orchestra (2009)

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