Wer wie Gordon Getty, Sohn des legendären Öl-Tycoons Jean Paul Getty, zu den reichsten Menschen der USA gehört, der mag (so die Vorstellung jener, die wie ich nicht dazu gehören) ein leichtes Leben haben, in dem nur jeder erdenkliche Wunsch erfüllbar scheint. Als Komponist jedoch kann der Name (und das Geld) eine Bürde sein: Der Verdacht, man würde sich Aufmerksamkeit aus reinem Geltungsbedürfnis erkaufen, steht sofort (wenn auch meistens unausgesprochen) im Raum. Beispiele für solch einen Generalverdacht mag es reichlich geben, wenn man bedenkt, wie viele Millionäre (und Millionärsgattinnen!) sich singend, tanzend und schauspielend blamiert haben: Man erinnere sich nur an die legendäre Florence Foster-Jenkins, der schlechtesten Sängerin aller Zeiten. Um es gleich vorweg zu nehmen: Gordon Getty ist keiner dieser sich selbst überschätzenden Millionäre, er hat sein Handwerk von Grund auf gelernt, seine Aufnahmen und Aufführungen sind nicht teuer erkauft, sondern wohl verdienter Lohn eines Komponisten.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Gordon Getty, Neoklassizismus, Spätromantik, Symphonik
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Ich gebe zu, ich habe eine Schwäche für Renaissance-Musik: Die poetischen Texte und die schlicht arrangierten Melodien sind auch heute noch aktuell. Erstaunlich, wie sehr uns diese alte Musik heute noch ansprechen kann, mehr noch: Die Lieder der Renaissance scheinen uns näher zu sein, als vieles, was dazwischen kam und was uns chronologisch näher liegt. Sogar die sogenannte U-Musik greift immer wieder auf sie zurück, man denke nur an das Album des Pop- und Rocksängers Sting mit Liedern von John Dowland (“Songs from the Labyrinth”, Deutsche Grammophon, 2006) oder an die zahlreichen Adaptionen, die italienische und französische Chansonniers in den 1960er und 1970er Jahre immer wieder zu Gehör brachten. Nun haben der weibliche Gesangsstar der Alte-Musik-Szene, die englische Sopranistin Carolyn Sampson und der Lautist Matthew Wadsworth einen Konzertmitschnitt vom 7. Dezember 2008 aus der Wigmore Hall in London unter dem Titel “Not just Dowland – Songs for soprano and lute” veröffentlicht, auf dem Lieder (und Solo-Stücke für Laute und Theorbe) der englischen und italienischen Renaissance zu hören sind, wie der Titel schon sagt, beileibe nicht nur von John Dowland.
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Schlagwörter: Alessandro Grandi, Alfonso Ferrabosco, Claudio Monteverdi, Giovanni Kapsberger, Giulio Caccini, John Dowland, Laute, Philip Rosseter, Renaissance, Robert Johnson, Songs, Sopran, Taequinio Merula
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»Bernard Herrmann (1911-1975) war ein US-amerikanischer Dirigent und Komponist, der durch seine Filmkompositionen bekannt wurde.« So lapidar beginnt der Wikipedia-Artikel über einen der wichtigsten und einflussreichsten Filmmusik-Komponisten des 20. Jahrhunderts, dessen Stil auch heute noch auf die Komponisten von Filmmusik nachwirkt und dessen Kompositionen für zahlreiche Orson-Welles- und Alfred-Hitchcock-Filme, allen voran “Psycho” (1960), zu den bekanntesten Werken der Filmmusik-Literatur überhaupt gehören. Herrmann war freilich mehr als ein gewöhnlicher Filmmusik-Komponist: Er war jahrelang als Dirigent erfolgreich und hatte bereits vor seinen Aktivitäten in Hollywood für das Radio gearbeitet. Gleichzeitig komponierte Herrmann auch ‘normale’ Werke, darunter eine Kantate (“Moby Dick”, 1937), eine Sinfonie (1941), eine Oper (“Wuthering Heights”, 1951) und ein Streichquartett (“Echoes”, 1965), letzteres wurde sogar mehrfach aufgenommen und auf CD veröffentlicht, zuletzt vom Fine Arts Quartet (Naxos , 2008).
Auf der vorliegenden CD des BBC Philharmonic Orchesters unter der Leitung von Rumon Gamba sind zwei seiner frühen Filmmusik-Arbeiten zu hören, “Hangover Square” (1945, Regie: John Brahm – ein hierzulande nicht allzu bekannter Film Noir, der unter dem Titel “Scotland Yards seltsamster Fall” in die Kinos kam) und “Citizen Kane” (1941, Regie: Orson Welles), dem vermutlich besten Film aller Zeiten.
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Schlagwörter: 20. Jahrhundert, Bernard Herrmann, Filmmusik
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Wer war Luigi Gatti ? Nicht einmal die Wikipedia weiß recht viel über diesen italienischen Komponisten (und katholische Priester) aus Lazise am Gardasee zu berichten, außer seinen Lebensdaten (*1740 in Lazise; † 1817 in Salzburg) und dass er große Teile seiner aktiven Karriere als Musiker (genauer gesagt von 1783 an) als Hofkapellmeister des Fürsterzbischofs in Salzburg tätig war. Vor allem seine brillierende Kammermusik war zu seinen Lebzeiten durchaus populär, geriet aber nach seinem Tode bald in Vergessenheit. Schaut man heute in den Bielefelder Katalog, so wird man auf eine nicht gerade umfangreiche Diskografie seiner Werke stoßen. Der Grund mag ein trivialer sein: In der Musikbibliothek von Ostiglia sind zwar 150 Werke von Luigi Gatti aufgelistet, darunter auch eine große Anzahl an Orchester- und Kammermusikwerken als Originalhandschriften, doch diese sind mit zahlreichen Tintenklecksen, schwer zu entziffernden Stellen und Korrekturen versehen. Es bedarf also einer akribischen Fleißarbeit, die Handschriften in spielbare Partituren zu übertragen.
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Schlagwörter: 18. Jahrhundert, Kammermusik, Luigi Gatti, Wiener Klassik
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In der Rubrik Vorschau werden zu Monatsbeginn ausgesuchte Titel aus den anstehenden Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb vorgestellt. Alle Titel kommen am 19. März 2010 in den Handel. Im gestrigen 1. Teil der Vorschau stelle ich bereits eine Auswahl der Bereiche I. Orchesterwerke und II. Kammermusik vor; heute folgen nun die Neuerscheinungen aus den Bereichen III. geistliche und weltliche Vokalmusik, IV. Alte Musik und V. historische Aufnahmen und Wiederveröffentlichungen.
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Schlagwörter: 2010, März
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In der Rubrik Vorschau präsentiere ich zu Monatsbeginn einen ausgesuchten Überblick über die interessantesten Neuerscheinungen im Codaex-Vertrieb, die im Laufe des jeweiligen Monats (üblicherweise im letzten Drittel des Monats) in den Handel kommen. Viele dieser Titel werde ich genauer im Laufe des Monats besprechen.
Alle folgenden (und noch viele weitere) Titel im Codaex-Vertrieb kommen am 19. März 2010 in den Handel. Im heutigen 1. Teil der Vorschau stelle ich ‘Orchesterwerke’ und die ‘Kammermusik’ vor; morgen folgen dann die Neuerscheinungen aus den Bereichen ‘geistliche und weltliche Vokalmusik’, ‘Alte Musik’ sowie die ‘historischen Aufnahmen und Wiederveröffentlichungen’.
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Schlagwörter: 2010, März
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Wem die gestrige Konzertgala aus Warschau (übertragen von einigen ARD-Kulturradios, wie WDR 3, SWR 2 u. a.) anlässlich des 200. Geburtstags von Frédéric Chopin gefallen hat, insbesondere die historisch-informierte Umsetzung des Klavierkonzert No. 2 in f-moll, op. 21 des Orchestra of the 18th Century unter der Leitung von Frans Brüggen mit Dang Thai Son (am Érard Fortepiano) als Solisten, der sei (noch einmal) auf die → Sonderpreis-Aktion für NIFC-Veröffentlichungen bei CD- und Buchversender JPC hingewiesen. Für jeweils 9,99 Euro gibt es derzeit alle vom Fryderyk Chopin Institute (auf Polnisch: “Narodowy Institut Fryderyka Chopina”, kurz NIFC) bisher veröffentlichten Alben (die Reihe wird fortlaufend erweitert) mit Chopin-Aufnahmen auf Original-Instrumenten (“The real Chopin“), darunter auch ein Album mit den beiden Klavierkonzerten Chopins, interpretiert eben vom selben Orchestra of the 18th Century unter der Leitung von Frans Brüggen mit Dang Thai Son. Den Rest des Eintrages lesen »
Schlagwörter: 19. Jahrhundert, Frederic Chopin, Klavier, Orchestral, Original-Instrumente, Romantik
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Der NDR Kultur-Redakteur Philipp Cavert hat in der Sendung “Klassisch unterwegs” vom 28. Feburar die gestern an dieser Stelle vorgestellte CD “Hommage à Chopin” von Jonathan Plowright vorgestellt. Cavert stellt heraus, dass die Komponisten mit ihren Hommagen nicht zum Ziel haben, »sondern seiner Musik mit eigenen Mitteln zu begegnen« und resümiert: »Plowrights farbenreicher Anschlag und sein virtuoses Spiel bilden nur die äußeren Voraussetzungen dafür, dass diese Aufnahme gelungen ist. Er hat verstanden, dass die einzelnen Komponisten jeweils andere Facetten Chopins betonen.«
Den Artikel gibt es hier → Hommage à Chopin, erschienen in der täglichen Rubrik “Neue CDs” (bei NDR Kultur); den Podcast mit der Sendung gibt es → hier (rechte Maustaste, “Ziel speichern unter”)
Hommage à Chopin von Jonathan Plowright ist am 19. Februar auf Hyperion (67803) erschienen und kann im Fachhandel erworben oder bei großen Buch- und CD-Versendern wie → amazon.de und → jpc.de (Links öffnen die jeweilige Produktseite) bestellt werden.
Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Frederic Chopin, Hommage, Klavier, Romantik
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Zwar steht auf seinem Taufschein der 22. Februar 1810, doch Frédéric Chopin selbst (und seine Mutter) haben stets den 1. März als korrekten Geburtstag genannt.
Der heutige 200. Geburtstag des polnischen Nationalkomponisten ist für nahezu alle Kulturradiosender im deutschsprachigen Raum ein willkommenes Schwerpunktthema. Hier einige ausgewählte Hörtipps zum heutigen “Chopin-Tag”:
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, Frederic Chopin, Klavier, Radiotipps, Romantik
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Frédéric François Chopin (eigentlich Fryderyk Franciszek Chopin) wurde am 1. März 2010 in Żelazowa Wola im Herzogtum Warschau geboren und starb jung, bereits am 17. Oktober 1849 in Paris. In den 39 Jahren seines Lebens wurde er einer der einflussreichsten und beliebtesten Komponisten für Klaviermusik im 19. Jahrhundert, dessen Ruhm und dessen Wirkung auch heute noch, 200 Jahre nach seinem Geburtstag, ungemindert nachwirken. 2010 wird in der Welt der klassischen Musik als Chopin-Jahr (und ebenso als Schumann-Jahr und Mahler-Jahr) gefeiert. Zahllose Neu- und Wiederveröffentlichungen mit Musik von Chopin überschwemmen in diesen Wochen den Klassik-Markt, deutlich mehr als bei den anderen beiden Jubilaren und oft genug von deutlich minderer Qualität. Andererseits: Chopin gehört zu jenen Komponisten, die auch von denen gehört werden, die normalerweise keine klassische Musik hören. Er ist der Inbegriff (manche würden sagen, das Klischee) der Romantik und der romantischen Klaviermusik. Vielleicht ist es deswegen auch nicht wirklich verwunderlich, wenn die Musikergenerationen nach ihm auf sein Werk immer wieder Bezug genommen haben. Dabei war das Werk, mehr noch das Wirken Frédéric Chopins niemals unumstritten. Um es mit den Worten des Komponisten und Klavier-Virtuosen Ferruccio Busoni zu sagen: »Mich hat Chopin ein Leben lang angezogen und zugleich abgestoßen; ich habe einfach seine Musik zu oft gehört – prostituiert, profaniert und banalisiert.«
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Schlagwörter: 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Arthur Honegger, Benjamin Goddard, Eduard Napavnik, Edvard Grieg, Federico Mompou, Ferruccio Busoni, Franz Bendel, Frederic Chopin, Heitor Villa-Lobos, Hommage, Klavier, Lennox Berkerley, Leopold Godowsky, Mili Balakirev, Pyotr Ilyich Tchaikovsky, Romantik, Theodor Leschetitzky
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